Beitrags-Archiv für die Kategory 'Die Welt'

Griechenland, Spekulanten und Politiker

Sonntag, 2. Mai 2010 12:28

Griechenland kurz vor dem Bankrott. Spekulanten und Investoren sahnen wie üblich ab. Politiker reden lieber, als dass sie handeln: über Banker-Boni, Bad-Banks und über die eigenen desolaten Staatsfinanzen.

Das nennt man strafrechtlich Fahrlässigkeit. Was sich in den vergangenen Tagen ereignete, ist nichts anderes als die Kapitulation der Politik vor den Finanzmärkten. Fallen die Kurse für Staatsanleihen dramatisch, knicken die Regierungen ein.

Alle Prinzipien werden dann über Bord geworfen. Niemand redet mehr über die „No-Bailout-Klausel“, mit der sich einst vor allem Deutschland davor schützen wollte, für die Staatsschulden anderer Staaten einstehen zu müssen. Niemand wagt es, die Banken und Hedgefonds an der Last zu beteiligen.
Erneut müssen die Steuerzahler mit Milliarden ins Risiko gehen – sonst droht der nächste Flächenbrand. Denn Portugal, Spanien und Italien stehen schon startbereit am Abgrund und die europäischen Banken gleich mit. Dass die Finanzmärkte der Politik ihr Handeln quasi diktieren, liegt nicht an bösen Spekulanten – die Grundursache sind die Politiker. Wurde seitens der Politiker etwas dagegen getan – NEIN. Also ist die Spielwiese der Spekulation ein ganz legales Instrument der Finanzwirtschaft und solange das so ist, wird sich nichts verändern.

Schulden machen - Probleme, die längst erkannt wurden, werden ignoriert. “Der Markt gehört reguliert” – so das Politikergeschwätz von gestern. Diesmal können die Politiker nicht sagen, sie hätten von all dem nichts gewusst. Die griechische Pleite war angesagt: „Wir haben schon kurz nach der Lehman-Pleite davor gewarnt, dass die Situation unkontrollierbar werden könnte“, sagt ein hochrangiger Notenbanker.

Nun ist das Problem da, es heisst: “Es geht um die Stabilität des Euro”. Was wird sich ändern?

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Thema: Die Welt, Finanzkrise | Kommentare (0) | Autor: seeblog

Standard & Poors – die Brandbeschleuniger

Mittwoch, 28. April 2010 21:44

Mit heißer Nadel stricken die Medien Geschichten zusammen, um die Aufregung anzuheizen. Doch auch von anderer Seite wird kräftig Öl ins Feuer gegossen.
Es ist durchaus fragwürdig, ob das Timing glücklich gewählt ist. Standard & Poors hat Griechenland auf BB+, also auf den „Ramsch-Status” herabgestuft. Kein Wunder, den USA behagte der Euro noch nie. Gute Gelegenheit, dem Euro einen Schlag zu versetzen. Noch halten die beiden Konkurrenten Moody’s und Fitch still. Doch wenn sie bei Griechenland nachziehen und dessen Staatsschulden ebenfalls zurücksetzen, wird an den Finanzmärkten die Hölle ausbrechen – das gleichlautende Urteil zweier Agenturen wiegt bei Banken und Finanzunternehmen schwer genug.

Nichts als eine gut geplante Kampagne, den Dollar zu stärken. Optimal wurde das Rating gesetzt – das hat eine Wirkung wie ein Brandbeschleuniger.
So könnte sich das Problem für Griechenland noch verschärfen, weil bei einer starken Herabstufung institutionelle Investoren wie Versicherer oder Pensionskassen Anleihen des Landes nicht mehr in ihren Depots halten dürfen. “S&P muss sich den Vorwurf gefallen lassen, in einem illiquiden Markt diese Prozesse noch verschärft zu haben.

Die Geschichte der Ratingagenturen ist gespickt mit Niederlagen und Merkwürdigkeiten. Diese Spezialunternehmen haben die Finanzkrise mit ebenso dummen wie dramatischen Fehleinschätzungen überhaupt erst möglich gemacht.

Die amerikanischen Investmentbanken
Die Probleme der Euro-Länder mit Griechenland sind künstlich aufgeblasen. Die vorübergehende Euro-Schwäche beruht auf Ablenkungsmanövern. Fraglos haben auch amerikanische Investmentbanken zum eigenen Vorteil kräftig dazu beigetragen, die Schulden Griechenlands hochzutreiben und daran zu verdienen. In welchem Umfang sie dabei geholfen haben, die Zahlen des griechischen Staatshaushalts zu frisieren, bleibt einstweilen der Spekulation überlassen. Auf jeden Fall werden sie an der Restrukturierung der Schulden, beginnend schon in diesem April, wieder tüchtig mitverdienen, obendrein wohl auch an den Euro-Dollar-Währungsturbulenzen.

Im schlimmsten Fall lösen sie einen Dominoeffekt an den Finanzbörsen aus, wenn die Staatspleite kommt. Portugal und Spanien sind die nächsten Wackelkanditaten für den Euro. Immerhin werden - wie gehabt - durch kurzfristiges Denken kurzfristig hohe Gewinne erzielt.

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Thema: Die Welt, Finanzkrise | Kommentare (0) | Autor: seeblog

UBS und Credit Suisse finanzieren Ölsand-Geschäft mit über drei Milliarden US-Dollar

Mittwoch, 7. April 2010 22:37

Es werden hunderte Kilometer Urwald in Kanada gerodet, um aus Sand Öl zu fördern - eine der weltweit grössten Umweltzerstörungen. Insgesamt 3362 Millionen US-Dollar haben die Schweizer Grossbanken Credit Suisse und UBS in Ölsand-Firmen investiert. Dies hat die renommierte Finanzberatungsfirma Profundo in einer Studie berechnet.

Profundo-Studienleiter Jan Willem van Gelder sagt: «Ohne die Finanzierung durch Credit Suisse und UBS wäre es für Ölsand-Firmen massiv schwieriger, ihr Geschäft zu finanzieren.» Seit 2004 hat die Credit Suisse 2790 Millionen US-Dollar mit Krediten und Aktien angelegt. Die UBS ist mit 572 Millionen US-Dollar in entsprechenden Aktienfonds involviert.

Die Kunden sind Schuld – das UBS-Gewissen ist rein (denn wir benutzten es nie).
Die UBS sagt, ihre Kunden und nicht die UBS selbst hätten in Ölsand- Fonds investiert. «Deshalb ist es falsch, die UBS für die in der Studie aufgeführten Umweltprobleme verantwortlich zu machen.» Leider hat die UBS auch recht: Der hohe Ölpreis lässt die Gewinne bei den kanadischen Ölsand-Verarbeitern sprudeln. Wie Anleger die Kurschancen nutzen (siehe Focus: Ölsand – besser als Arabien). Typisch Mensch – Gier frisst Verstand.

Schweizer Fernsehen: Abholzung in Kanada im Namen der UBS und CS

Bericht über die CS als PDF in Englisch von 2006: Involvement of Credit Suisse in the global mining and oil & gas sectors

Bericht über Palmöl Gewinnung als PDF in Englisch von 2002: The Risks of Financing Forest Conversion

Profundo

Kanada: [Mit Video!] Greenpeace Fördermitglied und Energieberater Ralf Ortmann war persönlich vor Ort um sich u. a. von dem Ausmaß an Umweltverschmutzung durch Ölfelder in Fort McMurray zu informieren

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Thema: Die Welt | Kommentare (1) | Autor: seeblog

Artenschutz – Gier frisst Verstand

Freitag, 19. März 2010 22:51

Japan sieht Sushi bedroht – nicht den Thunfisch. Die Artenschutzkonferenz in Doha wird für Natur- und Umweltschützer mehr und mehr zur Farce. In Katar haben die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens am Donnerstag gegen ein Handelsverbot für Eisbären und Roten Thunfisch gestimmt. Bei der Abstimmung auf dem Treffen der Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens Cites in Doha stimmten 68 Länder gegen den Vorschlag Monacos, den Roten Thunfisch auf die Liste der besonders bedrohten Tierarten zu setzen. Der Grund für Monacos Vorstoss: In den letzten zwei-drei Jahrzehnten hat rücksichtslose Überfischung die Bestände laut Internationaler Kommission zum Schutz des Thunfischs (ICCAT) um 85 bis 90 Prozent dezimiert. Auch der internationale Handel mit Eisbären bleibt unter Auflagen erlaubt.

Damit dürfte für beide Arten das Todesurteil gesprochen worden sein.

Besonders dramatisch ist die Lage für den Roten Thunfisch, der vielen unter der Bezeichnung Blauflossen-Thunfisch und als Sushi bekannt ist. Vor allem durch Protest japanischer Sushi-Esser. Nicht nur die Japaner halten einen fragwürdigen Weltrekord: Kein anderes Volk der Erde verspeist mehr Thunfische pro Jahr (450.000 Tonnen Thunfisch). Auch Frankreich verdient an diesem System: Kein anderes Land exportiert so viel Thunfisch. 78 Prozent des weltweiten Fangs an Thunfisch landet auf japanischen Tellern. Umweltschützer gehen davon aus, dass die Bestände in wenigen Jahren dramatisch zurückgehen werden und der Thunfisch ausstirbt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Konsumgesellschaft könnte es daher passieren, dass die Menschheit einen wichtigen Speisefisch so lange isst, bis nichts mehr von seiner Art übrig ist. Knapp 80 Prozent der Bestände im Mittelmeer sind abgefischt. Um die verbliebenen Tiere kämpfen die Fischerei-Nationen mit immer größeren Spezialschiffen, mit Radarüberwachung und Flugzeugaufklärung.

Was wird logischerweise passieren?
Die Ware wird sich verteuern. Die Japaner werden als Ausgleich zum verstärkten Fang in den Pazifik ausrücken und diesen leer fischen. Eine der wirtschaftlichen Lösungen dagegen wäre: “Exocet-MM38-Lenkrakete“, das sollte ausreichen. (Anm.: Natürlich ist das keine gute Lösung, da dieses Handeln wiederum andere Konsequenzen haben wird  – aber zumindest wäre es eine). Also, versenkt die Japaner.

Man muss aber keine schlechtes Gewissen haben, weiterhin Thunfisch zu essen, denn der Thunfisch kommt ja nicht aus dem Meer, sondern bekanntermassen aus der Dose. Wieso die ganze Aufregung? Noch kein Kandidat für die Rote Liste in Katar ist der weisse Thunfisch, der vor allem in Konservendosen in unsere Supermärkte kommt und anschließend in der Spaghetti-Sosse, auf der Pizza oder im Salat beim Italiener an der Ecke landet.

Auch der Schutz von Hai-Arten wird abgelehnt. Beim Tiger hat die internationale Gemeinschaft bereits versagt. Nur 3200 dieser Raubkatzen leben noch in freier Wildbahn. Drei Unterarten gelten als ausgestorben. Die Chinesen züchten mittlerweile Tiger für ihre Potenzmittel. Naja – was soll man über die Chinesen überhaupt noch schreiben, sie gehen mit den eigenen Landsleuten auch nicht besser um. So gesehen, geht es dem einfachen Chinesen nicht besser als den Tieren in China, nur, dass er nicht gegessen oder als Potenzmittel verarbeitet wird.

In einer Chinesischen Zuchtfarm vegetieren 1500 Tiger. (BZ)
Tiger aus NRW zu Potenzmittel verarbeitet? (Focus)

PEKING, März 2010. Im Skandal um den Hungertod von mindestens elf Sibirischen Tigern gibt es neue Vorwürfe gegen die Betreiber des chinesischen Zoos. Wie die Zeitung “Beijing News” berichtete, sollen aus den Knochen der toten Tiere Potenzmittel hergestellt worden sein.(AFP)

Wie gehabt und nichts Neues: Bei Wirtschaftsinteressen muss der Artenschutz  hinten anstehen, aber nicht nur der, auch der Mensch. Nettes Wort: “Wirtschaftsinteressen” sollte wohl heissen “Gier frisst Verstand”.

Diese Arten stehen unter besonderen Schutz:
Bei speziellen Arten klappt immerhin der Artenschutz, obwohl diese nicht vom Aussterben bedroht sind, im Gegenteil. Diese Artenvielfalt ist in vielen politischen Einrichtungen anzutreffen: “Der schleimige Sesselkleber” oder die “Dumm-dreiste Sprachtüte”, im Finanzbereich der “Gemeine Millionenverzocker”, der weltweit verbreitete “Menschliche Mastdarmkriecher” und der im Wirtschaftsbereich anzutreffende “Gierige Dummhirnler” oder auch “Gieriger Volksparasit” genannt. Nicht zu vergessen die bekannte “Aalglatte Worthülse”, die “Geflügelte Amnesie” und die vielen Arten, die in Paralleluniversen zuhause sind. Die Aufzählung ist nicht als abschliessend zu verstehen. ;-)

Was bedeutet das nun?
Leer und voll hängen im Gegensatz zueinander ab. Wenn das Meer leergefischt ist, hängt das von der Gegensätzlichkeit der Wahrnehmung der Dinge und dem Ausblenden der Konsequenzen des Tuns ab. Ab diesem Moment ist die Erkenntnis das Ergebnis der Vergangenheit. Der Mensch schafft sich selbst diese Umstände und wird wiederum auf den Umstand, dass ihm eine Nahrungsquelle abhanden gekommen ist, mit Gegenmassnahmen beginnen. Diese sind konsequenterweise nicht durchdacht und verursachen dadurch wiederum neue Probleme. Da der Mensch seit Jahrtausenden aus diesem Verfahren nichts gelernt hat, wird es einfach so weitergehen wie bisher.
Warum lernt der Mensch nicht daraus? Weil er den Bezug bzw. die Gegensätzlichkeit der Dualität als gegeben ansieht und nicht erkennt, dass er die Gegensätzlichkeiten selbst schafft. (siehe “Die Kunst zu leben im Nichts …“)

Die Welt gleicht einem Kahlköpfigen, der eine Perücke anlegt.

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Thema: Die Welt, Unsere Gesellschaft | Kommentare (1) | Autor: seeblog

Die Bombenbauanleitung – Statistik

Samstag, 20. Februar 2010 1:05

So, nun hat die Bombenbauanleitung vom 25. September 2007 den 200.000 Besucher, wobei 95% der Besucher aus Deutschland sind. Deutschland scheint ein Pulverfass zu sein. ;-)
Sollte das zum Nachdenken anregen? Gibt es tatsächlich so viele unzufriedene Bürger? Vielleicht sollte man eine Umfrage starten, wofür die Besucher die Bomben bauen wollen. In den letzten Jahren ist ja keine Bombe hochgegangen in Deutschland – also nur reines Interesse, wie es technisch geht? Aktueller wäre sicher eine Anleitung zum Amoklauf oder noch besser: Warum Frauen einfach nicht Amoklaufen können (Geschlechterforschung). Lesenswert!

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Thema: Die Welt, Unsere Gesellschaft | Kommentare (0) | Autor: seeblog

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