Beim der Klimaschutzkonferenz hatte er vehement die Co2 Reduzierung pamphletisiert, nun hat die Europäische Kommission ein Gesetz vorgelegt, nach dem der CO2-Ausstoß aller neuen Pkw dann durchschnittlich nur noch 120 Gramm pro Kilometer betragen darf. Jetzt hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel den anstehenden EU-Richtlinienvorschlag zur stärkeren CO2-Minderung bei Autos heftig kritisiert.

Ein klassischer Spagat des Minister Gabriel als Umweltminister und Freund der Autoindustrie. Man könnte meinen es wäre schon fast eine Aufforderung, um ihn in seine Weichteile zu treten (bildlich gesehen). Denn noch offensichtlicher kann Scheinheiligkeit nicht gezeigt werden. Klimaschutz ja und sofort solange der Bürger bezahlen muss, aber bitte schön perfekt angepasst und möglichst gratis für die Industrie, besonders die „mittellose Autoindustrie“. Denn wenn man vorher investieren muss, dann schmälert das den Profit.

„Autobauer bei CO2-Ausstoß unter Druck“ Netzeitung

Gabriel spricht von “Wettbewerbskrieg“ SWR

„EU-Klimaschutzplan löst Proteststurm der Autobauer aus“ Reuters

Was will jetzt Gabriel eigentlich? Eine CO2 Reduzierung, Biosprit, … Blinder Aktionismus kann er auf jedenfall vorweisen, nun muss der Biosprit das Dilemma beenden. Scheint, das Gabriel von der Sachlage und CO2 Bilanz noch nie etwas gehört hat. Aber Gabriel könnte ja selbst etwas tun, jeder weiss – beim Autofahren und Fliegen kostet Gewicht mehr Treibstoff. Da könnte Gabriel schon mal sparen, gibt ja zu viele Dicke in Deutschland und abnehmen schadet dem Umweltminister sicher nicht.

Produktion von Biosprit – EU-Kommissar rudert zurück

Weltweit nimmt die verfügbare Nahrungsmittelmenge ab. Vielerorts sind im vergangenen Jahr die Lebensmittelpreise um teils mehr als 100 Prozent gestiegen, eine Entwicklung, die sich in diesem Jahr fortsetzt. Die Liste der Staaten, in denen die ärmeren Menschen aufgrund der hohen Preise in Versorgungsnot geraten, wird immer länger.
Die Europäische Union steuert diesem Trend seit geraumer Zeit entgegen (das ist wohl eine direkte Lüge), konnte aber bislang nicht verhindern, dass die Getreidelager weitgehend leergeräumt werden mussten. Um einigermaßen konstante Preise zu wahren, hatte die EU mehrere Millionen Tonnen Interventionsgetreide auf den Markt geworfen, bis gegen Ende 2007 nur noch ein Resthäufchen von 0,5 Mio. Tonnen übriggeblieben war. Darüber hinaus wurde das Flächenstillegungssystem außer Kraft gesetzt, die Milchquotenregelung auf den Prüfstand gehoben und weniger Bürokratie bei der Einführung neuartiger Lebensmittel in die EU in Aussicht gestellt; und es wurden die Zollschranken für fast alle Getreidearten aufgehoben – alles Maßnahmen, damit die EU-Bürger trotz des weltweiten Mangels genügend zu essen haben.

Ein weiterer mangelgenerierender Faktor ist Biosprit. Im März vergangenen Jahres hatten die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union vereinbart, dass dem herkömmlichen Treibstoff bis zum Jahre 2020 mindestens 10 Prozent Biosprit beigemischt wird. Damit sollte einerseits die Versorgungsabhängigkeit von Erdölimporten, andererseits die Emission von Treibhausgasen reduziert werden. Die EU-Kommission will am 23. Januar einen Gesetzesvorschlag zum angestrebten Biospritanteil vorlegen.

Es hatten sich 17 Nichtregierungsorganisationen in einem gemeinsamen Brief an EU-Energiekommissar Andris Piebalgs gewandt und ihn aufgefordert, entweder sehr viel strengere Auflagen bei der Biospritproduktion zu verhängen oder am besten sogar jegliche Verpflichtung zur Erhöhung des Biospritanteils zu streichen. Die Organisationen warnten, dass der großmaßstäbliche Anbau von Energiepflanzen zum Anstieg der Lebensmittel- und Futterpreise führen wird. Auch der Wasserverbrauch zur Herstellung der Pflanzen sei riesig. Davon seien die Ärmsten in der Welt als erste betroffen.

Die OECD, die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der die 30 führenden Industriestaaten angehören, hat im vergangenen September ebenfalls gewarnt, dass die Förderung von Biosprit in der Europäischen Union zur Erhöhung der Lebensmittelpreise beitragen und zur Abholzung von Wäldern und Vernichtung von natürlichen Lebensräumen führen könnte. Wohingegen der Nutzen im Kampf gegen Klimawandel begrenzt sei.

Sigmar Gabriel ein Heuchler?
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7 Gedanken zu „Sigmar Gabriel ein Heuchler?

  • Hallo Michael,

    dann sind sich Frau Merkel und Herr Gabriel ja einig.

    Ich sehe das ganze allerdings so wie du, und ich bin auch nicht der einzige. ich denke, die deutschen Autohersteller haben seit Jahren die Entwicklung verschlafen, und statt auf Umweltverträglichkeit zu achten lieber auf PS-Monster gesetzt. Somit tragen diese selbst einen Teil der Schuld an ihrer kommenden Misere. Den anderen Teil der Schuld tragen diejenigen Verbraucher unter uns, die diese Autos immer noch frei nach dem Motto „Ich will Spaß“ kaufen. Wenn ein Mittelklassewagen in Zukunft 1300,- € mehr kosten muss, damit die notwendigen Schadstoffverminderungen erreicht werden können, dann müssen wir uns wohl oder übel damit abfinden. Bei rund 20.000,- € fällt ein solcher Betrag eigentlich auch nicht besonders ins Gewicht. Mich wundert es ohnehin, dass es noch Leute gibt, die so viel Geld für einen Neuwagen ausgeben können.

    Unter den gegebenen Umständen können wir nicht mehr von „den Anderen“ verlangen, dass diese „zuerst bei sich etwas tun sollen“ bevor wir selbst aktiv werden. Die Aussagen des Klimaberichtes der Vereinten Nationen sind eindeutig: Das Leben auf unserem Planeten, so wie wir und unsere Vorfahren es bisher kannten, kann nur mit einem gemeinsamen, sofortigen und entschlossenen Kraftakt der gesamten Menschheit gerettet werden.

    Ich habe damit begonnen eine „normale“ Homepage aufzubauen, auf der ich unter „Globale Welt“ versuchen möchte, u.a. das Thema Umweltschutz, und insbes. „Klimaänderung“, möglichst einfach und allgemeinverständlich darzustellen, damit möglichst viele Leute dabei mitreden können. Da ich mich schon so lange mit dem Thema beschäftige, übersehe ich leicht Dinge, die andern Leuten dann zum Verständnis fehlen. Wenn du Lust hättest, dir die bisherigen Inhalte einmal anzusehen, wäre ich für konstruktive Kritik sehr dankbar.

    Gruß und Frohe Weihnachten,
    Jürgen aus Bremerhaven

  • @Rainer
    Ähem … um was geht es? …dem Niggemeier-Urteil hast einschüchtern lassen… oder meintest Du die ****. Die sind nicht von mir, sondern von Peter selbst. ;-)

    Ehrlich gesagt werde ich aus dem Satz auch nicht schlau: Nicht als ver****** für den Bürger.

    Ausserdem wohne ich der Schweiz und da gibt es „noch keine Kommentarurteile“.

  • Hallo Michael,
    Leider stelle ich fest, dass du dich von dem Niggemeier-Urteil hast einschüchtern lassen…
    Der Tagesschau-Blog macht übrigens weiterhin normal wie früher weiter…

    Solltest du auch tun…

  • Richtig…schaue hier:

    [url]http://www.solarresearch.org/schroederklima.pdf[/url]

    und hier:
    [url]http://www.solarresearch.org/schroedersolar.pdf[/url]

    Und hier noch ein Witz:

    Der Bundesumweltminister wird bis zur absoluten Unkenntlichkeit von einem Auto überfahren.
    Woran erkennt man trotzdem, dass es sich bei dem Mann um den Bundesumweltminister handelt ??

    (Es gibt keine Bremsspuren…. )

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