Beitrags-Archiv für die Kategory 'Ansichten'

Die URh steht als Raserin am Pranger

Mittwoch, 4. August 2010 13:45


Wellen hat es auch bei Sturm!

Ein Bericht der Arbeitsgruppe Bodenseeufer warf gestern hohe Wellen: Sie wirft der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein vor, regelmässig zu schnell unterwegs zu sein und damit dem Ufer beträchtlich zu schaden.
Vertreter der Arbeitsgruppe sind deshalb mit Schiffen der URh mitgefahren und haben mit GPS-Geräten ihre Geschwindigkeit gemessen. Die Messungen zwischen Ermatingen und Konstanz-Paradies hätten ergeben, dass die Schiffe der URh dort meist mit über 15 Kilometer pro Stunde unterwegs seien. Höchstwerte von 18 Kilometern pro Stunde seien gemessen worden. Für Fahrgastschiffe sind demnach stromaufwärts 10 Kilometer pro Stunde, stromabwärts 20 Kilometer pro Stunde erlaubt. (Quelle: Thurgauer Zeitung)

Der Bericht ist äusserst einseitig oder will die “Arbeitsgruppe Bodenseeufer” sich nicht mit der Lobby der Motorbootfahrer und Yachten anlegen. Als Ruderer (Skiff) stören mich die Wellen im Seerhein genauso. Doch sind die 3 Wellensets bestehend aus der Bug- und der weniger starken Heckwelle der URH Schiffe weniger schlimm und ärgerlicher als die vielen mittleren bis grossen Yachten / Motorboote, die sich selten bis nie an die 10 km/h halten. Zusätzlich fahren diese Boote in Ufernähe. Vielleicht hat die ”Arbeitsgruppe Bodenseeufer”  dies noch nicht bemerkt. ;-)

Gemessen wurde mit einem GPS Logger Winter WBT202. Wäre noch interessant wie gemessen wurde; Speicherung der Wegpunkte alle 10 Sekunden oder alle 20 Sekunden, Speicherung von Wegpunkten bei Richtungsänderung um mehr als 10 Grad und welche Toleranzabweichungen wurden berücksichtigt. Vielleicht ein Mess-Vergleich mit einem Genie BGT-31 von Locosys – dieses hat Präzise Geschwindigkeitsmessungen nach dem Doppler-Prinzip.

Bericht von der Arbeitsgruppe: Seerhein – schaden zu schnelle Schiffe dem Ufer?. Interessanterweise liest sich der Artikel  sachlicher, umfassender und fundierter als der Zeitungsbericht der Thurgauer Zeitung (Naja, man kennt ja die Medien). Dieser Bericht ist dem der Thurgauer Zeitung vorzuziehen!

Die wirklichen Raser sind die Motorboote und nicht die Kursschiffe. Deshalb sollte die “Arbeitsgruppe Bodenseeufer” ihren Horizont erweitern und einmal an einem schönen Sonntag, wo reger Verkehr herrscht, sich am Gottlieber Ufer positionieren und dabei feststellen, dass die Yachten und Motorboote einen sehr grossen Anteil an den Wellen haben.

Richtig ist: Laut Fahrplan braucht das Kursschiff genau 1 Stunde zwischen Anlegestelle Ermatingen und Kreuzlingen, dazwischen legt das Schiff in Gottlieben und Konstanz an. Die Strecke ist 9 Kilometer, die mit 10 km/h theoretisch zu schaffen sind. In der Praxis ist das sehr knapp bemessen, besonders wenn die Anlegezeit länger als 3 Minuten ist.

Richtig ist: Die Uferzone muss durch geeignete Mittel geschützt werden! So sind die 10 km/h sicher eine gute Sache, wenn sie eingehalten werden. Bei Geschwindigkeitsmessungen in Ermatingen in Richtung Gottlieben entstand der Eindruck, es wurden nur kleine Fischergundeln angehalten und verwarnt. Die grossen und teils viel schnelleren Motorboote wurden dagegen fast nie angehalten.

Die Sache mit der Uferzone
Fahrzeuge unter Maschine dürfen Uferzonen mit einem Abstand von 300 m nur zum An- und Ablegen und auf dem kürzesten Weg mit einer Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h befahren. Motorbootfahrer wissen dies wohl nicht, denn es geht meist mit Vollgas vom Ufer in den See oder andersrum oder volle Fahrt in Ufernähe. Ein gutes (negatives) Beispiel liefert hier in Mannenbach der Salensteiner Yachtclub. Da ist immer in der Regel Vollgas angesagt.

Zudem wird der Tourismus am Bodensee stark gefördert, es ist ein schliesslich ein Wachstumsmarkt. Also mehr Touristen, mehr Aktivität, mehr Schäden an der Umwelt – nicht nur am Ufer.

Wellen, bodennahe Strömungen und Sedimentumlagerung
Diese Phänomene erforscht das Limnologische Institut der Universität Konstanz. Ursache des Sedimenttransports sind seebodennahe Strömungen. Wenn die Strömungsgeschwindigkeiten ausreichend groß sind, werden kleine Partikel aus der Sedimentoberfläche herausgelöst, in die Wassersäule eingetragen und durch Turbulenz und Mischung weiterverteilt (Resuspension).
Die größten Strömungsgeschwindigkeiten in der Uferzone treten im Zusammenhang mit Oberflächenwellen auf, die ins Ufer einlaufen. Diese Oberflächenwellen werden durch Wind und Schiffsverkehr erzeugt. Immer wenn große Oberflächenwellen in die Uferzone einlaufen, werden erhebliche Feinsedimentmengen resuspendiert, was auch an der Trübung des Wassers zu erkennen ist. Die Bedeutung von Schiffs- und Windwellen für die Resuspension von Partikeln ist von Ort zu Ort unterschiedlich – je nach Lage und Exposition, Schiffsverkehr und Beschaffenheit der Sedimente.
(Quelle: Unterwasserarchäologie & Seenforschung)

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Thema: Ansichten, Seeblog, Seeleben | Kommentare (2) | Autor: seeblog

Westerwelle und Koch – Endlösung für die Hartz IV Empfänger?

Samstag, 13. Februar 2010 14:17

hartz_iv_empfaengerWarum nicht gleich eine Endlösung anzustreben. Westerwelle hat das Problem mit den Millionen arbeitsscheuen Harz IV Empfängern sehr gut analysiert. Perfekt die Umschreibung mit römischen Verhältnissen, schade nur, dass dies damals die Oberschicht war, oder hat sich da ein Körnchen Wahrheit eingeschlichen.Denken wir doch nur einige Jahrzehnte zurück – Arbeitslager hiessen damals die Auffangstätten von unerwünschten Mitgliedern der Gesellschaft. Das spukt wohl in den Köpfen von Westerwelle und Koch herum – aussprechen dürfen sie es natürlich nicht. Optional könnte man auch die Hartz IV Empfänger nach Haiti verfrachten. Andrerseits muss man sich fragen, ob Herr Westerwelle tatsächlich selbst Arbeitsleistung bringt, andere bezeichnen seine Ergüsse als geistige Onanie und die ist bekanntlich nicht als Arbeit zu bewerten.

Das Ergebnis der Neoliberalen:
Vergessen ist die neoliberale Propaganda, die uns genau in die Situation geführt hat, mit 6,5 Millionen Hartz IV Empfängern und ein paar Millionen Tafel-Gänger und über 8 Millionen Niedrigstverdienern und 1,4 Millionen Aufstocker, die mit über 10 Milliarden Euro von Steuerzahlern aufgestockt werden. Heute sehen wir die Auswirkungen dieser Politik und wie erwartet zeigt man auf die Opfer der neoliberalen Politik. Bemerkenswert, die Medien machen schon seit Jahren Hetzte auf Hartz IV Empfänger und deren Missbrauch.

Tatsache ist: ”Insgesamt haben 2009 im Jahresdurchschnitt etwa 6,5 Millionen Menschen nach dem Sozialgesetzbuch II Anspruch auf die Grundsicherung (Hartz IV) gehabt. Bezogen auf diese Gesamtzahl hat die »Missbrauchsquote« nach Angaben der Bundesagentur bei lediglich 1,9 Prozent gelegen – 2008 waren es 1,8 Prozent. Darunter fallen Ordnungswidrigkeiten, also geringfügige Verletzungen von Rechtsregeln, für die das Gesetz eine Geldbuße vorsieht, sowie Verdachtsfälle, die von den Behörden noch nicht abschließend beurteilt sind.”

Die Medien:
In den Medien wird das ein wenig anders dargestellt, hier vermittelt man täglich in Serien den Sozialmissbrauch und Arbeitsscheuheit. Diese Kampagne läuft mittlerweile seit einigen Jahren und die wichtigsten Verblödungsmedien sind an erster Stelle, auffallend ist, dass mittlerweile auch “kritische” Medien sich dem Thema annehmen. Dies macht auch Sinn, denn in den nächsten Jahren werden immer weniger Arbeitsplätze zur Verfügung stehen und die Löhne werden für die breite Masse immer tiefer sinken. Eine Polarisierung der Gesellschaft dient zur Beruhigung der am Existenzminimum Schaffenden, denn Hartz IV ist die unterste Stufe der Gesellschaft. Hauptsache man arbeitet – so gesehen führt das Lohndumping auf die Regelsätze von Hartz IV.

Wenn sich die Arbeit wieder lohnen soll, so müssen die Löhne angehoben werden und nicht auf Hartz IV Niveau gesenkt werden. Das hat Westerwelle und Koch bis heute nicht verstanden, macht aber nichts – es sind ja schliesslich Politiker und Realitätswahrnehmung ade.

Grosszügige Unterstützung mit Steuergeldern ist bei den Banken sicher besser aufgehoben, deren Arbeit kann zumindest jeder spüren – siehe Finanzkrise oder siehe “nächste Finanzkrise”. Warum gibt es hier keine der üblichen seichten Soap`s über die Gier der Wirtschaftsbosse?
Oder, sind Milliardäre nicht die wahren Schmarotzer dieses Planeten? Der amerikanische Softwareunternehmer Larry Ellison (den finde ich persönlich sympathisch) müsste 183.000 Dollar pro Stunde für Partys oder Essen ausgeben, bloss um zu verhindern, dass er reicher wird, hat Austan Goolsbee einmal vorgerechnet, ein Ökonom an der Universität Chicago.

„Bild”-Zeitung operiert mit falschen Zahlen
Hartz-IV-Hetze (NRhZ – Online)

Freund Westerwelle (FR-Online)

Zum guten Schluss:
Aber im Ernst, warum macht Guido diese Sprüche? Weil die CDU/CSU in an die Wand fährt? Was Westerwelle derzeit betreibt, ist nicht eine falsche Strategie, es ist nämlich überhaupt keine Strategie. Es ist eine reine Panikreaktion – man dachte doch immer, der Westerwelle sei ein kluger Analyst. Denn dieses Jahr wird das Jahr der Insolvenzen beim Mittelstand und das sind (waren) seine Wählerstimmen und eventuell zukünftige Kandidaten für Hartz IV. ;-)

P.S. Wäre nicht Vincent van Gogh heute der Prototyp eines Hartz IV Empfänger?
* Vorsicht:  Dieser Artikel mit der “Endlösung” ist nichts als eine überspitzte Darstellung, also Provokant. Würde aber behaupten, dass bei einigen Zeitgenossen (Stammtisch, Bildzeitungsleser) genau dies in den Köpfen rumgeht.

Update 19.02.2010:
Nun kommt die Diskussion richtig in Gang, ein sehenswerter Bericht über das Thema war das
Heute-Journal am 19.02.2010. Besonders der Beitrag: Wo der Staat kassiert. Man muss sich nicht wundern, das es deutsche Bundesbürger ziemlich ankäst, wie sie abgezockt werden. Lohnt sich Leistung? Wohl kaum, denn der Staat langt unverhältnismässig zu. Da lob ich mir die Schweiz – hier lohnt sich noch Leistung.

Eckzahlen vom Arbeitsmarkt (Statistisches Bundesamt)

Deutschland 2008, 2009
Gegenstand der Nachweisung

Daten des Statistischen Bundesamtes

Einheit 2008 2009
Alle Werte sind gerundete, soweit nicht anders angegeben, Jahresdurchschnittsergebnisse.

1 Alle auf dem Arbeitsmarkt aktiven Inländer (Erwerbslose und Erwerbstätige).
2 Gemäß internationalem Erwerbsstatus-Konzept der International Labour Organisation (ILO).
3 Erwerbstätige mit Wohnort in Deutschland.
4 Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland.
5 Einschließlich mithelfende Familienangehörige.
6 Stichtag 30. Juni.
7 Anteil der Arbeitslosen an allen zivilen Erwerbspersonen.
8 Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Wert für 2009 lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor.

- = Nichts vorhanden.

Erwerbspersonen1, 2
Mill.
43,36 43,46
Erwerbstätige Inländer2, 3
Mill.
40,22 40,15
Erwerbstätige im Inland4
Mill.
40,28 40,24
Selbstständige5
Mill.
4,43 4,41
Arbeitnehmer
Mill.
35,85 35,83
nach Wirtschaftssektoren4
Land-, Forstwirtschaft, Fischerei Mill. 0,86 0,87
Produzierendes Gewerbe (inkl. Baugewerbe) Mill. 10,22 10,01
Dienstleistungen Mill. 29,27 29,37
Erwerbslose2 Mill. 3,14 3,31
Erwerbslosenquote2 % 7,2 7,6
Daten der Bundesagentur für Arbeit
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte6
Mill.
27,46 27,38
Ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte6 Mill. 4,88 4,93
Registrierte Arbeitslose Mill. 3,27 3,42
Registrierte Arbeitslosenquote7 % 7,8 8,2
Gemeldete Stellen Mill. 0,57 0,49
Gesamtwirtschaftliches Stellenangebot8 Mill. 0,85 -

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Thema: Ansichten, Unsere Gesellschaft | Kommentare (13) | Autor: seeblog

Kunduz und Kollateralschaden

Dienstag, 8. September 2009 21:32

kunduz.jpgBomben auf die Tanklastwagen und Überraschung – da hat es ausser den Taliban auch ein paar Zivilisten erwischt. Erstaunlich die Diskussion um zivile Opfer in einem Krieg oder sollte man es eleganter Auseinandersetzung nennen. Auch im Irakkrieg verkauften die USA ihre chirurgische Kriegsführung wo nur militärische Ziele getroffen werden – was wirklich passiert ist weiss mittlerweile jeder. Gab es schon mal kriegerische Auseinandersetzungen wo keine Zivilisten zu beklagen waren?

Hallo Realität.

Absolut nicht nachvollziehbar ist die Aussage: Die Staatsanwaltschaft in Potsdam prüft, ob ein Ermittlungsverfahren gegen den Bundeswehroffizier, der den Angriff angeordnet hat, eingeleitet werden muss. Wenn dies so ist, sollte jeder deutsche Soldat sich schleunigst aus Afghanistan zurückziehen. Er müsste sich erstmal erschiessen lassen – bevor klar ist – dies war kein Zivilist. Wer glaubt, man kann kriegerische Auseinandersetzungen führen ohne Unschuldige zu töten, sollte sich mal mit der Vergangenheit auseinandersetzen.

oder

Der Hamburger Anwalt Armin Fiand stellte bereits Strafanzeige gegen den verantwortlichen Kommandeur und gegen Verteidigungsminister Jung wegen des Verdachts eines Kriegsverbrechens und Billigung des Verbrechens.

Warum zeigen die anderen mit den Finger auf die Deutschen? Das Fundament deutscher Afghanistanpolitik bricht auch deshalb weg, weil die arrogante Abgrenzung der Deutschen gegenüber anderen Nato-Staaten seit letztem Freitag endgültig nicht mehr funktioniert. Die Verbündeten mussten über Jahre die Belehrungen aus Berlin ertragen und können nun ihre Häme über die Deutschen kaum verbergen.

Und die üblichen Auswirkungen

Unterdessen plant die Friedensbewegung für diese Woche in mehreren Städten Demonstrationen und Mahnwachen, Zeit und Ort stehen jedoch noch nicht fest. Ach ja, die vielen Kerzen nicht vergessen! Die Deutschen sind mehrheitlich Pazifisten. Das ist eine Haltung, zu der es nach den Erfahrungen aus der Nazi-Zeit keine Alternative gibt.
Natürlich könnte die Bundeswehr morgen aus Afghanistan abziehen. Abgesehen von einigen Schlagzeilen würde es die Mehrheit der Bevölkerung nicht einmal bemerken. Der Pazifismus, so wie ihn viele heute noch verstehen wollen, hätte gesiegt. Dass dann die Taliban in Afghanistan wieder ihre bizarre Herrschaftsform aufbauen könnten, müsste aber als Kollateralschaden dieser Form des Pazifismus in Kauf genommen werden.

Update 13.09.2009:
Erstmals äußert sich der Bundeswehr-Offizier, der den Befehl für den Luftangriff auf zwei entführte Tanklastzüge gegeben hat. Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sagt Oberst Georg Klein. „Jeder gefallene Isaf-Soldat und jeder getötete Zivilist ist einer zu viel.” Die gegen ihn eingeleitete Untersuchung hält er für gerechtfertigt.

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Thema: Ansichten, Unsere Gesellschaft | Kommentare (2) | Autor: seeblog

Sozialdarwinismus und das Recht des Stärkeren heute

Mittwoch, 10. Juni 2009 20:41

Wie kommen bestimmte Grundsätze von der Ethik und Moral zustande und wie hat sie sich bis heute entwickelt? Wir überspringen einen Teil der Entwicklungsgeschichte vom Affen zum Menschen und fangen mit der Industrialisierung an, dessen Beginn war ca. 1805.

Zu dieser Zeit entwickelten sich verschiedene Theorien über die Welt. Den Vorzug gab man Darwins Theorie über die Entstehung der Arten. Warum gab man Darwin den Vorzug? Natürlich gab es noch viele andere Theorien, doch Darwins Theorie passte am besten zum Zeitgeist und wurde daher schnell populär. Zur falschen Zeit eine gute schlüssige Theorie bringt nicht viel, was hätten die Neandertaler mit der Relativitätstheorie anfangen können.

evolution2.jpg

Der Darwinismus und die freie Interpretation
Theorien sind meist generell frei interpretierbar, der Darwinismus ist nicht zwangsläufig an eine bestimmte politische Ideologie gekoppelt, aber der Mensch biegt sich Theorien so zurecht damit sie für das eigene egoistische Ziel passen, siehe Religionen und deren negative Auswirkungen. Wird die Theorie manifestiert, wird sie zu einem späteren Zeitpunkt als absolute Wahrheit gesehen.
So entstand mit Hilfe der Eugenik und Rassisten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts basierend auf den Erkenntnissen der Evolutionstheorie, um ihre Forderungen als wissenschaftlich fundiert darzustellen – der Sozialdarwinismus. In Deutschland war es der Zoologe Ernst Haeckel der die späteren Grundlagen für den Nationalsozialismus schaffte. Was der Sozialdarwinismus in Europa anrichtete ist jedem bekannt. Heute ist der Sozialdarwinismus ein Wesensmerkmal des Rechtsextremismus, was aber nicht ganz stimmt. Sicher kann man der Wirtschaft keinen “Rassismus” vorwerfen, doch der Sozialdarwinismus gekoppelt mit wirtschaftlichen Interessen ist wieder aktuell.  

Der Sozialdarwinismus ist und war die Grundlage bestimmten Denkens bis in unsere heutige Zeit
Hier ein paar Beispiele zum wirtschaftlichen Sozialdarwinismus: Das Recht des Stärkeren, der Mensch bzw. die Arbeitsleistung als Wirtschaftsgut, Schmarotzertum … Dadurch sind die geflügelten Worte um Ungerechtigkeit zu ethisch und moralisch positiven Eigenschaften umzuwandeln entstanden: Chancengleichheit, Wirtschaftsfaktor Mensch, Wirtschaftsfaktor Natur, Sozialschmarotzer,  usw.. Das Recht des Stärkeren tritt in der globalen Welt hervor, denn nur die Starken werden im Wettbewerbskampf überleben. Es ist schliesslich ein Prinzip der natürlichen Auslese und somit ein normaler Zustand.

Beispiele für das Recht des Stärkeren
Somit werden zum Beispiel allgemeine Ressourcen von der Grossindustrie monopolisiert, das Trinkwasser. Trinkwasser wird 2020 vermutlich keine der Menschheit freie zugängliche Ressource darstellen. Moralisch und ethisch abgedeckt über den freien Wettbewerb, der Gruppenzugehörigkeit (Recht des Stärkeren) und komplexe unüberschaubare Vernetzung von Regelwerken.

Beispiele sind heute schon in den USA zu finden, wo die Firma Nestle die Ressource Wasser zu Profit macht. Die Gratisnutzung einer Wasserquelle am Lake Michigan provoziert den Widerstand der Bevölkerung gegen Nestlé. Am Lake Michigan füllt Nestlé jährlich eine Milliarde Liter Seewasser ab und verkauft es als «Ice Mountain Water». Nestlé bezahlt dafür keinen Dollar. Die Region reagiert nun mit Klagen und Boykotten. Der Konzern reagiert gelassen.
Mit siebzehn Prozent Weltmarktanteil steht der Schweizer Lebensmittelkonzern an erster Stelle in Sachen Wasser und setzte damit letztes Jahr 7,7 Milliarden Franken um. Der Konzern hält 77 Wassermarken und füllt seine Plastikflaschen an 107 Orten weltweit ab. Und alle ExpertInnen sind sich einig: Das Geschäft mit Wasser hat erst begonnen. (Die Quellenschlucker vom Genfersee)
 
Erwähnenswert auch die Firma Monsanto.
monsanto.gifDiese Firma stellt unter anderem Süßstoffe, Pestizide, Herbizide und gentechnisch verändertes Saatgut her. Das Unternehmen hatte im Geschäftsjahr 2007 bei einem Umsatz von 8,6 Milliarden US-Dollar einen Nettogewinn von 993 Millionen US-Dollar. Während des Vietnamkriegs, war Monsanto ein wichtiger Lieferant des als chemischer Kampfstoff klassifizierten und mit Dioxinen kontaminierten Herbizids „Agent Orange“.
Seit 1999 kaufte Monsanto für mehr als 13 Milliarden US-Dollar überall auf der Welt Saatgutfirmen. 2005 übernahm Monsanto den kalifornischen Produzenten von Obst- und Gemüsesaatgut Seminis für 1,4 Milliarden US-Dollar. Monsanto ist mit mehr als vier Milliarden Euro Umsatz nach DuPont der zweitgrößte Saatgutanbieter weltweit und mit 90 Prozent Marktanteil der größte Anbieter von Gentech-Saatgut. In den USA erwarb Monsanto seit 1980 bedeutende Patente auf gentechnische Methoden und Gene – ein Vorgang, der von Kritikern polemisch als Biopiraterie bezeichnet wird.

 Selbstregulierende Verantwortung der Industrie für die Gesellschaft?
Ein netter Gedanke, ein Glaubenssatz an das Gute im Menschen, doch wir wissen:  “So ist es nunmal nicht”. Die Realität sieht so aus: Unter dem Markennamen Posilac vertreibt Monsanto ein Wachstumshormon zur Steigerung der Milchleistung von Rindern (Recombinant Bovine Somatotropin – rBST), das (unter anderem) die Wahrscheinlichkeit von Euterentzündungen erhöht und dadurch den verstärkten Einsatz von Antibiotika erfordert. Weiterhin besteht der Verdacht, dass Rückstände in der Kuhmilch auch beim Menschen gesundheitliche Schäden verursachen können. Als die beiden Fox-Journalisten Steve Wilson und Jane Akre 1996 davon berichten wollten, beugte sich ihr Arbeitgeber Fox13 dem starken Druck von Monsanto, hielt die unter Aufsicht von Monsantos Anwälten zwischenzeitlich 83-fach korrigierte, jedoch ursprünglich Monsanto-kritische Reportage unter Verschluss und entliess die beiden Reporter schließlich. (Quelle: Wikipedia)

Wir erforschen, erfassen, verwalten unseren Planeten wie eine Ware
vermessen.jpgEin weitere interessante Vorgehensweise ist die Erfassung des Planeten und aller Lebewesen, es wird jedes kleinste Detail erforscht, erfasst und verwaltet und die Statistik wiederum so angepasst damit sie perfekt in das vorherrschende Weltbild integriert werden kann.  Beim Warenkorb “Natur” wird geplündert und wer nichts leistet (Arbeitskraft), hat auch keinen erarbeiteten Platz auf diesen Planeten. Der Mensch verwaltet sich zusätzlich selbst über ein sehr komplexes Verwaltungssystem und wenn es zu komplex wird, dann schafft er ein neues (erstmal einfacheres) um das alte zu verwalten. Es werden Tiere Sender eingepflanzt um deren Bewegungsprofile darstellen zu können, warum und weshalb das Tier frisst, um welche Zeit, wann es sich paart. Der Mensch macht mit seinesgleichen ebenfalls das gleiche und man könnte eine Sammelwut von Informationen dahinter vermuten. Es werden riesige Maschinen um das kleinste gebaut (CERN) um den Anfang zu entschlüsseln. Doch was bringt es, wenn ich den Honig molekular beschreiben kann, aber noch nicht mal einen Löffel davon gegessen habe. Ein Perpetuum Mobile der Datensucht und eine exponentielle Vervielfachung des Komplexen. Wer verwaltet den Datenmüll? Wie viel Energie wird aufgewendet um diesen Datenmüll zu verwalten und in welchem Verhältnis steht die benötige Energie zum Verwaltungsaufwand. 

Die Realität zeigt, das der grösste Teil von Moral und Ethik durch Wirtschaft und Politik geprägt und hinterher diktiert werden. Früher waren es Fürsten, Könige, Kaiser, Päpste – simpel gesagt – es waren jene, die an der Macht waren. Der Sozialdarwinismus ist wieder konform, nur diesmal in einem anderen Gewand, die Folgen vereinfacht und übertrieben dargestellt; wie viel ist unser Planet wert, wie viel ist der Mensch wert und wie kann man es wirtschaftlich nutzen und maximalen Profit erwirtschaften.
Eine der interessanten Aussagen zum Thema “natürliche Ressourcen” traf ein Professor über die neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten zur Ausbeutung in der Tiefsee. “Er hoffe, dass sich in der Tiefsee nicht das gleiche wiederholt, was  der Mensch an der Oberfläche angerichtet hat”. Ich behaupte, es wird sich definitiv wiederholen und sogar noch gravierender. 

Vor Neuseeland sind zum Beispiel deutsche, neuseeländische und amerikanische Forscher auf der Suche nach wertvollen Mineralien. Mit dem modernsten Tauchroboter der Welt erkunden sie ein Gebiet, in dem Gold, Kupfer und andere Metalle lagern – die Erzminen der Zukunft. Der französische Erdöl-Konzern Total setzt schon seit Jahren auf die Ölreserven vor der Küste Angolas, die von schwimmenden Fabriken aus 1.400 Metern Tiefe gepumpt werden. Die Reichtümer der Tiefsee machen aus dem westafrikanischen Staat ein neues Eldorado und sorgen dafür, dass sich die militärische Präsenz der USA immer weiter verstärkt. Und mitten im Pazifik suchen deutsche Regierungsbeamte nach riesigen Feldern von Manganknollen.
Denn oft ist unklar, wem die Bodenschätze aus der Tiefe eigentlich gehören. Grenzverläufe existieren auf hoher See nicht und selbst in Küstennähe sind die Grenzen häufig umstritten. Es drohen politische Konflikte, internationale Machtverschiebungen und Umweltschäden in einem Gebiet, über das nur wenig bekannt ist.

Die Tendenz in die Zukunft
Doch je mehr die Tendenz zur oberflächlichen Verwaltung und statistischen Erfassen unseres Planeten fortschreitet, desto mehr entfernen wir uns vom wirklichen Leben.  Die “Matrix” (Film) entsteht nicht durch Maschinen, sondern durch unser eigenes Denken. Denn wer denkt ist nie da wo er gerade ist. Der Urkeim von Moral und Ethik ist kein Gedankenkonstrukt, bzw. kein theoretisches Konstrukt des rationalen Verstandes, sondern liegt im Hier und Jetzt ohne Denken. (Bei diesem Satz tun sich sicher einige sehr schwer)
Solange wir nur ausschliesslich denken und dieses als reale Welt und das Selbst wahrnehmen, solange sind die Chancen auf eine positive Veränderung sehr minimal. Kurz vor dem kollabieren des gesamten Systems werden wir erkennen, das unser stetiges Denken und dorthin gebracht hat. 
So wird auch der Goldrausch in der Tiefsee in der Zukunft aufzeigen, ob sich der Mensch, beim plündern der gesamten Ressourcen des Planeten weiterentwickelt hat und erkennt welchen Schaden er anrichten wird.

Gedankenbrei als Ursache?
Ein Hauptproblem scheint das unkontrollierte logische Denken zu sein – die theoretischen Gedankenmodelle – zu jeder Zeit und Ort haben sich komplexe Modelle entwickelt. Es ist scheint immer nur das interessant zu sein, über das was wir nachdenken können. Gefühle werde dabei ausgeschlossen – denn Gefühle sind nicht berechenbar und zuverlässig wie eine mathematische Formel. Das ist das wesentliche Zeichen der westlichen Welt und diese westliche Zivilisations Formel wird in alle Welt exportiert mit seinen grossen Nachteilen. Die Welt wird westlich uniformiert und zum guten Schluss haben alle die gleiche westliche Einheitskultur. Monokultur statt Vielfalt. Dadurch kommt es zu einer extremen Beschleunigung der westliche geprägten Denkkultur, Wirtschafts–Philosophie und Lebensweise. Diese führt zu einer schnelleren Wachstumsrate der wirtschaftlichen Ausbeutung bis zum kollabieren des gesamten Systems.

Wie wir es bei unseren Computern kennen, gibt es, wenn wir zum Beispiel die maximale Naturzerstörung erreicht haben einen Neustart. Historisch gesehen gab es bei den alten Hochkulturen diesen Reset. Natürlich wurden zu früheren Zeiten diese lokalen Resets meist durch Naturereignisse herbeigeführt. Die Hochkulturen existieren alle heute bekanntermassen nicht mehr und haben ihr angesammeltes Wissen zum grossen Teil verloren. Die maximale Komplexität unserer Welt ist gleichzeitig auch die maximale Entfernung des Menschen von der Natur oder nennen wir es das Göttliche von dem er abstammt. Nur heute wirkt sich der Schaden auf die Welt globaler aus und nicht wie früher lokal.

Oder anders ausgedrückt:
Ich denke, also bin ich (René Descartes) – in Wirklichkeit ist es aber so: Ich denke, also denke ich. Nicht mehr und nicht weniger.

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Thema: Ansichten, Die Welt, Philosophische Betrachtungen, Unsere Gesellschaft | Kommentare (1) | Autor: seeblog

Seeblog wieder online

Donnerstag, 23. April 2009 12:30

prax.gifAuf Wunsch vieler – nun ist der SEEBLOG wieder online mit allen Artikeln!

Freut Euch …

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Thema: Ansichten | Kommentare (9) | Autor: seeblog

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