Japan sieht Sushi bedroht – nicht den Thunfisch. Die Artenschutzkonferenz in Doha wird für Natur- und Umweltschützer mehr und mehr zur Farce. In Katar haben die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens am Donnerstag gegen ein Handelsverbot für Eisbären und Roten Thunfisch gestimmt. Bei der Abstimmung auf dem Treffen der Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens Cites in Doha stimmten 68 Länder gegen den Vorschlag Monacos, den Roten Thunfisch auf die Liste der besonders bedrohten Tierarten zu setzen. Der Grund für Monacos Vorstoss: In den letzten zwei-drei Jahrzehnten hat rücksichtslose Überfischung die Bestände laut Internationaler Kommission zum Schutz des Thunfischs (ICCAT) um 85 bis 90 Prozent dezimiert. Auch der internationale Handel mit Eisbären bleibt unter Auflagen erlaubt.

Damit dürfte für beide Arten das Todesurteil gesprochen worden sein.

Besonders dramatisch ist die Lage für den Roten Thunfisch, der vielen unter der Bezeichnung Blauflossen-Thunfisch und als Sushi bekannt ist. Vor allem durch Protest japanischer Sushi-Esser. Nicht nur die Japaner halten einen fragwürdigen Weltrekord: Kein anderes Volk der Erde verspeist mehr Thunfische pro Jahr (450.000 Tonnen Thunfisch). Auch Frankreich verdient an diesem System: Kein anderes Land exportiert so viel Thunfisch. 78 Prozent des weltweiten Fangs an Thunfisch landet auf japanischen Tellern. Umweltschützer gehen davon aus, dass die Bestände in wenigen Jahren dramatisch zurückgehen werden und der Thunfisch ausstirbt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Konsumgesellschaft könnte es daher passieren, dass die Menschheit einen wichtigen Speisefisch so lange isst, bis nichts mehr von seiner Art übrig ist. Knapp 80 Prozent der Bestände im Mittelmeer sind abgefischt. Um die verbliebenen Tiere kämpfen die Fischerei-Nationen mit immer größeren Spezialschiffen, mit Radarüberwachung und Flugzeugaufklärung.

Was wird logischerweise passieren?
Die Ware wird sich verteuern. Die Japaner werden als Ausgleich zum verstärkten Fang in den Pazifik ausrücken und diesen leer fischen. Eine der wirtschaftlichen Lösungen dagegen wäre: „Exocet-MM38-Lenkrakete„, das sollte ausreichen. (Anm.: Natürlich ist das keine gute Lösung, da dieses Handeln wiederum andere Konsequenzen haben wird  – aber zumindest wäre es eine). Also, versenkt die Japaner.

Man muss aber keine schlechtes Gewissen haben, weiterhin Thunfisch zu essen, denn der Thunfisch kommt ja nicht aus dem Meer, sondern bekanntermassen aus der Dose. Wieso die ganze Aufregung? Noch kein Kandidat für die Rote Liste in Katar ist der weisse Thunfisch, der vor allem in Konservendosen in unsere Supermärkte kommt und anschließend in der Spaghetti-Sosse, auf der Pizza oder im Salat beim Italiener an der Ecke landet.

Auch der Schutz von Hai-Arten wird abgelehnt. Beim Tiger hat die internationale Gemeinschaft bereits versagt. Nur 3200 dieser Raubkatzen leben noch in freier Wildbahn. Drei Unterarten gelten als ausgestorben. Die Chinesen züchten mittlerweile Tiger für ihre Potenzmittel. Naja – was soll man über die Chinesen überhaupt noch schreiben, sie gehen mit den eigenen Landsleuten auch nicht besser um. So gesehen, geht es dem einfachen Chinesen nicht besser als den Tieren in China, nur, dass er nicht gegessen oder als Potenzmittel verarbeitet wird.

In einer Chinesischen Zuchtfarm vegetieren 1500 Tiger. (BZ)
Tiger aus NRW zu Potenzmittel verarbeitet? (Focus)

PEKING, März 2010. Im Skandal um den Hungertod von mindestens elf Sibirischen Tigern gibt es neue Vorwürfe gegen die Betreiber des chinesischen Zoos. Wie die Zeitung „Beijing News“ berichtete, sollen aus den Knochen der toten Tiere Potenzmittel hergestellt worden sein.(AFP)

Wie gehabt und nichts Neues: Bei Wirtschaftsinteressen muss der Artenschutz  hinten anstehen, aber nicht nur der, auch der Mensch. Nettes Wort: „Wirtschaftsinteressen“ sollte wohl heissen „Gier frisst Verstand“.

Diese Arten stehen unter besonderen Schutz:
Bei speziellen Arten klappt immerhin der Artenschutz, obwohl diese nicht vom Aussterben bedroht sind, im Gegenteil. Diese Artenvielfalt ist in vielen politischen Einrichtungen anzutreffen: „Der schleimige Sesselkleber“ oder die „Dumm-dreiste Sprachtüte“, im Finanzbereich der „Gemeine Millionenverzocker“, der weltweit verbreitete „Menschliche Mastdarmkriecher“ und der im Wirtschaftsbereich anzutreffende „Gierige Dummhirnler“ oder auch „Gieriger Volksparasit“ genannt. Nicht zu vergessen die bekannte „Aalglatte Worthülse“, die „Geflügelte Amnesie“ und die vielen Arten, die in Paralleluniversen zuhause sind. Die Aufzählung ist nicht als abschliessend zu verstehen. ;-)

Was bedeutet das nun?
Leer und voll hängen im Gegensatz zueinander ab. Wenn das Meer leergefischt ist, hängt das von der Gegensätzlichkeit der Wahrnehmung der Dinge und dem Ausblenden der Konsequenzen des Tuns ab. Ab diesem Moment ist die Erkenntnis das Ergebnis der Vergangenheit. Der Mensch schafft sich selbst diese Umstände und wird wiederum auf den Umstand, dass ihm eine Nahrungsquelle abhanden gekommen ist, mit Gegenmassnahmen beginnen. Diese sind konsequenterweise nicht durchdacht und verursachen dadurch wiederum neue Probleme. Da der Mensch seit Jahrtausenden aus diesem Verfahren nichts gelernt hat, wird es einfach so weitergehen wie bisher.
Warum lernt der Mensch nicht daraus? Weil er den Bezug bzw. die Gegensätzlichkeit der Dualität als gegeben ansieht und nicht erkennt, dass er die Gegensätzlichkeiten selbst schafft. (siehe „Die Kunst zu leben im Nichts …„)

Die Welt gleicht einem Kahlköpfigen, der eine Perücke anlegt.

Artenschutz – Gier frisst Verstand
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