Der Solare Schwindel?

Durch Zufall bin ich auf die Internetseiten von www.solarkritik.de gestossen. Hier geht es um den Effizienzschwindel mit thermischen Solaranlagen. Besonders interessant ist der Bericht unter „Solarjustiz“ wo sich der Betreiber der Webseite mit der deutschen Justiz anlegt und in die Mühlen der deutschen Rechtsprechung kommt. Das gleiche nochmals dann auch mit dem WDR wegen falscher und Berichterstattung über die Effizienz mit thermischen Solaranlagen. Spannend zu lesen und gut recherchiert und belegt.

Der Klimawandel und der grosse Profit – Hauptsache ökologisch – dann muss es ja gut sein! Leider ruft das auch viele Schwindler und Betrüger auf den grossen Energiesparmarkt. Sich informieren lohnt sich.

Wenn es interessiert, es gibt ein Klima-Manifest von Heiligenroth (Schweiz/Deutschland).

Licht aus – eventuell hinterher Zappenduster?

lichtschalter.jpgDas Co2 Thema und seine interessanten Aktionen. Heute knipsen vielleicht viele Bürger, sogar manche Firmen ihr Licht aus. Da wir keine dynamischen Stromnetze besitzen, könnte es im besten Falle ein kompletter Stromausfall werden. Die Stromerzeuger haben alle Vorkehrungen getroffen um einen Netzzusammenbruch zu verhindern.

Klimabilanz?
Die Kraftwerke seien vorbereitet, die Produktion bei geringerer Stromnachfrage herunterzufahren. Da frage ich mich, wenn ich ein Kraftwerk spontan runterfahre und dann wieder schnell hochfahren muss, wie schaut so etwas in der CO2 Bilanz aus. Jeder weiss das bei einem Kavaliersstart mehr Energie verbrauche, als wenn ich diesen Vorgang langsam von statten gehe lasse. (9.12.07: Hier habe ich nicht genau recherchiert, der Überschuss wird anderweitig verwendet, z. B. um Wasser in die Stauseen zu pumpen)

Europa kann das CO2-Problem nicht wegsparen – und Deutschland alleine schon gar nicht. Anstatt das Licht auszumachen, sollte uns allmählich eines aufgehen. Eine effektive Energie- und Klimapolitik besteht nicht nur im Abschalten, sondern vor allem darin, durchdachte Energiemodelle zu entwickeln und vor allem die zukünftige CO2 Bilanz zu berücksichtigen.

Der Hauptgrund solcher Aktionen ist meist nichts anderes als Werbung und ein gutes Image für die Firmen. Die Masse macht brav mit, hat dann seinen Teil zum Klimaschutz beigetragen und macht weiter wie bisher. Oder verzichtet danach jemand auf seinen Billigflug innerhalb von Deutschland für 15 Euro?

Der Wunsch, ein Zeichen zu setzen, übersteigt offensichtlich das Bedürfnis, vernünftige Lösungen zu finden. Was kommt als nächstes, beten gegen CO2, Lichterketten (natürlich mit Kerzen) gegen CO2 oder neue AKW`s?

Man kann nur hoffen, das die 5 Minuten Dunkelheit nicht genutzt werden, um die Weltbevölkerung ansteigen zu lassen.

Nachtrag: Wie soll es mit den alternativen Energiequellen zukünftig funktionieren, die bekanntermassen in der Energieerzeugung sehr schwanken. Primär müssten wir unsere Stromnetze erst auf einen technisch neuen Stand bringen. Dynamische Stromnetze die nicht zusammenfallen, weil Erzeugung und Verbrauch im jetzigen Stromnetz permanent im Gleichgewicht gehalten werden müssen. Aber da tun sich die Energiegiganten sehr schwer, das kostet nämlich Geld und die Emission-Zertifikate sind da viel günstiger. Klimaschutz ja – aber nur wenn es kein Kapital kostet.

Und noch einen schönen Gruss an den Umweltminister Sigmar Gabriel, der meint, das 20% Biosprit den CO2-Ausstoss reduziert. Leider ist bei der Rechnung einiges unterschlagen worden oder einfach nur falsch gerechnet geworden. Vielleicht schafft er es noch in seiner restlichen Amtszeit eine vernünftige Umweltpolitik zu machen und vor allem richtig zu rechnen! Vermutlich hat er die Rechenkünste bei einem Automobilhersteller erlernt, er war ja Aufsichtsrat von VW. Mehr über Biodiesel bei Wikipedia.

Nachtrag 09.12.07: Dazu ein paar Zahlen

Fast 1,5 der insgesamt 12 Millionen Hektar Ackerfläche werden zurzeit in Deutschland mit Energiepflanzen bebaut; auf zwei Drittel dieser Fläche wächst Raps. Der Raps-Boom hat Grenzen wegen der beschränkten Ackerflächen.

Zu seiner Produktion werden massenhaft fossile Energieträger eingesetzt; Rapsfelder werden intensiv mit Stickstoff gedüngt, was Lachgas (N2O) in die Atmosphäre freisetzt. Lachgas „ist ein sehr starkes Klimagas mit etwa 300-mal größerer Klimawirksamkeit als CO2“. Der Klimaschutzeffekt von Biodiesel ist deshalb wohl nur gering.

Bioethanol
Der Alkohol-Sprit kann aus Zuckerrüben, Kartoffeln oder Getreide hergestellt werden, auch Holzabfälle kann man zur Produktion verwenden. Hauptproblem auch hier: Für Anbau und Transport der agrarischen Grundstoffe des Biosprits muss soviel fossiler Brennstoff eingesetzt werden, dass insgesamt kaum CO2-Einsparungen erreicht werden.

Biomasse-Import
In Asien gehen schon jetzt jedes Jahr durch die Anlage von Palmöl-Plantagen mehr als eine halbe Million Hektar Regenwald verloren. Fatal, denn Regenwald gehört zu den wichtigsten CO2-Speichern auf der Erde. Mögliches Resultat des europäischen Biosprit-Hungers: Jedes Prozent Palmöl-Sprit im Tank reduziert zwar den CO2-Ausstoß von Pkw hierzulande, heizt aber gleichzeitig den Treibhausgas-Ausstoß auf der anderen Seite des Planeten weiter an.

Interessante Seiten zum Thema:
Energieerzeugung aus Lebensmitteln ein Skandal
Biosprit zerstört Regenwald
Mit Pflanzen Kohlendioxid einsparen

Letzte Frage: Würden die Deutschen für ein Tempolimit, das CO2 spart, für 5 Minuten das Licht ausmachen oder gäbe es eher Demonstrationen gegen ein Tempolimit?

Es gibt kein Grundrecht auf konstantes Klima

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In den letzten 4 Wochen hatte ich ein paar interessante Gespräche mit Grundlagenforschern vom Max-Planck Institut über den Klimawandel. Einige meinten mein Artikel wäre unglücklich verfasst. Darum habe ich mich diesem Thema nochmals angenommen.

Ich habe im vorigen Artikel geschrieben, dass der Mensch keinen so grossen Einfluss auf das Klima hat, weil die jüngsten Berechnungen des Niels-Bohr-Instituts in Kopenhagen vermuten lassen, dass die abrupten Wärmeeinbrüche von sieben bis zehn Grad etwa alle 1470 Jahre zufällige Erscheinungen sind, chaotische Fluktuationen des Klimasystems selbst.

Aufschlussreich ist insbesondere die Passage, in der auf die Relationen des CO2-Ausstosses hingewiesen wird, und die Relation zur Wirkung des Wasserdampfes auf die Klimaerwärmung: „Da heute 6,7 Milliarden Menschen auf der Erde leben, beträgt ihr Anteil an der CO2-Emission im Jahr 2,45 Milliarden Tonnen.“ Wasserdampf als Klimagas übertrifft das CO2 um ein Vielfaches. Das IPCC selbst gesteht ein, dass eine Verdoppelung der CO2-Menge die Temperaturen gerade mal um 0,7 Grad Celsius erhöht. Mit den fossilen Energieträgern sollte der Mensch allerdings zumindest aufgrund ihrer Knappheit sorgsam umgehen und sich daher alternative Energieträger suchen.

Zum anderen weiss natürlich jeder, wenn ich eine 100 Liter Tonne habe, die mit 98 Liter gefüllt ist, dass es sehr wenig dazu braucht um sie überlaufen zu lassen. Beim Klima verhält es sich eventuell genauso, vielleicht ist der Mensch tatsächlich das Zünglein an der Waage. Davon abgesehen, wer kann tatsächlich behaupten, dass gerade jetzt das optimale Klima sei und sich nun langfristig ein negatives Klima entwickelt. Es gibt kein Grundrecht auf konstantes Klima!

Wir entlassen jährlich 25 Milliarden Tonnen Kohlendioxyd in die Atmosphäre – die Biosphäre mehr als 550 Milliarden Tonnen CO2, mit dem wichtigen Unterschied, hier gibt es eine Nullbilanz. Wenn wir in der kleinen Eiszeit das CO2 rausgeblasen hätten, würde dies sich nicht so gravierend auswirken wie in unserer heutigen Zeit.

Untersuchungen ergaben, dass in der Warmzeit nach 800 im Rheinland Feigen und Oliven wuchsen und in Grönland mildes Klima herrschte, bis ab 1300 eine neue Kaltzeit einsetzte. In deren Verlauf fror der Bodensee zu und es lag im Hochsommer mitunter Schnee in Mitteleuropa. Nach 1800 begann wieder eine neue Warmzeit. Nicht nur gegenwärtig sondern auch 1904 war es so heiss, dass die Elbe bei Dresden fast völlig ausgetrocknet wäre. Hysterie ist also nicht angebracht – auch wenn das den Medien bessere Auflagen und Quoten beschert.

Nun hat sich die Klimadebatte in Form einer Diskussion im Bildzeitungsstil entwickelt und die Politiker haben sich lautstark zu Wort gemeldet. Nun weiss man aus der Vergangenheit, dass je lauter das Politikergerede ist, desto weniger wird passieren. 1997 kam das Kyoto-Protokoll und bis jetzt wurde davon nichts umgesetzt, warum plötzlich jetzt? Weil der Klimawandel Kosten verursacht?

Zum anderen fehlt es an einer Korrekturinstanz, die Modellrechnungen systematisch in Frage stellt und gegenrechnet. Richard Linzen vom renommierten MIT zog sich vom IPCC zurück, an dessen Report 2001 er früher als Kritiker mitgearbeitet hatte, und bemerkt, es handele sich nicht um Wissenschaft, sondern um Politik. Bei der Präsentation des IPCC-Berichtes in Paris (2.02.07) hätten nicht Wissenschaftler, sondern Politiker das Sagen gehabt. „Und es war auch die Änderung eines mehr gesellschaftspolitischen als physikalischen Parameters, der zur Dramatisierung des 2007er Reports gegenüber dem vorherigen beitrug: Der Anstieg des Bruttosozialprodukts vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern wurde einfach nach oben korrigiert, teilweise ins Absurde angehoben, sodass die Projektionen des Kohlendioxidausstoßes ebenfalls hinaufwanderten, und dementsprechend auch die Temperaturen und der Anstieg des Meeresspiegels.“

Das grösste Problem, dass wir in Zukunft zu bewältigen haben ist der Anstieg der Weltbevölkerung und der unserer Wirtschaft, die nach dem Prinzip des unbegrenzten Wachstums und des Profits aufgebaut ist. Eine sachliche Diskussion um eine Verbesserung des Natur- und Klimaschutzes jenseits von wirtschaftlichen Interessen wäre angebracht.

Erstaunt war ich doch, als im aktuellen Geo über den Klimawandel inhaltlich genauso berichtet wurde, wie von der Regenbogenpresse. Dort wurden die kritischen Wissenschaftler als bezahlte Meinungsmacher der Öl-, Kohle- und Autoindustrie dargestellt. Die IPCC ist über alles erhaben usw… man kennt ja mittlerweile die päpstliche Dialektik in der Klimadebatte. Es scheint, dass man mit objektiven Berichten und sachlicher Dokumentation keine Leser mehr gewinnt.

Wenn man sich auf das übliche Ritual unserer Gesellschaft und Politiker verlassen kann, werden diese nach einiger Zeit der Dauerkatrastrophenberieselung gegenüber dem Klimawandel abgestumpft sein. Dann wird es bleiben wie bisher – im fast jedem superteueren Edel-Geländewagen sitzt eine Frau, die gerade mit der CO2 Schleuder ihr Kind von der Schule abholt oder kurz mal zum Einkaufen fährt. Hinten am Auto der Aufkleber für einen besseren Klimaschutz. Na dann, prima Klima.

Nun ist der Artikel noch unglücklicher verfasst!