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Schön bestialisch: Der costaricanische Kreative Guillermo Vargas ließ im Rahmen einer Kunstaktion einen angeketteten Straßenhund verhungern. Blogger machten den Fall bekannt, jetzt laufen Tierschützer Sturm. Der Fall ist zwar schon ein halbes Jahr her, aber die Diskussionen laufen weiter. Darauf gekommen bin ich, weil ich gestern ein Mail bekam, das für eine Unterstützung gegen den Künstler in Form einer Petition warb.

San José – Guillermo „Habacuc“ Vargas“ wollte ein Zeichen setzten: Er ließ ein paar Kinder im Armenviertel des nicaraguanischen Managua einen abgemagerten Straßenhund einfangen und kettete ihn in der städtischen Galerie an. Dann nahm er mehrere Hand voll Trockenfutter und schrieb damit einen Satz an die Wand: „Du bist, was du liest“. Einen Tag später war die Schrift noch da – das Tier war tot. Verhungert.

Mittlerweile diskutieren Blogger aus aller Welt den Fall. „Eine Schande für die Kunst“, empört sich einer, „Bravo für Habacuc“, lobt ein anderer, der in der Inszenierung des Künstlers eine Demonstration gegen die Unmenschlichkeit sieht.

Der Künstler selbst wollte sich Journalisten gegenüber nicht zum Tod des Tieres äußern. „Ich werde nicht sagen, ob der Hund gestorben ist“, sagte Vargas. Wichtiger sei in seinen Augen die Heuchelei der Menschen. „Wenn ich den Hund als Kunstobjekt vor eine Wand binde, wird er plötzlich zum Fokus. Wenn er in der Straße vor Hunger stirbt, kümmert das keinen.“ (Weiterlesen: Spiegel)

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Auf den ersten Blick hört sich die Kunstaktion ziemlich derb an, aber auf den zweiten erkennt man doch sehr schnell was der Künstler damit aussagen will. Ein Beispiel anderer Art: Die Medien berichteten über ein kleines Mädchen das in einen Brunnen gefallen war und darin festgesteckte. Die ganze Welt nahm Anteil an dem Einzelschicksal – im gleichen Zeitraum sterben täglich 30.000 Kinder (Die häufigsten Krankheiten, die bei Kleinkindern zum Tod führen, sind Atemwegserkrankungen, Durchfall, Malaria, Masern und AIDS. Mangelernährung ist bei 54 Prozent aller Todesfälle eine der entscheidenden Ursachen). Natürlich ist ein durch die Medien publiziertes Einzelschicksal genauso tragisch wie 30.000 Einzelschicksale täglich – nur das die Medien ein Brennglas auf ein einziges Ereignis lenken. Das gleiche verhält sich im Falle von dem vermissten Mädchen Madeleine in Spanien. In anderen Ländern werden Kinder verkauft, müssen unter unwürdigen Bedingungen arbeiten und so weiter, nur das dies von den Medien nicht berichtet wird. Die Masse stürzt sich auf ein mediales Ereignis und der Rest wird einfach ignoriert.

So gesehen hat der Künstler mit der Aussage Recht: „Wenn ich den Hund als Kunstobjekt vor eine Wand binde, wird er plötzlich zum Fokus. Wenn er in der Strasse vor Hunger stirbt, kümmert das keinen.“ Genau so funktioniert es in unserer Welt, man bemerkt den armen Hund auf der Strasse, aber er gehört zum Alltag und dringt deshalb nicht weiter in unser Bewusstsein vor. Und genau dies wollte der Künstler aufzeigen. Würde man den Fokus bei uns auf die Hühnerfarmen bzw. Fleischerzeuger richten, dann gäbe es auch einen Aufschrei aufgrund der unwürdigen Haltungs- und Schlachtbedingungen, aber die Menschen würden trotzdem günstiges Hühnerfleisch vorziehen und dadurch kann sich die Ursache nicht ändern. Die Beispiele lassen sich endlos fortsetzen, hier noch eins.
Würde ich im Rahmen einer Kunstausstellung mit einem Beil öffentlich ein Huhn köpfen und die Medien würden es aufgreifen, so gäbe es sicher einen Aufschrei (Brutalität, Tierquälerei, Massaker). Am besten noch das Video von der Köpfungsaktion bei YouTube reinstellen, damit es alle mitbekommen. Die meisten die sich darüber aufregen vergessen gerne, dass genau das gleiche jeden Tag hunderttausendmal in den Schlachthöfen vollautomatisiert passiert.

Aufgrund dieser Aussage war die Kunstaktion eine gute Umsetzung wie unsere Realität tatsächlich ist, ich gehe auch davon aus, da Künstler nicht unbedingt grausame Menschen sind, das der Hund noch lebt.

In dem Zusammenhang auch noch interessant, da aktuell: Scheinwerferattacke auf bodensee-kormorane. Experten des Regierungspräsidiums Freiburg sind in der Nacht zum Mittwoch angerückt, um mit Halogenstrahlern Kormorane im Naturschutzgebiet Radolfzeller Aachried aus ihren Nestern zu scheuchen.
Mit dieser am Bodensee bisher einmaligen Aktion wollen sie bei Temperaturen um den Gefrierpunkt den Nachwuchs der schwarz gefiederten Wasservögel dezimieren, die vielen Fischern als Fischräuber gelten. Mal sehen wann es den Haubentauchern an den Kragen geht, sind ja auch Fischräuber – machmal frage ich mich was dann die vielen Fischer auf dem Bodensee sind – keine Fischräuber? Und die Folgen nicht zu vergessen: Die arme Ente und der Angelhaken Der Mensch und sein eingreifen in die Natur.

Update 15. April 2008: Die Aufregung um den Hund scheint grösser zu werden. Manchmal frage ich mich, ob die Menschen die Tatsache wie die Welt der Medien funktioniert nicht durchschauen. Gutes Beispiel war die Bonsai Katze, die Katze im Glas. Es gab einen riesigen Aufschrei, dabei war alles nur gut geplante Provokation und nicht real.
Von Bekannten wurde ich wegen meiner Meinung zu diesen Thema „Künstler lässt Hund verhungern“ angegriffen. „Da musst du auch als Künstler dagegen sein“ so der O-Ton. Eine „tierliebe Familie“ – was die beiden nicht sehen, ist wie ihre kleinen Kindern mit „ihren Haustieren“ umgehen und das ist definitiv reine Tierquälerei! Als Argument kommt dann, dass sie schliesslich lernen müssen mit Tieren umzugehen – Pech für die noch jetzt lebenden Haustiere. 2 Hamster totgetreten (vermutlich unabsichtlich), der kleine Hase in der Badewanne ersoffen, weil die beiden Kinder mit ihm in der Badewanne spielten und das Meerschweinchen … nun ja, Mikrowelle ist gefährlich. Natürlich sind die Eltern überzeugte Tierschützer und Vegetarier, „sind ja noch Kinder“ heisst es dann als Entschuldigung. Toll!

Der Künstler hat genau diese Heuchler enttarnt, die soggenannten Tierliebhaber, die ihren grossen Hund in einer 1-2 Zimmerwohnung in der Grossstadt halten, kurz mal in der Frühe und am Abend Gassi gehen und genau diese Leute regen sich über die Kunstaktion am meisten auf. Bescheuerte Menschheit!

Tierliebe scheint einen ganz anderen Wahrnehmungszustand und Weltverständnis auszulösen, der Respekt vor den Tieren geht einigen der Tierhalter komplett ab. Tierhaltung erfolgt gerne aus egoistischen Gründen, „der beste Freund ist das Haustier – klar, weil er die Klappe hält und keine Widerworte gibt“ und vergessen dabei die Tiere artgerecht zu halten. Das sind dann die, die ihre Tiere zu Tode lieben.

Hier noch ein kleines Beispiel aus dem Thread von frettchen-forum.de über die Hundeaktion (Originalzitat)

ich habe nochmal nach gelesen und ich glaube, dass der hund tot ist!
da muss man doch was gegen tun!
ich weiß , dass 1000de tiere verhungern, weil einfach kein futter da ist! meistens in ländern in denén sogar die menschen nichts zu essen haben! aber mit futter an die wand zu schreiben und den hund verhungern zu lassen ist unmenschlich!
ich bin der meinung, dass diejenigen, die gegen tiere gewaltätig sind auch vor menschen nicht zurück schrecken!
denn dieses verhalten ist einfach UNMENSCHLICH!!! NICHT menschlich!!!
jedes tier (auch der mensch) tötet um zu leben – um zu überleben!
aber nicht um es „kunst“ zu nennen !!!
ich werde mal mit dem leiter unseres landesmuseums reden, ob der weiß, wie man diesem „künstler“/tierquäler am besten schaden kann!!!

Was soll man dazu sagen? Warum nicht gleich den Künstler standrechtlich erschiessen? Ist doch legitim, oder? Vor allem, was ist unmenschlich? Der Mensch ist wohl der einzige der sich benimmt wie ein Mensch. Kriege, Umweltzerstörung, Unterdrückung gehören zu den Eigenschaften, aber auch soziales Verhalten, Fürsorge und Empathie.

Ich ersuche jeden der Fleisch isst einmal einen grossen Schlachthof zu besuchen oder die grossen Tiermäster und dann nochmals zu entscheiden ob man weiterhin Fleisch essen möchte. Das abgepackte Fleisch im Supermarkt stammt übrigens von Tieren!
;-) Ich bin kein Vegetarier!

Es stellt sich nicht die Frage ob das Kunst ist, sondern ob diese öffentliche Zurschaustellung von moralisch verwerflichen Aktionen generell mittlerweile zum Normalalltag wird. Siehe Tötungsfilme der Islammilizen, Unfälle im Detail mit zerfetzen Leichen, öffentliche Pathologie, usw. – das ist die Kernfrage.

Zum anderen rechnet der Künstler mit der Empörung von Tierliebhabern, je mehr darüber diskutiert wird auf Blogs und Foren, desto mehr wird sein Name verbreitet. Logisch das dann auch andere auf die Idee kommen, auf diese Art und Weise ihren Bekanntheitsgrad zu vergrössern.

Vielleicht ist es auch nur ein Placebo – das Internet ist für solche Sachen die richtige Plattform. Denkt an die Katzen im Glas ;-)

Künstler lässt Hund verhungern
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35 Gedanken zu „Künstler lässt Hund verhungern

  • Pingback: Feedcast2
  • Ich bin so sauer wie kann man einen HUND der lebt als Kunst bezeichnen und vor allen so langsam sterben muß der Künstler den müßte man anbinden und das erleiden lassen wasder arme Hund erleiden muß ????WAS HAT DAS NOCH MIT KUNST ZU TUN????????der Der Künsler is doch krank für mich is er ein Arschloch

  • Wer sagt Euch, dass der Hund wirklich gestorben ist?
    Es ist schon erstaunlich, dass Tierliebhaber blindlinks auf die Barikaden gehen ohne nachzudenken.
    Glaubt Ihr denn im Ernst, dass die Verantwortlichen einer Kunstausstellung es zulassen einen Hund verhungern zu lassen?
    Mehr Informationen bei:
    französische Version
    http://www.hoaxbuster.com/hoaxliste/hoax.php?idArticle=68824
    englische Version
    http://urbanlegends.about.com/library/bl_starving_dog_art4.htm

  • Aber das ist es doch auf was ich hinaus will!
    Wir ziehen klare Linien was die Wertigkeit von Mensch und Tier angeht. Linien die nicht im Ge-ringsten gerechtfertigt oder vertretbar währen.

    Wir stellen unsere Spezies über alles andere und wenn das nicht falsch ist was dann? Wer gibt uns das recht dazu dies zu entscheiden?

    Du sagtest dass VIELE Menschen sich nicht wehren können. RICHTIG, aber KEIN Tier kann sich gegen den Menschen wehren.
    Sollte es ein Tier dann wirklich mal schaffen einen Menschen zu töten, hat es meist auch nicht mehr lang zu leben.
    Wenn ein Tiger in einem Zoo einen Pfleger anfällt, was passiert dann? Ja, mit großer wahr-scheinlich wird er eingeschläfert. Und das ist einfach nicht richtig.

    Deswegen sagte ich dass es sicher eher vertretbar ist.
    Ich sage ja nicht dass ich es tun würde.

    Ist verständlich auf was ich hinaus will???

  • @Nadine: Es ging um die Wertigkeit von Menschenleben und Tierleben von einem etwas weiteren Standpunkt betrachtet und welche Konsequenzen es hätte – nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich und welche Konsequenzen es hätte.

    Wenn die Quälerei eines Menschen für dich eher vertretbar ist, dann übersiehst du, das sehr viele Menschen sich nicht wehren können. Siehe Folter, Unterdrückung, ….

    Die menschliche Eigenschaft ist nunmal so, wenn ein Bericht durch die Medien geht, die Menschen erst darauf reagieren, denn keinem Menschen ist stetig im Bewusstsein was in der Welt vor sich geht.

    Das heisst noch lange nicht, das ich die soggenannten Kunstaktionen die über die Grenze der Moral gehen, befürworte. Aber ich sehe sie im Kontext zu unserer gesellschaftlichen Entwicklung und das ist bedenklich. Diese Kunstaktion ist nur eine Randerscheinung an der äussersten Grenze, das grosse Unheil ist wie du richtig siehst der Mensch. Das Hauptproblem ist unsere profitorientierte Wirtschaft, geringe Sozialkompetenz und Machtansprüche.

  • @ Michael

    Ich weiß was du meinst, aber ich sehe es trotzdem anders.
    Ich z.B.: bin KEINE Vegetarierin. Aber ich achte sehr wohl darauf WO mein Fleisch herkommt. Denn wenn es aus einer Massenschlachtung kommt rühr ich das Zeug nicht an. Denn jeder der weiß wie es in so einem Betrieb zugeht und das trotzdem isst begeht für mich das gleiche verbrechen als würde er sich an dieser Tierquälerei (und das ist es leider) beteiligen.

    „Wenn das Tierleben den gleichen Wert hätte wie ein Menschenleben, dann müssten alle Vege-tarier sein. Was wäre die Konsequenz davon – das auch die Fleischfresser unter den Tieren moralisch verwerflich sind?“

    Diese Aussage hat weder Hand noch Fuß. Die Welt funktioniert nun mal so! Fressen und ge-fressen werden. Mensch wie Tier. Der Mensch ist doch ein Tier! Oder wer hat denn Menschen wohl in diesen „höheren“ Stand gehoben wenn nicht er selbst?
    Ich finde es absolut o.k. Tiere zu töten wenn sie anschließen auch als Nahrung dienen (ganz egal WELCHES Tier (Hund, Katze, Maus)).
    Aber DAS ist einfach verwerflich und grausam.

    Tatsache ist doch das der Mensch ein unglaublich grausames Wesen ist. Wir quälen Tiere ohne Grund nehmen uns was wir wollen und wenn noch so viele darunter leiden.
    Was sicher auch eine Rolle spielt ist das diese Tiere sich nicht wehren können. Nimm einen Menschen gefangen und quäl ihn, das währe meiner Meinung nach moralisch noch eher ver-tretbar als das selbe mit einem Tier zu tun, denn ein Mensch kann sich wehren ein Tier meist nicht.

    Sorry aber ich kann deine Haltung in dem Punkt nicht verstehen.
    Ich weiß zwar das du nur darauf hinaus willst das es doch in der Ganzen Welt tag täglich so zugeht, aber das wussten wir auch vorher, dazu mussten wir nicht einen Hund vor einer Lein-wand verhungern sehen.

    Was den angeblichen Tot des Hundes angeht, sollte er wirklich überlebt haben, ist es TROZ-DEM Tierquälerei.
    Was eure Diskussion über den verzehr von Menschenfleisch angeht wenn ein Notstand da wäh-re… Ja ich würde es auch tun. So wie 98 % aller. Das ist unser Instinkt zu überleben. Einer der wenigen die wir uns noch erhalten haben.

  • @ Michael

    ich denke es kommt aufs Tier an und wie du es hälst. Wenn du einen Kind ein Meerschweinchen gibst, ist das meist wahrscheinlich Tierquälerei. Wenn du deinem Hund ein Jäckchen anziehst und ihn ständig in der Tasche mitrumträgst ist es sicher auch nicht genial.
    Natürlich musst du, wenn du ein Tier hast, es artgerecht halten. Und dazu muss man wissen, wie es, oder dessen Artgenossen, in freiher Wildbahn leben. Man muss sich genau so mit der Anatomie des Tieres auskennen (zum Beispiel Dackel sollten keine Stufen laufen müssen, so etwas…)
    Ich denke, die meisten Hunde, Pferde, Katzen, etc. haben hier in Deutschland trotzdem kein schlechtes Leben. Ohne menschlicher Zutun könnten viele nicht mehr überleben.
    Aber der Halter muss sich halt bewusst sein, dass ein Tier nicht nur zum Kuscheln da ist, sondern eine Menge Verantwortung bedeutet, und Bedürfnisse hat, die dem eines Menschen nicht entsprechen..
    Dann ist Haustierhaltung völlig in Ordnung! Und sicher nicht zu vergleichten mit Geschichten wie du oben geschrieben hast.

    Übrigens, was ich hier oft in München beobachte, es gibt so viel Leute mit Hunde, die behaupten, der Hund bedeute ihm alles und Tiere seinen eh toll. Nur sind das ganz oft auch die Menschen, die im Winter mit Pelz rumlauden und ihren Tieren Fressen aus Massentierhaltung besorgen. Was doch sehr ’schön‘ die Einfältigkeit der meisten zeigt. Wie in den Medien, das was man sieht, dass berührt, aber Tatsachen, mit denen man nicht konfrontiert ist, kann man gut aus dem Kopf verbannen

  • @Michael

    Verwerflich und keine Kunst.

    Und das mit dem Fokus auf Ereignisse, – da habe ich dir ja schon zugestimmt. Muss und darf man aber nicht so zum Ausdruck bringen, zumalen es nichts hilft! Lieber einen Bericht über Ereignisse zeigen, die auch so geschehen würden, die bringen das Thema sicher mehr in die Köpfe der Menschen.

  • Wie Nadine schon sagt, jedes Lebewesen hat das gleiche Recht zu leben. Das man seine eigene Spezies vorzieht, und um so verschiedener eine Lebewesen ist, dass man sich da umsoweniger verbunde fühlt, ist sicher klar, aber wenn es nichts anderes gäbe.. Aber Mensch wird ja eh nicht im Supermarkt angeboten ;-)
    Nein, aber wahrscheinlich hast du Recht. Da ist eher Skrupel, obwohl… wenn der Typ sowieso stirbt.. Dann vielleicht… Skrupel ja auch nur weil derjenige wüsste, dass er sterben wird, ein Tier weiß das nicht. Wie oben erwähnt, jedem sollte wenigstens so viel Repekt entgegengebracht werden, dass er ein schönes Leben hat, wird ihm dafür schon die Verantwortung genommen.

  • @Marlen: Die Gegenbeispiele dienen dazu um das ganze in ein gesundes Verhältnis zu rücken, deshalb hatte ich den Bericht geschrieben. Es ging um den extremen Fokus auf ein bestimmtes Ereignis und man sollte dabei nicht den Rest der Welt aus den Augen verlieren. Sonst enden wir wie die Amis, die wegen jeden Pups in Hysterie verfallen.

    Zudem ist bis jetzt nicht bewiesen, dass der Hund tatsächlich tot ist – es gibt nur Vermutungen. Zum anderen finde ich die „Haustiermentalität“ unserer westlichen Zivilisation ein wenig merkwürdig.

    … aber da schweife ich schon wieder ab … Also Marlen, was sollte ich denn schreiben, das es verwerflich ist oder ob es keine Kunst ist?

    @Christian: Wenn es nichts mehr zu essen gäbe in einer Notsituation, dann kann es schon sein das man einen Menschen isst.

  • @Marlen:

    „Wie oben erwähnt, jedem sollte wenigstens so viel Repekt entgegengebracht werden, dass er ein schönes Leben hat, wird ihm dafür schon die Verantwortung genommen.“

    Da fängt das ganze Problem schon an. Ich kenne einige Tierliebhaber und diese betrachten es als ihr Lebenswerk, dass das Haustier ein schönes Leben hat. Manchmal denke ich, das ist eher Tierquälerei. Sogar was Respekt angeht gibt es verschiedene Ansichten.

    Ein Tier hat kein schönes Leben im menschlichen Zusammensein – das ist eine Anmassung des Menschen. Aber es könnte ein freies Leben haben, ein natürliches und das geht nur wenn der Mensch nicht eingreift.

    Das ist auch einer der Gründe warum ich keine Tiere mehr habe – Respekt vor Tieren fängt da an: „Sie nicht besitzen zu wollen“.

    Aber ich verstehe natürlich was du mir sagen willst und gehe davon aus, dass wir auch beide die gleiche Meinung über das ganze Thema haben – es ist meine Art von Provokation. ;-)

  • Falls ihr noch mehr grausame Geschichten hören wollt. Der Vater einer Freundin war mal in China, da wollten sie ihm Gehirn vom Affen anbieten. Das Schlimme: Der Affe war noch am Leben als er aufgeschnitten wurde. Gilt wohl im China als ganz besondere Spezialität. Nicht ganz legal aber was ganz Besonderes.
    Der Vater meiner Freundin ist dann sofort abgereist. War extrm geschockt!

  • @ Michael

    Kann nicht nachvollziehen, dass du immer mit Gegenbeispielen kommst. Hier geht es doch um konkret einen Fall, der einfach wiederwärtig ist. Das es genauso schlimme oder vielleicht noch furchtbarere Geschehnisse jeden Tag überall auf der Welt gibt, macht dieses Ereigniss nicht akzeptabel.
    Und das der Mensch Fleisch isst, ist für mich nicht verwerflich (solage das Tier vorher ein schönes Leben hatte und schnell getötet wurde!). Sicher ist es nicht schön, aber natürlich. (Würde übrigens auch Mensch essen, gäbe es das Angebot.) In der Natur ist es nicht ungewöhnlich, für Essen zu töten, aud Belustigung oder Luxus aber schon. So grausam ist eben nur der Mensch!

  • Ich glaube eher das der Künstler es Marketing-Technisch realisiert hat. Aber die Fotos von geschlachteten Hunden waren schon ziemlich hart. Verwunderung? Kein Hundefreund der sich hierüber aufregt.

  • Nadine:
    Das diese Aktion unter dem Namen der Kunst ausgeführt ist, keine Frage, ist eher bedenklich. Siehe andere Artikel.

    Wenn das gleiche mit einem Kind gemacht würde, das verhungert, würde der gleiche oder ein grösserer Aufschrei erfolgen. Dann wird dieses Einzelschicksal durch die Medien gejagt – aber tatsächlich an der Grundsituation würde nichts passieren und um das geht es mir in diesem Bericht.

    Ich sehe nicht ein warum ein Tierleben weniger wert sein soll als das eines Menschen.

    Wenn das Tierleben den gleichen Wert hätte wie ein Menschenleben, dann müssten alle Vegetarier sein. Was wäre die Konsequenz davon – das auch die Fleischfresser unter den Tieren moralisch verwerflich sind? Auf keinen Teil dieser Welt wird so ein Hundefetischismus betrieben, wie in Europa und USA.

    Würde es den gleichen Aufschrei geben, wenn es Vogelspinnen oder andere nicht so geliebte Tiere wären. Regt sich jemand darüber lautstark auf das in China Hunde gegessen werden. In Korea, China und Vietnam werden regelmässig Hunde gegessen; und diese Tatsache wird auch von zumindest einem Teil der Bevölkerung als normal empfunden.

    Zudem kommt es immer wieder zu besonders grausamen Schlachtungen, bei denen die Hunde vor dem Töten geschlagen werden; in Korea gibt es das Gerücht, das dabei produzierte Adrenalin würde das Fleisch zarter machen oder die potenzsteigernde Wirkung verstärken.

    Dann schau dir mal diese Bilder an: Hundeschlachtung Andere Länder, andere Sitten.

  • Ich kann nur noch den Kopf schütteln!
    Ich bin Stinksauer!!!!!!
    Du findest es also richtig das jemand einen Hund genommen hat und ihn dann vorsätzlich ver-hungern ließ?

    Jetzt sehen wir es mal aus dieser Perspektive, wie konnte es passieren das der Hund so groß wurde??? AAAAHHH anscheinend wurde er irgendwo durchgefüttert oder konnte sich essen klauen. Was schließen wir daraus??? Ja wahrscheinlich hätte er noch eine ganze weile gelebt.

    Was oder wer gibt diesem MISTKERL – der für mich ein Sadist und kein Künstler ist – das Recht zu entscheiden welches Lebewesen stirbt und welches nicht?
    Er will damit ein Zeichen setzten??? Er lässt einen Hund verhungern um zu zeigen dass es je-den Tag so ist??? Na dann APLAUS!!!!!

    Ich flieg mal schnell in eines der dritte Weltländer und mach das mit einem KIND! Denn schließ-lich sterben dort jeden Tag Kinder um das eine ist dann auch wurscht. Ich setzt damit ja schließ-lich ein ZEICHEN!
    Ich könnte natürlich auch eine Waffe nehmen und diesem Dreckskerl eine Kugel in den Kopf jagen, denn es geschehen ja jeden Tag Gewaltverbrechen! Damit setze ich ein ZEICHEN!!!
    Diese Dinge haben nichts mit Zeichen zu tun oder dem wachrütteln vom Menschen zu tun.
    Sondern mit einem Mann der krank genug ist um sich das sterben eines Hundes zu bedienen um Schlagzeilen zu machen und dann mit solch Idiotenaussagen daherkommt.

    Das dieser Mann nicht auf der stelle verhaftet wird ist für mich ein absolutes Rätsel. Ich sehe nicht ein warum ein Tierleben weniger wert sein soll als das eines Menschen. Aber hätte er das mit einem Kind gemacht dann hätte man ihn verhaftet…. jetzt Frage an dich… WIESO???? ist doch KOMLETT das gleiche. Würdest du dagegen protestieren wenn er öffentlich ein Kind ver-hungern lässt? Wenn ja, sag mir in drei plausiblen Argumenten warum und wieso das etwas anderes ist.

    Diese Tiere stehen auf der gleichen Erde, atmen die gleiche Luft und haben das gleiche Recht zu leben!
    Und wenn ich jetzt auch nur von irgendeinem den Satz höre „man kann Menschen nicht mit Tie-ren vergleichen“ dann rate ich demjenigen mal genau darüber nachzudenken.
    Es gibt nichts Grausameres als den Mensch und nichts auf dieser Welt hat es weniger verdient am Leben zu bleiben.

    Wer mit der Einstellung rumläuft das Mord durch solche Sinnlossprüche gerechtfertigt ist der hat für mich keinen Funken verstand Moral oder Ethik.

  • @ Michael

    Das ist leider wahr, macht die Sachen mit deinen Bekannten aber nicht weniger tragisch..

    Kenne den Fall mit den Haien. Und nein, hier gibt es keinen Unterschied. Alles die gleiche Sch… Genauso Froschschenkel, Kaviarherstellung, Stopfgänse, und und und. Es gibt so viel sinnlose Quälereien. Ich verurteile ja auch nicht nur die Ausübenden, sondern genauso die Konsumenten. Gäbe es diese Leute nicht, gäbe es auch keine Lieferanten.

    Tja, das schlimmste Lebewesen von allen bleibt immer noch der Mensch. Und das mit der vollen Überzeugung das Richtige zu tun..

  • @ Marlen:

    Ahh, du meinst die Bekannten. Da gibt es noch viele Beispiele von Familien mit kleineren Kindern und Haustieren und den Tierliebhabern.

    Es liegt nicht unbedingt an den soggenannten“Künstlern“ die ihren Bekanntheitsgrad mit solchen Aktionen in Szene setzen, sondern an der Menschheit. Lies mal diesen Bericht:

    http://www.seeblog.seelicht.ch/tcm-haifischflossensuppe-und-asiatische-gewohnheiten/

    Diesmal keine Kunst, aber von der Handlung her sehe ich keinen grossen Unterschied.

  • @Michael

    Meinte deine Bekannten. Die mit den netten Kleinen…

    Klar sollte jeder seine Meinung sagen. Aber ich finde es halt trotzdem schlimm wie der Künstler agiert. Und dafür kann ich einfach kein Verständnis haben, egal wie die Hintergründe sind!

  • Endlich mal ein objektiver und interessanter Bericht über solche Aktionen. Die Emotionalität der Hundefreunde wird zu einem Tunnelblick, bei machen Kommentaren frage ich mich, ob sie überhaupt den Artikel ganz gelesen haben, oder nur das lesen was sie lesen wollen.

    Dein Blog gefällt mir sehr gut.

    Webnomade

  • @Marlen:

    Meinungsfreiheit ist ein wichtiges Gut in einer Demokratie.

    An die Kinder geht gar nichts – das war nur der Vergleich.

    Tolle Freunde – wer soll das sein?

  • Finde krass das du die Aktion so bewertest. Der Arsch wollte Aufmerksamkeit um Geld zu verdienen, und ja, krasse Storys schocken mehr als alltägliche Geschehnisse. Sicher kommt es dann zur Aufmerksamkeit der Medien, die wollen sich auch verkaufen. Würde mich mal interessieren, wieviel von den Einnahmen denn nun tatsächlich an die armen Kinder gehen.
    Übrigens, zu deinen tollen Freunden, den hätte ich schon längst die Freundschaft gekündigt, und sie beim Tierschutz angezeigt. Was für widerliche Leute!
    Dein Argument mit dem großen Hund in der Zweizimmerwohnung. Sicher nicht optimal, aber wohl besser alt Tierheim (zumindest wenn die Hunde von dort kommen…)
    Im Punkto Essen und Massentierhaltung gebe ich dit allerdings vollkommen recht! Ich verurteile den Menschen zwar nicht, dass er Fleisch ist und Milch trinkt, aber man sollte dem Tier doch so viel Resekt entgegenbringen, dass es bis zum Tod wenigstens ein schönes Leben hat.
    Tiere allerdings nur zur Unterhaltung zu töten ( z. B. Stierkampf), sogenannter Kunst, Luxus (z.B. Pelz) oder andern minderwertigen Gründen ist babarisch. Ich verurteile jeden Menschen, der das unterstützt. Widerwärtige Ignoranten!
    Dieser ‚Künstler‘ ist nur einer von vielen kranken Menschen, besser macht es das aber nicht. Wie andere schon gesagt haben, hätte er sich doch selber angekettet. Da hätte er schließlich noch viel mehr Aufmerksamkeit bekommen.. Einfach nur schlimm!!!

  • @Dominik Paul:
    Bin mit Hunden aufgewachsen und hatte selbst 2 Hunde und Hunger und Durst kenne ich auch.

    Es gibt hier keinen Rechtfertigungsversuch, schon gar nicht um einen perversen, da ich die Dinge generell von 2 Seiten betrachte. Falls du den Beitrag gelesen hast, geht es um die Aussage und um die Medien.

    Wie sehe ich mich als Künstler? Schau meine Kunst an und wenn ich etwas für meine Kunst benutze dann eher Politiker und keine Tiere. Ich halte nichts von solchen Aktionen, siehe letzten Artikel.

    Tierhalter reagieren auf das Thema natürlich sehr emotional. Das meine Meinung nicht bequem ist, keine Frage. Trotzdem ist es nur ein extremer Fokus auf ein Thema. Würde man die alltäglichen Fälle beleuchten, könnte man sich genauso aufregen. Hier im Blog gibt es einige Themen, zum Beispiel „TCM, HAIFISCHFLOSSENSUPPE UND ASIATISCHE GEWOHNHEITEN“. Komisch, da gibt es keine so grosse Resonanz, wie beim Hund – liegt es das Haie kein Fell haben und mit denen man rumschmusen kann.

    Mein Grund keinen Hund mehr anzuschaffen hat auch folgende Gründe – es gibt schon genug davon. Das ist meine Verantwortung den Tieren gegenüber. Die ganze Haustiergeschichte in den westlichen Ländern ist doch auch nicht ganz normal.

    Es stellt sich nicht die Frage ob das Kunst ist, sondern ob diese öffentliche Zurschaustellung von moralisch verwerflichen Aktionen generell zum Normalalltag wird. Siehe Tötungsfilme der Islammilizen, Unfälle im Detail mit zerfetzen Leichen, öffentliche Pathologie usw. – das ist die Kernfrage.

  • Vorab bemerkt: Du, werter Blogger, hast wohl keinen Hund, und Du hattest wohl niemals so Durst oder Hunger, dass es an Deine körperliche Substanz ging ?

    Als überzeugter Großhundehalter und Vorsitzender des Vereins NotDogge e.V. muss ich dem werten Eingangskommentar des Bloggers doch die eine oder andere Anmerkung hinzufügen:

    Erstens: Niedere Motive ist noch die harmloseste Bezeichnung für die Intention dieses perversen Individuums: er wollte nicht auf die Problematik – verhungernde Strassenhunde aufmerksam machen. Es ging ihm nur um eine „Homage“ an Natividad Canda , einem Nicaraguer, der am 10. November 2005 von zwei Rottweiler Wachhunden getötet wurde . Und er wußte, dass er mit dieser Aktion eine größtmögliche Öffentlichkeitswirkung erzielt, die wiederum die Aufmerksamkeit auf seine anderen, verkäuflichen „Werke“ lenkt… könnte man auch kurz als „reine Geldgier“ bezeichnen . „Ach, des Künstlers hehre Seele, sie strebet nach der reinen, immateriellen Wahrheit..“
    Deswegen läßt man öffentlich ein Tier verdursten und verhungern.. ? In Deinen Augen, werter „die-Freiheit-des künstlerischen-Denkens-so-edel-verteidigender-Blogger“ ist dies sicherlich eine genauso angemessene Rechtfertigung wie die Aussage des Hundemörders, (die er erst veröffentlicht hat,nachdem er von vielen Seiten massivst unter Druck geraten war) , „dass die armen Strassenhunde ja auch verhungern, und keinen kümmerts. “
    Mit dem marginalen Unterschied, dass diese Strassenhunde zumindest eine Chance habenzu überleben- diese hatte der angekettete Hund nicht mehr.

    Für solches „Kunstdenken“ kann ich keinerlei Verständnis aufbringen, nicht für den Künstler, nicht für diese Leute die solche Ausstellungen organisieren und Räumlichkeiten zur Verfügung stellen und schon gar nicht für die ganzen Zuschauer.

    Was ich so schokierend finde, sind die Bilder der Ausstellungsbesucher, die an dieser „Installation“ vorbeidefilierten und NICHTS unternahmen. Ist das eine Frage der Mentalität, der Zivilcourage, der Bildung ? Wer oder was hätte da angeketten sein müssen, damit jemand etwas unternommen hätte ? Oder rechtfertig der Status „Künstler/Kunst“ eine moralische Unantastbarkeit ?
    Ein solche Hinrichtungsaktion zu rechtfertigen, werter Blogger, mit dem Hinweis auf andere Mißstände, ist jedoch der Gipfel eines perversen Rechtfertigungsversuches, der darauf hinaus läuft, dass KUNST immer alles darf..
    Siehst DU Dich als Künstler ? Würdest DU, um auf die von Dir angführten Misstände aufmerksam zu machen, einen Hund öffentlich verhungern lassen ?
    In unserer Arbeit im Verein kämpfen wir um jeden einzelnen Hund, jedes Individuum- wohl wissend, dass es für jedes erfolgreich vermittelte Tier 10,0000 andere gibt, die grausamst umkommen. Ist dies aber ein Grund, eine Rechtfertigung, aufzuhören ?

    und übrigens: eine Dogge kann in einer 2 Zimmer Wohnung in einer Stadt sehr wohl gehalten werden, und ein 8 Zimmer Bungalow am Greifensee mit 1 Hektar Garten garantiert noch keine glückliche Dogge…

    Ich dachte, dass gerade Künstler, oder solche, die sich denen verwandt fühlen, über den Versuchungen stehen, die von Verallgemeinerungen und Pauschalplatiduden ausgehen.. wohl falsch gedacht..

  • Dieser „Künstler“ hat mich schon echt schockiert, aber was mich richtig schockt, sind die Leute die sowas noch gutheißen…einen sterbenden Hund besuchen,beglotzen und es toll finden.
    Es ist ein Lebewesen das genau wie alle Kinder dieser Welt, dem Erwachsenen Menschen ausgeliefert ist.
    Was soll das für ein Vorbild für Kinder sein ?
    Normalerweise sollten auch Kinderschützer protestieren gegen solche Menschen, die Kinder in soetwas miteinbeziehen und es unter dem Deckmantel der Kunst vollziehen.
    Es hätte sicher auch andere Möglichkeiten gegeben, ein Zeichen für die Hungersnot mancher Kinder zu setzen.

    Ja ja, ich weiß es liegt immer im Auge des Betrachters, nun ich nehme keine Drogen, vielleicht sehe ich es deshalb anders.
    Sorry, aber steckt diesen Kerl in Sicherungsverwahrung und vorher in eine Drogentherapie.
    ODER er kettet sich selber an, hungert und läst sich anglotzen, das fände ich viel besser, aber nur wenn er es bis zum Schluß durchzieht !!

    „Eine Schande für die Kunstszene !!!!“

  • @Christian: Da hast du vollkommen recht mit dem was du schreibst. Wundert mich das die Künstlerin die Fehlgeburten nicht im Alkohol konserviert und dann verkauft.

    Vielleicht es es im Bericht nicht so richtig rübergekommen, aber mir ging es um den Fokus der Medien auf ein bestimmtes Ereignis und rundherum passiert es jeden Tag und da regt sich keiner darüber auf.

  • Von Kunst habe ich ein vollkommen anderes Verständnis und kann mich daher an solchen Aktionen, ob Fake oder nicht, nicht erfreuen, auch den künstlerischen Wert dahinter vermag ich bei allem Verständnis nicht zu erkennen. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass mit der Deklaration als „Kunst“ inzwischen die geschmacklosesten Aktionen vor übermäßiger Kritik geschützt werden sollen. Aktionen, die häufig nichts anderes sind, als nackte Provokationen, mit denen möglichst viel Aufmerksamkeit generiert werden soll, nicht mehr und nicht weniger….

    Aktuelles Beispiel: Kunststudentin Aliza Shvarts aus Yale, die angeblich (ich schreibe „angeblich“ obwohl die Zeitungsberichte die Aktion als real bewerten, ich mir dies aber einfach nicht vorstellen kann) über einen Zeitraum von neun Monaten versucht hat, so häufig wie möglich selbst schwanger zu werden – Schwangerschaften, die sie dann mit Hilfe von Medikamenten abbrach. Die daraus resultierenden Fehlgeburten nahm sie angeblich (nochmal das Wort, da ich mit beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass es sich nicht um ein Fake handelt) per Videokamera auf und erstellte aus den Aufnahmen eine Videocollage, die sie nun als große künstlerische Leistung vermarktet:

    http://www.yaledailynews.com/articles/view/24513

    Bei allem Verständnis für Kunst und Künstler, aber selbst wenn es sich nur um ein Fake handelt – wovon ich in diesem Fall mal ausgehe – wird hier doch der Wert menschlichen Lebens mit Füßen getreten. Reine Provokation ohne jeden Verstand – aber mit einer schönen Lichtskulptur, einen wundervollen Gemälde oder einem aussagekräftigen Foto macht man eben keine nationalen Schlagzeilen….

  • Zumindest in diesen Punkten kann ich dir recht geben – manch „Künstler“ ist ohne diese Berufsbezeichnung ein Fall für die Psychiatrie.

    Und um Aufmerksamkeit zu bekommen, starten einige total bescheuerte Aktionen für die grosse Masse der dummen Kunstkonsumenten, die Medien greifen es gerne auf. Schade das Provokationen den Künstler mehr weiterbringen als solide gute Kunst.

  • Dem Satz von CeKaDo: „Ich finde, der Künstler hätte sich durchaus selbst anketten können und das gesparte Geld für seine Ernährung den Straßenhunden vor die hungernden Schnauzen werfen können.“, stimme ich voll und ganz zu.

    Über den Fall hatte ich schon im Oktober letzten Jahres in meinem Blog berichtet. http://alexdogblog.blogspot.com/2007/10/erschreckend-bengstigend-unfassbar.html

    Dem „Künstler“ nahme ich nicht ab, dass er damit auf hungernde Hunde aufmerksam machen wollte. Ich unterstelle ihm einfach niedere Motive und halte es für sehr wahrscheinlich, dass er auf diese Weise nur mehr auf sich Aufmerksam machen wollte.

    Ich denke, es ist kein Zufall, dass ihm die Idee zu dieser „Kunstaktion“ kam, kurz nachdem ein anderer Perversling eine Katze vor laufender Kamera ertränkte, und dies als „Filmkunst“ deklarierte. (Auch darüber hatte ich in meinem Artikel berichtet.)

    Was Meiner Meinung nach aber noch viel erschreckender ist, als solche abartigen Gestalten, die ihre perversen Neigungen als „Kunst deklarieren, um sie in aller Öffentlichkeit ausleben zu können ist, dass die Öffentlichkeit dies zulässt.

    Gruß von Alex‘ Frauchen (Glückliche Vegetarierin, deren Hund ausschließich Fleisch aus artgerechter Tierhaltung bekommt. ;o)

  • Superguter Bericht. Du hast sicher recht mit der Fokussierung der Medien auf ein Ereignis. Das mit der Ente ist echt hart. :-(

  • Deine Beispiele Saddam, China lassen sich sicher noch endlos weiterführen. Aber darum geht es in dem Beitrag nicht, sondern um eine mediale Fokussierung auf ein einziges Detail bei dem vergessen wird, das tagtäglich die Strassenhunde ungesehen von den Medien auf der Strasse sterben.

    Und das ist unser Alltag!

  • Der Zweck heiligt die Mittel?

    Oder die Aussage legalisiert die Tat?

    Alles eine Frage der Auslegung?

    Ich finde, der Künstler hätte sich durchaus selbst anketten können und das gesparte Geld für seine Ernährung den Straßenhunden vor die hungernden Schnauzen werfen können.

    Ich bin keineswegs derjenige, der das Wohl der Tiere über das der Menschen stellt. Doch hier wurde geqäult, um eine Ausstellung in den Focus zu bringen. Nichts anderes!

    Wenn ich mich auf bestialische Weise selbst töte und mein eigenes Buch dazu in der Hand halte, haben wenigstens meine Erben noch etwas davon. Wenn ich genau die Dinge mache, die in meinem Buch stehen, um Aufmerksamkeit zu erregen, gehöre ich in den Knast.

    Und das sollte m.E. mit diesem „Künstler“ geschehen. Was wäre, wenn Saddam H. all seine Morde als Kunst deklariert hätte? Oder die aktuellen Schandtaten Chinas sind plötzlich Taten, die chinesische Kriegskunst in den Focus zu bringen?

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