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Griechenland, Spekulanten und Politiker

Griechenland kurz vor dem Bankrott. Spekulanten und Investoren sahnen wie üblich ab. Politiker reden lieber, als dass sie handeln: über Banker-Boni, Bad-Banks und über die eigenen desolaten Staatsfinanzen.

Das nennt man strafrechtlich Fahrlässigkeit. Was sich in den vergangenen Tagen ereignete, ist nichts anderes als die Kapitulation der Politik vor den Finanzmärkten. Fallen die Kurse für Staatsanleihen dramatisch, knicken die Regierungen ein.

Alle Prinzipien werden dann über Bord geworfen. Niemand redet mehr über die „No-Bailout-Klausel“, mit der sich einst vor allem Deutschland davor schützen wollte, für die Staatsschulden anderer Staaten einstehen zu müssen. Niemand wagt es, die Banken und Hedgefonds an der Last zu beteiligen.
Erneut müssen die Steuerzahler mit Milliarden ins Risiko gehen – sonst droht der nächste Flächenbrand. Denn Portugal, Spanien und Italien stehen schon startbereit am Abgrund und die europäischen Banken gleich mit. Dass die Finanzmärkte der Politik ihr Handeln quasi diktieren, liegt nicht an bösen Spekulanten – die Grundursache sind die Politiker. Wurde seitens der Politiker etwas dagegen getan – NEIN. Also ist die Spielwiese der Spekulation ein ganz legales Instrument der Finanzwirtschaft und solange das so ist, wird sich nichts verändern.

Schulden machen – Probleme, die längst erkannt wurden, werden ignoriert. „Der Markt gehört reguliert“ – so das Politikergeschwätz von gestern. Diesmal können die Politiker nicht sagen, sie hätten von all dem nichts gewusst. Die griechische Pleite war angesagt: „Wir haben schon kurz nach der Lehman-Pleite davor gewarnt, dass die Situation unkontrollierbar werden könnte“, sagt ein hochrangiger Notenbanker.

Nun ist das Problem da, es heisst: „Es geht um die Stabilität des Euro“. Was wird sich ändern?

Margot Käßmann – Respekt

Längst auf dem seeblog überfällig: Respekt vor Menschen wie Margot Käßmann. Die Bischöfin und Chefin der evangelischen Kirche überfuhr mit 1,54 Promille eine rote Ampel, wobei – gottlob – niemand zu Schaden kam. Sie reagierte nach Politikermanier und zeigte sich erschrocken über ihren Fehler. Einen Tag später besann sie sich und reagierte angemessen. Das macht kein Politiker. Im Gegenteil – aussitzen, lamentieren und wenn gar nichts mehr geht, der Rücktritt – aber sehr selten. Es hat mich sehr beeindruckt, wie Margot Käßmann ihren Rücktritt erklärt hat und für ihr Handeln die Konsequenzen gezogen hat.

Erinnert sich noch jemand an den CSU-Politiker Otto Wiesheu, der 1983 bei einem Unfall im Suff (1,75 Promille) einen Menschen tötete? Mehr noch: Unter Edmund Stoiber wurde der wegen grob fahrlässiger Tötung rechtskräftig zu zwölf Monaten auf Bewährung und 20.000 DM Geldstrafe Verurteilte bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Verkehr und Technologie. So wird das unter Männern (Politiker) gehandhabt.

Übrigens, ähnlicher Fall in der Zeit von Wiesheu in meiner Heimatstadt. Ein Familienvater, 1,4 Promille hat einen unbeleuchteten Fahrradfahrer (auch betrunken) getötet. 2 Jahre ohne Bewährung. Vor dem Gesetz sind alle gleich – dachte ich. Wie es wirklich aussieht, weiss ja jeder.

Da drängt sich aber noch ein anderer Verdacht auf: Männern werden „moralische Verfehlungen“ immer noch eher nachgesehen als Frauen. „Geschieden, vorlaut und jetzt fährt sie auch noch besoffen Auto. Oder liegt es daran, dass die grössten Idioten meistens auch gerne an ihren Sesseln kleben. Die grössten Moralisten und Gutmenschen sind meistens auch die ausgeprägtesten Egomanen – die leben gerne in Paralleluniversen. Da soll mal einer sagen, es gäbe bei uns keine Aliens (siehe Westerwelle).

Nach Anzeigen wegen des Verdachts auf Geheimnisverrat im Fall Käßmann ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft Lüneburg. Hintergrund ist die Frage, warum die Alkoholfahrt der ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann so schnell publik wurde. Ein Antragsteller vermutet, ein Polizist habe die Information an die Bild-Zeitung weitergegeben. Über Bildzeitungsleser muss man ja nichts schreiben – diese haben noch das Weltbild im Kopf als die Erde noch eine Scheibe war.

Kunstaktion mit Innenminister Wolfgang Schäuble

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Nehmen wir an, der Schäuble wäre ein Künstler – ein Aktionskünstler. Man gebe ihm eine geladene und entsicherte doppelläufige Schrotflinte und er steht mit seinem Rollstuhl auf einer weissen Leinwand, unter dem Rollstuhl sind drei Pinsel befestigt die mit schwarzer, roter und goldener Farbe getränkt sind. Die Reifen werden auch mit einer Farbe eingestrichen, nehmen wir treffender weise eine braune Farbe.

Dann feuert Wolfgang Schäuble diese Schrotflinte, beide Läufe gleichzeitig, auf eine Puppe ab. Diese ist vermummt oder zumindest sieht sie wie ein Islamist aus, der Puppe wurde ein Schild umgehängt, dort steht “Al Qaida” oder “Terrorist”. Dabei bewegt sich der Rollstuhl dank der kinetischen Energie der Schrotflinte ein paar Meter zurück. Dabei zeichnen sich auf der Leinwand die drei Pinselstriche und die Reifen des Rollstuhls ab.

Eine technische Bemerkung: Wichtig ist, der Schuss muss aus der Hüfte kommen, denn an der Schulter angelegt würde man sich sonst rückwärts überschlagen – das gäbe dann ein anderes Bild. Möglich wäre es auch, die Schrotflinte am Bauch anzulegen. Dann würde beim Aktionskünstler das gleiche Gefühl entstehen, wie bei anderen Menschen die seine Reden als Innenminister hören. Und die Bremsen müssen gelöst sein – wer will sich schon bremsen in der Politik und Kunst!

So würde er als Künstler sich selbst und seine Gedanken initiieren und gleichzeitig noch ein Kunstwerk schaffen. Bei der Aktion wird die Puppe vernichtet, als einen Akt der Spontanität, nur ein Finger setzt alles in Gang. Schon fast Minimalismus in der Kunst. Dadurch entstehen die 3 Farben auf der Leinwand die Deutschland repräsentieren und sind zudem links und rechts eingefasst mit den braunen Spuren. Interessant auch das sich beim Rückschlag der Schrotflinte der Rollstuhl rückwärts in Bewegung setzt, die Augen aber blicken nach vorne. Das lässt viel Raum für Interpretationen und Assoziationen der politischen Landschaft.

Die Aktionskunst wird filmisch festgehalten und auf DVD´s gebrannt und das Kunstwerk kann kaufen wer will, vielleicht erzielt es ja einen absurden hohen Preis. Die Puppe wird den Taliban geschickt, damit sie sich mit europäischer Kunst auseinander setzen können, sozusagen als Kulturbeitrag. Dann werden wir sehen ob sie auch Kulturverständnis und Humor besitzen.

Wenn es ihnen gefällt, bekommen sie die gesamte documenta 12 dazu, samt Ausstellungsleiter der ihnen dann alles erklären kann. Dann wären sie die nächsten 10 Jahre beschäftigt, es wäre ruhig in Afghanistan und die Soldaten könnten wieder zurückkommen. Im schlimmsten Fall werden eventuell irgendwelche Kunstkritiker entführt, wenn sie mehr über westliche Kunst erfahren wollen. Das wäre doch eine gute Sache und es wird kein Schaden angerichtet. Also, ich glaube Herr Schäuble könnte als Künstler viel mehr erreichen und er könnte einen Antrag beim Behindertenkunstpreis für geistig und körperlich Behinderte Menschen stellen und vielleicht auch gewinnen. Als Politiker würde er dies nicht schaffen.

Auf vielfachen Wunsch nochmals die Kunstaktion der Herrn Schäuble. Findet denn keiner den Originalartikel im Blog unter Kunst? Kunst und ihre extremen Eigenheiten oder die Kunst des Innenminister Wolfgang SchäubleE

Die Anleitung zum Bau einer Bombe hat mittlerweile über 153476 Hits – gut das der Blog und Server in der Schweiz ist und nicht im Überwachungsstaat Deutschland.

Spamfilter für Politiker

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Immer wieder erstaunt es mich wie Kurt Beck einfache konstruktive Ideen zu Problemlösungen vorträgt. Könnte man seine geistreichen Problemlösungen visuell darstellen, dann käme das rechte Bild zustande. Wie man sieht erscheint das linke Bild viel vereinfachter – hier kann man seine Lösung des Problems nur erahnen.
Deshalb wäre es vernünftig wenn es einen Spamfilter für Politiker geben würde, denn wer kennt es nicht von zuhause. 95% der Mails sind Spam. Gäbe es einen Spamfilter für Politiker, so vermute ich, würde die politischen Spamattacken einen ähnliches Spamaufkommen aufweisen wie die Spammails. Beim Innenminister Schäuble wären es dann vermutlich 100%.

Was wir brauchen ist ein visueller Spamfilter für unsere Politiker. Nach dem Motto: „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“. Im Internet bremst Spam den Datenverkehr und verbraucht unnötig Ressourcen . Bei Politikerspam ist das genauso, nur der ist gefährlicher. Da Politiker ihren Spam nicht nur über das Fernsehen und Tageszeitung verbreiten, sondern in der ganzen Welt herumreisen um ihren Spam gezielt zu verbreiten – entstehen CO2 Emissionen im grossen Stil. So trägt Politikerspam zur Klimaerwärmung bei. Die Saurier sind entweder durch einen Meteoriten oder einem grossen Vulkanausbruch ausgestorben und wir werden durch Politikerspam aussterben. ;-)