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Kunstwerk Gateway – Lost and not found

(Michael Prax) Beim Stöbern in alten Grossformatdias kam mir dieses Bild in die Finger/unter die Augen. Dieses Bild – GATEWAY, Öl / Acrylpigmentfarbe / Polychromos auf Leinwand, 03 / 95, 90 x 120 cm bekam ich nie von der Galerie CAMUE in Mannheim zurück. Das war ein ziemliches Theater mit dieser Galerie,  1997 – also schon etwas länger her.

Das Bild hat die Werkverzeichnisnummer 319 und ist hinten mit WVZ 319, Titel etc. signiert. Würde mich mal interessieren, wo dieses Kunstwerk abgeblieben ist. Wer hat es gesehen?

 

Die dubiosen Kunstaussteller

Wie versprochen fange ich nun die Liste der Kunstaussteller an, die dem Künstler einiges kosten oder im schlimmsten Falle ruinieren. Natürlich würde es mich freuen, wenn ich von den KünstlerkollegenInnen Informationen oder Erfahrungen genau zu dem Thema dazu bekomme. Ansonsten schläft diese Projekt wieder ein.

ARMUT.jpg

Camaver Kunsthaus (Italien)
http://www.camaver.com
340 Euro Gebühr für 3 Kunstwerke, um an einer Ausstellung teilzunehmen und dann wollen sie noch 20% Provision haben.

Artbusiness (Brasilien)
Ansprechpartner: Cammile Lobo Klein
http://www.artbusiness.com.br/
Im Prinzip geht es um die Galerie „79 Art Gallery in Curitiba (Brasilien)“
„Betrugsverdacht, es wurden wohl schon Anzeigen erstattet“

KSK Nachforderungen?
Information unter: http://www.ksk-protest.melson.de/

Galerie Böhner (Deutschland)
Auch hier sind die Konditionen zu hinterfragen, die sind ziemlich deftig. Rechnet mal selbst nach.
http://www.galerie-boehner.de

ArtDomain Galerie und der THE PALM ART AWARD (Deutschland)
Erst mal muss man für die Vorrunde sein Geld abdrücken: „Bitte beachten Sie, daß mit der Anmeldung eine Gebühr von 28 Euro fällig wird. Sie bekommen die Bankdaten nach Eingang der Anmeldung.“

Für die Teilnahme an unseren Finalisten-Ausstellungen zum Palm Art Award mit drei Werken wird eine Buchungs-Gebühr von 130 Euro (zzgl. USt*) fällig. *Für Künstler, die nicht in Deutschland leben und eine gültige USt-Nummer angeben können, beträgt die Gebühr 130 Euro ohne USt. Ein zweiter Betrag in Höhe von 190 Euro ist zahlbar bis spätestens 8 Wochen vor Ausstellungs-Eröffnung. (28+130+190= 348.- Euro – das waren mal 700.- DM)
„An Preisgeldern sind mindestens 2000 Euro vorgesehen (Ob es mehr wird, hängt von unseren Sponsoren ab)“. Toll wenn Künstler, die gleichzeitig als Sponsoren den Kunstpreis selbst finanzieren. Das ist eine der üblen Maschen auf dem Kunstmarkt.
http://www.art-domain.com/index-de.html

Im Prinzip solltet ihr alle Angebote, besonders die per Mail zu euch kommen, ganz genau überprüfen. Es scheint, dass die finanziellen Risiken der Galerien mittlerweile der Künstler tragen sollte. Wenn ihr solche Galerien unterstützen wollt ist eure Sache.

Update: 2011 – scheint das immer noch jede Menge Künstler auf den Palm-Award reinfallen. Dieser Award ist absolut nichts wert, aber wer es braucht soll bitte teilnehmen. Mittlerweile steht auf der Webseite nichts mehr von sonstigen Gebühren, ausser der Anmeldegebühr von 35.- Euro. Kein Wunder, mittlerweile ist es ein reiner Online-Award – also absolute nichts wert, scheint so das sich die Galerie nicht besonders gut getragen hat. ;-)

Seelinie – Natur und Kunstwerk

seelinie.jpg      seeliniebild.jpgLinien haben mich schon immer fasziniert, besonders das Licht bzw. die Lichtlinien am und auf dem See. Hier ein schönes Beispiel, wie ich das gesehene in der Natur in meine Formensprache umsetzte. Das Foto habe ich gestern gemacht – das Kunstwerk (rechts), Öl auf Leinwand, 70 x 90 cm gross, Entstehung 09/2005.

Kunstausstellung in China

olympicwatch.gif Dieses Jahr sind die Olympischen Spiele in Peking bzw. Beijing. Massenveranstaltungen eignen sich immer sehr gut für Events, so auch in der Kunst. Zurzeit trudeln jede Menge Einladungen für eine Kunstausstellung in der Hauptstadt per Mail in mein Postfach.

Welcher Künstler würde nicht gerne von sich behaupten, „Ich habe in China ausgestellt“. Doch leider sind 99% der Angebote nur dazu geeignet, den Künstlern viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Viele Künstler-KollegenInnen fühlen sich sogar sehr geehrt, wenn sie diese Mails bekommen. (Verwunderung?!?) Einige der Mails sind sogar mit persönlicher Ansprache – gute Programme haben die Spammer und Betrüger allemal – aber muss man sich deshalb geehrt fühlen?

Es scheint keiner hinter die Kunst-Kulissen blicken zu wollen, denn dort ist nur eines wichtig ist – das Geld des Künstlers mit dem man den Profit macht. Die meisten Adressen stammen aus den gängigen Adress-Datenbanken die nach Branchen unterteilt sind, die Mail-Adresse sowie den Namen des Künstlers werden wie üblich auf den öffentlichen Kunstseiten oder Kunstportalen ausgelesen. Zudem wissen die Künstler-Abzocker genau, wo sich der unbedarfte Künstler am leichtesten einfangen lässt – mit Bauchpinselei und Erfolgsaussichten.

Nur weil man ein Mail bekommt, die für eine Ausstellung in China wirbt, sollte man sein Hirn nicht ausschalten, besonders wenn die Ausstellungskosten erheblich sind. Das eigene Ziel ist klar – man kann eine Ausstellung in China vorweisen und diese dann in der eignen Ausstellungsliste verewigen.

Von diesen so genannten Galerien und Kunstvermittlern gibt es mittlerweile jede Menge, auch hier in Deutschland. Und die meisten wollen nur das liebe Geld, vergeben dafür Kunstpreise die absolut nichts wert sind, machen Ausstellungen die vom Künstler meist komplett finanziert sind und müssen auch keine Angst haben, dass ein Künstler den Rechtsweg einschlägt und gegen sie klagt. Denn es gibt kaum Künstler mit einer guten Rechtsschutzversicherung.

Deshalb kann ich Euch nur raten, auf solche Angebote zu verzichten oder sie genauestens unter die Lupe zu nehmen. Es kostet nicht nur euer Geld, sondern bringt meist auch andere unangenehmen Nebenwirkungen mit sich.
Spielt lieber Lotto, die Wahrscheinlichkeit einen Sechser mit Superzahl zu haben ist genauso gross, wie in Beijing auszustellen und dann entdeckt zu werden.

Abgesehen davon ist China ein Land, welches die Menschenrechte und freie Meinungsäusserungen massiv bekämpft – will man dort wirklich ausstellen? Dachte immer die Künstler würden kritisch die Welt betrachten …

Peking sperrt Internet-Videoseiten

Olympia 2008: Countdown für die Menschenrechte in China

China, ein Alptraum

Olympicwatch

Ich werde dieses Jahr diese schwarzen Schafe und deren Bedingungen (das Kleingedruckte) vermehrt unter die Lupe nehmen. Ich hatte schon vor 5 Jahren angefangen eine Liste der Abzocker und deren Konditionen im Internet zu veröffentlichen und das erweckte grosses Interesse bei den KünstlerInnen – ist aber leider von meiner Seite sehr vernachlässigt worden und dann irgendwann ganz eingeschlafen. Meist trifft es die Künstler, die keine grosse Ahnung haben wie der ganze Kunstmarkt funktioniert.

Die Farbe Schwarz in meiner Kunst

Beschäftige ich mich noch mit Kunst? JA!

scvhwarz.gifWenn man Lichtkunst umsetzt, ist das Thema „Abwesenheit von Licht“ genauso interessant. Als Künstler ist für mich die Beschäftigung mit der Farbe „Schwarz“ immer wieder ein zentrales Thema. Die „Abwesenheit von Licht“ zu malen stellt mich vor eine sehr grosse Herausforderung. In Abwesenheit von Licht zu malen ist zwar spannend, aber hat mit dem was ich will nichts zu tun. Physikalisch gesehen entsteht Schwarz bei der Abwesenheit von Licht jeglicher Wellenlänge, ein „Schwarz“ so zu malen, als würde man in ein schwarzes Loch blicken wäre mein Ziel. Deshalb hatte ich mir vor Jahren 2 Kilo reinen Russ besorgt. Russ hat in einem bestimmten Wellenlängenbereich eine gute Annäherung an einen Schwarzen Körper, aber ob sich dies in der Malerei umsetzen lässt ist offen. Der Schwarze Körper erreicht allerdings je nach Konsistenz auch nur einen Absorptions- bzw. Emissionsgrad von ca. 0,96.

Erste Erkenntnis, durch die grosse Oberfläche des Pigments erhöht sich der Bindemittelanteil enorm. Dadurch auch eine sehr lange Trocknungszeit der Farbe. Verschiedene organische Zusatzstoffe zum Bindemittel und/oder chemische Zusätze bringen für die Tiefenwirkung nichts. Das Ergebnis war bis jetzt immer unbefriedigend – denn so richtig wie ein „Schwarzes Loch“ hat kein Bild ausgesehen.

Bei einem glatten Farbauftrag wird das Licht immer noch an der Oberfläche zu stark zurückgeworfen, mit einer rauhen Flächen funktioniert es auch nicht. Samt hat auch eine rauhe Oberfläche, aber hier entsteht schon eher der Eindruck von Tiefe. Die Länge des Flors beträgt bei Samt maximal 2mm, eventuell lässt sich hier etwas entwickeln.

Der Farbauftrag auf eine Leinwand bringt nicht das gewünschte Ergebnis. Nun muss eine alte Idee wieder herhalten, der „Schwarze Körper“, das bedingt aber einen vorherigen technischen Aufbau um das Auge zu täuschen. Im Prinzip wird es ein flacher Schaukasten und …

26.02.2008: Zwischenzeitlich hat ein Forscher das absolute Schwarz erzeugen können. Wäre interessant möglichst schnell an das Material zu kommen, aber ich gehe davon aus, das dies nach einiger Zeit sowieso auf dem freien Markt erhältlich ist. Damit wäre aber auch der Kunstgedanke tot bzw. meine Intention dieses Schwarz selbst erzeugen zu wollen damit erledigt. Denn dann könnte jeder dieses Schwarz in der Kunst einsetzen – somit wäre die Einmaligkeit nicht mehr gegeben. Könnte aber sehr interessant sein, dieses Material bei den Lichtskulpturen einzusetzen.

Hier der Bericht über das schwärzeste Schwarz:
Forscher kreieren das schwärzeste Schwarz aller Zeiten
Das schwärzeste Schwarz aller Zeiten

Für jene, die behaupten ich schreibe so gut wie nie über meine Kunst, hier nochmals der Link von der Vernissagerede (die habe ich selbst geschrieben!): „Geometrie in meinen Arbeiten“ (PDF 580kb)

Lightsquare – ein Schlüsselbild

LIGHTSQUARE.jpg
   

Lightsquare | 100 x 100 cm | Öl auf Leinwand | 1998

    
Es kommt selten vor, das ich ein Bild aus dem Privatbestand verkaufe. Aber es gibt Momente wo der Ort (wo das Bild hängt) und die Person der das Kunstwerk gefällt, so gut zusammenpassen, das ich es verkaufe. „Lightsquare“ ist so ein Kunstwerk.
Der grosse Vorteil ist, das es nun öfters gesehen wird, denn ich habe keine Möglichkeit alle Bilder aufzuhängen. Ein Kunstwerk ist nur eine Bereicherung wenn es auch gesehen wird.

Kunst überproportional

Die Kunst ist also längst abgekoppelt von ihrer am Anfang des 20. Jahrhunderts so leidenschaftlich vertretenen Vorkämpferrolle für eine bessere Gesellschaft. Ob etwas Kunst ist oder nicht, ist, wie Niklas Luhmann in seiner Studie «Die Kunst der Gesellschaft» 1995 formuliert hat, heute nur noch eine Frage der Perspektive. Daher kann die Kunst kein Stein des Anstosses mehr sein, sondern höchstens Stolpersteinchen liefern. Sie ist als solche, wie schon der Begriff «Kunstsystem» verrät, bestens etabliert. Und der Kunstkritiker kämpft nicht mehr an der vordersten Spitze einer selbstbewussten Phalanx, sondern ist nur noch der Rubrikenverfasser einer «Hochglanzkunstbroschüre» für den gehobenen Anregungs- und Dekorationsbedarf. Die Menge und Vielfalt an verfügbarer Kunst schwächt ihre Rolle in der Gesellschaft.

Masse statt Klasse?

Hier gibt es kein zurück, es ist eine logische Entwicklung von gesellschaftlichen Strukturen. Als verständliches Beispiel kann man das Internet heranziehen. Noch vor 20 Jahren hatte es eine Struktur die zu einem gewissen Grad zu erfassen war, es war für den einzelnen subjektiv überschaubar. Die Information nahm als logischer Ablauf der gesellschaftlicher-, technischer- und wirtschaftlicher Entwicklung überproportional zu.
Subjektiv sieht sich der Einzelne jedenfalls einer Informationsflut ausgesetzt, in der das Problem weniger in der Verfügbarkeit von Information oder Wissen besteht, als vielmehr der Anwendung angemessener Informationsfilter. Die Informationsüberflutung erschwert somit das Finden richtiger und wichtiger Information. Das exponentielle Wachstum der Information wandelt sich derzeit in eine logistische Funktion – wir verwalten nur noch die Information. Wenn man sich umsieht, entstehen überall diese überproportionalen Strukturen. Auch in der Kunst – die Kunst wird nicht mehr strukturiert wahrgenommen, sondern nur noch verwaltet.