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Kinderpornografie – Betrachten heisst besitzen

Bereits das Betrachten von Kinderpornos im Internet ist strafbar. Das entschied das Oberlandesgericht Hamburg. Schon das bewusste und gewollte Abrufen und Betrachten der Kinderporno-Dateien ist strafbar. Der Nutzer habe bereits beim Aufrufen die volle Verfügungsgewalt über die Daten, sagte der Vorsitzende Richter, Gerd Harder. So könne er entscheiden, wie lange er die Bilder anschaut und beispielsweise Ausschnitte vergrößern und heranzoomen. (Anm.: Das ist in Ordnung – denn solche Menschen schaffen ja erst den Markt)

Der kirchliche Missbrauch
Was bei den Jesuiten begann, zieht inzwischen Kreise in weiten Teilen der katholischen Kirche. Längst wird wieder die Diskussion über den Zölibat als triebfeindliches Instrument geführt, das Geistliche zu Kinderschändern mache. Kirchenkritiker wie Eugen Drewermann, die seit Jahrzehnten den Zölibat als kardinalen Fehler der katholischen Kirche brandmarken, werden wieder gehört. Auch Laienbündnisse wie „Kirche von unten“ oder „Wir sind Kirche“ fordern vehement ein Ende der verbiesterten Sexualmoral in der Amtskirche. (Anm.: ABSOLUT RICHTIG)

Umkehrschluss
Wenn das bewusste Betrachten von Kinderpornos strafbar ist, sollte das Zölibat genauso strafbar sein, denn es macht schliesslich die Geistlichen zu Kinderschändern. Das wäre zumindest konsequent. (Anm.: Ich gebe zu, das ist eine gewagte These – aber irgendwie doch plausibel)

Missbrauch in der Kirche (Focus)
Betrachten heisst besitzen (Süddeutsche)

Drogen dienten Moses als Quell der Inspiration

Wie wörtlich muss man Gottes Wort nehmen? Moses war stoned, als er den Berg Sinai erklomm und Gott zu hören glaubte – sagt ein Wissenschaftler. Aber: «Nicht jeder, der Rauschmittel nimmt, bringt uns danach die Zehn Gebote».

Der israelische Psychologe Benny Shanon hält es für möglich, dass Mose auf dem Berg Sinai unter dem Einfluss halluzinogener Substanzen stand. Das im zweiten Buch Mose erwähnte Stimmenhören sei womöglich auf die Einnahme von Substanzen zurückzuführen, die von psychoaktiven Pflanzen stammen, schreibt der Professor der Hebräischen Universität in Jerusalem in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift «Time and Mind». Vor allem die in den Büchern Mose immer wieder erwähnte Akazie käme dafür in Frage.

Moses Wirken könne jedoch durch einen möglichen Rauschzustand nicht in Zweifel gezogen werden, so Shanon: «Nicht jeder, der Rauschmittel nimmt, bringt uns danach die Zehn Gebote.» In den religiösen Zeremonien der Israeliten seien psychotrope Substanzen häufig verwendet worden, die in den Wüsten Negev und Sinai vorkämen, so der Forscher. Moses Schwager Jethro, so Shanon weiter, «war ein Zauberer, der die Wüste kannte und wusste, was dort wuchs». …

Gefunden und weiterlesen bei der Netzeitung.de

   
Mal sehen was mit den anderen Heiligen und Hellsehern so los war. Ziemlich wahrscheinlich, dass sie alle high waren, aber das schmälert ja die Geschichten nicht. Die 10 Gebote haben sich ja lange gehalten, da sieht man wieder, wie Drogen die Welt verändern kann.

Es gab ja schon einige Studien, so auch vom Orakel von Delphi. Viele Theorien besagen, dass der Dreifuss auf dem die Phytia sass über einem Spalt ragte aus dem Dämpfe austraten, bei diesen Dämpfen soll es sich vorallem um Schwefeldampf gehandelt haben.

Kirche und Glauben ohne Vergangenheit

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Am Sonntag (wie passend) hatte ich mir den Film „Stigmata“ zum erstem mal angesehen. Da ich kein Kino- und TV-Junkie bin, sehe ich Kinofilme oft einige Jahre später.

Stigmata ist ein religiöser Mystery-Thriller von Rupert Wainwright aus dem Jahr 1999. Der Film beschreibt den Konflikt zwischen Frankie, einer atheistischen jungen Frau aus Pittsburgh, bei der Stigmata auftreten, und Pater Kiernan, einem ordinierten Priester, der Wunder im Auftrag des Vatikans auch aus naturwissenschaftlicher Sicht untersucht.

Als Bayer mit erzkatholischer Grundausbildung und versuchter Gehirnwäsche von diversen Pfarrern fand ich den Film sehr spannend. Im Prinzip ist es ja die Bibel oder der Koran ein gutes Modell für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft.

Wenn Glaube, Machtanspruch, Hierarchische Ordnung und der Mensch zusammentreffen, entsteht gerne ein System, das mit Angst und Druck arbeitet. Früher gab es das kirchliche Gewaltmonopol, heute funktioniert es mit Moral, den üblichen Traditionen und modernster Medienpräsenz. Gute Ideen sind schon oft an der menschlichen Umsetzung gescheitert.

Tragend in dem Film war, dass der „Glaube“ immer aus Schmerz, Blut, Leid und Gewalt besteht. Wenn man dieses System mit einem grösseren Abstand betrachtet, dann scheint es fast so, als wäre das Ergebnis eine selbsterfüllenden Prophezeiung hier auf Erden. Der Globalplayer Kirche schafft den sündigen Rahmen, damit es im Paradies besser ist.

Das brachte mich auf den Gedanken, wie würde man die Kirche sehen wenn …

Die Kirche lebt von dem historischen Kontext. Nehmen wir an, es gäbe keinen Jesus und keine Kirche. Die Kirche hätte keine gesellschaftliche Anerkennung, die komplette Vergangenheit der Kirche existiert nicht und jetzt in unserer Gegenwart wird die Jesusgeschichte publik – was für eine Sichtweise der Gesellschaft und Gläubigen würde in unserer Zeit entstehen. Wir sehen einen Film über den Vatikanstaat – wie würden die Rituale, Glaubenssätze, der Gekreuzigte und die vielen alten Herren auf uns wirken?

Könnte es nicht sein, dass in der Gesellschaft und Politik eine Diskussion losgetreten wird über verherrlichende Gewaltdarstellung. Könnte das Abendmal als archaisches Theater wirken? Wie würde sich die Kirche und der Glaube entwickeln, wenn sie in unserer heutigen Zeit zum ersten Mal verkündet würde? Wie würde heute unsere Gesellschaft darauf reagieren, wenn der Papst erklärt, er sei Gottes Stellvertreter auf Erden?