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Die Kunst, im NICHTS zu leben und wo ist das SELBST?

So, genug von der Welt der Gedanken. Das Ergebnis sieht man jeden Tag in den Nachrichten. Es sind nur die Symptome. Kreativität ist angesagt im Leben; Wandlung bestimmt das Leben. Entstehen und Vergänglichkeit sind die elementaren Bestandteile des Lebens.

Wenn man als Künstler ein Kunstwerk schafft, dann ist dieses Kunstwerk eine Art Momentaufnahme. Alle Kunstwerke sind eine Aneinanderreihung von Momentaufnahmen – also der Entwicklungsweg. Wo kann ich das SELBST erkennen? In den vergangenen Kunstwerken? Oder doch im HIER und JETZT – also gerade jetzt, während ich es male?

Erstmal der biologische Faktor
Der Mensch als biologisches Wesen? Die Biologie ist in gewisser Weise unabhängig von den in Physik und Chemie geltenden Naturgesetzen, da die Besonderheiten der einzelnen Arten nicht aus reproduzierbaren Gesetzen, sondern aus einmaligen historischen Ereignissen heraus entsteht. Deshalb sollte man in der Biologie nicht von Gesetzen, sondern eher von Konzepten sprechen. Denn zu jeder anderen Zeit herrschen andere Gesetze bzw. Konzepte. Der Mensch als Krone der Schöpfung hat sich schliesslich nicht nach Naturgesetzen entwickelt, sondern aus historisch entwickelten Ereignissen. Dass wir heute älter werden als vor 800 Jahren, liegt nicht an einem Naturgesetz, sondern an der Entwicklung, den Erkenntnissen der Naturforschung und dem technischen Stand dieser Entwicklungen.

Die Entstehung des Lebens
Fest steht, dass diese Entwicklung seit 15 Milliarden Jahren andauert und dass das Universum, die Entstehung des Lebens und letztlich des Menschen Teil dieser langsamen Evolution sind. Von ein und derselben Bewegung ausgehend, reihen sich die einzelnen Etappen aneinander wie die Glieder einer Kette. Der Mensch stammt ebenso von Affen und Bakterien ab wie von Himmelskörpern und Galaxien. Der Anfang war der Urknall, von dem wir so gut wie nichts wissen.

Warum existiert das Universum? Warum ist die Erde so einzigartig und warum leben wir? Nur weil wir da sind und uns diese Fragen stellen können?

Wo lebt der Mensch – überall?
Die graue Theorie: Der Mensch lebt im „Hier und Jetzt“ und das bedeutet: Das Leben ist immer in der Gegenwart, also „hier“ und „jetzt“. Denn die Vergangenheit ist immer schon vorbei und die Zukunft noch nicht erreicht. Oder in der Sprache des Existentialismus: „Der Mensch versteht sich selber nur im Erleben seiner selbst.“ Das „Sein“, also das, was ist und das, was ich bin, ist nur zu verstehen durch das Gewahrwerden vom gegenwärtigen Ort und der gegenwärtigen Zeit. Diese Inhalte und die daraus für das Leben und den persönlichen Entwicklungsprozess entstehenden Konsequenzen werden im Begriff „Hier und Jetzt“ verdichtet.

Tatsächlich lebt der Mensch selten im „Hier und Jetzt“. Dank seines Verstandes lebt er entweder in der Zukunft oder in seiner konditionierten Vergangenheit, die wiederum seine Ängste in die Zukunft transportiert. Das Aberwitzige dabei ist, dass der Mensch aufgrund seines Verstandes meint, es wäre das „Selbst“. Der Verstand ist aber nur das Werkzeug. Somit bestimmt der Mensch sein Werkzeug als sein ICH, das SELBST, den EGO.

Viele suchen ihr Heil in den östlichen Philosophien. Im Tantra ist das „Hier und Jetzt“ im Sinne von „permanentes Gewahrsein“ ein zentrales Element und im Buddhismus ist das „Hier und Jetzt“ Bestandteil der Achtsamkeit (Achtfacher Pfad). Darüber kann man auch viel nachdenken, bringt aber rein überhaupt nichts – ausser man ist genau da, wo man ist – in der LEERE.
Wenn ich in der heutigen Zeit über Power-Entspannung und Power-weissderteufelsonstnochwas sinniere und beschäftige, bin ich nur in der oberflächlichen Welt und weit davon entfernt, zu dem zu werden, was ich werden will. Der Schnellkurs zum höheren Bewusstsein ist erstmal der konträre Weg und doch geht es womöglich damit schneller zur Erkenntnis. Paradoxien sind nicht ausgeschlossen.

Der Mensch sucht sich, aber wo?
Interessanterweise sucht der Mensch sein ICH, seine Bestimmung überall, aber nie dort, wo er gerade im „Hier und Jetzt“ ist. Man kann sein ganzes Leben lang sich suchen und es nie finden, wie auch. Das SEIN ist nie in der Vergangenheit und auch nicht in der Zukunft. Man kann ewig darüber nachdenken und genau das ist das Paradoxe. Wenn ich denke, bin ich nicht!

Der Mensch liebt nicht die LEERE und STILLE; er fürchtet sich davor. Deshalb muss er immer in Bewegung bleiben, seinen analytischen Verstand benutzen, sich mit Problemen beschäftigen, die sein Verstand verursacht hat und die wiederum mit dem Verstand gelöst werden. Wie gesagt, man ist überall, nur nicht da, wo man sich befindet. Denn nur wer denkt, IST. Frei nach Cogito ergo sum (lat.: „Ich denke, also bin ich“), dem Grundsatz des Philosophen René Descartes. Laut Jaakko Hintikka ist das „Cogito ergo sum“ kein logischer Schluss, sondern die Vermeidung eines performativen Widerspruchs. D. h., wenn ich versuche, meine Nichtexistenz anzunehmen, muss ich unweigerlich meine Existenz anerkennen. Auch ziemlich tricky.

Unser Verstand ist nichts als eine gewaltige Hochleistungs-Etikettiermaschine mit Bewertungsmuster, konditionierten Vergangenheitsschemas und grossen Realitätsmusterkoffer.

Deshalb – darüber nachzudenken, wird zu keinem Ergebnis führen. Denn das Nachdenken entfernt mich von der Erkenntnis, was die LEERE, die STILLE (das Nichtdenken) und das SEIN im „HIER und JETZT“ ist.

Warum gibt es Reinkarnation, das Leben nach dem Tod?
Weil der Mensch ohne sein EGO ein ganz armer Mensch ist. Deshalb braucht er die Philosophie, um den Glauben an sein EGO und SEIN zu rechtfertigen. Witzigerweise reinkarniert der Mensch täglich in seinem Leben – so gesehen, stetig. Oder er schleppt irgendein Karma mit sich herum, das er im jetzigen Leben auflösen muss. Die Katholiken haben es da besonders schwer. Es sind nur Gedankengebilde, die durch das Denken zur Realität werden. So entsteht dann die Hölle, leider nur direkt auf dem Planeten, auf dem ich mich gerade befinde und sonst nirgendwo. Deshalb gibt es für den Menschen auch Gott. Der Mensch braucht immer die Absolution für sein „Dasein“. Keiner findet es gut, dass wir das Produkt aller Möglichkeiten und Unmöglichkeiten sind. Es ist der Zufall und die Bestimmung gleichzeitig.

Das EGO braucht ein Weiterleben nach dem Tod. Nichts ist unerträglicher für das EGO als das NICHTS. Deshalb klammern sich alle bei dem Gedanken, was nach dem Tod noch sein könnte, an die Hoffnung auf das Paradies oder sonstigen Gedankenmüll. Ich muss euch enttäuschen – das EGO und SELBST zerstört sich selbst und was danach kommt, ist grossartiger als alle EGO`s der Welt. Es ist alles und nichts. Es ist der Inbegriff aller Möglichkeiten, aller Neuanfänge, aller Realitäten und trotzdem ist es das NICHTS! Punkt. Das ist das Grossartigste, was wir haben – das NICHTS, aus dem etwas Neues entstehen kann.

Nochmals: Die Gedanken schaffen unsere irrsinnige Realität, die wir täglich auf dem Planeten Erde erleben. Das NICHTS, die STILLE schafft die gesamte Realität auf einen Punkt ohne Bewertung. Wenn wir wirklich etwas zum Guten verändern wollen, müssen wir das anerkennen und stellen aber gleichzeitig fest – das Gute gibt es überhaupt nicht. Denn erschaffen wir es, erschaffen wir auch das Gegenteil.

So mal nachdenken …
Genau richtig, denken wir doch mal über das Geschriebene nach und man wird nicht auf den Punkt kommen. Macht aber nichts, denn die LEERE kommt ja sowieso. Machen wir doch mit unseren Gedanken, unserem Verstand so weiter wie bisher – leben wir den gedanklichen Irrsinn aus.

Was kann man tun?
Erkenne deine Gedankenmaschine, beobachte sie und du wirst erstaunt sein, wieviel Müllgedanken herumschwirren. Sei im HIER und JETZT, in der STILLE, in der LEERE und den Rest verstehst du von selbst. Ach ja, und lache.

P.S. Der Verstand braucht unser Bewusstsein als Energie. Zieht diese Energie doch einfach mal ab.

P.P.S. Nicht, dass der Eindruck entsteht, ich lebe im absoluten „Hier und Jetzt“. Ab und zu steige ich komplett aus. Das gehört auch zum Leben. Hauptsache, man kommt wieder zurück – dann ist es wieder sehr humorvoll (natürlich nur rückblickend). So bleibt das Leben sehr spannend.

Kunstwerk Gateway – Lost and not found

(Michael Prax) Beim Stöbern in alten Grossformatdias kam mir dieses Bild in die Finger/unter die Augen. Dieses Bild – GATEWAY, Öl / Acrylpigmentfarbe / Polychromos auf Leinwand, 03 / 95, 90 x 120 cm bekam ich nie von der Galerie CAMUE in Mannheim zurück. Das war ein ziemliches Theater mit dieser Galerie,  1997 – also schon etwas länger her.

Das Bild hat die Werkverzeichnisnummer 319 und ist hinten mit WVZ 319, Titel etc. signiert. Würde mich mal interessieren, wo dieses Kunstwerk abgeblieben ist. Wer hat es gesehen?

 

Riskmanagement im Factoring und die Wirtschaftsblase

Die Finanzblase und die Auswüchse, aktuell ist aber die Wirtschaftsblase. Factoring hat sich als alternative Finanzierungsform etabliert, da die Banken den Geldhahn zugedreht haben und lieber an der neuen Spekulationsblase bauen. Fast jedes zweite Unternehmen klagt über mangelnde Verfügbarkeit von Krediten und schlechtere Konditionen. Denn viele Unternehmen, die den Abschwung überlebt haben, müssen aufpassen, dass der Aufschwung nicht zur eigentlichen Gefahr wird, falls dieser falsch finanziert wird oder gar nicht finanziert werden kann.

Besonders die mittelgrossen Firmen versuchen sich vermehrt mit Factoring über Wasser zu halten, also Forderungen abzutreten. Aber die Rückversicherer versichern nicht gegen Betrug und somit haben die Unternehmen, die Full-Factoring oder selektiertes Factoring betreiben, meist das Nachsehen. Wie heisst es so schön: Die Auslagerung des Debitorenmanagements ermöglicht mehr Freiraum für unternehmerische Aktivitäten und eben auch mehr Möglichkeiten für Betrug.

Besonders die Firmen mit grossen Liquiditätsproblemen, die auf Factoring angewiesen sind, werden immer erfinderischer. Das beginnt mit gefälschten Lieferscheinen, Verträgen, Forderungen und beschönigten Bilanzen. Also alles sehr perfekt aufgebaut – die elektronische Datenverarbeitung macht’s möglich.

Wie betrügt man eine Factoringgesellschaft?
Wer denkt, dies wäre einfach zu durchschauen, irrt sich gewaltig. Sogar die Telefonnummern der bestätigten Lieferscheine werden so perfekt verschleiert, dass bei einem Kontrollanruf beim Schuldner/Unternehmen, ob die Ware geliefert wurde, auf die Nummer des Lieferanten (der Betrüger selbst) umgeleitet wird. Der meldet sich dann als Schuldner/Unternehmer – er hat ja die weitergeleitete Telefonnummer auf dem Display – und bestätigt den ordnungsgemässen Eingang der Lieferung.

Hier geht es nicht um Kleinbeträge, sondern Rechnungen im sechsstelligen bzw. siebenstelligen Bereich. Da die Zahlungsziele mittlerweile zwischen 60 bis 120 Tage liegen, versuchen die Firmen in diesem Zeitraum ihre Zahlungsunfähigkeit zu überbrücken – manchmal endet dies in der Insolvenz. Somit fliesst auch die vorgestreckte Finanzierung in die Insolvenz, der Factorer kommt dann selten an sein Gels, da es ja in der Konkursmasse ist. Wohl dem Factorer, der bei diesem Spiel das nötige Glück hat und somit die „Rechnung“ aufgeht. Dann ist ja alles in Ordnung – der Betrug fällt nicht auf.

Aber setzt sich der Lieferant mit dem ganzen eingesammelten Geld in das Ausland ab, dann ist es weg. Dieses Spiel wird meist parallel mit mehreren Factoringunternehmen gestartet – somit entstehen Ausfälle in mehrstelligen Millionenbeträgen. Das ist dann der gross angelegte Betrug.

Kein Factorer gibt zu, wie heikel mittlerweile die Lage ist. Besonders kleine Factorer kommen in`s Schleudern – denn auch hier droht dann Insolvenz. Aber auch grosse Banken sind betroffen.

Beispiel:
Henkel-Mitarbeiter sollen durch falsche Rechnungen 45 Millionen Euro von Factoringgesellschaften eingesammelt haben. Sie sollen so genannte Scheinrechnungen auf gestohlenem Henkel-Briefpapier erstellt und als echte Forderungen verkauft haben. Hierdurch hätten die Factoringgesellschaften einen Schaden erlitten – sie haben praktisch Luft gekauft.

Beim Plüschtier-Hersteller Nici aus Altenkunstadt in Nordbayern, der Insolvenz anmeldete, ist seit Jahren in großem Stil kriminell gewirtschaftet worden. Nach ersten Erkenntnissen der Strafverfolger hat Pfaff seit dem Jahr 2000 mindestens 40,5 Millionen Euro für Nici ergaunert, indem er Geschäfte mit Grossabnehmern vortäuschte. Pfaff veräusserte Scheinrechnungen für die nur auf dem Papier ausgelieferte Nici-Ware an Factoringgesellschaften, die sich vornehmlich im Besitz von Banken befinden.

Und die Schuldner?
Auf der anderen Seite sind immer mehr Schuldner absolut zahlungsunfähig. Diese Zahlungsausfälle sind zwar durch die Rückversicherer gedeckt – doch auch die Rückversicherer ziehen sich immer mehr aus diesem mittlerweile gefährlichen Geschäft zurück oder verlangen hohe Prämien.

Es ist erschreckend, wenn man die Zahlen der Bilanzen von KMU oder auch Grossbetrieben sieht. Hier wird getrickst, was das Zeug hält. Ein eher witziger Fall ist, wenn ein Betrieb seine Firmendomain auf 800.000 CHF bewertet – natürlich unauffällig in der Bilanz verankert, so dass es auf den ersten Blick nicht auffällt, ansonsten wäre der Geschäftsabschluss nicht gerade noch eine kleine schwarze Zahl gewesen. In der Schweiz kann man bedenkenlos eine Absichtserklärung über einen Kredit über ein paar Millionen deponieren, optimal für die Bilanz – das Unternehmen das eigentlich Insolvenz anmelden müsste ist dann nicht mehr überschuldet.

Die Grossbanken machen es nicht anders, nur mit staatlichem Segen. So werden Swaps (Ein Credit Default Swap – CDS), sie sind ein Kreditderivat zum Handeln von Ausfallrisiken von Krediten, Anleihen oder Schuldnernamen zu Kursen bewertet, die absolut unrealistisch sind um die Bilanz zu beschönigen.  Tatsächlich sind die so bewerteten CDS keine Milliarden wert, sondern besitzen nur noch den Papierwert.

Auch die staatlichen Zuschüsse erzeugen Blasen: Solon, der Hersteller von Solarmodulen, ist 2009 infolge des Preisverfalls in der Branche und der Finanzkrise tief in die Verlustzone gerutscht. Besonders stark getroffen wurde Solon zudem vom Markteinbruch in Spanien infolge der Kappung der staatlichen Solarförderung.

20 – 35% der Unternehmen schrammen knapp an der Insolvenz entlang, zumindest sagen das die (internen) Bilanzen aus. Kein Unternehmen gibt zu, dass es ihm wirtschaftlich nicht gut geht. Ansonsten würde man ja zukünftige Geschäfte in Frage stellen. Deshalb heisst die Devise, wir haben volle Auftragsbücher. Ich spreche hier hauptsächlich vom Mittelstand in Deutschland und der Schweiz.

Schweiz: Im Januar 2010 wurde über insgesamt 481 im Handelsregister eingetragene Unternehmen der Konkurs eröffnet. Das entspricht einer Zunahme von 38% gegenüber dem Januar 2009.
Deutschland: Im Jahr 2009 stieg die Anzahl der Unternehmen, die Insolvenz anmelden mussten, um elf Prozent an. Damit bestätigte sich die Prognose der Hamburger Wirtschaftsauskunftei BÜRGEL für 2009. Auch für 2010 wird eine deutliche Zunahme der Insolvenzzahlen prognostiziert.

Künstliche Blasen überall: gezielte PR-Kampagnen, um die Firma gut aussehen zu lassen, vollmundige Versprechen über Grossaufträge und die Hoffnung, die dürren Zeiten irgendwie zu überbrücken. Da der Mensch meist dem Geschriebenen oder den Versprechen glaubt und definitiv nicht den gesunden Menschenverstand einschaltet, kann man davon ausgehen, dass noch eine gewaltige Insolvenzwelle auf uns zukommt. Ich behaupte, der Dominoeffekt, der dadurch entsteht, lässt die vorherige Finanzkrise eher lächerlich erscheinen.

Und zum guten Schluss – Riskmanagement in der heutigen Zeit, in der auch noch Personal gespart wird, wird der Betrüger äusserst erfinderisch ist und da der Rechtsweg unendlich lange dauert, hinkt man immer den Ereignissen hinterher. Zeit ist Geld, einer der geflügelten und wohl dümmsten Sprüche der Menschheit birgt gewaltige Risiken.

Kunstprojekt „Wirtschaft“
So gesehen, erscheint mir das ganze Wirtsschaftsystem mit ihren Akteuren als grosses Kunstprojekt. Man hat mit vielen kreativen Menschen zu tun, ok – sie haben alle einen Anzug an, sind schicker gekleidet als die meisten Künstler – aber das ist nunmal die Berufskleidung. Sind sehr gute Rethoriker, können sich bestens verkaufen (sind ja auch gute Verkäufer ) und haben grosse Visionen (Profit). Die meisten Künstler haben nur Visionen (Nonprofit). Sie schaffen durch ihre Phantasie eine Art Schatten-Realität in der sie eine Zeitlang leben und mehr oder weniger verdienen können, hinterher kommt die andere Realität – die harte Realität. Ähnlich wie die Wirtschaft zur Zeit.

Alle machen mit. Die Vision „Luft“  erscheint real wenn sie gut verkauft wird, Marketing-  und Werbetechnisch gut ausstaffiert, hohe Renditen verspricht und schon schaffen wir eine neue Realität. Nicht das es verwerflich wäre, so tickt nunmal die Welt. Wir sind alle dabei, die Mitarbeiter und Angestellten. Unbewusst und immer an das Gute glaubend. Die Masse braucht den Arbeitsplatz. Ein Teufelskreis.

Besonders bei den wirtschaftlichen Berechnungen oder Finanzplanungen zukünftiger Entwicklungen (neues Bilanzjahr, Budgetierung, …) kann man sehr kreativ sein. Denn Wachstumskurven zeigen ausschliesslich nach oben, wie sollte es auch sein – wir reden nunmal vom Wachstum, ja sogar vom unbegrenzten Wachstum. Wenn man Zukunftsprognosen aufstellt, die schon rein vom gesunden Menschenverstand als falsch erkannt werden, dieses Wachstum nie eintreffen wird – dann wird in der Zukunft genau diese falsche Berechnung Grundlage für alle weiteren Berechnungen sein – eigentlich der absulute Irrsinn. So läuft es in unserer Wirtschaft – zur Zeit eben einiges extremer, da wir uns ja auch in einer extremen Zeit befinden. Hat man „Schwein gehabt“ schafft man die wirtschaftliche Talsohle, ansonsten knallt man gegen die Wand. Es lebe die Blase!

Wie ein vernünftiges Riskmanagement aussehen soll vermittelt die Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht):
Mindestanforderungen an das Risikomanagement

4,3 Milliarden Verlust auf die UBS-Schrottpapiere

Noch immer sitzt die Nationalbank auf Risikopositionen im Umfang von 24,1 Milliarden Dollar aus der Rettungsaktion der Grossbank UBS. Der Betrag ist für die Schweizer Wirtschaft noch immer bedrohlich hoch. 4,1 Milliarden Dollar ist nach wie vor ein enormer Betrag. Er entspricht rund 5 Prozent des Schweizerischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

SNB-Risiko noch bei 24 Milliarden Dollar
Das Totalrisiko der Nationalbank beläuft sich theoretisch – falls die Papiere den ganzen Wert verlören – auf 24 Milliarden Dollar, da die SNB noch 4 Milliarden für Eventualverbindlichkeiten übernehmen müsste.

Aber es gibt noch andere, die Probleme haben – die Engländer. Aber ehrlich gesagt, welcher der überschuldeten Staaten hat keine Probleme – die Industrienationen sind pleite.

Briten als Schuldenkönige
Londons Schuldenvolumen gibt Anlass zur Sorge, denn die Briten sind die Schuldenkönige der G20-Staaten. Infolge der Finanzkrise hat sich das britische Defizit – gemessen am Bruttoinlandsprodukt – fast verdoppelt. Die Schulden Italiens stiegen dagegen lediglich um 20 Prozent. Blicken die Briten nach Griechenland, können sie sich alles andere als auf die Schultern klopfen. Londons Verschuldung beträgt in diesem Jahr 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – etwa so viel wie beim Pleitekandidaten Hellas.

2009 wurde fleissig an der neuen Finanzblase gearbeitet
Durch den Einbruch am Gewerbeimmobilienmarkt in den USA drohen Kreditausfälle in Milliardenhöhe. Tausende US-Banken könnten das Problem auf die gesamte amerikanische Wirtschaft übertragen. Es drohen den US-Banken in den kommenden Jahren Ausfälle gewerblicher Immobiliendarlehen in Höhe von 200 bis 300 Milliarden Dollar. Insgesamt – so eine Analyse des COP – stehen in den Vereinigten Staaten von 2010 bis 2014 solche Kredite mit einem Volumen von etwa 1,4 Billionen Dollar zur Anschlussfinanzierung an. Beinahe die Hälfte dieser Darlehen steht nach Angaben des COP bereits jetzt „unter Wasser“, sprich, die Kreditsumme übersteigt den gegenwärtigen Wert der Immobilie. Die neue Krise abzuwenden, wird schwer; einige meinen, gar unmöglich.

Da hilft wohl nur der eigene Tresor, Sparstrumpf und das liebe alte Gold. Doch auch die Inflationsgefahr scheint weiter zu steigen, also doch lieber den eigenen Kartoffelacker bewirtschaften. Denn jeder weiss: „Geld kann man nicht essen“.

Klimawandel – Nordpolarmeer setzt Methan frei

eiszeit

Bei dem jetzigen Winter hat man die Klimaerwärmung ein wenig aus den Augen verloren. Jetzt setzt das Nordpolarmeer klimaschädliches Methan frei – gottlob, nun sind die Kühe nicht mehr an der Klimaerwärmung Schuld. Amerikanische Wissenschaftler fanden jetzt heraus, dass der gefrorene Meeresboden an manchen Stellen bricht und das Gas in die Atmospäre entlässt.

Das Methangas am Meeresboden könne „dramatische Auswirkungen auf den Klimawandel haben“, heißt es in der Studie der University of Alaska in Fairbanks. Die Mengen an Methangas, die durch den gefrorenen Meeresboden freigesetzt werden, seien so groß, dass sie die Erderwärmung deutlich beschleunigen könnten.

Den Forschern zufolge droht ein unglückseliger Kreislauf: Das zunehmende Methangas könnte die Erderwärmung beschleunigen. Die daraus folgenden wärmeren Temperaturen wiederum könnten den Permafrost-Boden weiter auftauen lassen und noch mehr Methangas freisetzen, was wiederum zur weiteren Erderwärmung führt. Vermutlich wird das Meer auch wärmer, dadurch kommt es sowohl zu einer thermischen Ausdehnung des Wassers (wärmeres Wasser hat eine geringere Dichte) und somit zu einer Erhöhung des Meeresspiegels. Noch sind davon nur die oberen Schichten der Ozeane betroffen. „Sickert“ die Erwärmung in die tieferen Schichten durch, gibt es dann die METHANGAS-KATASTROPHE.

Aber es kommt noch viel schlimmer – das Erdmagnetfeld beeinflusst auch das Klima. Das schwächer werdende Magnetfeld der Erde hat Einfluss auf den Treibhauseffekt. Das wiesen Geophysiker in einer Studie mit Meerwasser nach. Laut den Forschern hat die Stärke des Magnetfelds der Erde seit Beginn der Messungen vor 150 Jahren kontinuierlich abgenommen.

Der Mensch hat die Finger im Spiel, die Natur und der andere Rest der im Weltraum herumschwirrt. Überall wird das Klima beeinflusst, zum Beispiel auch die Sonne? Was machen wir dann?

Das wäre die goldene Arschkarte. Dann können wir soviel CO2 sparen, wie wir wollen – es bringt einfach nichts. Armer Mensch! Leider gibt es keine DIN-Norm für ein konstantes Klima!

und übrigens: Chile-Beben veränderte Erdachse und Tageslänge. Es geht hier auf dem Planeten drunter und drüber.

28.02.2010 – Orkan am Bodensee (Untersee)

Wurde nicht ein Orkan angesagt? Ein normaler Sturm war es dann doch wohl, am Untersee mit Sonne ist das ein schönes Farbenspiel (Seeblog: Farbe Grün). Zufällig filmte ich das Boot von der Seepolizei, die einen Surfer aus dem Wasser zogen. Ein Wunder, dass sie ihn gefunden haben. Bei Wellengang ist das eine ziemlich wacklige Angelegenheit und die beiden Schweizer Seepolizisten hatten einiges zu tun. Bei 3 Grad Wassertemperatur hält man das auch mit einem Surfanzug nicht allzulange aus. Hier der Film (gefilmt mit einem 400mm Objektiv).

Link: Untersee (Quicktime, 25MB) oder Untersee (Flash, 4MB)

Naja, woanders hatte Xynthia stärker geblasen. Das Jahr 2010 scheint, was Naturereignisse angeht, ein ziemlich interessantes Jahr zu sein. Vielleicht versucht der Planet, den Virenbefall loszukriegen. Treffen sich zwei Planeten im Weltall. Sagt der eine zum anderen: „Du siehst aber schlecht aus!“. Entgegnet der andere: „Ja, mir geht’s auch nicht gut, ich habe ‚homo sapiens'“. Sagt der erste: „Mach‘ dir nichts draus, das hatte ich auch mal, das geht vorbei!“