Monthly Archives: Dezember 2010

Die Unternehmen und der Sozial Media Hype

Social Media – der Begriff der in aller Munde ist – wieder ein weiteres Medium? Ja! Im Social Web findet diese Verknüpfung neben der Information noch zusätzlich über einen sozialen Kontext statt. Sprich: Ich konsumiere ein Medium, weil es mit meinem sozialen Kontext verknüpft ist. Normalerweise wird es von einem Freund auf zum Beispiel Facebook empfohlen und alle wissen es. Die Konsumenten und Interessenten werden zunehmend aktiver und erwarten von ihren Ansprechpartnern ein Miteinander. Sie wollen aktiv auf die Produktentwicklung und Produktgestaltung Einfluss haben und nicht mehr als passive Zielgruppe anonymer Marktprozesse wahrgenommen werden. Im diesem Zusammenhang fällt dann der Begriff “Social Media”. Es geht um Netzwerke wie Flickr oder Wikipedia, wo die soziale Interaktion den Medieneinsatz bestimmt.

Out ist …
Traditionelles Marketing im Internet, was zum Beispiel über Banner die User auf kontextirrelevante Inhalte leiten will, kommt nicht recht zum Erfolg, denn die User pflegen ihre Banner-Blindness.  Da hilft es auch nicht, wenn man statt Banner Pop-Werbung aktiviert. Sofern technisch möglich, wird dies dem Browser unterbunden; wenn dies nicht geht, dann wird Pop-Werbung ungesehen schnellstmöglich weggeklickt. Wer heute noch auf Banner oder kontextbasierende Werbung setzt sollte lieber sein Geld einer gemeinnützigen Organisation spenden – dort ist es sinnvoller angelegt.

Das Unternehmen im Social Web
Das Unternehmen kann ein Gesprächsthema sein, die ein besonders gutes oder schlechtes Produkt hat, das Menschen gerne ihren Freunden empfehlen oder warnen. Auch ein besonders freundlicher und optimaler Service wird gerne honoriert, der schlechte Service spricht sich noch schneller rum. Wenn ein Unternehmen Problemlösungen bereit stellt oder ein lustiges Video erstellt, kann sie ein Gesprächsthema sein. Das Social Web eignet sich daher perfekt für Guerilla-Marketing und Virales Marketing.

Ein positiver Aspekt – man kann das soziale Netz nutzen um Kundenmeinungen einzuholen um das Angebot des Unternehmens verbessern. Damit steigerst man eventuell die Kundenzufriedenheit, was wiederum dazu führt ein Gesprächsthema zu sein. Das setzt aber voraus, das man den Kunden ernst nimmt. So war ich zum Beispiel von Apple überrascht wie gut die Qualitätskontrolle bei Problemen ist und der Endverbraucher bekommt von Apple ein Formular um seine Meinung zu schreiben.

Gefahr!
Man hat die Möglichkeit der Moderation. Doch diese wird als Zensur aufgefasst und der Schuss geht ziemlich sicher nach hinten los. Die Meinung der Nutzer vom Unternehmen sinkt und auch diese Meinung wird natürlich sofort verbreitet. Doch wie geht ein Unternehmen mit negativer Kritik um? Hier sollten sich Unternehmen tragfähige Konzepte erarbeiten, ein sogenanntes Krisenmanagement, wenn das Unternehmen im Web zerrissen wird.

Darauf Antworten – so kann man sich bei Kunden bedanken, sich für Fehler entschuldigen und auf Kritik reagieren. Dem Kunden gefällt, dass seine Meinung zählt. Das alles nützt aber nichts, wenn das ganze nur als Marketing angesehen wird und dahinter nur die öde Servicewüste ist.

Neue Arbeitsplätze schaffen
Die Unternehmen haben nun das Sozial Media entdeckt, deshalb werden jetzt neue Stellen im Bereich Social Media Marketing (SMM) und Social Media Optimization (SMO) entstehen – neue Arbeitsplätze braucht das Land.

Social Media Marketing Leistungen:

  • Social Media Marketing Beratung
  • Social Media Marketing Kampagnen Konzeption
  • Social Media Optimization (SMO)
  • Social Community / Network Marketing
  • Corporate Blogs / Unternehmens Blogs

Vorteil: Alles ist neu – die Agenturen können wieder Phantasiepreise verlangen, viel darüber reden und wenig bewirken – genau so wie beim SEO oder SEM, E-Commerce-, Tracking,Webanalytics- oder Usability Marketing. Bedienen wir die neue Blase! ;-)

Die Zukunft (Vor- und Nachteile)
Im grossen und ganzen bewegen sich die grossen Unternehmen, die das SozialMedia als neue Marketingmassnahme sehen auf dünnen Eis. Denn statt schnellem Aktionismus, sollte schon im Vorfeld eine gute Planung stehen, zum Beispiel bietet sich im Consumer-Bereich eine ganz andere Möglichkeit als der Maschinenbau. Im Maschinenbau wäre eher eine interne Wissendatenbank mit Lieferanten, Ingenieuren und Endkunden aufzubauen, im Consumer-Bereich bietet sich das SocialMedia dagegen optimal an.

  • Drei von vier Internet-Usern in den USA benutzen in irgendeiner Weise Sozial-Media-Dienste.
  • Im weltweiten Maßstab besuchen zwei Drittel aller User Sozial-Media-Plattformen.
  • Sozial Media steht an 4. Stelle der Internet-Aktivitäten, noch vor der E-Mail-Nutzung.
  • Die Zeit, die User für soziale Internet-Nutzung verwenden, wächst dreimal so schnell wie die normale Internet-Nutzung.

Natürlich stellt sich auch die Frage, wie viele Ressourcen stellt die Firma genau für das SozialMedia ab, sonst ist es wie mit dem „so tollen Newsletter“ – die ersten 3 Monate gibt man sich redlich Mühe, viele News, danach tröpfelt es nur noch durch die Newsleitung und hinterher ist meist Stille. Die Unternehmen unterschätzen den zeitlichen Aufwand.

Erst gibt es den grossen Run auf das neue Medium, dann die Sättigung und später kommt vermutlich die Schadensbegrenzung. Denn das Web verzeiht und vergisst nichts! Wie schön, dass die Unternehmen erstmal alles durch die rosarote Brille sehen.

Firmen die sich wirklich ernsthaft um Ihre Kunden bemühen werden definitiv die Gewinner sein.

Natürlich gibt es auch ein Nebenprodukt:
Auch Soziale Netzwerke bleiben 2011 ein Quell steter Freude für Phisher und Spammer, ganz gleich, ob es um den Diebstahl spezieller Daten oder von Identitäten geht. Daneben werden Kriminelle ihre Cyber-Angriffe im kommenden Jahr noch zielgerichteter und damit effektiver auslegen. Diese Entwicklung begann bereits 2010 und wird sich verstärkt fortsetzen.

Operation Payback

Nach Assanges Verhaftung am Dienstag war es zunächst zu DDoS-Attacken gegen die Website der schwedischen Staatsanwaltschaft, gefolgt von Angriffen gegen die Webpräsenz und das E-Mail-System des schwedischen Anwalts, der das Mandat der Klägerinnen inne hat.

Weitere Attacken auf die Webseiten des Internetbezahldienstes Paypal sowie des Versandhändlers Amazon sind geplant. Paypal sei das nächste Ziel, um Amazon erfolgreich anzugreifen sei die Gruppierung im Moment noch nicht stark genug, erklärte einer der Aktivisten gegenüber dem britischen Fernsehsender BBC. Unterdessen wurde in den Niederlanden ein 16-Jähriger verhaftet, der sich an den Attacken beteiligt hatte. Die Aktivistengruppe, die dem Sicherheitssoftware-Hersteller Panda Security zufolge aus der 4 Chan Internet-Community entstanden ist, führt koordinierte, so genannte Denial of Service-Attacken auf die Server der jeweiligen Webseiten durch. Dabei werden die Rechner durch Überlastung zum Absturz gebracht. Amazon verbannte dagegen die Enthüllungsplattform von seinen Web-Servern. Gerüchten zufolge sollen die Unternehmen auf Druck der US-Regierung gehandelt haben.

Dabei bitten die Hintermänner der Rache-Aktion um freiwillige Mithilfe von Sympathisanten.

Durch das Ausführen eines Programmcodes soll der Rechner Teil eines Botnetzes werden und auf diese Weise die illegalen Angriffe gegen Behörden und Finanzinstitute unterstützen. Manche Nutzer sollen zu diesem Zweck auch Zweitrechner aufgesetzt haben.

Daneben stehen auch prominente Anhänger bereit, Assange aus der Klemme zu helfen – zum Beispiel durch Zahlung einer Kaution. Darunter bekannte Namen wie der britische Regisseur Ken Loach (74, „Looking for Eric“), der australische Filmemacher John Pilger (71) und Jemima Khan (36), die schillernde Ex von Schauspieler Hugh Grant (50).

Der angesehen Journalistik-Professor und Blogger Jeff Jarvis schrieb beispielsweise via Twitter: „Ich kann meine Visa und Mastercard nutzen um Pornos zu bezahlen, oder fanatische Abtreibungsgegner, homosexuellen-feindliche Organisationen oder den Ku Klux Klan zu unterstützen. Aber ich kann sie oder Paypal nicht nutzen, um Wikileaks zu unterstützen, das sich für Pressefreiheit, Transparenz und eine wirkliche Regierungsreformen einsetzt.“

So gesehen sind diese Aktionen sinnvoller als die üblichen Demonstrationen oder Unterschriftenlisten. Besser gesagt, es ist die zeitgenössische Form des Widerstands, ein Form von direkter Demokratie. Denn gegen die Ohnmacht von Zensur und Manipulation lässt sich nicht durch passiven Widerstand kompensieren. Es wird noch spannend! Die Veröffentlichung der Diplomatendepechen hat sich alleine schon aus dem Grund rentiert um zu sehen wie die Weltpolitik auf lächerliche Art und Weise die Hosen runterlässt um Assange aus dem Verkehr zu ziehen. Selbst die dümmsten unter uns wissen jetzt wie die Politik auf unglaubliche Art und Weise sowohl Druck auf Medien als auch auf Privatpersonen ausübt um ihre korrupten Machenschaften zu vertuschen.

Die Zukunft wird den Politikern letztendlich auf die Schliche kommen. Eine Zukunft, die mit unvorstellbaren Werkzeugen der Transparenz operiert. Am Ende wird man gesehen haben, was Sie getan haben.

Simon Oil beim Eurovision Song Contest

Vision einer neuen Welt: „Planet of Love“

Simon Oil: Ich glaube dieser Song ist dazu erschaffen worden, um die Einheit und Verbundenheit von allem mit allem in Erinnerung zu rufen und in einer einfachen Sprache wiederzugeben.
„Die wahre Tiefe liegt in der Einfachheit“.
Die Idee ist in mir entstanden und als mein Producer Silvio Fantauzzi mir zum ersten Mal die Arrangements vom Song präsentiert hat, kam bei mir so eine Stimmung wie im Film AVATAR auf und vielleicht ist dieser Song dazu da, um eine neue Welt zu schaffen, indem das Miteinander und Füreinander im Zentrum steht. Bei AVATAR wurde die Verbundenheit mit den Pflanzen, Tieren und Menschen auf eine grossartige Art und Weise in Erinnerung gerufen und dies zu sehen, zu hören und zu fühlen hat mich sehr stark berührt.
Dieser Song soll eine positive Kraft, starke Gefühle und pure Lebensfreude zum Ausdruck bringen. Ich freue mich über jede positive Rückmeldung.

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Wer es gut findet kann hier abstimmen: eurovisionplattform

Den Deutschen droht die 45-Stunden-Woche

Eine Wochenarbeitszeit von 45 Stunden wird laut IWH-Forscher Blum bald zur Normalität. Und es könnte noch weiter nach oben gehen.

Blum führt den Anstieg der Arbeitszeit auch auf die Rente mit 67 zurück. Es sei unmöglich, schwere körperliche Tätigkeiten bis in dieses hohe Alter auszuüben. Deshalb müssten viele Arbeitnehmer im Alter zwischen 50 und 55 Jahren umgeschult werden. Ein Dachdecker könnte etwa eine Ausbildung zum Altenpfleger absolvieren. Das Problem: Die Fortbildung reißt den Arbeitnehmer für eine längere Zeit aus dem Berufsleben. Der Staat sei finanziell nicht in der Lage, die Beschäftigten während dieser Umschulungszeit zu unterstützen. „Deshalb muss ein Arbeitnehmer in den Jahren zuvor auf seinem Arbeitszeitkonto ein Puffer aufgebaut haben, von dem er in dieser Phase zehren kann“, sagt Blum.

Originalartikel „Die Welt“

Natürlich muss der Deutsche länger arbeiten, wie soll er sonst mit 7 € Stundenlohn auskommen. Die 45-Stunden-Woche ist ein gutes Beispiel für Wachstum und steht im Einklang mit steigenden Krankenkassenbeiträgen, befristete Zeitarbeitsverträgen, Abbau von Sozialnetzen, steigende Energiekosten und sinkenden Rentenansprüchen. Das sind die tragenden Säulen des Aufschwungs (das Sponsoring der Banken nicht zu vergessen).

Besser wäre es die Stundenzahl auf 50 Stunden erhöhen, den Stundenlohn absenken damit es nicht zu teuer wird … Arbeit muss sich wieder lohnen.

Blum erkennt es als folgerichtig: „Wenn bei schweren körperlichen Tätigkeiten es unmöglich ist bis zum Rentenalter zu kommen, so ist der Arbeitnehmer natürlich auch selbst schuld, wenn er umgeschult werden muss. Deshalb, so laut Blum, muss der Arbeitnehmer gefälligst auch die Umschulung selbst bezahlen.