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Die Ratingagenturen- die Brandbeschleuniger

moodys_ratingfuck.jpgWas soll man zu diesem Thema grossartig schreiben, alles nur eine Wiederholung vom April 2010. Siehe Bericht: Standard & Poor`s- die Brandbeschleuniger nun heisst es „Moody`s- die Brandbeschleuniger“. Schon geht die Angst um vor einem Flächenbrand, der auch auf Italien und Spanien übergreifen könnte. Heute dominieren drei Agenturen den Markt: Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch. Dass ihre Macht noch immer so groß ist, liegt auch an der Politik. Mit ihren Herabstufungen verschärfen sie die Finanzprobleme der Schuldenländer und agieren so als Brandbeschleuniger.

Welchen Einfluss Rating-Agenturen haben, demonstrierte Standard & Poor’s (S&P) im April 2011 der Weltöffentlichkeit: Das US-Unternehmen setzte den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika von „stabil“ auf „negativ“ herab – und löste damit umgehend einen Kursrutsch beim wichtigen Börsenindex Dow Jones  aus. Gleichzeitig schossen die Risikoprämien auf US-Staatsanleihen nach oben. Später normalisierten sich die Kurse wieder, doch die erste Reaktion an der Börse machte deutlich: Rating-Agenturen sind die Herrscher der Geldmärkte. Oder bei der Finanzkrise – weil sie Schrottpapiere mit Bestnoten bewertet und so zur Spekulationsblase beigetragen hatten, galten sie als Mitverursacher der Krise.

„Die Rating-Agenturen reagieren auf die Märkte, und die Märkte reagieren auf die Rating-Agenturen“

«Das ist eine unglückselige Episode und wirft Fragen über das Verhalten der Ratingagenturen und deren Weitblick auf», sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn in Brüssel. Diese Frage hat man sich auch schon letztes Jahr gestellt als Standard & Poors Griechenland auf BB+, also auf den „Ramsch-Status” herabgestuft hat – auch zu einem sehr fragwürdigen (für andere ein optimaler)  Zeitpunkt.

Gleiche und ähnliche Erkenntnis dieses Jahr: Die Regierung in Lissabon habe erst in der vergangenen Woche Massnahmen angekündigt, die teilweise über die Abmachungen für das Hilfspaket noch hinausgingen. Der Sprecher nannte den Zeitpunkt der Veröffentlichung „ausserordentlich unglücklich“.

Don’t forget! Dieser gewählte Zeitpunkt ist nicht ausserordentlich unglücklich gewählt, sondern optimal, um Profite zu erzielen!

Das Unbehagen ist besonders gross, weil der Markt in der Hand von nur drei Unternehmen ist. Die New Yorker Platzhirsche S&P, Moody’s und Fitch geben 95 Prozent aller Bonitätsbewertungen ab. Sie beurteilen die Kreditwürdigkeit von Staaten, Banken und Firmen. Kein Marktteilnehmer kommt um diese Bewertungen herum, trotz aller Fehleinschätzungen verlassen Anleger sich auf ihr Urteil. Sie tun es, weil es alle tun. Man sollte sich lieber die Frage stellen, wie weit das Diktat der Finanzmärkte gehen soll.

Sehenswert: Ratingagenturen: Mitschuldig an Krise? (Frontal21 – ZDFmediathek)

Untersee/Mannenbach – Segelboot gekentert (3.7.2011)

Gestern um ca. 20:15 kenterte eine kleine Jolle ca. 100 Meter vom Hafen Mannenbach bei Nullwind. Die beiden Segler, ein Mann und eine Frau versuchten gegen 16:00 Uhr vom Mannenbacher Hafen wegzusegeln. Zur allgemeinen Belustigung und wegen der Bise, trafen sie mindestens 7 Mal den Steg – der Ostwind drückte sie dagegen – gegen den Wind zu segeln war wohl nicht ihre Stärke. Da sie einen Elektromotor an der Jolle hatten, schafften sie es dann doch eine grössere Distanz zwischen Hafen und der Jolle um dann ohne den Steg zu berühren, zu segeln.

Somit war es wohl nicht weiter verwunderlich, dass das Boot auf der Rückfahrt bei fast Nullwind kenterte. Beide klammerten sich an das Boot, die Frau rief um Hilfe, beide Segler trugen keine Schwimmwesten. Ich verständigte sofort die Wapo auf der Reichenau, da sie auf der gegenüberliegenden Uferseite  stationiert sind und schnell in Mannenbach sind. Leider war der Posten nicht besetzt und so informierte ich die Konstanzer, die ihrerseits die DLRG informierte.

Nach 15 Minuten war die DLRG vor Ort, vorher hatte ein Segler und später ein Motorboot die beiden verunglückten Segler geborgen. Danach traf das kleine Konstanzer Polizeiboot und ein wenig später die Schweizer Seepolizei ein. Am Parkplatz am Hafen stand ein Rettungswagen und die Polizei. Dort ergab sich dann wohl eine grössere Diskussion mit den Geretteten bis 22:15.