
Am Freitag war ich bei einem Freund der ein Möbelhaus in Konstanz besitzt. Dort zeigte er mir Kunst aus Dänemark. Alles Unikate, so um die 80 x 80 cm, dicker Keilrahmen, Leinwand gut aufgespannt. So auf den ersten Blick sehen die Bilder nicht mal schlecht aus. Gute Kunst – schlechte Kunst, wer will das heute noch definieren. Der Preis lag so um die 130 Euro. Wird von Chinesen gemalt und in einem grossen Container dann nach Dänemark geschifft.
Bei dem Preis bekommt der Chinese so um die 2 Euro, dann noch die Transportkosten, der Vertrieb, das Material und jeder verdient noch ziemlich gut daran. Wahnsinn oder?
Ich würde behaupten das ich für so ein Bild ca. 30 – 40 Minuten brauchen würde, nach 10 Bildern/Unikaten vermutlich nur noch 20 Minuten. Dazu braucht man dann so einen Vertrieb wie diese Dänische Firma die viele Möbelhäuser beliefert. Dann kann man es voll auf Masse machen – Qualität ist kein Kriterium, sondern der günstige Preis und es ist auch noch ein Unikat. Kunst für die Massen?
Wäre ich jetzt ein Mantafahrer mit Frisöse als Freundin (so als Beispiel) würde mir sicher das Dänisch-Chinesische Unikat zusagen. Diese Bilder kann man dann getrost nach ein paar Jahren in den Müll werden und die nächsten Bilder passend zu Wohnungseinrichtung kaufen. Ist das dann noch Kunst oder sind wir da bei Dekoration angelangt die zur Kunst erhoben wird? Nur weil es ein Unikat ist wird es nicht wertvoller. So gesehen ist auch jeder Kuhfladen ein Unikat. Na dann – kann ja die neue Chinesische Schnellkunst auf uns zurollen und überrollen.
Wie bewegt man sich heutzutage als Künstler am besten zwischen Massenkunst und documenta?

Die Wut die entsteht wenn man nicht malen kann – das Gegenteil der Malwut
Man sollte ein paar hundert Kühe auf den heiligen Rasen eines grossen Fussballstadion treiben und dann können von den Rängen die Kunstpilgerer denen bein Schei**** zuschauen.

Gestern war ich wieder mit meinem Fotoapparat im See. Machmal entsteht durch den nervösen Zeigefinger ein besonderes Zufallsbild. Da war der Finger vor der Linse, als ich meine Füsse die auf einer Leiter im Wasser standen, fotografieren wollte. Der Wellengang machte es mir nicht gerade einfach die Füsse zu erwischen. Heraus kam diese klassische Unterwasseraufnahme mit Finger. Der See ist schon ziemlich grün, aber so grün? Ist das nicht Documenta-würdig? Dazu müsste man es auf 4 x 4 Meter anfertigen, mit dem Titel „Die Linien des Lebens“ und etwas geistreiches würde mir doch sicher einfallen.

Zum Beispiel die „Campbell`s -Suppendose“ vom Supermarkt, signiert von Andy Warhol. Bei manchen reagiert der Inhalt mit dem Metall der Dose und die droht zu explodieren. Fachleute haben da ja mehrere Möglichkeiten – ist die Dose ohne Inhalt dann noch eine Kunstwerk von Warhol? Oder lässt man sich absolut teuere Methoden einfallen um sie zu retten. Wäre es nicht besser das Geld in neue Kunstobjekte zu investieren.