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Katzenschleudern für die Kunst

Wie jedes Jahr wieder – provokante Aktionen mit Tieren für die holde Kunst. Diesmal kam immerhin dieser Bumerang zum Künstler zurück.

Kunstbeseelte junge Leute, die völlig unberührt Katzen durch die Luft schleudern – das war zu viel für Tausende Tierliebhaber weltweit. Der belgische Künstler Jan Fabre wurde nach der Aktion mit unzähligen Hassmails überschüttet. Und es blieb nicht bei Verbalattacken.

Antwerpen – Lautes Miauen ist zu hören, ein erschrecktes Kreischen, als die Katzen auf der mit rotem Teppich und blauen Planen ausgelegten Treppe aufschlagen. Eine Frau und drei Männer werfen sie immer wieder so in die Luft, dass sie Salti schlagen müssen. Die Tiere drehen und winden sich, um auf allen Vieren zu landen. -> weiterlesen

http://www.youtube.com/watch?v=7iZqX4AUJV8&feature=player_embedded

Manchmal muss man sich fragen, welche bescheuerte Aktionen Künstler (oder besser gesagt der Mensch) machen.

Salensteiner Kulturtage 2012



Da ich schon oft angesprochen wurde, wo sich diese Mehrzweckhalle befindet in der die Salensteiner Kulturtage stattfinden, habe ich Euch eine Anfahrtsskizze beigefügt. Damit keine Missverständnisse entstehen – ich mache keine Lichtinstallation, sondern zeige ein paar Lichtbilder zwischen Waschbecken und Durchgang ;-)
Auch Fotos werden keine zu sehen sein – zeige nur gemalte Bilder.

Salensteiner Kulturtage
Kunstausstellung, Lesungen, Diskussionen, Film, Musik, mit Künstlern und Autoren aus der Region.
Für das leibliche Wohl gibt es die Kaffestube mit kleinen Spezialitäten.

Wann: 27. und 28. Oktober 2012

Öffnungszeiten: Samstag 27.10.2012 von 14.00 bis 22.30 Uhr
Sonntag 28.10.2012 von 11.00 bis 17.00 Uhr

Wo: Mehrzweckhalle
Eugensbergstrasse
CH-8268 Salenstein
Infotelefon: +41 (0)71 664 23 23

Salensteiner Kulturtage PDF
Anfahrt Salensteiner Kulturtage

Künstler Hinrichtung oder Schaf Hinrichtung


Wäre es nicht passend auch eine Abstimmung für die Künstler durchzuführen, dann könnte man auf Basis ihrer Idee demokratisch abstimmen ob man sie köpft oder teert und federt. Sie müssten, da „demokratisch“ das Ergebnis akzeptieren – so werden sie zum demokratischen Schaf. Die Köpfe werden dann auf der ART Basel ausgestellt – ist ja schliesslich auch Kunst.

 

Update: Das umstrittene Kunstexperiment „Die Guillotine“ um die angebliche Hinrichtung eines Schafes mittels Fallbeil ist zu Ende. Am Donnerstag endete die Internet-Abstimmung über den Tod eines Ouessant-Schafes. Bis zum Ende zählte die Seite mehr als 2,5 Millionen Stimmen gegen die Tötung, etwa 1,7 Millionen votierten dafür.

Der vielfach geäußerte Vorschlag, die Künstler sollten sich anstelle eines Schafes selbst als Pfand einsetzen und im Web über ihre eigene Hinrichtung abstimmen lassen, wiesen die Studenten am Freitag auf der Pressekonferenz zurück. Diese Forderung sei Ausdruck der Perversität einzelner.
Scheint dass die Kunststudenten den Sinn ihrer eigenen Kunstaktion nicht verstanden haben.

Der erweiterte Kunstbegriff (Teil 2)

Schon lange nichts mehr geschrieben, nicht das es nichts zu schreiben gäbe, aber die Themen sind doch sehr komplex mit denen ich mich beschäftige. Quantenmechanische Gesetze und deren Energiedichte (Dunkle Energie) und dessen Konsequenzen als physikalische Grundlage zur Philosophie und deren Auswirkung auf unser Leben allgemein.

Sehr spannend das Thema, aber durch die Vielschichtigkeit schwer zu erklären, deshalb lasse ich es – ist vieleicht auch nur für mich sehr interessant.
   
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Deshalb schreibe ich mal wieder über den erweiterten Kunstbegriff, besonders da gerade die Art Basel stattfindet bzw. gerade zu Ende ist.

Wer kennt Terence Koh? Wusste nicht, das dieser zu den Superstars der Kunstszene zählt – aber ich denke hier habe ich nichts versäumt. Wichtig scheint er zu sein, immerhin wurde diesem Künstler im „Das Magazin“ sieben Seiten eingeräumt zur Art Basel, nach dem lesen des Berichtes war ich nicht besonders erstaunt, denn die Kunst in diesem Bereich scheint nur die Grenzenlosigkeit der menschlichen Psyche widerzuspiegeln. Das sie damit ein Schweinegeld verdienen ist schon in Ordnung, das ist der Preis für Dekadenz und grenzenlosen Ausleben des Egos, nur der Künstler der sich im Alkoholrausch auslebt ist ein wahrer Superkünstler ;-) und die Kunstpilgerer die dazu klatschen sind ja auch nicht so weit entfernt von der Grenzenlosigkeit des Ego.

Bericht über Terence Koh: Kapitän Ahab wird Buddhist Spiegel

Da ich mich schon längerem mit dem erweiterten Kunstbegriff beschäftige, komme ich nun zu dem Schlussergebnis, dass die „Erweiterung“ nur im Ausleben von egozentrischen Prozessen auf einer Stufe primitiven Ausdruckes stattfindet. Terence Koh ist überall zu finden, bei Suchtkranken, bei Menschen die in einer geschlossenen Anstalt therapiert werden oder bei exzessiven egoistischen Lebenskünstlern.

Meine Favoriten für den „erweiterten Kunstbegriff“, also die Superstars unter den Künstlern:

Alle Insassen eine Psychiatrie
Die Diktatoren von Burma
Die Erdbebenopfer in China
Die Manager mit Millionengehältern
Die Wirtschaftsbörsen und Spekulanten …

Der erweiterte Kunstbegriff ist in der Grenzenlosigkeit des Individuum Mensch zu sehen, die Folgen waren wenn man sie historisch betrachtet, gravierend für die Gesellschaft. Aber dem ist noch hinzuzufügen, die Künstler sind nur die sichtbare Spitze des Eisberges unserer Kultur und Gesellschaft.

Das ist eigentlich das interessante am „erweiterten Kunstbegriff“, er ist nur der Vorbote einer zukünftigen gesellschaftlichen Entwicklung. Natürlich kann man sich fragen warum dies so ist – meine persönliche Meinung dazu ist (vereinfacht Ausgedrückt): Es scheint das der Raum der Globalisierung die Grenzen soweit verändert hat, das eine Form von „Grenzenlosigkeit“ mittlerweile überall zu finden ist. Bei der Profitgier der Konzerne, Ausleben eines ungesunden, unsozialen Egoismus und einer Haltlosigkeit bis hin zum Unvermögen, Probleme die uns alle angehen adäquat zu lösen.

Es herrschen nur noch die Extreme, als Beispiel möchte ich Burma anführen. Die Weltgemeinschaft in ihrer Hilfshysterie, nebenbei bemerkt – auch dies ist ein profitabler Markt, bemüht sich über allen Massen den Opfern zu helfen und kritisiert zu Recht die Militärjunta. Ein zustandekommendes Gespräch zwischen der Junta und den Hilfsorganisationen wird als grosser Erfolg gewertet und man klopft sich gegenseitig auf die Schultern. Im Prinzip ist es nur eine Inszenierung eines unglaublichen Theaterspiels der Menschheit nach dem Motto: „Wenn ich jeden Tag zusammengeschlagen werde und es sich dann verändert, dass ich nur jeden 2 Tag zusammengeschlagen werde, dann geht es mir ja richtig gut“. Die Menschheit war schon immer gut darin die wesentlichsten Dinge nicht in einem ausgewogenen Verhältnis zu sehen, immerhin hat er sich genau in diesem Bereich weiterentwickelt.

Nebenbei verteuern sich die Energie- und Lebensmittelpreise aufgrund von Spekulanten und falschen Signalen der Energiepolitik – das betrifft mehrere Millionen von Menschen. Hier wird nicht eingegriffen? Denn hier geht es ja um die Wirtschaft und die steht über der Moral, sozialen Interessen, Menschlichkeit.

Zusammengefasst: Die Kunst erhebt sich über moralische Grenzen und ist nur deshalb Kunst weil sie so deklariert ist. Die profitorientierte Wirtschaft erhebt sich über moralische und soziale Grenzen, die Gesellschaft entwickelt sich zeitverzögert in die gleiche Richtung – würde man dies als Kunst bezeichnen, würde man keinen Unterschied mehr zu der Kunst und deren Urhebern den Künstlern wahrnehmen.
Man darf nicht vergessen, der Mensch ist im grundlegenden Verhalten nur ein höher entwickeltes Tier, gesteuert von rudimentären Eigenschaften und diese gepaart mit Intelligenz – diese Kombination verleiht dem Menschen wie ein Raubtier den Planeten Erde auszuplündern, zwar über dessen Konsequenzen bewusst, aber leider Handlungsunfähig, da sein rudimentäres Streben dies verhindert. Zumindest besteht der Hauch von Hoffnung, dass er sich mit mithilfe seines Bewusstsein weiterentwickelt und sich in ferner Zukunft zu einem „intelligenten bewussten Lebewesen“ entwickeln kann.

Die Grenze der künstlerischen Freiheit endet hier!

Durch den Kommentar von Alex Frauchen beim Artikel „Künstler lässt Hund verhungern“ bin ich auf das Katzenvideo von Zoltan Toepler gestossen. Es gibt unter den Künstlern, so wie sie auch in jeder Gesellschaft vorkommen, die extremen Randgruppen. Otto Mühl war so einer, wer kennt nicht den Blutkünstler aus Österreich.

Der ungarische Künstler Zoltan Toepler geht hier einen, nein ein grossen Schritt zu weit. Natürlich ist das töten überall um uns herum, ist es nicht Medial publiziert wird es nicht in unserer Gesellschaft wahrgenommen. Ich habe das Video gefunden und es mir angesehen. Ich habe sicher eine grosse Bandbreite an Toleranz für die Kunst, aber was ich gesehen habe ist absolut keine Kunst im allgemeinen Sinn, denn hier wurde vom Künstler eine moralische Grenze überschritten. Grenzen werden von vielen überschritten, im Krieg, in häuslicher Gewalt, Kindesmisshandlung … Aber hier geht es um die Publizität eines Aktes, in der gegen einen moralischen Kodex verstösst in dem Gewalt im Namen der Kunst legalisiert wird. Es handelt sich um eine narzisstische Einstellung, dass im Sinne der Kunst getötet werden kann. Hier muss gestoppt werden und Konsequenzen müssen gezogen werden. Dieser Akt ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft wenn wir uns so weiterentwickeln.

Im Gegensatz zum „Künstler lässt Hund verhungern„, wovon ich von der Annahme ausgehe, dass der Hund noch lebt. Diese Kunstaktion hat für mich eine andere moralische Tragweite, hier geht es um eine Realität die tagtäglich passiert. Auch seitens der Besucher der Ausstellung wurde nicht eingegriffen, um den Hund zu befreien. Somit sind sie in der gleichen moralischen Verantwortung wie der Künstler. Im Prinzip passiert genau das, was ausserhalb der Galerie jeden Tag passiert. Im Katzenvideo dagegen nicht, es ist ein geplanter Vorgang, der die Tötung der Katze vorsieht. Der ungarische Künstler falls man ihn überhaupt so nennen kann, Zoltan Toepler ist reif für eine psychiatrische Behandlung. Schlimmer wiegt noch, dass er für diesen Kurzfilm einen Filmpreis erhielt, ich meine aber er wurde ihm wieder aberkannt.

  
WARNUNG: Hier wird real eine Katze in der Badewanne ertränkt, jeder soll selbst entscheiden ob er sich dies antun will.

Ich habe lange über legt ob ich das Video einstellen soll, aber ich finde jeder soll mal sehen wenn Künstler sich jenseits von Moral bewegen. Leider ist es so das viele Künstler, aber nicht nur Künstler, extrem provokative Dinge machen um den Bekanntheitsgrad zu steigern. Zum anderen muss man auch die Medien kritisieren, die sich auf solche Themen regelrecht stürzen und die Museumsleiter die es aufgreifen und provokante Künstler einladen um volle Häuser zu haben. Würden solche Künstler ignoriert, dann würden sie vermutlich auch nicht solche extreme Dinge tun, sie brauchen die Öffentlichkeit für ihre Provokation. Ohne die Öffentlichkeit sind es dann nur psychisch angeschlagene Normalbürger. Zum anderen zeigen solche Kunstaktionen der Gesellschaft ihre immer grössere Dekadenz und Stumpfheit auf. Die Kunst ist nur der Vorreiter von zukünftigen Entwicklungen – man sieht es, wenn man sich die letzen 40 Jahre mit Kunstentwicklung und Gesellschaftentwicklung befasst.

Zitat Zwischennetzzeitung:

Katze für Filmszene ertrunken

Der ungarische Filmproduzent Zoltan Toepler, auch als Nicolaus Myslicki bekannt, gewann bei dem ungarischen Film Festival 2007 einen Preis für die beste experimentelle Kurzszene. Diese Szene aus seinem Film „Alszent“ zeigt wie ein kleines Kätzchen, mit größtmöglichstem Leiden getötet wird, nur um „den gewünschten Effekt“ zu erzielen.

Der Herman Otto Tier-und Natur-Schutzverband, lässt verlauten das dies ein ernstes Verbrechen gegen die Gesellschaft sei. Denn das entsprechende ungarische Gesetz besagt, das Tiere nur aus annehmbaren Gründen wie unheilbare Krankheiten und zu Zwecken der akademischen Forschung getötet werden dürfen. Außerdem sei das herbei führen des Todes durch Betäubungsmittel nur dann erlaubt, wenn dies wenig Leid verursacht.

Toepler selbst bestreitet am Tod der Katze Schuld zu sein, doch die Mitglieder der Film-Wochen Jury teilten bereits auf der Event Webseite mit, das sie den Preis zurück nehmen werden, wenn über jeden Zweifel hinaus nachgewießen werden kann, dass das Tier nur um des Filmes Willen getötet wurde.

Filme in denen Tiere umgebracht werden gehören nicht belohnt

Künstler lässt Hund verhungern

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Schön bestialisch: Der costaricanische Kreative Guillermo Vargas ließ im Rahmen einer Kunstaktion einen angeketteten Straßenhund verhungern. Blogger machten den Fall bekannt, jetzt laufen Tierschützer Sturm. Der Fall ist zwar schon ein halbes Jahr her, aber die Diskussionen laufen weiter. Darauf gekommen bin ich, weil ich gestern ein Mail bekam, das für eine Unterstützung gegen den Künstler in Form einer Petition warb.

San José – Guillermo „Habacuc“ Vargas“ wollte ein Zeichen setzten: Er ließ ein paar Kinder im Armenviertel des nicaraguanischen Managua einen abgemagerten Straßenhund einfangen und kettete ihn in der städtischen Galerie an. Dann nahm er mehrere Hand voll Trockenfutter und schrieb damit einen Satz an die Wand: „Du bist, was du liest“. Einen Tag später war die Schrift noch da – das Tier war tot. Verhungert.

Mittlerweile diskutieren Blogger aus aller Welt den Fall. „Eine Schande für die Kunst“, empört sich einer, „Bravo für Habacuc“, lobt ein anderer, der in der Inszenierung des Künstlers eine Demonstration gegen die Unmenschlichkeit sieht.

Der Künstler selbst wollte sich Journalisten gegenüber nicht zum Tod des Tieres äußern. „Ich werde nicht sagen, ob der Hund gestorben ist“, sagte Vargas. Wichtiger sei in seinen Augen die Heuchelei der Menschen. „Wenn ich den Hund als Kunstobjekt vor eine Wand binde, wird er plötzlich zum Fokus. Wenn er in der Straße vor Hunger stirbt, kümmert das keinen.“ (Weiterlesen: Spiegel)

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Auf den ersten Blick hört sich die Kunstaktion ziemlich derb an, aber auf den zweiten erkennt man doch sehr schnell was der Künstler damit aussagen will. Ein Beispiel anderer Art: Die Medien berichteten über ein kleines Mädchen das in einen Brunnen gefallen war und darin festgesteckte. Die ganze Welt nahm Anteil an dem Einzelschicksal – im gleichen Zeitraum sterben täglich 30.000 Kinder (Die häufigsten Krankheiten, die bei Kleinkindern zum Tod führen, sind Atemwegserkrankungen, Durchfall, Malaria, Masern und AIDS. Mangelernährung ist bei 54 Prozent aller Todesfälle eine der entscheidenden Ursachen). Natürlich ist ein durch die Medien publiziertes Einzelschicksal genauso tragisch wie 30.000 Einzelschicksale täglich – nur das die Medien ein Brennglas auf ein einziges Ereignis lenken. Das gleiche verhält sich im Falle von dem vermissten Mädchen Madeleine in Spanien. In anderen Ländern werden Kinder verkauft, müssen unter unwürdigen Bedingungen arbeiten und so weiter, nur das dies von den Medien nicht berichtet wird. Die Masse stürzt sich auf ein mediales Ereignis und der Rest wird einfach ignoriert.

So gesehen hat der Künstler mit der Aussage Recht: „Wenn ich den Hund als Kunstobjekt vor eine Wand binde, wird er plötzlich zum Fokus. Wenn er in der Strasse vor Hunger stirbt, kümmert das keinen.“ Genau so funktioniert es in unserer Welt, man bemerkt den armen Hund auf der Strasse, aber er gehört zum Alltag und dringt deshalb nicht weiter in unser Bewusstsein vor. Und genau dies wollte der Künstler aufzeigen. Würde man den Fokus bei uns auf die Hühnerfarmen bzw. Fleischerzeuger richten, dann gäbe es auch einen Aufschrei aufgrund der unwürdigen Haltungs- und Schlachtbedingungen, aber die Menschen würden trotzdem günstiges Hühnerfleisch vorziehen und dadurch kann sich die Ursache nicht ändern. Die Beispiele lassen sich endlos fortsetzen, hier noch eins.
Würde ich im Rahmen einer Kunstausstellung mit einem Beil öffentlich ein Huhn köpfen und die Medien würden es aufgreifen, so gäbe es sicher einen Aufschrei (Brutalität, Tierquälerei, Massaker). Am besten noch das Video von der Köpfungsaktion bei YouTube reinstellen, damit es alle mitbekommen. Die meisten die sich darüber aufregen vergessen gerne, dass genau das gleiche jeden Tag hunderttausendmal in den Schlachthöfen vollautomatisiert passiert.

Aufgrund dieser Aussage war die Kunstaktion eine gute Umsetzung wie unsere Realität tatsächlich ist, ich gehe auch davon aus, da Künstler nicht unbedingt grausame Menschen sind, das der Hund noch lebt.

In dem Zusammenhang auch noch interessant, da aktuell: Scheinwerferattacke auf bodensee-kormorane. Experten des Regierungspräsidiums Freiburg sind in der Nacht zum Mittwoch angerückt, um mit Halogenstrahlern Kormorane im Naturschutzgebiet Radolfzeller Aachried aus ihren Nestern zu scheuchen.
Mit dieser am Bodensee bisher einmaligen Aktion wollen sie bei Temperaturen um den Gefrierpunkt den Nachwuchs der schwarz gefiederten Wasservögel dezimieren, die vielen Fischern als Fischräuber gelten. Mal sehen wann es den Haubentauchern an den Kragen geht, sind ja auch Fischräuber – machmal frage ich mich was dann die vielen Fischer auf dem Bodensee sind – keine Fischräuber? Und die Folgen nicht zu vergessen: Die arme Ente und der Angelhaken Der Mensch und sein eingreifen in die Natur.

Update 15. April 2008: Die Aufregung um den Hund scheint grösser zu werden. Manchmal frage ich mich, ob die Menschen die Tatsache wie die Welt der Medien funktioniert nicht durchschauen. Gutes Beispiel war die Bonsai Katze, die Katze im Glas. Es gab einen riesigen Aufschrei, dabei war alles nur gut geplante Provokation und nicht real.
Von Bekannten wurde ich wegen meiner Meinung zu diesen Thema „Künstler lässt Hund verhungern“ angegriffen. „Da musst du auch als Künstler dagegen sein“ so der O-Ton. Eine „tierliebe Familie“ – was die beiden nicht sehen, ist wie ihre kleinen Kindern mit „ihren Haustieren“ umgehen und das ist definitiv reine Tierquälerei! Als Argument kommt dann, dass sie schliesslich lernen müssen mit Tieren umzugehen – Pech für die noch jetzt lebenden Haustiere. 2 Hamster totgetreten (vermutlich unabsichtlich), der kleine Hase in der Badewanne ersoffen, weil die beiden Kinder mit ihm in der Badewanne spielten und das Meerschweinchen … nun ja, Mikrowelle ist gefährlich. Natürlich sind die Eltern überzeugte Tierschützer und Vegetarier, „sind ja noch Kinder“ heisst es dann als Entschuldigung. Toll!

Der Künstler hat genau diese Heuchler enttarnt, die soggenannten Tierliebhaber, die ihren grossen Hund in einer 1-2 Zimmerwohnung in der Grossstadt halten, kurz mal in der Frühe und am Abend Gassi gehen und genau diese Leute regen sich über die Kunstaktion am meisten auf. Bescheuerte Menschheit!

Tierliebe scheint einen ganz anderen Wahrnehmungszustand und Weltverständnis auszulösen, der Respekt vor den Tieren geht einigen der Tierhalter komplett ab. Tierhaltung erfolgt gerne aus egoistischen Gründen, „der beste Freund ist das Haustier – klar, weil er die Klappe hält und keine Widerworte gibt“ und vergessen dabei die Tiere artgerecht zu halten. Das sind dann die, die ihre Tiere zu Tode lieben.

Hier noch ein kleines Beispiel aus dem Thread von frettchen-forum.de über die Hundeaktion (Originalzitat)

ich habe nochmal nach gelesen und ich glaube, dass der hund tot ist!
da muss man doch was gegen tun!
ich weiß , dass 1000de tiere verhungern, weil einfach kein futter da ist! meistens in ländern in denén sogar die menschen nichts zu essen haben! aber mit futter an die wand zu schreiben und den hund verhungern zu lassen ist unmenschlich!
ich bin der meinung, dass diejenigen, die gegen tiere gewaltätig sind auch vor menschen nicht zurück schrecken!
denn dieses verhalten ist einfach UNMENSCHLICH!!! NICHT menschlich!!!
jedes tier (auch der mensch) tötet um zu leben – um zu überleben!
aber nicht um es „kunst“ zu nennen !!!
ich werde mal mit dem leiter unseres landesmuseums reden, ob der weiß, wie man diesem „künstler“/tierquäler am besten schaden kann!!!

Was soll man dazu sagen? Warum nicht gleich den Künstler standrechtlich erschiessen? Ist doch legitim, oder? Vor allem, was ist unmenschlich? Der Mensch ist wohl der einzige der sich benimmt wie ein Mensch. Kriege, Umweltzerstörung, Unterdrückung gehören zu den Eigenschaften, aber auch soziales Verhalten, Fürsorge und Empathie.

Ich ersuche jeden der Fleisch isst einmal einen grossen Schlachthof zu besuchen oder die grossen Tiermäster und dann nochmals zu entscheiden ob man weiterhin Fleisch essen möchte. Das abgepackte Fleisch im Supermarkt stammt übrigens von Tieren!
;-) Ich bin kein Vegetarier!

Es stellt sich nicht die Frage ob das Kunst ist, sondern ob diese öffentliche Zurschaustellung von moralisch verwerflichen Aktionen generell mittlerweile zum Normalalltag wird. Siehe Tötungsfilme der Islammilizen, Unfälle im Detail mit zerfetzen Leichen, öffentliche Pathologie, usw. – das ist die Kernfrage.

Zum anderen rechnet der Künstler mit der Empörung von Tierliebhabern, je mehr darüber diskutiert wird auf Blogs und Foren, desto mehr wird sein Name verbreitet. Logisch das dann auch andere auf die Idee kommen, auf diese Art und Weise ihren Bekanntheitsgrad zu vergrössern.

Vielleicht ist es auch nur ein Placebo – das Internet ist für solche Sachen die richtige Plattform. Denkt an die Katzen im Glas ;-)