Untersee 07.03.2010 (Mannenbach)

Sonntag, 7. März 2010 13:55

Mal etwas angenehmeres als die Wirtschaftslage, ein Foto vom heutigen Tag. Es ist eine kräftige Bise (Ostwind), es ist ziemlich frisch, aber wunderschöne Farben.

Post to Twitter Tweet This Post

Thema: Seeblog, Seefotos | Kommentare (0)

Riskmanagement im Factoring und die Wirtschaftsblase

Sonntag, 7. März 2010 9:32

Die Finanzblase und die Auswüchse, aktuell ist aber die Wirtschaftsblase. Factoring hat sich als alternative Finanzierungsform etabliert – da die Banken den Geldhahn zugedreht haben und lieber an der neuen Spekulationblase bauen. Wie im vorherigen Artikel beschrieben über die neuen Finanzblasen, bleibt auch die Factoringbranche nicht verschont. Besonders die mittelgrossen Firmen versuchen, sich mit Factoring über Wasser zu halten, also Forderungen gegenüber Kunden abzutreten. Aber die Rückversicherer versichern ja nicht gegen Betrug und somit haben die Firmen die Fullfactoring oder selektiertes Factoring betreiben meist das nachsehen. Wie heisst es so schön: Die Auslagerung des Debitorenmanagements ermöglicht mehr Freiraum für unternehmerische Aktivitäten und eben auch mehr Möglichkeiten für Betrug.

Besonders die Firmen mit Liquiditätsproblemen die auf Factoring angewiesen sind werden immer erfinderischer. Das beginnt mit gefälschten Lieferscheinen, Verträgen, Forderungen und beschönigten Bilanzen – also alles sehr perfekt aufgebaut – die elektronische Datenverarbeitung machst möglich.

Wie betrügt man eine Factoringgesellschaft?
Wer denkt dies wäre einfach zu durchschauen irrt sich gewaltig, sogar die Telefonnummern der bestätigten Lieferscheine werden so perfekt verschleiert, das bei einem Kontrollanruf des Schuldners ob die Ware geliefert wurde auf die Nummer des Lieferanten (der Betrüger selbst) umgeleitet wird. Der meldet sich dann als Lieferant, er hat ja die weitergeleitete Telefonnummer auf dem Display und bestätigt den ordnungsgemässen Eingang der Lieferung. Hier geht es nicht um Kleinbeträge, sondern Rechnungen im sechsstelligen bzw. siebenstelligen Bereich. Da die Zahlungsziele mittlerweile zwischen 60 bis 120 Tage liegen, versuchen die Firmen in diesem Zeitraum ihre Zahlungsunfähigkeit zu überbrücken – meist endet dies in der Insolvenz. Somit fliesst auch der vorgestreckte Finanzierung in die Insolvenz – wohl dem der bei diesem Spiel das nötige Glück hat und sozusagen die “Rechnung” aufgeht. Dann ist ja alles in Ordnung – der Betrug fällt nicht auf, den der Schuldner hat aus versehen ihm den Betrag überwiesen, dieser wird dann dem Factorer überwiesen. Aber setzt sich derjenige mit dem ganzen eingesammelten Geld in das Ausland ab, dann ist es weg. Dieses Spiel wird meist parallel mit mehreren Factoringunternehmen gestartet – somit entstehen Ausfälle in mehrstelligen Millionenbeträgen. Das ist dann der geplante Betrug.

Kein Factorer gibt das zu wie heikel mittlerweile die Lage ist. Besonders kleine Factorer kommen in`s Schleudern – denn auch hier droht dann Insolvenz, aber auch grosse Banken sind betroffen.

Beispiel:
Henkel-Mitarbeiter solenl durch falsche Rechnungen 45 Millionen Euro von Factoringesellschaften eingesammelt haben, so genannte Scheinrechnungen auf gestohlenem Henkel-Briefpapier erstellt haben und als echte Forderungen verkauft haben. Hierdurch hätten die Factoringgeschaften einen Schaden erlitten – sie haben praktisch Luft gekauft.

Beim Plüschtier-Hersteller Nici aus Altenkunstadt in Nordbayern, der Insolvenz anmeldete, ist seit Jahren in großem Stil kriminell gewirtschaftet worden. Nach ersten Erkenntnissen der Strafverfolger hat Pfaff seit dem Jahr 2000 mindestens 40,5 Millionen Euro für Nici ergaunert, indem er Geschäfte mit Grossabnehmern vortäuschte. Pfaff veräusserte Scheinrechnungen für die nur auf dem Papier ausgelieferte Nici-Ware an Factoring-Gesellschaften, die sich vornehmlich im Besitz von Banken befinden.

Und die Schuldner?
Auf der anderen Seite sind immer mehr Schuldner absolut zahlungsunfähig, diese Zahlungsausfälle sind zwar durch die Rückversicherer gedeckt – doch auch die Rückversicherer ziehen sich immer mehr aus diesem mittlerweile gefährlichen Geschäft zurück oder verlangen hohe Prämien.

Erschreckend wenn man die Zahlen der Bilanzen von KMU oder auch Grossbetrieben sieht, hier wird getrickst was das Zeug hält. Ein eher witziger Fall ist, wenn ein Betrieb seine Firmendomain auf 800.000 CHF bewertet – natürlich unauffällig in der Bilanz verankert, so das es auf dem ersten Blick nicht auffällt, ansonsten wäre der Geschäftsabschluss nicht gerade noch eine kleine schwarze Zahl gewesen. Die Grossbanken machen es nicht anders, nur mit staatlichen Segen. So werden Swaps (Ein Credit Default Swap (CDS) ist ein Kreditderivat zum Handeln von Ausfallrisiken von Krediten, Anleihen oder Schuldnernamen) zu Kursen bewertet die absolut unrealistisch sind um die Bilanz zu beschönigen – tatsächlich sind die so bewerteten CDS keine Milliarden wert, sondern besitzen nur noch den Papierwert.

Auch die staatlichen Zuschüsse erzeugen Blasen: Solon der Hersteller von Solarmodulen ist 2009 infolge des Preisverfalls in der Branche und der Finanzkrise tief in die Verlustzone gerutscht. Besonders stark getroffen wurde Solon zudem vom Markteinbruch in Spanien infolge der Kappung der staatlichen Solarförderung.

20 – 35% der Unternehmen schrammen knapp an der Insolvenz entlang, zumindest sagen das die (internen) Bilanzen aus. Keine Firma gibt zu, dass es ihr wirtschaftlich nicht gut geht, ansonsten würde man ja zukünftige Geschäfte in Frage stellen. Deshalb heisst die Devise, wir haben volle Auftragsbücher. Ich spreche hier hauptsächlich vom Mittelstand in Deutschland und der Schweiz.

Schweiz: Im Januar 2010 wurde über insgesamt 481 im Handelsregister eingetragene Firmen der Konkurs eröffnet. Das entspricht einer Zunahme von 38% gegenüber dem Januar 2009.
Deutschland: Im Jahr 2009 stieg die Anzahl der Unternehmen, die Insolvenz anmelden mussten, um elf Prozent an. Damit bestätigte sich die Prognose der Hamburger Wirtschaftsauskunftei BÜRGEL für 2009. Auch für 2010 wird eine deutliche Zunahme der Insolvenzzahlen prognostiziert.

Künstliche Blasen überall, gezielte PR-Kampagnen um die Firma gut aussehen zu lassen, vollmundige Versprechen über Grossaufträge und die Hoffnung die dürren Zeiten irgendwie zu überbrücken. Da der Mensch meist dem geschrieben oder den Versprechen glaubt und definitiv nicht den gesunden Menschenverstand einschaltet, kann man davon ausgehen es kommt noch eine gewaltige Insolvenzwelle auf uns zu. Ich behaupte der Dominoeffekt der dadurch entsteht, lässt die vorherige Finanzkrise eher lächerlich erscheinen.

Und zum guten Schluss – Riskmanagement in der heutigen Zeit, wo auch noch Personal gespart wird und der Betrüger äusserst erfinderisch ist, der Rechtsweg unendlich lange dauert hinkt immer den Ereignissen hinterher. Zeit ist Geld, eines der geflügelten und wohl dümmsten Spruch der Menschheit birgt gewaltige Risiken.

Kunstprojekt “Wirtschaft”
So gesehen, erscheint mir das ganze Wirtsschaftsystem mit ihren Akteuren als grosses Kunstprojekt. Man hat mit vielen kreativen Menschen zu tun, ok – sie haben alle einen Anzug an, sind schicker gekleidet als die meisten Künstler – aber das ist nunmal die Berufskleidung. Sind sehr gute Rethoriker, können sich bestens verkaufen (sind ja auch gute Verkäufer ) und haben grosse Visionen (Profit). Die meisten Künstler haben nur Visionen (Nonprofit). Sie schaffen durch ihre Phantasie eine Art Schatten-Realität in der sie eine Zeitlang leben und mehr oder weniger verdienen können, hinterher kommt die andere Realität – die harte Realität. Ähnlich wie die Wirtschaft zur Zeit.

Alle machen mit. Die Vision “Luft”  erscheint real wenn sie gut verkauft wird, Marketing-  und Werbetechnisch gut ausstaffiert, hohe Renditen verspricht und schon schaffen wir eine neue Realität. Nicht das es verwerflich wäre, so tickt nunmal die Welt. Wir sind alle dabei, die Mitarbeiter und Angestellten. Unbewusst und immer an das Gute glaubend. Die Masse braucht den Arbeitsplatz. Ein Teufelskreis.

Besonders bei den wirtschaftlichen Berechnungen oder Finanzplanungen zukünftiger Entwicklungen (neues Bilanzjahr, Budgetierung, …) kann man sehr kreativ sein. Denn Wachstumskurven zeigen ausschliesslich nach oben, wie sollte es auch sein – wir reden nunmal vom Wachstum, ja sogar vom unbegrenzten Wachstum. Wenn man Zukunftsprognosen aufstellt, die schon rein vom gesunden Menschenverstand als falsch erkannt werden, dieses Wachstum nie eintreffen wird – dann wird in der Zukunft genau diese falsche Berechnung Grundlage für alle weiteren Berechnungen sein – eigentlich der absulute Irrsinn. So läuft es in unserer Wirtschaft – zur Zeit eben einiges extremer, da wir uns ja auch in einer extremen Zeit befinden. Hat man “Schwein gehabt” schafft man die wirtschaftliche Talsohle, ansonsten knallt man gegen die Wand. Es lebe die Blase!

Post to Twitter Tweet This Post

Thema: Finanzkrise | Kommentare (3)

4,3 Milliarden Verlust auf die UBS-Schrottpapiere

Samstag, 6. März 2010 11:24

Noch immer sitzt die Nationalbank auf Risikopositionen im Umfang von 24,1 Milliarden Dollar aus der Rettungsaktion der Grossbank UBS. Der Betrag ist für die Schweizer Wirtschaft noch immer bedrohlich hoch. 4,1 Milliarden Dollar ist nach wie vor ein enormer Betrag. Er entspricht rund 5 Prozent des Schweizerischen Bruttoinlandprodukts (BIP).

SNB-Risiko noch bei 24 Milliarden Dollar
Das Totalrisiko der Nationalbank beläuft sich theoretisch – falls die Papiere den ganzen Wert verlören – auf 24 Milliarden Dollar, da für die SNB noch 4 Milliarden für Eventualverbindlichkeiten übernehmen müsste.

Aber es gibt noch andere die Probleme haben, die Engländer. Aber ehrlich gesagt, welcher der überschuldeten Staaten hat keine Probleme – eigentlich sind die Industrienationen pleite.

Briten als Schuldenkönige
Londons Schuldenvolumen gibt Anlass zur Sorge, denn die Briten sind die Schuldenkönige der G-20-Staaten. Infolge der Finanzkrise hat sich das britische Defizit – gemessen am Bruttoinlandsprodukt – fast verdoppelt. Die Schulden Italiens stiegen dagegen lediglich um 20 Prozent. Blicken die Briten nach Griechenland, können sie sich alles andere als auf die Schultern klopfen. Londons Verschuldung beträgt in diesem Jahr 13 Prozent des Bruttoinlandprodukts – etwas so viel wie beim Pleitekandidaten Hellas.

2009 wurde fleissig an der neuen Finanzblase gearbeitet
Durch den Einbruch am Gewerbeimmobilienmarkt in den USA drohen Kreditausfälle in Milliardenhöhe. Tausende US-Banken könnten das Problem auf die gesamte amerikanische Wirtschaft übertragen. Es drohen US-Banken in den kommenden Jahren Ausfälle gewerblicher Immobiliendarlehen in Höhe von 200 bis 300 Milliarden Dollar. Insgesamt, so eine Analyse des COP, stehen in den Vereinigten Staaten von 2010 bis 2014 solche Kredite mit einem Volumen von etwa 1,4 Billionen Dollar zur Anschlussfinanzierung an. Beinahe die Hälfte dieser Darlehen steht nach Angaben des COP bereits jetzt “unter Wasser”, sprich, die Kreditsumme übersteigt den gegenwärtigen Wert der Immobilie. Die neue Krise abzuwenden wird schwer, einige meinen, gar unmöglich.

Da hilft wohl nur der eigene Tresor, Sparstrumpf und das liebe alte Gold. Doch auch die Inflationsgefahr scheint weiter zu steigen, also doch lieber den eigenen Kartoffelacker bewirtschaften, den jeder weiss “Geld kann man nicht essen”.

Post to Twitter Tweet This Post

Thema: Finanzkrise | Kommentare (0)

Klimawandel – Nordpolarmeer setzt Methan frei

Freitag, 5. März 2010 18:55

eiszeit

Bei dem jetzigen Winter hat man die Klimaerwärmung ein wenig aus den Augen verloren. Jetzt setzt das Nordpolarmeer klimaschädliches Methan frei – gottlob nun sind die Kühe nicht mehr an der Klimaerwärmung Schuld. Amerikanische Wissenschaftler fanden jetzt heraus, dass der gefrorene Meeresboden an manchen Stellen bricht und das Gas in die Atmospäre entlässt.

Das Methangas am Meeresboden könne „dramatische Auswirkungen auf den Klimawandel haben“, heißt es in der Studie der University of Alaska in Fairbanks. Die Mengen an Methangas, die durch den gefrorenen Meeresboden freigesetzt werden, seien so groß, dass sie die Erderwärmung deutlich beschleunigen könnten.

Den Forschern zufolge droht ein unglückseliger Kreislauf: Das zunehmende Methangas könnte die Erderwärmung beschleunigen. Die daraus folgenden wärmeren Temperaturen wiederum könnten den Permafrost-Boden weiter auftauen lassen und noch mehr Methangas freisetzen, was wiederum zur weiteren Erderwärmung führt. Vermutlich wird das Meer auch wärmer, dadurch kommt es sowohl zu einer thermischen Ausdehnung des Wassers (wärmeres Wasser hat eine geringere Dichte) und somit zu einer Erhöhung des Meeresspiegels. Noch sind davon nur die oberen Schichten der Ozeane betroffen. “Sickert” die Erwärmung in die tieferen Schichten durch und dann die METHANGAS-KATASTROPHE.

Aber es kommt noch viel schlimmer – das Erdmagnetfeld beeinflusst auch das Klima. Das schwächer werdende Magnetfeld der Erde hat Einfluss auf den Treibhauseffekt. Das wiesen Geophysiker in einer Studie mit Meerwasser nach. Laut den Forschern hat die Stärke des Magnetfelds der Erde seit Beginn der Messungen vor 150 Jahren kontinuierlich abgenommen.

Der Mensch hat die Finger im Spiel, die Natur und der andere Rest der im Weltraum herumschwirrt – überall wird das Klima beeinflusst, zum Beispiel auch die Sonne? Was machen wir dann?

Das wäre die goldene Arschkarte. Dann können wir soviel CO2 sparen wie wir wollen – es bringt einfach nichts. Armer Mensch! Leider gibt es keine DIN-Norm für ein konstantes Klima!

und übrigens: Chile-Beben veränderte Erdachse und Tageslänge. Es geht hier auf dem Planeten drunter und drüber.

Post to Twitter Tweet This Post

Thema: Prima Klima | Kommentare (1)

28.02.2010 – Orkan am Bodensee (Untersee)

Sonntag, 28. Februar 2010 19:01

Wurde nicht ein Orkan angesagt? Ein normaler Sturm war es dann doch wohl, am Untersee mit Sonne ist das ein schönes Farbenspiel (Seeblog: Farbe Grün). Zufällig filmte ich das Boot von der Seepolizei die einen Surfer rauszogen. Eigentlich ein Wunder, dass sie ihn gefunden haben. Bei Wellengang ist das eine ziemlich wacklige Angelegenheit und die beiden Schweizer Seepolizisten hatten einiges zu tun. Bei 3 Grad Wassertemperatur hält man das auch mit einem Surfanzug nicht allzulange aus. Hier der Film (gefilmt mit einem 400mm Objektiv).

Link: Untersee (Quicktime, 25MB) oder Untersee (Flash, 4MB)

Naja, woanders hatte Xynthia stärker geblasen. Das Jahr 2010 scheint was Naturereignisse angeht, ein ziemlich interessantes zu sein, vielleicht versucht der Planet den Virenbefall loszukriegen. “Treffen sich zwei Planeten im Weltall. Sagt der eine zum anderen: “Du siehst aber schlecht aus!”. Der andere:” Ja, mir geht’s auch nicht gut, ich habe ‘homo sapiens’”. Sagt der erste: “Mach’ dir nichts draus, das hatte ich auch mal, das geht vorbei!”

Post to Twitter Tweet This Post

Thema: Seeblog | Kommentare (0)

Seiten: {1} 2 3 4 5 6 7 8 ... 52 53 {letzte} Next