UBS und Crash?

wolfsberg.jpgDie UBS und die Titanic
Passend zum Thema dieses Jahres hat die UBS auf dem Wolfsberg die richtige Skulptur hingestellt. Vermutlich zeigt sie die isolierten Manager der UBS, die in ihrem Elfenbeinturm in alle Richtungen blicken und ziemlich planlos wirken. Schön das Kunst einen Teil der Realität widerspiegelt in der sich die UBS befindet. Natürlich habe ich als kreativer Mensch dieses Kunstwerk erweitert, die obere Figur habe ich ersetzt – um zum Ausdruck zu bringen, was die Bank von den kleinen Anlegern hält. Zwar sehr provokant, aber ich denke es trifft die Sache im Kern.

Noch passender wäre eine Skulptur mit Pferd und Reiter – die Geschichte „Wer auf dem hohen Ross sitzen …“, das Ende der Geschichte kennt jeder.

Die UBS ist die grösste Vermögensverwalterin der Welt – noch.
Gerade vorgestern erinnerte Konzernchef Marcel Rohner die Zuschauer von «10 vor 10» wieder daran: «Wir sind die grösste Vermögensverwalterin der Welt» und die Bundesrätin Leuthard ist zuversichtlich «Die UBS wird nicht untergehen». Sagte man dies nicht auch von der AIT und war die Titanic nicht auch unsinkbar!

Kann man der UBS glauben oder ist es so wie mit Herrn Ackermann der vor 3 Monaten glaubhaft versicherte „Die grössten Schwierigkeiten sind überstanden“. Irgendwie erinnert mich das an die Geschichte mit der Wahrsagekugel: SICHERE UBS-FONDS UM DAMIT MILLIONEN ZU VERLIEREN

Am Montag wurde Merrill Lynch von der Bank of America übernommen, dadurch wird durch diesen Kauf sie zum Riesen in der Vermögensverwaltung. Rund 2000 Milliarden Dollar an Kundengeldern bringt Merrill Lynch in die Partnerschaft ein. Zusammen mit den eigenen Geldern wird die Bank of America gegen 2500 Milliarden Dollar erreichen, also rund 2785 Milliarden Franken. Die UBS verwaltete Ende Juni im Private Banking und im Asset Management 2763 Milliarden Franken.

Die UBS und die Sicherheit der Anlage
Man kennt es ja von den Beratungsgesprächen, sicher ist solange alles bis es nicht mehr sicher ist. Die UBS hat ihre „Absolute Return Bond Fonds“ den risikoscheuen Anlegern als sichere Anlagemöglichkeit verkauft. Die Papiere verloren wegen der US-Hypothekenkrise bereits über 25 Prozent ihres Werts und um einer Klage zu entgehen, hat die Grossbank in den USA unverkäufliche Wertpapiere ähnlicher Machart in Milliardenhöhe zurückgekauft.

Denn von Entschädigungen für die Schweizer Kleinanleger hingegen will die UBS nichts wissen. Mittlerweile hat die Schweizer Grossbank die Unterlagen zum Absolute Return Bond Fonds zwar mit einem Hinweis auf die bestehenden Risiken versehen. Trotzdem schreibt sie noch immer: «Das sehr aktive und flexible Management passt das Portefeuille den aktuellen Markterwartungen an, wobei das Verlustrisiko möglichst gering gehalten wird.» Das üblichen Worthülsengeschwätz der UBS, wichtig sind nur die Wörter: „flexibel, geringes Verlustrisiko“ – wobei „Verlustrisiko möglichst gering gehalten“ ja absolut nicht aussagt. 90% Verlust ist schliesslich kein Totalverlust und somit wurde tatsächlich das Verlustrisiko gering gehalten.

Sicher haben viele Anleger letzte Woche die neue überarbeitete Broschüre „Besondere Risiken im Effektenhandel“ per Post zugeschickt bekommen. Hinterher will sich dann die UBS doch absichern, damit hat sie immerhin auf das Risiko hingewiesen.

Ein Hohn, denn die Realität erzählt etwas ganz anderes: Nach wie vor sind mehr als 20 Prozent des dahinsiechenden UBS-Fonds in maroden US-Hypotheken-Papieren investiert.

Interessant für Kunden der UBS: Facts zur Einlagensicherung der Schweizer Banken und Effektenhändler

Man weiss ja nie, ob man diese Information eines Tages braucht. Rein Spekulativ gesehen – ich könnte mir vorstellen, das der UBS-Aktienkurs bis Ende 2008 bei 8.- Franken liegt.

WORLD WIDE ARTS Resources E-Mail-Lotterie

Dieses Mail bekam ich heute:

World Wide Arts Resources (WWAR)
Head Office
107 WPH Building
Deptford Bridge,
London,
SE13 7QU.
t: + (44) 703 183 0705
f: + (44) 702 567 3870
w: http://wwar.com/

Attn: Sieger,
WORLD WIDE ARTS Ressourcen E-Mail-Lotterie

Dies ist, Ihnen mitzuteilen, dass Ihre E-Mail-Adresse hat gerade gewann die Summe von £ 72.000 (Siebzig-zweitausend britische Pfund) aus dem Jungfernflug Ausgabe des World Wide Arts Resources E-Mail-Lottery-Programm, fand am Samstag, 19. September 2008.

Alle teilnehmenden Künstler dieser E-Mail-Lotterie-Programm ausgewählt wurden zufällig aus unserer Datenbank und zahlreiche World Wide Web-Sites durch Computer erstellen und aus der Nähe von 125000 Galerien, Vereine und Künstler-Datenbank.

FORDERUNGEN Prüfung:

Bitte füllen Sie die erforderlichen Überprüfung untenstehende Formular aus und schicken Sie das ausgefüllte Formular an Ihre Forderungen Officer für sofortige Überweisung der Preis.

Forderungen Anforderungen:

1.Full Name:
2.Adresse:
3.Age:
4.Sex:
5.Phone Nummer:

Forderungen Angebot: Henrik Wilhelmsson
E-Mail: claimsdepartment_wwar@live.com
Telefon: +44 703 188 1512

Herzlichen Glückwunsch noch einmal.
Frau Laura Davenport
Online Co-Koordinator

Logischerweise ein Fake-Mail, daraufhin habe ich dies WORLD WIDE ARTS schriftlich mitgeteilt um auf ihrer Webseite die Künstler zu warnen. Die richtige Adresse ist übrigens in der USA und nicht in England. Hier wird versucht an Daten zu komme scheint mir oder man muss einen gewissen Betrag bezahlen um an den Gewinn zu kommen. Diese Betrügereien gibt es ja überall. Augen auf!
Hier die Antwort auf mein Mail von World Wide Arts Resources:

This email did not originate from us… Thank you for alerting us. I am surprised that the scammer is even able to write correct German.

This is the third time within a week that we have been warned and of course gmail and live.com don’t do a thing!!!!

Thanks.
absolutearts.com

Bevor noch jemand darauf reinfällt. Also Vorsicht liebe Künstler, der Kunstmarkt ist keine soziale Einrichtung!

Hacked By GHoST61 – JackaL

Da hat mich wohl jemand besucht. Als ich gestern im Adminbereich war, prangt dort (Menü Tellerrand) „Hacked By GHoST61 – JackaL“. Da war ich doch sehr überrascht, das jemand soweit gekommen ist. Respekt vor solchen Menschen die so etwas hinbekommen und dann auch keinen Schaden anrichten. Ich habe zu wenig Programmierkenntnisse um so etwas selbst machen zu können.
Ich suchte nach dem Begriff „Hacked By GHoST61 – JackaL“ mit einer bekannte Suchmaschine, die mittlerweile eine Monopolstellung hat und dort fand ich ziemlich viele Seiten die gehackt geworden sind. Seltener deutschsprachige Seiten – dafür aber ziemlich viele Joomlaseiten. WordPress-Blogs waren eher seltener darunter.

Manchmal sind solche Ereignisse ganz gut, um eine nachlässige Sicherheitspolitik aufzuweisen. Ab er dann fängt die Suche im trüben Wasser der Datenbank, Dateistruktur und des Content an.

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Nun beginnt die Suche im trüben Wasser nach dem Backdoor

Immerhin hat der Hacker die Seiten bzw. den Blog nicht zerstört. Vielen Dank! Normalerweise prangt ja direkt auf der Startseite „Hacked By GHoST61 – JackaL“ mit einem netten Bildchen, damit auch jedem Besucher klar ist – hier wurde die Seite gehackt. So sah ich es eher als sportliche Herausforderung an, mich auf die Suche nach der Lücke zu machen.

Fündig wurde ich schon mal in der Datenbank. Dort waren 18 Einträge in der wp_table_statistics_raw und einiges deutete darauf hin, es muss ein Plugin sein.

In die engere Wahl kam das Plugin „Lightbox 2“, dort besteht meines Erachtens die Möglichkeit über JavaScript den Code einzuschleusen. Ich habe einfach die Tabellen wo der Begriff „GHoST61“ stand gelöscht. Danach alle Plugins upgedatet und die .htaccess Sicherheitstechnisch angepasst, die Passwörter geändert (Datenbank) und stärker verschlüsselt. Vermutlich habe ich nicht alle Backdoors geschlossen, aber den Leuten bei Cern ging es mit den Hackern auch nicht viel besser. Sehr beruhigend.

Leider stand der Text immer noch im Adminbereich, also das Verzeichnis durchforstet und siehe da – alle index.php (Templates, wp-admin-Bereich …) waren verändert (über das Veränderungsdatum habe ich es rausgefunden). Die habe ich durch den letzten Backup ersetzt und nun schaut es wieder ziemlich gut aus.

Mal sehen ob mir GHoST61 die nächste Lücke zeigt – solange er nicht meinen ganzen Blog platt macht. ;-)

Er muss ziemlich gut in Übung sein, denn er hat am 11.09.08 ziemlich viele Schweizer Seiten gehackt: WWW Defacements News Flash

Davon mal abgesehen finde ich im Gegensatz zum Hacker gewisse Schnüffeleien von grossen Firmen viel gefährlicher. Dazu gehört mittlerweile auch Google und was fast noch schlimmer anmutet ist, das der Firefox Daten an Google weitergibt. Siehe: Firefox sendet wie Chrome Daten an Google (Heise)

Ich persönlich würde vom Google-Browsers Chrome abgeraten – ausser man will ausgeschnüffelt werden. Dazu schreibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: BSI-Position zu Google-Chrome

Herbstwetter am Untersee

Der Herbst kommt langsam, aber sicher. Am Morgen gibt es schon den ersten Nebel. Hier ein Panoramaphoto vom Untersee, nicht das beste – aber diesen Blick habe ich vom Balkon aus.

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Klick auf das Bild, dann kannst Du es schön in voller Grösse ansehen. Leider ist mein bestes Objektiv schon wieder in der Reparatur bei Canon (Bericht weiter unten – der Fehler 01 und die neuen Fehler nach der Reparatur).

Sind sie ein richtiger Künstler?

Immer die gleichen Fragen. Was macht einen Künstler aus? Wie lebt man als Künstler? Warum ist man Künstler?

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„Man ist Künstler, weil man den Rest der zwei Frühstückseier mit der Gurke neu definieren kann, oder?“

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird „Künstler“ oft im engeren Sinne als Bezeichnung für Bildende Künstler wie Maler, Bildhauer etc. verwendet, während für andere künstlerische Berufe, z. B. Schauspieler, Musiker und Schriftsteller, eigene Berufsbezeichnungen verwendet werden. Oder definiert man Künstler wie Joseph Beuys sagte: “Jeder Mensch ist ein Künstler” oder wie Johann Nepomuk Nestroy “Kunst ist, wenn man’s nicht kann. Denn wenn man’s kann ist es ja keine Kunst mehr …”

Kunst ist sicher ein Bestandteil meines Lebens, doch meine Interessen sind sehr vielseitig und daher gehöre ich zu den kreativen Menschen und nicht zu den Künstlern im eigentlichen Sinn. Ich entwickele mich nicht nur ausschliesslich über die Kunst, sie primär ein Spiegelbild meiner persönlichen Entwicklung als Mensch. Zu meinem Interessen- und Wissensgebiet gehören technische-, gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Entwicklungen, Wissenschaft, Kommunikation und Kultur. Grenzenlose Freiheit empfinde ich als Einschränkung, genauso wie enge Grenzen. Freiheit muss eine Qualität aufweisen und kann dadurch nicht grenzenlos sein, genauso wie eine starre Disziplin den Bewegungsspielraum einschränkt.

Der freischaffende Künstler?
Ein Traum vieler Künstler selbständig durch seine Kunst leben zu können. Für mich wäre das zu einseitig, wie gesagt Kunst ist nur ein Bestandteil des Lebens. Würden mir knifflige IT-, Werbe- und Marketingprojekte fehlen – Aufgaben die klare Grenzen aufweisen – könnte ich meine künstlerische Prozesse nicht optimieren. Kreativität kann ich sehr wohl in Unternehmen und in der Kunst einfliessen lassen. Das ging mir schon in der Ausbildungszeit so, in der Kesselschmiede hatte ich die besten Ideen für grosse Stahlskulpturen und ich beherrschte auch das Handwerk sie perfekt umzusetzen.
Das allgemeine Bild das bei der Künstlern vorherrscht ist dieses, wenn man neben seiner beruflichen Tätigkeit Kunst macht, ist man schnell als Hobbykünstler abgestempelt. Wer will das schon?

Andrerseits habe ich viele “freiberufliche Künstler” kennengelernt, die mit einem extremen wirtschaftlichen Druck kämpfen müssen – “Aber die Freiheit als Künstler ist wichtiger”, so die Aussage vieler Künstler. Mein subjektiver Eindruck aus diesen Bemerkungen: Diese Freiheit ist nur eine gedankliches Konstrukt, wird aber emotional/gefühlsmässig nicht so erlebt – die Lebensqualität ist also nur gedacht und wird nicht erlebt und empfunden. Das gibt aber keiner gerne zu. Doch bei einem tieferen persönlichen Kontakt kommen die Ängste und wirtschaftlichen Widrigkeiten an das Licht.

Das Künstlertum, so mein subjektiver Eindruck, hat sehr enge Grenzen wie sich ein Künstler zu benehmen und zu agieren hat. “Der Künstler muss sich nunmal so benehmen wie man es von einem Künstler erwartet”. Hier wird die vermeintliche Freiheit des Künstlers in ganz klare Rahmenbedingungen des Marktes und der Gesellschaft gepresst. Kurioserweise habe ich oft erlebt, das bei “normalen Arbeitgebern” diese Bedingung – “Ausleben der Kreativität” – machmal um ein vielfaches höher ist als beim Kunstmarkt, natürlich in den festgelegten Grenzen der Firma. Kreativität ist schliesslich nicht nur in der Kunst angesiedelt, sondern überall.

Wer als Künstler angesehen wird, hängt daher auch vom vorherrschenden oder individuellen Kunstbegriff ab. Oft wird Kunst mit Kunstfertigkeit und Inspiration mit Virtuosität gleichgestellt, so dass eine sprachliche Unterscheidung beispielsweise zwischen einem Künstler wie einem Bildhauer oder Musiker einerseits und einem Artisten oder Akrobaten andererseits durchaus hilfreich wäre. Das Problem der fliessenden Grenzen liegt teilweise auch in einer sprachlichen Unschärfe und ist vermutlich ein etymologisches, wenn man Begriffe wie Kochkunst oder Kunststoff reflektiert.

“Das Wort Kunst kommt weder von können, noch von künden, es hat schon existiert, als die Wörter können und künden noch nicht in Gebrauch waren. Kunst hat sich im Altdeutschen aus dem Partizip zum Verb kunnan, das erkennen, wissen, kennen bedeutet, gebildet. Kunnan wiederum ist aus der indogermanischen Wortwurzel (außerhalb Deutschlands wird indogermanisch als indoeuropäisch bezeichnet) gen- bzw. gno- entstanden, dessen Bedeutung wissen, kennen, erkennen war und das sich nicht nur bis ins Altdeutsche durchgesetzt hat, sondern auch im Altgriechischen und Lateinischen und in deren Nachfolgesprachen anzutreffen ist. Ausführlich wird dargestellt, wie sich das altdeutsche Wort kunnan über Jahrhunderte hinweg zu den Begriffen können, kennen, künden, Kunde, kundig, kündigen, ferner Kunst, künstlerisch und künstlich hin entwickelt hat. In dieser Zeit verschob sich die inhaltliche Bedeutung des Wortes kunnan in seiner Wandlung zu können vom ursprünglichen Inhalt wissen immer stärker zum Begriff Befähigung durch Anwenden von Wissen = können hin. Während können ursprünglich, nämlich als kunnan, ausschließlich wissen bedeutete, liegt das Schwergewicht von können heute auf dem Sinn fähig sein. Sprachlich leitet sich das Wort Kunst aus den Begriffen kennen, wissen, erkennen ab, nicht aber von können oder künden, doch ist es mit letzteren beiden verwandt. Der Ausspruch „Kunst kommt von Können, und wenn man’s kann, ist es keine Kunst“ stammt vom österreichischen Mundartdichter Johann Nepomuk Nestroy, durch ihn ist die Meinung so nachhaltig verbreitet worden, dass das Wort Kunst von Können stamme”. (Auszug aus dem Buch: “Kunst kommt nicht von können” von Wilhelm Kufferath von Kendenich)

Künstler ein Monopol?
Das vermeintliche Monopol des Künstlers existiert nur deshalb, weil er meint, er wäre der einzige Kreative der etwas besonderes schafft. Wird die Definition eines Künstlers enger gefasst, muss er sich im Sinne von “Kunst” betätigen und unabhängig von der Erfüllung bestimmter Zwecke sein. Das verhindert einen Ausbruch, um zum Beispiel in einem anderen Beruf tätig zu sein. Denn dann ist er nicht mehr “der freischaffende Künstler”, sondern im alltäglichen normalen Wirtschaftsablauf eingebunden und verliert somit den Status eines richtigen Künstlers. Deshalb wird mit allen Mitteln versucht, den freien Künstlerstatus aufrecht zu erhalten und auf das Glück zu hoffen irgendwann entdeckt zu werden.

Der Vorwurf der mir gerne gemacht wird – wenn ich berufstätig bin kann ich keine “gute Kunst” machen und bin dann sowieso kein Künstler, finde ich eher witzig. Denn Kunst kommt von Ideen, Kreativität, ein gesundes Mass Disziplin, definierte Rahmenbedingungen und ganz wichtig, die nötige Portion Glück, dass das Ergebnis als Kunst erkannt wird. Schaut man hinter die Kulissen des Künstlers, so arbeiten 95% der Künstler in einem Nebenerwerb, der sie so gerade um die Runden bringt – stillschweigend natürlich. Denn die Kombination von normaler Arbeit bringt ja den Ruf als freischaffender Künstler in Bedrängnis. So wird ein Bild aufrechterhalten, das es eigentlich überhaupt nicht gibt. Ein Perpetuum Mobile der Künstler um die Ansprüche der holden Kunst gerecht zu werden, die real nicht existiert und nur als Abgrenzung zum Rest der Gesellschaft dient (indem sich der Künstler gerade dieser Gesellschaft unterwirft die er gerne verlassen möchte).

Der Künstler ob er nun will oder nicht, er ist die Bugwelle des grossen Schiffes “Gesellschaft”. Sie ist untrennbar mit dem Schiff verbunden und steht in einem Kontext mit ihm.

Davon abgesehen, ein richtiger Künstler wird man erst nach seinem Tod. ;-)

Nein zu umweltfreundlichem System für Schiffe der SGV

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Die Dampfschiffe auf dem Vierwaldstättersee dürfen vorderhand nicht auf Gasfeuerung umgerüstet werden. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat ein entsprechendes Gesuch der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV) abgelehnt.

rel. Ein Dampfschiff auf dem Vierwaldstättersee verbraucht an einem einzigen Tag 2000 Liter Öl. Um ihre Schiffe umweltverträglicher zu betreiben, plante die Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee, die Feuerung von Öl auf Gas umzustellen. Ein entsprechendes Projekt ist zusammen mit der Hochschule für Technik Luzern ausgearbeitet worden, um ein erstes Schiff, die Unterwalden von 1902, im Rahmen einer Gesamtsanierung umzurüsten. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat das Projekt nun gestoppt. … weiter (Quelle: NZZ)

Das kann schon passieren, wenn die Schiffsbauverordnung von 1994 den Flammpunkt über 55 Grad Celsius vorschreibt. Nun ist es aber so, dass die Entwicklung von umweltverträglichen Techniken gute Fortschritte erzielt haben, ebenfalls die Sicherheitsrelevanten Einrichtungen auf einem Schiff bezüglich der Explosionsgefahr. Mittlerweile gibt es Tanksysteme die diesen Anspruch auf Sicherheit mehr als erfüllen, deshalb ein wenig unverständlich warum die BAV das Anliegen der SGV abschmettert. Kernkraft ist auch nicht ohne Risiko und trotzdem werden zukünftig neue Kernkraftwerke gebaut mit dem Argument der Klimaneutralität und Ressourcensicherheit.

Vernünftiger Umweltschutz ist keine einfache Sache, auch nicht in der Schweiz.

So funktioniert es wenn man etwas erreichen will!
Die Denkfabrik der Schweizer Wirtschaft – Avenir Suisse – bescheinigt der Kernenergie optimale Voraussetzungen für eine zukünftige Schweizer Stromversorgung. Nicht nur in Punkto Klimaschutz und Versorgungssicherheit schneidet der heutige Schweizer Mix aus Wasserkraft und Kernenergie am besten ab – auch die ökonomischen Aspekte sprechen eindeutig dafür, weiterhin auf Kernenergie zu setzen. Mit Kernenergie sind tiefe volkswirtschaftliche Kosten am besten gewährleistet. Wegen des sich intensivierenden europäischen Stromhandels seien ausreichend inländische Stromproduktionskapazitäten entscheidend für die Zukunft.

Avenir Suisse ist eine Denkfabrik von Schweizer Grossfirmen. Die Organisation wurde 1999 von 14 Firmen gegründet. Diese Stifterfirmen waren ABB, Credit Suisse Group, Groupement des Banquiers Privés Genevois, Jacobs Holding, Kuoni Holding, McKinsey Switzerland, Nestlé, Novartis, Hoffmann-La Roche, Sulzer AG, Swiss Re, UBS, Zurich Financial Services.

Hier gilt der Grundsatz: „Vertraue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast“ (Winston Churchill) oder die objektivsten Studien sind die von Firmen, die daran etwas verdienen können. ;-)

Teure Werbung?

Wieder ein grösseres Marketing-, IT- und Werbeprojekt abgeschlossen. Man könnte meinen die Werbeagenturen haben meinen Bericht „Die Werbefuzzies“ ganz genau gelesen. Denn genauso verhielten sie sich. Diesmal war es eine Werbeagentur mit einem wohlklingenden Doppelnahmen aus dem Raum Zürich.
  
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Wenn schon das Dollarzeichen in den Augen der Werbedesigner leuchtet, dann wird es sehr teuer.

Die beste Taktik, erstmal sich dumm stellen und die schwarz gekleideten Designer zu Wort kommen lassen – es folgt dann eine wunderbare Märchenstunde, um die hohen Kosten der Werbeproduktionen zu schönen. Hört sich im ersten Moment auch alles sehr wichtig an, besonders wenn man auf dem Gebiet von Werbeproduktionen kein Fachwissen besitzt. Sehr dreist fand ich doch, dass nach dem abgeschlossenen Auftrag, zum Beispiel eine PDF-Generierung für ein aktualisiertes Dokument, das mit InDesign erstellt wurde, satte 90.- CHF verlangt wird und eine bezahlte Dienstleistung auf CD gebrannt 120.- CHF. Spannend auch die Erklärung dieser Kosten. Hätte ich keine Ahnung von der Materie – ich würde alles glauben wie viel Arbeitsaufwand für eine Generierung eines PDF aus einem InDesign-Dokument drinnen steckt.

Peinlich war es den Art Directoren der Werbeagentur dann doch, als ich ihre Kostenstruktur nochmals im Klartext vortrug und einige der Aufwendungen als grosse Luftblase entlarvte. Auch ein CMS muss nicht neu erfunden bzw. neu programmiert werden, hier geht es in erster Linie um Anpassungsarbeiten. Einen grösseren Lapsus erlaubten sie sich aber in der Kostenberechnung der SQL_Datenbanken. Diese Arbeit benötigt maximal 1 Stunde (ich persönlich hätte es in 30 Minuten fertig), berechneten sie gleich 17 Stunden Programmierarbeit. Versuchen kann man es ja mal.

Das einzige und letzte Argument der Profi-Designer war eine andere Werbeagentur zu beauftragen, mit dem Hinweis „Diese wäre dann noch teuerer und wenn die Agentur günstiger ist liefert sie schlechte Qualität, denn nur sie hätten das professionelle Angebot und das kostet eben“.
„Kein Problem, dann suche ich einen anderen Anbieter“ war meine Antwort. Schliesslich reichten sie eine Woche später freiwillig eine bereinigte Kostenkalkulation ein, gleiches Leistungsangebot, aber moderate Kosten. „Ein Fehler eines Mitarbeiters bei der Kalkulation des Auftrages“, so der Geschäftsführer der Werbeagentur. Ich glaube es ihm einfach mal. ;-)

Nun spart die Firma immerhin 36% ihres Werbebudget ein und die Klauseln bezüglich der Bildrechte sind klarer definiert. Ansonsten hätte der Kunde jedes Jahr neue überteuerte Lizenzrechte erwerben müssen. Das CMS muss nicht neu erfunden werden und die Datenbankkosten sind korrekt berechnet. Durch meine Überprüfung der Druckkosten war auch der grosszügige Aufschlag der Werbeagentur nicht mehr in diesen Posten mit eingerechnet. Das Werbebudget ist nicht gerade klein, es beinhaltet zwei grosse 24-seitige Firmenbroschüren in 6 Sprachen, Geschäftspapiere, Internetauftritt, Plakate und Anzeigen. Die Werbeagentur verdient immer noch sehr gut an diesem Auftrag.

Im IT-Bereich waren es für die Hard- und Software nochmals 26% und die Firma musste auf nichts verzichten bezüglich Funktionalität, Qualität und Wertigkeit. Dafür haben sie jetzt eine optimale IT-Infrastruktur. Nicht das ich bei den IT-Kosten einen guten Rabatt heraus gehandelt habe, sondern ich suchte nach optimalen Lösungen für die Firma mit der sie auch zukünftige Geschäftsentwicklungen abgedeckt hat. Feststellen musste ich auch, das externe Anbieter die eine langjährige Firmenbeziehungen haben, ihre Kostenstruktur stetig und unauffällig anheben. Der Kunde zahlt pro Jahr manchmal 10 – 15% mehr als marktüblich. Vertrauen zahlt sich hier nicht aus, sondern man muss jeweils jährlich die erweiterten Kosten der Lieferanten überwachen.

Im Prinzip funktioniert es wie bei der Kunst. Je teuerer etwas ist, desto mehr Qualität und Exklusivität wird dahinter vermutet. Nun ist es so, dass im Bereich ab fünfstelligen Verkaufspreisen der Galerist zwischen 50 – 80% bekommt. Das ist zum Teil gerechtfertigt, denn er muss erstmal in den Künstler investieren und aufbauen – ob es nun deswegen gute Kunst wird ist eine ganz andere Sache. Teuer ist sie dann allemal. Man soll nicht vergessen, der Kunstmarkt ist ein Markt wie jeder andere und Spekulation gehört genauso dazu, wie beim Erdöl. Spekulativ und aufgebläht erscheinen mir auch manchmal die Preise der grossen Werbeagenturen.

Zur Ehrenrettung der Werbeagenturen
Es gibt auch die korrekten und kompetenten Werbeagenturen, nette Art-Directoren, Grafiker, Layouter und IT-Experten. Auch diese habe ich kennengelernt. Doch je grösser das Unternehmen (ab 1.000 Mitarbeiter) desto wahrscheinlicher der obige Bericht. Das liegt oftmals auch an der schlechten Kommunikation im Unternehmen und zum anderen kein Fachwissen über die Prozesse einer Werbeagentur. Meine Erfahrung – studierte Marketingmanager geben in der Regel das Budget mit vollen Händen aus, weil man ihnen fast jedes Märchen erzählen kann. Optimal für die Agenturen – ein überteuerter Spass für das Unternehmen.

Unerwartet freundliche Worte
Ein besonderes Kompliment bekam ich am Freitag (29.8.08) vom Verwaltungsratspräsidenten, besonders wenn man dies absolut nicht erwartet. Ich hatte immer das Gefühl, er hat ein Problem mit mir, wusste aber nie welches Problem er mit mir hatte.
O-Ton Verwaltungsratspräsident: „Ich war sehr skeptisch und ablehnend als sie bei uns für IT-, Marketing und Werbung als Projektleiter vorgeschlagen wurden. Sie hatten kein Studium der geforderten Fachgebiete, nun nach Abschluss des Projektes bin ich eines besseren belehrt geworden. Sie haben ihre Aufgaben mehr als 100% erfüllt und habe dabei einen sehr interessanten und kreativen Menschen kennengelernt. Ich bin mehr als erstaunt, dass sie als nicht studierte Führungskraft die Aufgaben mit soviel Humor, unendlichen Fachwissen und mit einem Spitzenergebnis umgesetzt haben. Ich möchte mich im Namen des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung für ihre überdurchschnittliche Arbeit die sie jetzt erfolgreich abgeschlossen haben, ganz herzlich bedanken“.

Damit hatte ich tatsächlich nicht gerechnet, aber gefreut hatte es mich sehr. :-)