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Anonymous kompromittiert US-Sicherheitsfirma

Einen wirklich lesenswerten Artikel gibt es bei Heise-Online über Anonymus.
Wie schön …

Die Kurzversion: Anonymous hat eine amerikanische Sicherheitsfirma namens HBGary gehackt, die zuvor gedroht hatte, dem FBI die Namen der zentralen Personen der Organisation zu liefern. Doch die ganze Geschichte hat so viele interessante Aspekte, dass es sich lohnt, sich etwas mehr Zeit dafür zu nehmen.

Zum Artikel bei Heise-Online

Operation Payback

Nach Assanges Verhaftung am Dienstag war es zunächst zu DDoS-Attacken gegen die Website der schwedischen Staatsanwaltschaft, gefolgt von Angriffen gegen die Webpräsenz und das E-Mail-System des schwedischen Anwalts, der das Mandat der Klägerinnen inne hat.

Weitere Attacken auf die Webseiten des Internetbezahldienstes Paypal sowie des Versandhändlers Amazon sind geplant. Paypal sei das nächste Ziel, um Amazon erfolgreich anzugreifen sei die Gruppierung im Moment noch nicht stark genug, erklärte einer der Aktivisten gegenüber dem britischen Fernsehsender BBC. Unterdessen wurde in den Niederlanden ein 16-Jähriger verhaftet, der sich an den Attacken beteiligt hatte. Die Aktivistengruppe, die dem Sicherheitssoftware-Hersteller Panda Security zufolge aus der 4 Chan Internet-Community entstanden ist, führt koordinierte, so genannte Denial of Service-Attacken auf die Server der jeweiligen Webseiten durch. Dabei werden die Rechner durch Überlastung zum Absturz gebracht. Amazon verbannte dagegen die Enthüllungsplattform von seinen Web-Servern. Gerüchten zufolge sollen die Unternehmen auf Druck der US-Regierung gehandelt haben.

Dabei bitten die Hintermänner der Rache-Aktion um freiwillige Mithilfe von Sympathisanten.

Durch das Ausführen eines Programmcodes soll der Rechner Teil eines Botnetzes werden und auf diese Weise die illegalen Angriffe gegen Behörden und Finanzinstitute unterstützen. Manche Nutzer sollen zu diesem Zweck auch Zweitrechner aufgesetzt haben.

Daneben stehen auch prominente Anhänger bereit, Assange aus der Klemme zu helfen – zum Beispiel durch Zahlung einer Kaution. Darunter bekannte Namen wie der britische Regisseur Ken Loach (74, „Looking for Eric“), der australische Filmemacher John Pilger (71) und Jemima Khan (36), die schillernde Ex von Schauspieler Hugh Grant (50).

Der angesehen Journalistik-Professor und Blogger Jeff Jarvis schrieb beispielsweise via Twitter: „Ich kann meine Visa und Mastercard nutzen um Pornos zu bezahlen, oder fanatische Abtreibungsgegner, homosexuellen-feindliche Organisationen oder den Ku Klux Klan zu unterstützen. Aber ich kann sie oder Paypal nicht nutzen, um Wikileaks zu unterstützen, das sich für Pressefreiheit, Transparenz und eine wirkliche Regierungsreformen einsetzt.“

So gesehen sind diese Aktionen sinnvoller als die üblichen Demonstrationen oder Unterschriftenlisten. Besser gesagt, es ist die zeitgenössische Form des Widerstands, ein Form von direkter Demokratie. Denn gegen die Ohnmacht von Zensur und Manipulation lässt sich nicht durch passiven Widerstand kompensieren. Es wird noch spannend! Die Veröffentlichung der Diplomatendepechen hat sich alleine schon aus dem Grund rentiert um zu sehen wie die Weltpolitik auf lächerliche Art und Weise die Hosen runterlässt um Assange aus dem Verkehr zu ziehen. Selbst die dümmsten unter uns wissen jetzt wie die Politik auf unglaubliche Art und Weise sowohl Druck auf Medien als auch auf Privatpersonen ausübt um ihre korrupten Machenschaften zu vertuschen.

Die Zukunft wird den Politikern letztendlich auf die Schliche kommen. Eine Zukunft, die mit unvorstellbaren Werkzeugen der Transparenz operiert. Am Ende wird man gesehen haben, was Sie getan haben.

Wikileaks geht nach Schweden

Die schwedische Piratenpartei, die für Bürgerrechte im Internet eintritt, stellt der Enthüllungsplattform rechtlich geschützte Server zur Verfügung. Die Webseite will sich so gegen Angriffe schützen. Mit ihren Enthüllungen stellte sie den US-Einsatz in Afghanistan bloss.

„Lagern die Daten auf einem normalen Server, gibt es ein hohes Risiko, dass sie beschlagnahmt werden. Bei einer politischen Partei gibt es dafür einen höheren politischen Preis für die Exekutive zu zahlen“ , sagte Anna Troberg, Vizechefin der Piratenpartei. Man kann nur hoffen, dass sie recht behält.

Wikileaks-Gründer Julian Assange will nicht nur seine Webseiten vor dem Zugriff der Vereinigten Staaten schützen, sondern auch sich selbst. Er fühle sich sogar physisch von der US-Regierung bedroht. An und für sich kein Wunder, kritische Menschen lebten schon immer sehr gefährlich, besonders dann wenn die Wahrheit auf den Tisch kommt.

Weltweit verstärken Regierungen ihre Angriffe auf den Aufdecker-Website, der im Juli mit der Veröffentlichung von 15.000 Seiten an geheimen US-Papieren Schlagzeilen machte. Razzien werden befürchtet. Wikileaks hatte bisher bereits Server in Schweden sowie in Belgien genutzt. Schaffen die Regierungen es nicht auf legalen demokratischen Weg, so kommt demnächst der Illegale.

Auch Demokratien lieben nicht die ungeschminkte Wahrheit, so zum Beispiel die Steuersünder CD`s aus der Schweiz. Intern bei der Recherche im Behördenzimmer, verschwinden genau die Bankdaten die Politiker, die in den Medien über die üblen Steuerhinterzieher jammern und den moralischen Zeigefinger hochhalten.

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