Die fehlgeleiteten Blogbesucher

Als ich über meinen Künstlerkollegen berichtete „Onanieren auf die Kunst“ schnellte die Besucherzahl des Blogs extrem in die Höhe. Warum war auch klar, denn beim Auswerten der Statistik waren die Suchbegriffe eindeutig. Zum Beispiel wie: onanieren, onanieren wie, onanieren auf bild, onanieren bildvorlage, … das kann man beliebig fortsetzen.

Oder bei einer Firmenseite eines Windkraftanlagenherstellers, dessen Seite ich gemacht hatte, war der höchste Zugriff auf das Wort „Permaneterregt“. Eigentlich war damit nur der Generator gemeint, aber 70% der Zugriffe liefen auf dieses Wort hinaus. Damit lässt sich mal wieder beweisen welche Suchbegriffe im Internet am häufigsten vorkommen.

Vermutlich waren viele enttäuscht oder sie bekamen durch den Bericht eine neue Anregung – vielleicht sich als Künstler zu betätigen? Im schlimmsten Falle löse ich jetzt eine neue Kunstform aus. Oder vielleicht fliesst das in eine Maltherapie ein für Sexualstraftäter. Verarbeiten nicht Maltherapeuten mit den Patienten innere Prozesse mit Malerei?

Und der Titel „Meine scharfen Bilder“ zieht auch die Besucher magnetisch an.

Das Quadrat und das Gleichgewicht im Leben

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Manchmal ist das Leben wie auf einem Surfbrett im See. Wenn alles ruhig ist (ich und das Wasser) ist es kein Problem das Brett und sich selbst in eine stabile Position zu bringen. Wenn äussere Einflüsse dazu kommen, wie ein Motorboot das Wellen erzeugt, schaut es schon ganz anders aus. Fatal sind Wellen und ein eigener instabiler Zustand auf dem Brett – dann liegt man im Wasser. Das bringt zumindest bei diesem Beispiel eine Abkühlung und einen neue Chance auf Stabilität – eben – wie im richtigen Leben.

Diesen Text habe ich auf der www.prax.ch im April veröffentlicht und passt hervorragend zum Thema „Nichts“ und habe es nochmals überarbeitet und ein wenig entwirrt – so hoffe ich. Manches geschriebene bleibt sicher offen und erklärungsbedürftig und zeigt nur einen Ausschnitt – sonst müsste ich ein umfassendes Buch schreiben und ich glaube es würde nie fertig werden.

Kurzeinführung:
Anfang Januar malte ich ein Bild – das was ich gleich beschreibe – und das war der Ausgangspunkt zu den Gedanken. Dieses Bild besitze ich heute noch, vorher waren es zwei – aber eines habe ich schon übermalt. Also los: Wir sehen eine monochrome Farbfläche, was heisst Farbfläche – ein abgetöntes Weiss und ein Quadrat aus schwarzen Linien. Ziemlich einfach, oder? Das soll Kunst sein (dieses Thema werde ich an anderer Stelle abhandeln, sonst würde dieses Thema zu komplex werden)?

Nein und Ja – es ist vielmehr eine philosophische Betrachtungsweise und eine persönliche subjektive Weltsicht. Das Elementare wird reduziert und visualisiert. Es geht um einen Ausgangspunkt – die Dualität.

Betrachten wir es erst einmal aus naturwissenschaftlicher Sicht. Wir können aus dem binären System sehr komplexe Zusammenhänge erstellen, zugrunde liegt aber nur eins und null. Binär (lat. bini=je zwei und bina=binae=paarweise) heißt aus zwei Grundeinheiten bestehend und wird unter anderem in folgenden Zusammenhängen verwendet:

1. Das Binärsystem ist ein polyadisches Stellenwertsystem.
Damit gehört es zu einer Gruppe von Systemen, denen gemeinsam ist, dass Zahlen, die mit ihnen beschrieben werden, aus einer Aneinanderreihung von Symbolen bestehen.Die Art der Symbole variiert je nach System; im Binärsystem, auch Dualsystem genannt, sind jedoch pro Stelle in einer Zahl genau zwei Symbole möglich: Die 0 und die 1.

2. Chaotische Systeme sind nichtlineare dynamische Systeme.
Beispiele sind der Schmetterlingseffekt beim Wetter, Turbulenzen, Wirtschaftskreisläufe oder auch neuronale Netze und damit letztlich auch menschliches Verhalten. Das Chaos hat einen sehr komplexen Aufbau mit viel Information und lässt sich aber nicht kurz beschreiben. Beides hat aber die gleiche Wertigkeit, alles andere ist eine Bewertung. Chaos ist auch eine Beschreibung einer unstrukturierten Komplexität.

Es geht nicht darum eine Aussage zu treffen, welches von beiden Systemen das bessere ist, denn sie gehören zusammen. Wichtig ist – was kann ich davon ableiten und einbringen in die Welt in der ich lebe. Denn auch ein einfaches binäres System kann so Komplex sein, dass es wie Chaos erscheint. Erst wenn ich es erfasst habe (eine Struktur wird erkennbar), wird es zu einem System mit Bezugskoordinaten.

Chaos und Ordnung – ist ein temporäres Erscheinungsbild.
Es ist die Frage des Wissens, des Erkennens, die Zeit und der Ort.
Diese Erkenntnis würde dann zu dem Schluss führen: Ich kann und werde die Grösse der Welt niemals erkennen, wenn ich nicht diese Grösse bin. Im Alltagsleben: Die Erkenntnis über komplexe Situationen in meinem Leben sind nur erkennbar, wenn ich meine eigene Komplexität erkenne. Die Grösse des Problems muss mit der „Grösse“ der Person übereinstimmen, die das Problem lösen will.
Das setzt voraus: das ich weiss wer ich bin, woher ich komme und wo ich mich gerade befinde. Die besten Bezugskoordinaten sind: das eigene Leben, das Leben der anderen, die Welt wie sie ist und warum sie so ist. Und weiter: Bewertung gehört zu einer menschlichen wichtigen Eigenschaft. Aber wenn die Bewertung nicht als solche erkannt wird, wird sie zur absoluten Realität die nicht veränderbar erscheint. Weil diese Realität unabänderlich erscheint und keinen Kontext ausserhalb der eigenen Wahrnehmung existiert, ist man überzeugt, das diese Realität eben diese eine einzige Realität ist. Ausserhalb dieses Musters, erkennt man sehr wohl das die Realität eine komplexe Verknüpfung von konditionierten Verhaltensmuster ist. Bewertung ist nur eine der möglichen Standortbestimmungen.

Daraus folgt:
Die Welt ist so wie sie ist, erstens – weil sie eine der unendlich vielen Möglichkeiten beinhaltet und zweitens, weil wir uns von historisch gewachsenen Erkenntnissen nicht herumbewegen bzw. herausbewegen wollen. Die Vergangenheit ist eine Prägung – aber keine Realität. Sie ist eine Richtschnur für das „jetzt“, die man aber jederzeit verlassen kann – dazu braucht man Bewusstsein um mehr Raum für diese Wahrnehmung zu bekommen.

Beispiel 1:
Vor ein paar tausend Jahren wurde zum Sonnengott gebetet – die Sonne wärmt, macht Dürren. Heute wissen wir ziemlich genau wie die Sonne funktioniert – was hat sich geändert – die Sonne wärmt, macht Dürren … aber die Sonne ist immer noch die gleiche Sonne wie vor ein paar tausend Jahren. Es hat sich nur die Betrachtungsweise und das Wissen weiterentwickelt. In der Zukunft können wiederum neue Erkenntnisse dazu kommen – elementar ist nur – die Sonne bleibt als Sonne definitiv gleich. (Deshalb macht ein misserabler Winter nicht gleich den Startschuss für die Klimakatstrophe)

Beispiel 2:
Wir können nichts vernichten, sondern nur umwandeln bzw. wenn wir etwas nicht wissen, ist es zwar in dem Moment nicht existent – aber das heisst nicht, dass es nicht da wäre.
Historische Erkenntnis: Damals war der Sonnengott ewig und heute wissen wir was passiert wenn die Sonne in ein paar Milliarden Jahren ihren Brennstoffvorrat aufgebraucht hat. Erkenntnis: „nichts ist ewig“. Was hat die Menschheit aus dieser Erkenntnis gemacht – sehr wenig. Im Gegenteil, wir versuchen immer wieder auf das neue – Ewigkeit zu manifestieren und zu zementieren. Wir sind flexibel in der Information, aber nicht in der Erkenntnis und Umsetzung der Erfahrung. Obwohl der Zeitgeist gerade die Flexibilität ist. Beispiel Wirtschaft (*1).

Die zusammengefassten Stichpunkte:

    – Die Welt ist ein duales System, das durch die Einfachheit zu einem unendlich komplexen System heranwächst, das ist mathematisches Weltbild.
    – Die Welt ist ein duales System in der die Schöpfung als Gesamteinheit gesehen wird, das wäre das spirituelle Weltbild. – Die Welt ist so wie wir sie sehen, je nach Ort, Zeit und Betrachtungsweise anders.
    – Die Realität unterliegt einem unflexiblen Bewertungs- und konditionierten Erfahrungssystem.
    – Das System beeinflusst oder kondoliert sich in seiner Komplexität selbst (Kollektives Anstossen)
    – Das System beinhaltet alle Möglichkeiten, auch die die jetzt nicht zu erkennen sind und – das System sind wir selbst.

Das würde heissen:
Das System ist offen (unendlich) und unmöglich in seiner ganzen Bandbreite zu erfahren. Denn die Grösse der Erfahrung und Wissen hängt mit der eigenen Grösse zusammen und das kann sich nur entwickeln – nichts entsteht ohne vorherige Entwicklung.
Der Mensch wie er die Welt und sich wahrnimmt, ist nur ein Teilausschnitt des ganzen und beinhaltet die subjektive und objektive Wahrnehmung. Alle Attribute wie Gefühle, Emotionen und Gedanken in sind schon immer vorhanden und verknüpfen sich seit der Geburt durch Elternhaus, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu einem Erfahrungssystem.
Es ist meine Entscheidung welche Emotionen, Triebe … ich wähle. Ohne das Bewusstsein über mich, bin ich meinem konditionierten Verstand hörig und akzeptiere die Regeln der äusseren Welt (Gesellschaft etz.).
Die Realität gestalte ich ich selbst und habe auch die ganze Verantwortung dafür.
Erfahrungen sind immer Komponenten des sich Erkennens und Verlassens.

Antriebsfeder der Weiterentwicklung ist immer das was ich wirklich bin, mein Wille (damit ist nicht der viktorianische Wille gemeint), meine Neugier und mein Humor und gesunden Druck bzw. Stress. Die Komplexität des Lebens, der Gesellschaft, der Umwelt … beeinflusst mich. Stillstand ist unmöglich und Manifestieren von Glauben, Wünschen … führt zu Scheuklappenrealitäten.

Das Erkennen führt zu einer Verbesserung des Lebensgrundlage, aber stellt kein perfektes Rezept für ein bequemes Leben dar – im Gegenteil – es stellt eine höhere Anforderung an das Leben. Die Schwankungen werden nicht mehr als willkürlich wahrgenommen, bestehen aber immer noch. Die Veränderung ist am stärksten spürbar durch die eigene Erfahrung, dass das Bewertungssystem über mich und die Welt unendlich ist und das deren Bandbreite an Möglichkeiten unbegrenzt sind. Die Welt bleibt so wie sie ist – ich verändere mich – dadurch verändert sich die Welt. Es ist eben ein Unterschied ob ich vom Land einen Hechtsprung in das Wasser mache oder vom Wasser auf das Land.

Nun … es ging um das Bild.
Im Gegensatz zu den komplexen und vielschichtigen Arbeiten bietet dieses Kunstwerk sehr wenig. Es hat eine Grundfarbe die bei leicht veränderbaren Umgebungslicht nicht zu fassen ist. Ist es blaustichig, ist es eher warm vom Ton oder, oder, oder.?Das Quadrat – ist es farblich leicht abgetönt? – nein. Es ist ja nur ein Quadrat und es besteht auch nur aus schwarzen Strichen. Ist es eine Türe, Fenster oder einfach nur die simple geometrische Form?

Die Erklärung der Gedanken zum Kunstwerkes „Quadrat“ (Update)
Es ist die Momentaufnahme des Zustandes: „ich stehe aussen und will nach innen (*2)“. Ich besitze zwar das Wissen und die Erfahrung schon mal dort gewesen zu sein (ich bin in mir), aber ich habe hier und jetzt keine Ahnung von der Vorgehensweise wie man dort hinkommt. Ausser der simplen Einsicht, man muss nur dort sein um dort zu sein. Aber das funktioniert nicht mit einem Fingerschnippen und zack, man ist dort.
Dadurch das mir bewusst ist, dass ich nicht „in mir bin“, kann ich zumindest meine jetzige Position bestimmen (*3). Das ist ja schon mal etwas. Bewusstwerdung!
Ich sehe nur die Wand oder Membrane und die angedeutete Öffnung des Quadrats (Innenraum). Kann man den Block nach hinten verschieben, kann man das Quadrat rausziehen, drehen? Aber das sind rationale Gedanken, das innen besteht nicht daraus.
Der Widerstand des Verstandes hindert mich daran bei mir anzukommen. Erst wenn dieser Prozess bewusst wird, kann man mit dem nötigen Willen der Energie und Überwindung kostet, den Weg beschreiten. Denn die Erkenntnis und die nötige Umsetzungsenergie zum verlassen dieser Erkenntniss macht den Weg und die neue Erfahrung erst möglich.
Diese Erfahrung der Dualität ist in der Schöpfung begründet. Es ist kein null und eins Denken, sie ist vielschichtig und komplex. Ich stelle fest, dass dieser Glaubenssatz (zu diesem Zeitpunkt) das beste ist, was ich für mich erkenne. Ich agiere aus innen und verändere dadurch die Welt. Sie hat keinen Anspruch auf die absolute Wahrheit, denn ich erkenne, die gibt es genauso wenig wie die einzige Realität. Wenn wir von „Gottes Plan“ reden, dann ist hier nicht von Plan die Rede, sondern die Eigenverantwortung. Ich habe es gefunden und es erhebt keinen Anspruch auf Verbreitung des erfahrenen Wissens. Die Plattform meiner Philosophie ist Laotse – siehe (*4).

Fussnoten:
(*1) Eine kleine Exkursion zur Wirtschaft: Interessant auch, das gerade diese Flexibilität von unsere Wirtschaft eingefordert wird. Flexibel heisst dann Mobilität und flexibel sein im Verzicht auf Sozialstandards. Ein flexibles System lässt sich auch mit enormen Profiten wirtschaften. Auf der anderen Seite würde aber eine menschlich reifere Flexibilität, also einen Menschen der in sich flexibel ist und nicht durch äussere Einflüsse flexibel gemacht worden ist, eine andere Sichtweise zur Wirtschaftlichen Flexibilität bekommen. (naja, das ist ein wenig holprig geworden – bitte einmal herzlich lachen)

Immer wieder fällt auf, das inneren Erkenntnisse in der alltäglichen Lebensweise zu paradoxen führt. Sie werden im ihren Sinngehalt ins Gegenteil verkehrt. Die gegenwärtige Diskussion, die Geburten in den Industrienationen gehen zurück – wir sterben aus – führt zu einer Kette von Paradoxen. Zum einen wird die Familie beschworen, zum anderen müssen Menschen wegen Ihren Arbeitsplatz möglichst flexibel sein. Zum einen brauchen wir viele Menschen zur Absicherung zukünftiger Renten, aber die müssen erstmal schulisch und später beruflich ausgebildet werden – das geht schon mal nicht zum Nulltarif. Wir versuchen immer noch an dem historisch gewachsenen Rentensystem zu basteln, aber keiner versucht ausserhalb des Systems neue, praktikable und langfristige Lösungen zu suchen. Denn eins und eins ist zwei und man kann niemals als Ergebnis etwas anderes herausbekommen als die berühmte zwei. Das ist seit einigen tausend Jahren so und warum sollten wir es ändern und wenn, man kann ja sowieso nichts ändern? Hier sehen wir, wie tief Bewertungsgrundlagen, wenn sie nicht erkannt werden, greifen. Dadurch werden sie zur Realität, die schwerlich zu verändern ist.

(*2) Dieses Aussen und Innen – damit meine ich nicht die getrennte Variante, sondern die ganzheitliche und dazu gehört die Seele oder Geist genauso dazu wie alle anderen Komponenten. Einige klassische Philosophen (insbesondere Platon, Descartes sowie Thomas von Aquin) lehren die Unsterblichkeit der Seele. Diese folge aus der Tatsache, dass die Seele eine immaterielle, nicht zusammengesetzte Substanz ist. Da sie nicht aus Teilen bestehe, könne sie auch nicht in solche zerfallen und vergehen.

Eine Antithese (*2.2) der modernen Philosophie besagt, dass das Wesen der Seele einem Computerprogramms gleiche. Schaltet man den Computer aus (entsprechend dem körperlichen Tod), so bleibe auch das Programm nicht erhalten (die Existenz der Seele erlischt). Diese Vorstellung ist mit der modernen naturwissenschaftlichen Sichtweise vereinbar. Mit meiner nicht!

(*2.2) Dieser Antithese halte ich das Energie-Erhaltungsgesetz dagegen. Energiebegriffe im physikalischen Sinn – beispielsweise ein Kraftfahrzeug das Energie verbraucht beziehungsweise vernichtet, es wandelt chemische Energie in kinetische Energie und thermische Energie um. Energie kann nicht aus dem Nichts entstehen und auch nicht in dieses verschwinden. Verschiedene Energieformen, also beispielsweise kinetische Energie, thermische Energie, Strahlungsenergie, Bindungsenergie usw. wandeln sich lediglich ineinander um. Transformation des Geistes könnte ähnlich ablaufen, ist aber für das Leben hier nicht besonders relevant.

Die Kirche hat dafür den Himmel und die Hölle geschaffen – ein Belohnungssystem um bei den Gläubigen Angst zu erzeugen. Tatsächlich ist aber der Himmel hier auf Erden, sowie die Hölle. Nur das wir es zu Verantworten haben und vor allem „warum ist es immer überall besser – nur nicht da wo wir uns gerade befinden“. Dieses Phänomen spiegelt sich in allen Lebenbereichen wieder. (Und bevor die Gläubigen zu hinterfragen beginnen, werden jetzt am besten die Messen auf Latein gelesen – keiner versteht, aber was solls).

(*3) Eine sehr gute Beschreibung des Selbst beschreibt am besten Assagioli mit dem Eidiagramm: Piero Ferrucci, „Werde was du bist“, rororo, ISBN 3-499-17980-6 – auf Seite 51, Kapitel „Die innere Landkarte“.

(*4) Tatsächlich ist meine Philosophie nichts neues, sie begründet aber auf Laotse. Deshalb verweise ich an dieser Stelle auf Laotse. Geboren 571 v. Chr. – Das beste Buch, ist vom Fischer Verlag (1955), „Laotse“ – Herausgegeben von Lin Yutang. Leider gibt es das Buch nicht mehr zu kaufen und die aktuellen Bücher sind äusserst dürftig vom Inhalt, aber dafür sehr bequem zu lesen mit netten Bildchen drinnen.

(*5) Alles ist berechenbar: wobei heutzutage mit unserer gestiegenen Rechnerkapazität und besseren Wettermodellen nicht annähernd eine vernünftige Wettervorhersage zustande kommt. So gesehen ist vermutlich irgendwann zu einem Zeitpunkt alles berechenbar, wird aber auch immer mit unserer menschlichen Entwicklung parallel laufen. Wenn wir uns nicht bewusst sind was wir suchen werden wir es auch nicht finden.?Die Berechenbarkeit sagt aber oftmals nichts aus – gibt uns nur eine vermeindliche Sicherheit des Beweises und führt auch zu dem Schluss das es mehrere Möglichkeiten gibt etwas zu berechnen mit mehren Antworten auf die selbe Aufgabe.

Präzision im Technischen Sinne
Wir versuchen Ordnung im Chaos zu schaffen, da uns Genauigkeit und Präzision wichtig ist. Aber was bringt uns die Präzision? Ein Beispiel wo man über das Ziel herausschiesst: Wir wollen ein perfektes Zahnrad. Da es perfekt ist, berührt sich das Zahnrad immer an der gleichen Stelle – aber die Abnutzung ist höher. Es halten also Getriebe länger, wenn die Zahnräder nicht perfekt sind, so dass sich die Zähne nicht immer an der selben Stelle berühren. Hier sehen wir, das ein zu grosser Ordnungssinn bzw. Perfektionsanspruch mehr Nachteile mit sich bringt. Die Kunst liegt darin zu entscheiden genau wie im Leben, wo ist Perfektion wichtig und wo kann man mehr Spielraum lassen.

Seetage

Am Sonntag war ein herrlicher Tag am See. Mitten im See war ich wieder in meinem Element. Die Wassertemperatur ist nicht zu kalt und nicht zu warm, das nennt man optimal.
Die Motorboote lieferten sich wieder die üblichen Rennen, da lob ich mir so ein schönes Segelboot wie auf dem Foto. Noch 2 Monate und dann wird der See wieder ziemlich leer sein und ich kann wieder mit dem Skiff rudern. Das macht bei dem jetzigen Wellengang von den Motorbooten keinen grossen Spass und ab November bin ich dann meistens fast alleine auf dem See. Und er ist dann wieder Spiegelglatt.

Übrigens ist es gar nicht so leicht gute Fotos mit ausgestreckten Armen zu machen.

Das „Nichts“ ist keine einfache Sache, eher eine Glaubenssache

Nochmals von der Fee zum „Nichts“. Das „Nichts“ zu beweisen ist unmöglich, denn der Beweis hätte ja eine Substanz oder Aussage. Was ist dann das „Nichts“? Wenn ich die naturwissenschaftliche Sichtweise verlasse und meinen Fokus auf das Bewusstsein lenke (ein Versuch das Wort „Spirituell“ zu umschiffen) – dann ist mir etwas nicht bewusst. Wenn ich es nichts wahrnehme, dann ist es auch nicht vorhanden. Tatsächlich aber ist alles vorhanden – der eigne Filter macht das „Nichts“ aus.

Ein einfaches Beispiel: Wenn ich an Gott (wie auch immer) glaube, dann ist Gott für mich vorhanden – glaube ich nicht daran, existiert Gott für mich nicht. Also ist Gott „Nicht“. Jetzt würden die Gottfetischisten mit erhobenen Zeigefinger sagen, derjenige weiss es nur nicht, aber Gott ist deshalb trotzdem vorhanden. (Gottfetischisten deshalb – weil sie meinen sie hätten die Wahrheit gepachtet und es gäbe nur eine Wahrheit)

Und hier liegt das Problem, tatsächlich haben beide Recht. Ich behaupte vielmehr, das absolut alles Vorhanden ist – was wir entdecken, das wir wahrnehmen, was wir sehen. Was wir nicht wahrnehmen, sehen, wissen und vorstellen können – das ist für mich das „Nichts“. Die absolute Wahrheit gibt es genauso wenig. Es gibt vielmehr unendlich viele Wahrheiten.

Das Bewusstsein, wenn es sich entwickelt und aus sich selbst erschafft, kann aus dem „Nichts“ etwas erschaffen – das ist das schöpferische in uns. (Die Frage, woher das Bewusstsein kommt und wie es entsteht, lassen wir mal ausser acht)
 
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In der Naturwissenschaft verhält es sich ähnlich, wir bauen immer grössere Maschinen um das allerkleinste zu entdecken. Das was wir suchen ist schon immer da, wir müssen es nur entdecken. Oder, wir können es entdecken weil wir danach suchen. Vorher ist erstmal „Nichts“ bis wir es entdeckt haben.

Wenn wir uns der Kunst zuwenden, könnte man jetzt fragen – hat ein Bild schon immer existiert – obwohl ich es noch nicht gemalt habe. Dadurch das es unendlich viele Möglichkeiten gibt, hat auch dieses Bild schon immer existiert – ich als Künstler, male dann am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt genau dieses Bild.
Jetzt würde man vorschnell sagen, dann erschaffe ich nichts neues. Indirekt stimmt es, aber wenn ich von etwas nichts weiss, schaffe ich für mich definitiv etwas neues. Da vorher ja „Nichts“ war.

Würde es dann heissen, das sich nichts wirklich neues entwickeln kann.

Die Schöpfung ist alles und nichts. Da unendliche Möglichkeiten bestehen müssen sie nur manifestiert werden. Das nennt man Erfahrung. So gesehen schafft man als „Einzelbewusstsein“ sich immer neue Erfahrungswerte, die Summe aller ist die Schöpfung.
Dies alles ist natürlich keine gesicherte Erkenntnis. Es ist vielmehr meine Erkenntnis und mein Glaubenssatz – also subjektiv. Aber was ist schon Objektiv? Die Mathematik, die Physik?

Lichtobjekt wieder im Mannenbach

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Das Lichtobjekt ist wieder im Mannenbach, die Natur hat sich wieder entfaltet und jetzt passt das Kunstkonzept und der Mannenbach wieder zueinander – bis zur nächsten Rodungsaktion. Am kopulierenden Lichtobjekt wieder weitergearbeitet und getüftelt.

Die gute Fee und die Wünsche die gefährlich werden können

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Wer kennt nicht die Märchen in der die gute Fee vorbeikommt und man hat drei Wünsche frei. Mir würde nur einer reichen, ich würde mir wünschen ich hätte unendlich viel Wünsche frei. Hatte mich als Kind schon immer gewundert, das in den Geschichten keiner diese Idee gehabt hat. Nehmen wir an der Wunsch würde in Erfüllung gehen und nach der ersten Vorfreude über den genialen Einfall denkt man über die Tragweite des Wunsches ein wenig nach. Dann kommt man zu dem Entschluss das dies gemeingefährlich ist.

Wer wünscht nicht jeder mal vorschnell einer ungeliebten Person die Krätze an den Hals. Aber man hat ja unendlich viele Wünsche frei, so kann man das wieder rückgängig machen. Das geht bei fast allen Wünschen. Wenn ich mir wünsche das unser Planet explodiert, dann wird es schon schwieriger. Es wäre nur die Frage, ob ich in einer Sekunde noch einen anderen Wunsch äussern kann um es wieder rückgängig zu machen. Gefährlicher wird es, wenn man am Morgen im Halbschlaf den Wunsch hat „ich möchte gar nicht da sein“. Was passiert dann? Ich bin nicht mehr da, wo bin ich dann? Wenn ich nicht mehr bin, dann kann ich diesen Wunsch definitiv nicht mehr rückgängig machen, aber auf der anderen Seite wäre es ja ziemlich egal – wenn ich nicht mehr bin, dann ist es schon tausendmal egal was dann passiert. Man bekommt es ja nicht mehr mit.

Das sind die Fragen die sich einige Menschen machen wenn sie an den Tod denken, was ist danach mit ihnen. Aber beim Wunsch wäre das etwas anderes, ich wäre in dem Moment das absolute „Nichts“. Der Frage, ob sich „Nichts“ denken lässt oder nicht und wenn ja, wie – ist in der Philosophiegeschichte auf sehr verschiedene Arten nachgegangen worden. Ich für meinen Teil sehe es als Abwesenheit von Bewusstsein an. Denn das reine „Nichts“ kann ohne das „Sein“ nicht existieren. Beide sind unabhängig, aber das eine kann nicht ohne das andere sein. Beim Wunsch würde das dann heissen, ich weiss nicht das ich da bin und dadurch das ich es nicht bewusst wahrnehmen kann, bin ich nicht. Dann stellt sich die Frage, was ich dann bin. Es gibt oft Menschen, die sich äussern „ich bin ein nichts“ ohne sich dieser Tragweite bewusst zu werden was sie da aussprechen. Aber die Aussage steht meist im Kontext zu unserer Leistungsgesellschaft oder dem Selbstbewusstsein oder einer Versagensangst.

Für mich steht nur fest, wenn man den Wunsch geäussert hat, dass es kein zurück mehr gibt. Da der Wunsch das Bewusstsein eliminiert und ich nicht mehr weiss was ich war oder bin. Dadurch kann ich auch keinen neuen Wunsch formulieren der das Gegenteil bewirken könnte. Also lassen wir das lieber mit den unendlichen vielen Wünschen, scheint eine gefährliche Angelegenheit zu sein.

Also lieber nur einen Wunsch. Da würde ich mir Zufriedenheit wünschen, weil ich glaube das Zufriedenheit die Grundlage ist für Wohlbefinden, Lebensfreude und Gesundheit.

Der Künstler und die Schifffahrt

kapitaen_klein.jpg Wasser ist ja mein Element und alles was mit diesem Medium zu tun hat finde ich spannend. Gestern auf dem Kursschiff „Arenenberg“ der Schiffahrt Untersee und Rhein durfte ich mal auf die Brücke. Vielleicht mein nächster Beruf? Ich kenne fast alle Angestellten auf den Schiffen, da ich in Mannenbach oft die Kursschiffe festmache (Ehrenamtlicher Hafenmeister). Ich wohne ja nur ein paar Meter von der Anlegestelle entfernt. Sehr beeindruckend – nur die vielen Touristen und deren Verhalten strapazieren die Schiffsbesatzung sehr. Ob ich dazu die Nerven hätte? Künstler und Kapitän? Ich vermute das lässt sich schwer vereinbaren. Träumen kann man ja mal.

Kunst und ihre extremen Eigenheiten oder die Kunst des Innenminister Wolfgang Schäuble

Eine andere Frage war, ob ich ein grosses Interesse besitze an extremen künstlerischen Umsetzungen.

Nein, ich vergleiche nur gerne was es an verschiedenen künstlerischen Prozessen gibt und verbinde sie mit den anderen Prozessen unserer Gesellschaft. Der letzte Eintrag kam nur zustande, da ich den Künstler persönlich kenne und es interessant finde das ausserhalb von „Normen“ ein Bild gemalt wird. Jeder Entstehungsprozess hat seine Eigenheiten. Andrerseits finde es ich nicht mal so besonders extrem was in der Kunst passiert, die wahre Grenzenlosigkeit findet wo anders statt.

Vergleiche ich es mit unserer Gesellschaft, gibt es extremere Beispiele. Der Künstler oder die Künstlerin schadet meines Erachtens keine anderen Menschen damit wie er seine Kunst gestaltet oder umsetzt und auch die Mittel sind selten gefährlich oder haben grosse Auswirkungen. In unserer normalen Gesellschaft finden sich aber Menschen die wirklich extrem bzw. grenzenlos sind und anderen Teilen der Gesellschaft grossen Schaden anrichten können.

Zum Beispiel die Manager, die ihr Einkommen in zweistelligen Millionenbeträge als absolut normal empfinden. Oder die deutsche Bundesregierung (das sind viele Politiker) hat bis heute das Anti-Korruptionsgesetz der UNO nicht unterschrieben. Die Bestechung von Abgeordneten wird weiterhin nicht unter Strafe gestellt. Vielleicht ist das nicht extrem, sondern pervers (Perversion, lat. perversio „die Verdrehung, die Umkehrung“ bezeichnet eine stark den vorherrschenden Moralvorstellungen entgegenwirkende Tat. Heute wird es als Schimpfwort für befremdendes Verhalten benutzt.).

Deswegen kann ein Künstler der auf die Leinwand onaniert, nicht pervers sein, da es keine gesellschaftliche moralische Vorstellung gibt, wie ein Bild oder Kunstwerk zustande kommt. Ausser er bringt jemanden um und malt mit dessen Blut oder was auch immer ein Bild – da ist er sicher moralisch auf einer schlechten Seite. Oder er bringt sich selbst um und malt das Bild mit seinem eigenen Blut – scheitert aber an der Durchführung. Ok, das wäre dann eher makaber und auch irgenwie witzig.

Auch der Innenminister Schäuble mit seiner Panikmacherei um einen perfekten Überwachungsstaat zu bekommen ist in seiner Form extrem und das betrifft irgendwann jeden im Staat. Diese Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen. Wenn ein Künstler Exkremente an die Leinwand schmiert, wird niemand dadurch eingeschränkt.

Wenn manche Künstler für viele nicht „normal“ sind, was sind dann unsere Politiker, Manager und einige Schichten der Gesellschaft? Die Künstler sind Vorreiter für zukünftige Entwicklungen. Nehmen wir die Masslosigkeit, dann sehen wir die Auswüchse als Spiegelbild in unserer Gesellschaft.

Deshalb kann ein Künstler niemals so extrem werden wie die obere Spitze der Gesellschaft. Vielleicht sollte der Innenminister Schäuble und die anderen lieber Kunst machen damit sie nicht so viel Schaden anrichten können.
 
Die Kunst des Innenminister Wolfgang Schäuble

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Nehmen wir an, der Schäuble wäre ein Künstler – ein Aktionskünstler. Man gebe ihm eine doppelläufige Schrotflinte und er steht mit seinem Rollstuhl auf einer weissen Leinwand, unter dem Rollstuhl sind drei Pinsel befestigt die mit schwarzer, roter und goldener Farbe getränkt sind. Die Reifen werden auch mit einer Farbe eingestrichen, nehmen wir braune Farbe.

Dann feuert Wolfgang Schäuble diese Schrotflinte, beide Läufe gleichzeitig, auf eine Puppe ab. Diese ist vermummt oder zumindest sieht sie wie ein Islamist aus, der Puppe wurde ein Schild umgehängt, dort steht „Al Qaida“ oder „Terrorist“. Dabei bewegt sich der Rollstuhl dank der kinetischen Energie der Schrotflinte ein paar Meter zurück. Dabei zeichnen sich auf der Leinwand die drei Pinselstriche und die Reifen des Rollstuhls ab.

Eine technische Bemerkung: Wichtig ist, der Schuss muss aus der Hüfte kommen, denn an der Schulter angelegt würde man sich sonst rückwärts überschlagen – das gäbe dann ein anderes Bild. Möglich wäre es auch, die Schrotflinte am Bauch anzulegen. Dann würde beim Aktionskünstler das gleiche Gefühl entstehen, wie bei anderen Menschen die seine Reden als Innenminister hören. Und die Bremsen müssen gelöst sein – wer will sich schon bremsen in der Politik und Kunst!

So würde er als Künstler sich selbst und seine Gedanken initiieren und gleichzeitig noch ein Kunstwerk schaffen. Bei der Aktion wird die Puppe vernichtet, als einen Akt der Spontanität, nur ein Finger setzt alles in Gang. Schon fast Minimalismus in der Kunst. Dadurch entstehen die 3 Farben auf der Leinwand die Deutschland repräsentieren und sind zudem links und rechts eingefasst mit den braunen Spuren. Interessant auch das sich beim Rückschlag der Schrotflinte der Rollstuhl rückwärts in Bewegung setzt, die Augen aber blicken nach vorne. Das lässt viel Raum für Interpretationen und Assoziationen der politischen Landschaft.

Die Aktionskunst wird filmisch festgehalten und auf DVD´s gebrannt und das Kunstwerk kann kaufen wer will, vielleicht erzielt es ja einen absurden hohen Preis. Die Puppe wird den Taliban geschickt, damit sie sich mit europäischer Kunst auseinander setzen können, sozusagen als Kulturbeitrag. Dann werden wir sehen ob sie auch Kulturverständnis und Humor besitzen.
Wenn es ihnen gefällt, bekommen sie die gesamte documenta 12 dazu, samt Ausstellungsleiter der ihnen dann alles erklären kann. Dann wären sie die nächsten 10 Jahre beschäftigt, es wäre ruhig in Afghanistan und die Soldaten könnten wieder zurückkommen. Im schlimmsten Fall werden eventuell irgendwelche Kunstkritiker entführt, wenn sie mehr über westliche Kunst erfahren wollen. Das wäre doch eine gute Sache und es wird kein Schaden angerichtet. Also, ich glaube Herr Schäuble könnte als Künstler viel mehr erreichen. Als Politiker würde er dies nicht schaffen.

Ich könnte ja mal Wolfgang Schäuble fragen ob er da mitmacht, könnte mir aber vorstellen das er lieber kein Künstler sein möchte, obwohl diese Kunstaktion perfekt auf ihn zugeschnitten wäre.

Fast hätte ich den Titel des Kunstwerkes vergessen – „Ohne Titel“ ist zu wenig, wie wäre es mit „Deutschland in der richtigen Spur“ oder besser „Deutschland in der rechten Spur“.

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Nicht das es heisst ich kenne keine Politiker. Das ist zwar ein altes Foto mit Aussenminister Kinkel, ich glaube es war 1997, da hatte ich auch noch mehr Haare auf dem Kopf. Ja, ja die Zeit hinterlässt ihre Spuren.

Onanieren auf die Kunst – onanieren in der Kunst?

In meinem Blog mit dem Titel „Exzessiv und die Wut die entsteht wenn man nicht malen kann“ schrieb ich von einem Künstlerkollegen, der auf seine Bilder onaniert. Zu diesem Blog bekam ich einige Mails bezüglich des Künstlers, schade das sie nicht unter den Kommentaren verfasst worden sind.
Die Fragen die auftauchten waren sehr interessant, deshalb hier meine und seine Antworten dazu:

  • Nach Rücksprache mit dem Künstler – er will nicht seinen Namen preisgeben (kann ich verstehen).
  • Ich habe es nur von ihm erfahren, kann aber dessen Wahrheitsgehalt nicht verifizieren. Da ich ihn aber schon lange kenne, glaube ich das es der Wahrheit entspricht.
  • Die Bilder die er macht sind keine pornografischen Werke, sondern abstrakte Malerei die eher der informellen Malerei zuzuordnen sind.
  • Er ist auch nicht verklemmt, denn er versucht jede Frau anzumachen.
  • Es gibt ihm ein Gefühl der Macht, diese Bilder zu verkaufen, da der Käufer nichts davon weiss – aber nur bei Frauen.
  • Ja, manchmal uriniert er auch auf seine Kunstwerke. Er begündet dies mit einen normalen Malprozess seiner Person. Vielleicht kommt die andere Steigerung auch noch, man weiss ja nie.
  • Ja, er ist soweit geistig gesund und verhält sich einigermassen normal – ausser er hat zuviel getrunken – dann erzählt er am liebsten wie seine Bilder entstehen.
  • Er ist nicht aggressiv – ausser er lässt sich von einem anderen Mann provozieren, dann kommt aber eher eine Verbalattacke übler Worte.
  • Sein Alter ist 34 Jahre.
  • Ja, er hat ein ziemliches Machogehabe und er meint, dass er der genialste Künstler aller Zeiten ist. (Das gibt es bei anderen Künstlern natürlich auch)
  • Nein, er hat keine feste Beziehung (Lässt das einen neuen Aspekt erwachsen? Ich glaube nicht wenn er eine feste Freundin hätte, das er sich anders verhalten würde).
  • Nein, er kann von seiner Kunst nicht leben, will es aber sehr wohl.
  • Er hat Jeff Koons (ist er eigentlich ein Maler?) als Vorbild – damit kärt sich schon viel auf. Vor allem die Bilder mit Ilona Staller.

Ich hoffe alle Fragen der Mails beantwortet zu haben.

Festzustellen ist, das ich nichts vergleichbares bei Frauen gefunden habe. Diesen Gestus in der Kunst scheint eher die Männerwelt zu haben, ausser Künstlerinnen die sich Operationen unterziehen um sich selbst als Kunstwerk zu präsentieren. Wie die französische Künstlerin Orlan die ihr Gesicht mehrfach umoperieren hatte lassen oder die amerikanische Künstlerin Vanessa Tiegs die Bilder mit Menstruationsblut malte (scheint aber das es da noch mehr Künstlerinnen gibt).

Da sind wir wieder bei dem Thema: „Es gibt nichts was es nicht gibt“, folglich fehlt nur noch der „Mord im Namen der Kunst“ und der kommt ganz sicher.

Der gequirlte Q-Fladen in der Kunstsprache

Heute habe ich eine wunderschöne Schifffahrt von Mannenbach nach Schaffhausen und zurück gemacht. Natürlich gab es ausser viel Rhein auch sehr interessante Sachen zu sehen. Unter anderen eine Kuhweide und ein paar bescheuerte Touristen auf dem Schiff – da ist mir wieder diese pürierte Gemüsesuppe eingefallen.
 
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Leider ist es in der Kunst oftmals keine pürierte Gemüsesuppe die sprachlich zum besten gegeben wird, die hätte ja noch Substanz – sondern man findet einen gequirlten Q-Fladen. Im Endergebnis könnten man sich auf die Konsistenz eignen, aber die bringt dann auch nicht mehr viel.

Also nochmals: In der Kunst – damit meine ich die „höhere Kunstsprache“ ist für mich persönlich wie ein gequirlter Q-Fladen. Zum einem ist es ein Sammelsurium an bestimmten Wörtern, die in der Kunst grosse Aussagekraft haben. Diese Wörter sind der Grundstoff, so wie bei der Q das Gras. Bei der Q ist es ein Verdauungsprozess und beim Kunstsprachenkünstler wie beim documenta Boss ist auch ein Verdauungsprozess, dieser läuft natürlich geistig ab. Nur das Ergebnis ist gleich – ein gequirlter Q-Fladen.

Der Nebeneffekt wie wir alle wissen sind die Verdauungsgase. Bei der Q entsteht Methan und bei den Sprachexperten – was entsteht da? Vielleicht kein Gas, aber viel heisse Luft. Die ist notwendig, damit das Endprodukt sozusagen in höheren Spähren schweben kann. Jeder weiss, das heisse Luft aufsteigt.
Somit ist dieser gequirlten Q-Fladen in einer höheren Ebene angesiedelt und unterscheidet sich dadurch von dem normalen Q-Fladen.

Manche lieben diesen Q-Fladen und andere wie ich stehen dem eher skeptisch gegenüber. Kenner der hochgeistigen Kunstsprache wissen was mit einem gequirlten Q-Fladen gemeint ist, nämlich gequirlte s*******.

So, jetzt habe ich es gesagt und wende mich wieder anderen Dingen zu.