Exzessiv und die Wut die entsteht wenn man nicht malen kann
Donnerstag, 28. Juni 2007 13:22
Mein Künstlerkollege, dessen Namen ich nicht erwähnen darf, gab in einer Gesprächsrunde seinen künstlerischen Prozess zum Besten. Seine wichtigsten Sätze zusammengefasst: “Mir muss es richtig dreckig gehen oder ich muss eine Stinkwut haben und dann saufe ich mich total zu, dann nehme ich irgendeinen Pinsel oder egal was ich zu greifen bekomme und rotze die Farbe auf die Leinwand, ich schau auch nicht mal richtig hin welche Farbe das ist, wenn`s richtig geil ist beim Malen, onaniere ich noch auf die Leinwand, dann kommt mein Servus darunter und gut ist es – und irgendein Arsch wird mir dann das abkaufen”.
Nicht schlecht! Er war schon ein wenig angetrunken, aber das exzessive liegt ihm schon sehr – ist eben eine andere Art zu malen als ich. Schade das er nur uns es erzählt und es nicht bei einer Vernissage preisgibt. Ich kann mir vorstellen bei einem gewissen Publikum kommt das gut an. Oder sollte man da vorher lieber schon eine gewisse Bekanntheit haben?
Die Wut die entsteht wenn man nicht malen kann – das Gegenteil der Malwut
Weil der heutig Tag (nicht nur der heutige) für mich mit einem leichten Wutausbruch begann, kam mir genau dieses Gespräch in den Sinn. Am heutigen Tage konnte ich ziemlich gut nachvollziehen – wenn man sich so auslebt. Denn ich kann zur Zeit meine Kreativität nicht ausleben – der Stau der Kreativität macht aggresiv! Mein Atelier, das mir sowieso schon zu klein ist, ist hoffnungslos vollgestellt. Ich weiss nicht wohin mit den Sachen, also kann ich nicht spontan malen und das macht mich wahnsinnig. Vermutlich bin ich dann vom impulsiven Malakt meines Kollegen nicht sehr weit entfernt – zumindest nicht beim ersten Bild – falls es überlebt. Die ursprüngliche Idee war, dass ich erstmal draussen meine Kunst weiterführen wollte (Lichtobjekte im Garten, einen neuen Kunstfilm), habe aber meine Liebe und Sucht zur Malerei sträflich unterschätzt. Aber ich bin auf der Suche nach einer Lösung. Die liegt definitiv in einem grösseren Raum – der bezahlbar ist und nicht zu weit weg von meiner Wohnung ist. Hohe Ansprüche eben!
Aber … vielleicht liegts ja auch am Wetter. Und der übliche Sprung am Morgen direkt nach dem Aufstehen ins Wasser, war auch sehr erfrischend – der See ist gut durchgemischt – also kalt!
Thema: K U N S T | Kommentare (3) | Autor: seeblog

Man sollte ein paar hundert Kühe auf den heiligen Rasen eines grossen Fussballstadion treiben und dann können von den Rängen die Kunstpilgerer denen bein Schei**** zuschauen.

Gestern war ich wieder mit meinem Fotoapparat im See. Machmal entsteht durch den nervösen Zeigefinger ein besonderes Zufallsbild. Da war der Finger vor der Linse, als ich meine Füsse die auf einer Leiter im Wasser standen, fotografieren wollte. Der Wellengang machte es mir nicht gerade einfach die Füsse zu erwischen. Heraus kam diese klassische Unterwasseraufnahme mit Finger. Der See ist schon ziemlich grün, aber so grün? Ist das nicht Documenta-würdig? Dazu müsste man es auf 4 x 4 Meter anfertigen, mit dem Titel “Die Linien des Lebens” und etwas geistreiches würde mir doch sicher einfallen.