Sturm am Untersee 12.07.2010

Gestern um 18:30 Uhr ging der Sturm am Untersee los,eine grosse Gewitterfront war bei Zürich, Winterthur bis zu den Alpen und eine zog über den Schwarzwald. Der Bodensee und Untersee waren in der Zange von den beiden Fronten, dadurch entstand ein Düseneffekt mit hohen Windgeschwindigkeiten. Trotzdem war die Windstärke nicht eklatant höher, als bei anderen Gewittern oder Kaltfronten.

Wie schnell man kentern kann und welche Probleme dabei entstehen, kann man bei den folgenden Bildern sehen. Wobei ich auch nicht dachte, dass eine Fischergondel so schnell kentern kann. Das Segelboot und das Polizeiboot hatten mir der Rettung nichts zu tun.

Sommerzeit – Lärmzeit am See

Ich dachte immer es wäre ein Vorurteil der Thurgauer gegenüber Züricher, das jene ziemlich unangenehm sind. Mittlerweile kann ich die Thurgauer Aversie gegen die ZH sehr gut verstehen. Hier am See sind es interessanterweise meist die Züricher, die sich sehr bemühen sich möglichst rücksichtslos zu benehmen und maximalen Lärm zu erzeugen. Natürlich nicht alle, das kann man sicher nicht pauschalisieren.

Aha, deshalb sind sie so unbeliebt.

Wie kommt das? Vermutlich macht der Lärm in der grossen Stadt die Leute taub und durch die Anonymität lässt es sich besonders gut den Ego ausleben, daher grosse Probleme mit der Wahrnehmung – besonders gegenüber Einheimischen. Deshalb gibt es wohl eine grosse Diskrepanz zwischen Stadtbewohner und Landbewohner.

Der Zürcher kommt, lässt die Sau raus und verschwindet dann wieder und erzählt dann vermutlich daheim, wie schön ruhig es am See war. Lärmschutz an der Westumfahrung Zürich? Auch hier bräuchte man so eine Umfahrung Untersee/Bodensee.

Das ist in Bayern auch nicht so anders, am Chiemsee oder anderen bayrischen Seen sind die Münchner (die ja keine Bayern sind, sondern Münchner) äusserst unbeliebt.

Gut das dies nur 2 Monate im Jahr sind – dann ist wieder Ruhe.

Schon 1910 prophezeite Robert Koch: „Eines Tages wird der Mensch den Lärm ebenso unerbittlich bekämpfen müssen, wie die Cholera und die Pest“.

Griechenland, Spekulanten und Politiker

Griechenland kurz vor dem Bankrott. Spekulanten und Investoren sahnen wie üblich ab. Politiker reden lieber, als dass sie handeln: über Banker-Boni, Bad-Banks und über die eigenen desolaten Staatsfinanzen.

Das nennt man strafrechtlich Fahrlässigkeit. Was sich in den vergangenen Tagen ereignete, ist nichts anderes als die Kapitulation der Politik vor den Finanzmärkten. Fallen die Kurse für Staatsanleihen dramatisch, knicken die Regierungen ein.

Alle Prinzipien werden dann über Bord geworfen. Niemand redet mehr über die „No-Bailout-Klausel“, mit der sich einst vor allem Deutschland davor schützen wollte, für die Staatsschulden anderer Staaten einstehen zu müssen. Niemand wagt es, die Banken und Hedgefonds an der Last zu beteiligen.
Erneut müssen die Steuerzahler mit Milliarden ins Risiko gehen – sonst droht der nächste Flächenbrand. Denn Portugal, Spanien und Italien stehen schon startbereit am Abgrund und die europäischen Banken gleich mit. Dass die Finanzmärkte der Politik ihr Handeln quasi diktieren, liegt nicht an bösen Spekulanten – die Grundursache sind die Politiker. Wurde seitens der Politiker etwas dagegen getan – NEIN. Also ist die Spielwiese der Spekulation ein ganz legales Instrument der Finanzwirtschaft und solange das so ist, wird sich nichts verändern.

Schulden machen – Probleme, die längst erkannt wurden, werden ignoriert. „Der Markt gehört reguliert“ – so das Politikergeschwätz von gestern. Diesmal können die Politiker nicht sagen, sie hätten von all dem nichts gewusst. Die griechische Pleite war angesagt: „Wir haben schon kurz nach der Lehman-Pleite davor gewarnt, dass die Situation unkontrollierbar werden könnte“, sagt ein hochrangiger Notenbanker.

Nun ist das Problem da, es heisst: „Es geht um die Stabilität des Euro“. Was wird sich ändern?

Standard & Poors – die Brandbeschleuniger

Mit heißer Nadel stricken die Medien Geschichten zusammen, um die Aufregung anzuheizen. Doch auch von anderer Seite wird kräftig Öl ins Feuer gegossen.
Es ist durchaus fragwürdig, ob das Timing glücklich gewählt ist. Standard & Poors hat Griechenland auf BB+, also auf den „Ramsch-Status“ herabgestuft. Kein Wunder, den USA behagte der Euro noch nie. Gute Gelegenheit, dem Euro einen Schlag zu versetzen. Noch halten die beiden Konkurrenten Moody’s und Fitch still. Doch wenn sie bei Griechenland nachziehen und dessen Staatsschulden ebenfalls zurücksetzen, wird an den Finanzmärkten die Hölle ausbrechen – das gleichlautende Urteil zweier Agenturen wiegt bei Banken und Finanzunternehmen schwer genug.

Nichts als eine gut geplante Kampagne, den Dollar zu stärken. Optimal wurde das Rating gesetzt – das hat eine Wirkung wie ein Brandbeschleuniger.
So könnte sich das Problem für Griechenland noch verschärfen, weil bei einer starken Herabstufung institutionelle Investoren wie Versicherer oder Pensionskassen Anleihen des Landes nicht mehr in ihren Depots halten dürfen. „S&P muss sich den Vorwurf gefallen lassen, in einem illiquiden Markt diese Prozesse noch verschärft zu haben.

Die Geschichte der Ratingagenturen ist gespickt mit Niederlagen und Merkwürdigkeiten. Diese Spezialunternehmen haben die Finanzkrise mit ebenso dummen wie dramatischen Fehleinschätzungen überhaupt erst möglich gemacht.

Die amerikanischen Investmentbanken
Die Probleme der Euro-Länder mit Griechenland sind künstlich aufgeblasen. Die vorübergehende Euro-Schwäche beruht auf Ablenkungsmanövern. Fraglos haben auch amerikanische Investmentbanken zum eigenen Vorteil kräftig dazu beigetragen, die Schulden Griechenlands hochzutreiben und daran zu verdienen. In welchem Umfang sie dabei geholfen haben, die Zahlen des griechischen Staatshaushalts zu frisieren, bleibt einstweilen der Spekulation überlassen. Auf jeden Fall werden sie an der Restrukturierung der Schulden, beginnend schon in diesem April, wieder tüchtig mitverdienen, obendrein wohl auch an den Euro-Dollar-Währungsturbulenzen.

Im schlimmsten Fall lösen sie einen Dominoeffekt an den Finanzbörsen aus, wenn die Staatspleite kommt. Portugal und Spanien sind die nächsten Wackelkanditaten für den Euro. Immerhin werden – wie gehabt – durch kurzfristiges Denken kurzfristig hohe Gewinne erzielt.

Der Fall Kaczynski

Es ist wohl so – ein tragischer Tod versöhnt besonders. Lech Kaczynski, der verunglückte polnische Präsident, war durch seine populistisch-konservative Politik bei seinen Landsleuten alles andere als unumstritten. Der Wille zum Ausgleich ging ihm gänzlich ab. Statt die weltanschaulichen Lager zu versöhnen, versuchte er sie gegeneinander auszuspielen. Die Mehrheit der Polen aber schätzte Kaczynskis im positiven Sinne unprofessionelle, ungekünstelte Menschlichkeit – und seine Ehrlichkeit. Dennoch, seine Wiederwahl für eine zweite Amtszeit bei den Präsidentenwahlen im kommenden Herbst erschien laut Umfragen so gut wie ausgeschlossen.

Nun startet die grosse Heuchelei
Kondolenzbotschaft um Kondolenzbotschaft aus dem Aus- und aus dem Inland – gerade auch von Kaczynskis politischen Gegnern. Trauer als Imageträger. US-Präsident Barack Obama telefonierte mit Tusk. „Der heutige Verlust ist verheerend für Polen, die USA und die Welt“, hieß es in einer schriftlichen Erklärung Obamas. Was bitte ist verheerend? Einer, den keiner mochte, ist nicht mehr unter uns? Leben wir nur noch in einer Welt von Heuchelei und Medieninteresse. In Europa hatte kaum ein polnischer Politiker in den letzten Jahren für so viele Kontroversen gesorgt wie der 1949 in Warschau geborene Lech Kaczynski. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Jaroslaw, dem konservativen Oppositionschef, wollte Lech das Land moralisch erneuern, den Traum einer national-katholischen Wiedergeburt Polens in der sogenannten „Vierten Republik“ realisieren.

Nun eint Lech Kaczynski Europa in einem Ozean aus Teelichtern, ein Tod auf dem Schlachtfeld der Erinnerung, der Kommandos von Kommentatoren zu schwelgerischen Lobeshymnen anregt. Arme Welt – ein grosser Haufen an Heuchlern. Trotzdem hat der Unfall eine interessante Seite: so nebulös wie seine gesamte Taktik war und der populistische Ruf nach Erinnerung der Toten der Vergangenheit – nun hat es ihn eingeholt. Die „Vierte Republik“ – bei nebligem Wetter vier Landeversuche? Wollte er nicht die Todesstrafe wieder einführen? Nun ist sie vollstreckt!

Heisst es nicht, man trifft sich zweimal im Leben, die ausgleichende Gerechtigkeit?  Im Weltbild der Kaczynskis heiligt der Zweck die Mittel  – richtig! Diesmal ist es passiert. Warum die ganze Heuchelei? Hinter vorgehaltener Hand empfinden viele den Unfall als ausgleichende Gerechtigkeit. Aber das wäre ja im höchsten Sinne unmoralisch, deshalb auch das andere extrem – die Heuchelei – eine normale menschliche Eigenschaft. „The Show must go on“. Und wenn der Fluglotse, wie Verschwörungstheorien munkeln, tatsächlich zuviel Alkohol intus hatte – so war das ein wohlwollendes Schicksal. Was kommt als Nächstes? Sein Bruder wird sich, weil die Bevölkerung es (so wird es sicher publiziert) wünscht, sich als Präsident aufstellen lassen. ;-) … die Welt funktioniert so durchschaubar.

Wenn die Polen trauern, ist das verständlich, aber der Rest ist nur reine Heuchelei.

Walfänger zerstören Hightech-Schiff von Umweltaktivisten

Bevor es vergessen wird, vor 4 Monaten:

Japanische Walfänger haben ein Schiff der Tierschutzorganisation Sea Shepherd in der Antarktis gerammt und schwer beschädigt. Die Aktivisten hatten die Fischer zuvor mit Stinkbomben (damit ist man seitens der Japaner ein Terrorist ?!?) beworfen. Seit Jahren kämpfen sie gegen den Walfang – jetzt sprechen sie von einem „Walkrieg“.

Sydney – Ein japanisches Walfangschiff hat ein Boot der Tierschutzorganisation Sea Shepherd gerammt. Dem 24 Meter langen Schnellboot „Ady Gil“ sei in den eisigen Wassern der Antarktis in der Nähe der Commonwealth-Bucht der Bug abgerissen worden, so dass Wasser eingedrungen sei, teilte die Sea Shepherd Conservation Society mit. Nach der Kollision mit dem japanischen Walfänger drohte das Schnellboot zu sinken, die sechs Aktivisten an Bord wurden gerettet.

Sea Shepherd warf der Besatzung des Walfangschiffs „Shonan Maru 2“ vor, die „Ady Gil“ absichtlich gerammt zu haben. Das Sea Shepherd-Boot habe sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls nicht bewegt, sagte der Erste Maat des Hauptschiffs der Tierschützer, Locky Maclean. „Als sie bemerkten, dass die ‚Shonan Maru 2‘ direkt auf sie zuhielt, versuchten sie, zurückzusteuern, um den Bug wegzubewegen, aber das war zu spät. Die ‚Shonan Maru 2‘ korrigierte ihren Kurs und pflügte direkt über das vordere Ende des Boots.“

Der Zwischenfall war der schwerste der vergangenen Jahre, in denen es immer wieder zu Konfrontationen zwischen japanischen Walfängern und Tierschutzaktivisten gekommen ist. Der japanische Walfang in der Antarktis findet offiziell zu wissenschaftlichen Zwecken statt. Naturschützer und mehrere Mitgliedstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) werfen Japan aber vor, dies nur zum Vorwand für den kommerziellen Walfang zu nehmen. Walfleisch gilt in Japan als Delikatesse.

Deshalb: Spenden für ein Kriegsschiff und versenken der japanischen Walfangflotte! (Das nennt man dann höheres Berufsrisiko für Walfänger)

Japaner nehmen Walfanggegner fest

12.März 2010: Der Prostest gegen Japans Walfang geht vor Gericht weiter: Die japanische Küstenwache hat in Tokio den Umweltschützer Pete Bethune festgenommen. Der „Sea Shepherd“-Aktivist war auf ein Schiff der Walfangflotte geklettert. Im könnten bis zu drei Jahre Haft drohen.

Auch Australien hatte kürzlich Japan gewarnt, man werde vor den Internationalen Gerichtshof ziehen, wenn Japan den Walfang im Südpolarmeer nicht freiwillig aufgibt. Die japanische Walfangflotte tötet jedes Jahr hunderte der Meeressäuger zu „wissenschaftlichen Zwecken“, wie es offiziell heißt. Das ist die Ausnahme, die das Moratorium der Internationalen Walfangkommission von 1986 zulässt. Tierschützer und Regierungen stehen jedoch auf dem Standpunkt, dass die Jagd allein wirtschaftliche Gründe hat.

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