Bankenkrise in den USA – die Zeche zahlt der Steuerzahler

finanzspritze.jpgAlles jubelt, aber der Bankencrash in den USA kommt die Steuerzahler teuer zu stehen. Die öffentliche Finanzspritze der US-Regierung kostet Milliarden. In Deutschland sieht es ähnlich aus. Der Bund haut die IKB raus, die Länder greifen den Landesbanken unter die Arme, und die Privatbanken hängen sich, wenn es eng wird, an den Geld-Tropf der amerikanischen Notenbank.

Im Kern heisst dies, die Verluste der Bankenkrise werden verstaatlicht, siehe IKB und der Steuerzahler zahlt die Zeche von 9,2 Milliarden Euro. Die Hauptverantwortlichen bei der IKB sind die BDI-Präsidenten und Roland Koch. Heuschrecke LoneStar will für die IKB rund 115 Millionen Euro zahlen.
Das Argument, wenn der Staat nicht eingreift, dass alles noch schlimmer kommt ist sicher richtig. Angefangen hat es aber nicht mit der Börsenkrise, sondern das die KfW-Kontrolle kein gutes Beispiel für staatliche Aufsicht ist. Die Suspendierung der Verantwortlichen des Kontrollgremiums, ist zumindest schon mal der richtige Schritt.

Bedenklich ist aber, wenn diese unfähigen Manager und Aufsichtsräte Mist bauen, das der Staat bzw. Steuerzahler dafür geradesteht. Das Sozialsystem wird sukzessive abgebaut, immer mehr Menschen kommen in die Armutsfalle und die Herren in ihren massgeschneiderten Anzügen kommen so einfach davon. All jene sollten für die nächsten 5 Jahre ein Berufsverbot im Finanzbereich bekommen und diese Zeit in einem sozialen Dienst arbeiten, zum Beispiel als Altenpfleger und genau mit dem gleichen Einkommen das für diesen Berufsstand bezahlt wird.

Es ist ein genereller Missstand, dass die Gier nach mehr Profit auch noch belohnt wird. Wenn jetzt keine Gesetze folgen um den miesen Spekulanten Einhalt gebieten, ist das ganze sowieso eine Farce und wird sich in ein paar Jahren wiederholen.

In der Krise funktioniert es ja. Dafür sorgte das Verbot von Leerverkäufen für Finanzwerte in den USA und Grossbritannien für Deckungskäufe. Zwecks Marktberuhigung sind auch gedeckte Leerverkäufe vorübergehend nicht mehr möglich. An der Schweizer Börse bleiben gedeckte Leerverkäufe indes erlaubt – (habe gerade die Info bekommen, das dies nicht stimmt). SWX (als PDF)

Die Finanzmarktheinis werden definitiv so weiter machen, denn in ein paar Jahren ist wieder alles vergessen und irgendwann kracht es ganz gewaltig. Man sollte mal lieber unser ganzes Wirtschaftssystem unter die Lupe nehmen und dabei nicht den Menschen der es erschafft vergessen – ansonsten hätte der Kommunismus eventuell auch eine Chance gehabt. Die Börse ist mittlerweile zu einer zweitklasse Spielbank verkommen und nimmt die ihr zugedachten Aufgaben längst nicht mehr war. Das sieht man, wenn vermeindlich wichtige Sesselfurzer ein Statement abgeben, z.B. das Öl wird knapp (in 30 Jahren) und kurze Zeit später die Ölpreise explodieren.

Was wird sich nun ändern, vermutlich nichts.

Aber spinnen wir das Thema einmal weiter
Immer wieder werden die viel zitierten „besseren Selbstheilungskräfte“ ins Spiel gebracht, wenn es um die Überlebensfähigkeit der USA geht. Doch sich selbst heilen kann nur, wer noch über Substanz verfügt. Das kann beim US-Finanzsystem derzeit bezweifelt werden. Aktuell sei die Regierung für 53 Billionen Dollar in ausstehenden Forderungen und bereits zugesagten, nicht finanzierten Verpflichtungen verantwortlich. Damit steht jeder Haushalt rein rechnerisch mit 455.000 Dollar in der Kreide, was etwa zehn Mal so hoch ist wie das durchschnittliche Jahreseinkommen dieser selben Haushalte. Die Tendenz ist steigend.

Um aus einem Schuldenloch von 53 Billionen Dollar herauszukommen, müsse das Wirtschaftswachstum mehrere Jahrzehnte lang im zweistelligen Prozentbereich liegen, hat man berechnet. Das ist unmöglich; selbst in den boomenden Neunzigerjahren legte das US-Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt gerade einmal um 3,2 Prozent zu.

Der grosse Knall kann trotz des Eingreifens der USA noch kommen. Wenn ihr Nachbar hoffnungslos überschuldet ist, würden Sie ihm dann noch Geld leihen? Sicher nicht, oder? Aber wenn man selbst extrem hoch verschuldet ist und der Nachbar könnte die Ursache für eine Verschärfung des eigenen Problems darstellen, dann leiht man ihm doch gerne Geld das man selbst nicht besitzt. Und genauso macht es die USA.

Tobinsteuer
Deshalb ist es an der Zeit an die Tobinsteuer zu denken. Denn wenn es eine Lehre aus dieser Krise gibt, besteht sie darin, die Spielregeln so zu verschärfen, dass Institute nur noch Risiken eingehen dürfen, die sie auch tragen können. Gegen diesen selbstverständlichen Grundsatz ist in der Vergangenheit im großen Stil verstossen worden, weil viele Banken die Risiken vor Anlegern und Aufsichtsbehörden versteckt hatten. Diese progressive Devisenumsatzsteuer soll ein Instrument sein zur Kontrolle ausufernder Devisenmärkte und schneller Geldgeschäfte; sie soll kurzfristige Devisengeschäfte verteuern, also bestrafen und langfristige begünstigen. Die Tobin-Steuer würde all diejenigen hart treffen, die täglich oder gar alle paar Minuten riesige Devisenkäufe tätigen

Finanzmärkte: Die Krise liegt im System!
Ein Jahr nach Ausbruch der globalen Finanzkrise
Anatomie und Eskalation der Subprime-Krise
Finanzmärkte brauchen Kontrolle

Die obigen Links/Informationen sind von Attac. Viele haben ja gegen Attac grosse Bedenken und verbinden sie gerne mit Chaoten. Die richtigen Chaoten sind aber woanders. Wer lieber der Märchenstunde gewisse Finanzgurus glauben möchte, der kann ja Josef Ackermann oder gewissen Politikern zuhören. Hinterher weiss man dann zumindest, was der Begriff „Worthülse“ bedeutet.

Zum Abschluss noch ein interessanter Satz von John Maynard Keynes
John Maynard Keynes pflegt auf die Bemerkung „langfristig nützt die Globalisierung allen Menschen“ zu antworten: „Langfristig sind wir alle tot.“ Er meint damit, dass es nicht reicht, darauf zu warten, dass der große Reichtum, der sich oben sammelt, irgendwann nach unten durchtröpfelt und sich dort verteilt. Das sei „Polit-Rhetorik“. Von Politik müsse man aber mehr verlangen können als Rhetorik.

Langfristig sind wir alle tot – zum 125. Geburtstag von John Maynard Keynse (Quelle: Heise Online)
John Maynard Keynes (Quelle: Wikipedia)

01.10.2008 auf Seeblog der neue Bericht: Finanzkrise – das Spiel geht weiter

Recht hat er! Oder ist es doch eher so: Das Finanzsystem kann nur noch auf diesem Weg gerettet werden, eine neue Blase muss her! Nicht das ich Pessimist wäre, aber das Kursfeuerwerk wird sehr schnell verpuffen und zwar aus dem Grund wie oben beschrieben: „Wenn ihr Nachbar hoffnungslos überschuldet ist, …“

UBS und Crash?

wolfsberg.jpgDie UBS und die Titanic
Passend zum Thema dieses Jahres hat die UBS auf dem Wolfsberg die richtige Skulptur hingestellt. Vermutlich zeigt sie die isolierten Manager der UBS, die in ihrem Elfenbeinturm in alle Richtungen blicken und ziemlich planlos wirken. Schön das Kunst einen Teil der Realität widerspiegelt in der sich die UBS befindet. Natürlich habe ich als kreativer Mensch dieses Kunstwerk erweitert, die obere Figur habe ich ersetzt – um zum Ausdruck zu bringen, was die Bank von den kleinen Anlegern hält. Zwar sehr provokant, aber ich denke es trifft die Sache im Kern.

Noch passender wäre eine Skulptur mit Pferd und Reiter – die Geschichte „Wer auf dem hohen Ross sitzen …“, das Ende der Geschichte kennt jeder.

Die UBS ist die grösste Vermögensverwalterin der Welt – noch.
Gerade vorgestern erinnerte Konzernchef Marcel Rohner die Zuschauer von «10 vor 10» wieder daran: «Wir sind die grösste Vermögensverwalterin der Welt» und die Bundesrätin Leuthard ist zuversichtlich «Die UBS wird nicht untergehen». Sagte man dies nicht auch von der AIT und war die Titanic nicht auch unsinkbar!

Kann man der UBS glauben oder ist es so wie mit Herrn Ackermann der vor 3 Monaten glaubhaft versicherte „Die grössten Schwierigkeiten sind überstanden“. Irgendwie erinnert mich das an die Geschichte mit der Wahrsagekugel: SICHERE UBS-FONDS UM DAMIT MILLIONEN ZU VERLIEREN

Am Montag wurde Merrill Lynch von der Bank of America übernommen, dadurch wird durch diesen Kauf sie zum Riesen in der Vermögensverwaltung. Rund 2000 Milliarden Dollar an Kundengeldern bringt Merrill Lynch in die Partnerschaft ein. Zusammen mit den eigenen Geldern wird die Bank of America gegen 2500 Milliarden Dollar erreichen, also rund 2785 Milliarden Franken. Die UBS verwaltete Ende Juni im Private Banking und im Asset Management 2763 Milliarden Franken.

Die UBS und die Sicherheit der Anlage
Man kennt es ja von den Beratungsgesprächen, sicher ist solange alles bis es nicht mehr sicher ist. Die UBS hat ihre „Absolute Return Bond Fonds“ den risikoscheuen Anlegern als sichere Anlagemöglichkeit verkauft. Die Papiere verloren wegen der US-Hypothekenkrise bereits über 25 Prozent ihres Werts und um einer Klage zu entgehen, hat die Grossbank in den USA unverkäufliche Wertpapiere ähnlicher Machart in Milliardenhöhe zurückgekauft.

Denn von Entschädigungen für die Schweizer Kleinanleger hingegen will die UBS nichts wissen. Mittlerweile hat die Schweizer Grossbank die Unterlagen zum Absolute Return Bond Fonds zwar mit einem Hinweis auf die bestehenden Risiken versehen. Trotzdem schreibt sie noch immer: «Das sehr aktive und flexible Management passt das Portefeuille den aktuellen Markterwartungen an, wobei das Verlustrisiko möglichst gering gehalten wird.» Das üblichen Worthülsengeschwätz der UBS, wichtig sind nur die Wörter: „flexibel, geringes Verlustrisiko“ – wobei „Verlustrisiko möglichst gering gehalten“ ja absolut nicht aussagt. 90% Verlust ist schliesslich kein Totalverlust und somit wurde tatsächlich das Verlustrisiko gering gehalten.

Sicher haben viele Anleger letzte Woche die neue überarbeitete Broschüre „Besondere Risiken im Effektenhandel“ per Post zugeschickt bekommen. Hinterher will sich dann die UBS doch absichern, damit hat sie immerhin auf das Risiko hingewiesen.

Ein Hohn, denn die Realität erzählt etwas ganz anderes: Nach wie vor sind mehr als 20 Prozent des dahinsiechenden UBS-Fonds in maroden US-Hypotheken-Papieren investiert.

Interessant für Kunden der UBS: Facts zur Einlagensicherung der Schweizer Banken und Effektenhändler

Man weiss ja nie, ob man diese Information eines Tages braucht. Rein Spekulativ gesehen – ich könnte mir vorstellen, das der UBS-Aktienkurs bis Ende 2008 bei 8.- Franken liegt.

WORLD WIDE ARTS Resources E-Mail-Lotterie

Dieses Mail bekam ich heute:

World Wide Arts Resources (WWAR)
Head Office
107 WPH Building
Deptford Bridge,
London,
SE13 7QU.
t: + (44) 703 183 0705
f: + (44) 702 567 3870
w: http://wwar.com/

Attn: Sieger,
WORLD WIDE ARTS Ressourcen E-Mail-Lotterie

Dies ist, Ihnen mitzuteilen, dass Ihre E-Mail-Adresse hat gerade gewann die Summe von £ 72.000 (Siebzig-zweitausend britische Pfund) aus dem Jungfernflug Ausgabe des World Wide Arts Resources E-Mail-Lottery-Programm, fand am Samstag, 19. September 2008.

Alle teilnehmenden Künstler dieser E-Mail-Lotterie-Programm ausgewählt wurden zufällig aus unserer Datenbank und zahlreiche World Wide Web-Sites durch Computer erstellen und aus der Nähe von 125000 Galerien, Vereine und Künstler-Datenbank.

FORDERUNGEN Prüfung:

Bitte füllen Sie die erforderlichen Überprüfung untenstehende Formular aus und schicken Sie das ausgefüllte Formular an Ihre Forderungen Officer für sofortige Überweisung der Preis.

Forderungen Anforderungen:

1.Full Name:
2.Adresse:
3.Age:
4.Sex:
5.Phone Nummer:

Forderungen Angebot: Henrik Wilhelmsson
E-Mail: claimsdepartment_wwar@live.com
Telefon: +44 703 188 1512

Herzlichen Glückwunsch noch einmal.
Frau Laura Davenport
Online Co-Koordinator

Logischerweise ein Fake-Mail, daraufhin habe ich dies WORLD WIDE ARTS schriftlich mitgeteilt um auf ihrer Webseite die Künstler zu warnen. Die richtige Adresse ist übrigens in der USA und nicht in England. Hier wird versucht an Daten zu komme scheint mir oder man muss einen gewissen Betrag bezahlen um an den Gewinn zu kommen. Diese Betrügereien gibt es ja überall. Augen auf!
Hier die Antwort auf mein Mail von World Wide Arts Resources:

This email did not originate from us… Thank you for alerting us. I am surprised that the scammer is even able to write correct German.

This is the third time within a week that we have been warned and of course gmail and live.com don’t do a thing!!!!

Thanks.
absolutearts.com

Bevor noch jemand darauf reinfällt. Also Vorsicht liebe Künstler, der Kunstmarkt ist keine soziale Einrichtung!

Hacked By GHoST61 – JackaL

Da hat mich wohl jemand besucht. Als ich gestern im Adminbereich war, prangt dort (Menü Tellerrand) „Hacked By GHoST61 – JackaL“. Da war ich doch sehr überrascht, das jemand soweit gekommen ist. Respekt vor solchen Menschen die so etwas hinbekommen und dann auch keinen Schaden anrichten. Ich habe zu wenig Programmierkenntnisse um so etwas selbst machen zu können.
Ich suchte nach dem Begriff „Hacked By GHoST61 – JackaL“ mit einer bekannte Suchmaschine, die mittlerweile eine Monopolstellung hat und dort fand ich ziemlich viele Seiten die gehackt geworden sind. Seltener deutschsprachige Seiten – dafür aber ziemlich viele Joomlaseiten. WordPress-Blogs waren eher seltener darunter.

Manchmal sind solche Ereignisse ganz gut, um eine nachlässige Sicherheitspolitik aufzuweisen. Ab er dann fängt die Suche im trüben Wasser der Datenbank, Dateistruktur und des Content an.

hacking.jpg

Nun beginnt die Suche im trüben Wasser nach dem Backdoor

Immerhin hat der Hacker die Seiten bzw. den Blog nicht zerstört. Vielen Dank! Normalerweise prangt ja direkt auf der Startseite „Hacked By GHoST61 – JackaL“ mit einem netten Bildchen, damit auch jedem Besucher klar ist – hier wurde die Seite gehackt. So sah ich es eher als sportliche Herausforderung an, mich auf die Suche nach der Lücke zu machen.

Fündig wurde ich schon mal in der Datenbank. Dort waren 18 Einträge in der wp_table_statistics_raw und einiges deutete darauf hin, es muss ein Plugin sein.

In die engere Wahl kam das Plugin „Lightbox 2“, dort besteht meines Erachtens die Möglichkeit über JavaScript den Code einzuschleusen. Ich habe einfach die Tabellen wo der Begriff „GHoST61“ stand gelöscht. Danach alle Plugins upgedatet und die .htaccess Sicherheitstechnisch angepasst, die Passwörter geändert (Datenbank) und stärker verschlüsselt. Vermutlich habe ich nicht alle Backdoors geschlossen, aber den Leuten bei Cern ging es mit den Hackern auch nicht viel besser. Sehr beruhigend.

Leider stand der Text immer noch im Adminbereich, also das Verzeichnis durchforstet und siehe da – alle index.php (Templates, wp-admin-Bereich …) waren verändert (über das Veränderungsdatum habe ich es rausgefunden). Die habe ich durch den letzten Backup ersetzt und nun schaut es wieder ziemlich gut aus.

Mal sehen ob mir GHoST61 die nächste Lücke zeigt – solange er nicht meinen ganzen Blog platt macht. ;-)

Er muss ziemlich gut in Übung sein, denn er hat am 11.09.08 ziemlich viele Schweizer Seiten gehackt: WWW Defacements News Flash

Davon mal abgesehen finde ich im Gegensatz zum Hacker gewisse Schnüffeleien von grossen Firmen viel gefährlicher. Dazu gehört mittlerweile auch Google und was fast noch schlimmer anmutet ist, das der Firefox Daten an Google weitergibt. Siehe: Firefox sendet wie Chrome Daten an Google (Heise)

Ich persönlich würde vom Google-Browsers Chrome abgeraten – ausser man will ausgeschnüffelt werden. Dazu schreibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: BSI-Position zu Google-Chrome

Herbstwetter am Untersee

Der Herbst kommt langsam, aber sicher. Am Morgen gibt es schon den ersten Nebel. Hier ein Panoramaphoto vom Untersee, nicht das beste – aber diesen Blick habe ich vom Balkon aus.

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Klick auf das Bild, dann kannst Du es schön in voller Grösse ansehen. Leider ist mein bestes Objektiv schon wieder in der Reparatur bei Canon (Bericht weiter unten – der Fehler 01 und die neuen Fehler nach der Reparatur).

Sind sie ein richtiger Künstler?

Immer die gleichen Fragen. Was macht einen Künstler aus? Wie lebt man als Künstler? Warum ist man Künstler?

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„Man ist Künstler, weil man den Rest der zwei Frühstückseier mit der Gurke neu definieren kann, oder?“

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird „Künstler“ oft im engeren Sinne als Bezeichnung für Bildende Künstler wie Maler, Bildhauer etc. verwendet, während für andere künstlerische Berufe, z. B. Schauspieler, Musiker und Schriftsteller, eigene Berufsbezeichnungen verwendet werden. Oder definiert man Künstler wie Joseph Beuys sagte: “Jeder Mensch ist ein Künstler” oder wie Johann Nepomuk Nestroy “Kunst ist, wenn man’s nicht kann. Denn wenn man’s kann ist es ja keine Kunst mehr …”

Kunst ist sicher ein Bestandteil meines Lebens, doch meine Interessen sind sehr vielseitig und daher gehöre ich zu den kreativen Menschen und nicht zu den Künstlern im eigentlichen Sinn. Ich entwickele mich nicht nur ausschliesslich über die Kunst, sie primär ein Spiegelbild meiner persönlichen Entwicklung als Mensch. Zu meinem Interessen- und Wissensgebiet gehören technische-, gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Entwicklungen, Wissenschaft, Kommunikation und Kultur. Grenzenlose Freiheit empfinde ich als Einschränkung, genauso wie enge Grenzen. Freiheit muss eine Qualität aufweisen und kann dadurch nicht grenzenlos sein, genauso wie eine starre Disziplin den Bewegungsspielraum einschränkt.

Der freischaffende Künstler?
Ein Traum vieler Künstler selbständig durch seine Kunst leben zu können. Für mich wäre das zu einseitig, wie gesagt Kunst ist nur ein Bestandteil des Lebens. Würden mir knifflige IT-, Werbe- und Marketingprojekte fehlen – Aufgaben die klare Grenzen aufweisen – könnte ich meine künstlerische Prozesse nicht optimieren. Kreativität kann ich sehr wohl in Unternehmen und in der Kunst einfliessen lassen. Das ging mir schon in der Ausbildungszeit so, in der Kesselschmiede hatte ich die besten Ideen für grosse Stahlskulpturen und ich beherrschte auch das Handwerk sie perfekt umzusetzen.
Das allgemeine Bild das bei der Künstlern vorherrscht ist dieses, wenn man neben seiner beruflichen Tätigkeit Kunst macht, ist man schnell als Hobbykünstler abgestempelt. Wer will das schon?

Andrerseits habe ich viele “freiberufliche Künstler” kennengelernt, die mit einem extremen wirtschaftlichen Druck kämpfen müssen – “Aber die Freiheit als Künstler ist wichtiger”, so die Aussage vieler Künstler. Mein subjektiver Eindruck aus diesen Bemerkungen: Diese Freiheit ist nur eine gedankliches Konstrukt, wird aber emotional/gefühlsmässig nicht so erlebt – die Lebensqualität ist also nur gedacht und wird nicht erlebt und empfunden. Das gibt aber keiner gerne zu. Doch bei einem tieferen persönlichen Kontakt kommen die Ängste und wirtschaftlichen Widrigkeiten an das Licht.

Das Künstlertum, so mein subjektiver Eindruck, hat sehr enge Grenzen wie sich ein Künstler zu benehmen und zu agieren hat. “Der Künstler muss sich nunmal so benehmen wie man es von einem Künstler erwartet”. Hier wird die vermeintliche Freiheit des Künstlers in ganz klare Rahmenbedingungen des Marktes und der Gesellschaft gepresst. Kurioserweise habe ich oft erlebt, das bei “normalen Arbeitgebern” diese Bedingung – “Ausleben der Kreativität” – machmal um ein vielfaches höher ist als beim Kunstmarkt, natürlich in den festgelegten Grenzen der Firma. Kreativität ist schliesslich nicht nur in der Kunst angesiedelt, sondern überall.

Wer als Künstler angesehen wird, hängt daher auch vom vorherrschenden oder individuellen Kunstbegriff ab. Oft wird Kunst mit Kunstfertigkeit und Inspiration mit Virtuosität gleichgestellt, so dass eine sprachliche Unterscheidung beispielsweise zwischen einem Künstler wie einem Bildhauer oder Musiker einerseits und einem Artisten oder Akrobaten andererseits durchaus hilfreich wäre. Das Problem der fliessenden Grenzen liegt teilweise auch in einer sprachlichen Unschärfe und ist vermutlich ein etymologisches, wenn man Begriffe wie Kochkunst oder Kunststoff reflektiert.

“Das Wort Kunst kommt weder von können, noch von künden, es hat schon existiert, als die Wörter können und künden noch nicht in Gebrauch waren. Kunst hat sich im Altdeutschen aus dem Partizip zum Verb kunnan, das erkennen, wissen, kennen bedeutet, gebildet. Kunnan wiederum ist aus der indogermanischen Wortwurzel (außerhalb Deutschlands wird indogermanisch als indoeuropäisch bezeichnet) gen- bzw. gno- entstanden, dessen Bedeutung wissen, kennen, erkennen war und das sich nicht nur bis ins Altdeutsche durchgesetzt hat, sondern auch im Altgriechischen und Lateinischen und in deren Nachfolgesprachen anzutreffen ist. Ausführlich wird dargestellt, wie sich das altdeutsche Wort kunnan über Jahrhunderte hinweg zu den Begriffen können, kennen, künden, Kunde, kundig, kündigen, ferner Kunst, künstlerisch und künstlich hin entwickelt hat. In dieser Zeit verschob sich die inhaltliche Bedeutung des Wortes kunnan in seiner Wandlung zu können vom ursprünglichen Inhalt wissen immer stärker zum Begriff Befähigung durch Anwenden von Wissen = können hin. Während können ursprünglich, nämlich als kunnan, ausschließlich wissen bedeutete, liegt das Schwergewicht von können heute auf dem Sinn fähig sein. Sprachlich leitet sich das Wort Kunst aus den Begriffen kennen, wissen, erkennen ab, nicht aber von können oder künden, doch ist es mit letzteren beiden verwandt. Der Ausspruch „Kunst kommt von Können, und wenn man’s kann, ist es keine Kunst“ stammt vom österreichischen Mundartdichter Johann Nepomuk Nestroy, durch ihn ist die Meinung so nachhaltig verbreitet worden, dass das Wort Kunst von Können stamme”. (Auszug aus dem Buch: “Kunst kommt nicht von können” von Wilhelm Kufferath von Kendenich)

Künstler ein Monopol?
Das vermeintliche Monopol des Künstlers existiert nur deshalb, weil er meint, er wäre der einzige Kreative der etwas besonderes schafft. Wird die Definition eines Künstlers enger gefasst, muss er sich im Sinne von “Kunst” betätigen und unabhängig von der Erfüllung bestimmter Zwecke sein. Das verhindert einen Ausbruch, um zum Beispiel in einem anderen Beruf tätig zu sein. Denn dann ist er nicht mehr “der freischaffende Künstler”, sondern im alltäglichen normalen Wirtschaftsablauf eingebunden und verliert somit den Status eines richtigen Künstlers. Deshalb wird mit allen Mitteln versucht, den freien Künstlerstatus aufrecht zu erhalten und auf das Glück zu hoffen irgendwann entdeckt zu werden.

Der Vorwurf der mir gerne gemacht wird – wenn ich berufstätig bin kann ich keine “gute Kunst” machen und bin dann sowieso kein Künstler, finde ich eher witzig. Denn Kunst kommt von Ideen, Kreativität, ein gesundes Mass Disziplin, definierte Rahmenbedingungen und ganz wichtig, die nötige Portion Glück, dass das Ergebnis als Kunst erkannt wird. Schaut man hinter die Kulissen des Künstlers, so arbeiten 95% der Künstler in einem Nebenerwerb, der sie so gerade um die Runden bringt – stillschweigend natürlich. Denn die Kombination von normaler Arbeit bringt ja den Ruf als freischaffender Künstler in Bedrängnis. So wird ein Bild aufrechterhalten, das es eigentlich überhaupt nicht gibt. Ein Perpetuum Mobile der Künstler um die Ansprüche der holden Kunst gerecht zu werden, die real nicht existiert und nur als Abgrenzung zum Rest der Gesellschaft dient (indem sich der Künstler gerade dieser Gesellschaft unterwirft die er gerne verlassen möchte).

Der Künstler ob er nun will oder nicht, er ist die Bugwelle des grossen Schiffes “Gesellschaft”. Sie ist untrennbar mit dem Schiff verbunden und steht in einem Kontext mit ihm.

Davon abgesehen, ein richtiger Künstler wird man erst nach seinem Tod. ;-)

Nein zu umweltfreundlichem System für Schiffe der SGV

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Die Dampfschiffe auf dem Vierwaldstättersee dürfen vorderhand nicht auf Gasfeuerung umgerüstet werden. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat ein entsprechendes Gesuch der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV) abgelehnt.

rel. Ein Dampfschiff auf dem Vierwaldstättersee verbraucht an einem einzigen Tag 2000 Liter Öl. Um ihre Schiffe umweltverträglicher zu betreiben, plante die Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee, die Feuerung von Öl auf Gas umzustellen. Ein entsprechendes Projekt ist zusammen mit der Hochschule für Technik Luzern ausgearbeitet worden, um ein erstes Schiff, die Unterwalden von 1902, im Rahmen einer Gesamtsanierung umzurüsten. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat das Projekt nun gestoppt. … weiter (Quelle: NZZ)

Das kann schon passieren, wenn die Schiffsbauverordnung von 1994 den Flammpunkt über 55 Grad Celsius vorschreibt. Nun ist es aber so, dass die Entwicklung von umweltverträglichen Techniken gute Fortschritte erzielt haben, ebenfalls die Sicherheitsrelevanten Einrichtungen auf einem Schiff bezüglich der Explosionsgefahr. Mittlerweile gibt es Tanksysteme die diesen Anspruch auf Sicherheit mehr als erfüllen, deshalb ein wenig unverständlich warum die BAV das Anliegen der SGV abschmettert. Kernkraft ist auch nicht ohne Risiko und trotzdem werden zukünftig neue Kernkraftwerke gebaut mit dem Argument der Klimaneutralität und Ressourcensicherheit.

Vernünftiger Umweltschutz ist keine einfache Sache, auch nicht in der Schweiz.

So funktioniert es wenn man etwas erreichen will!
Die Denkfabrik der Schweizer Wirtschaft – Avenir Suisse – bescheinigt der Kernenergie optimale Voraussetzungen für eine zukünftige Schweizer Stromversorgung. Nicht nur in Punkto Klimaschutz und Versorgungssicherheit schneidet der heutige Schweizer Mix aus Wasserkraft und Kernenergie am besten ab – auch die ökonomischen Aspekte sprechen eindeutig dafür, weiterhin auf Kernenergie zu setzen. Mit Kernenergie sind tiefe volkswirtschaftliche Kosten am besten gewährleistet. Wegen des sich intensivierenden europäischen Stromhandels seien ausreichend inländische Stromproduktionskapazitäten entscheidend für die Zukunft.

Avenir Suisse ist eine Denkfabrik von Schweizer Grossfirmen. Die Organisation wurde 1999 von 14 Firmen gegründet. Diese Stifterfirmen waren ABB, Credit Suisse Group, Groupement des Banquiers Privés Genevois, Jacobs Holding, Kuoni Holding, McKinsey Switzerland, Nestlé, Novartis, Hoffmann-La Roche, Sulzer AG, Swiss Re, UBS, Zurich Financial Services.

Hier gilt der Grundsatz: „Vertraue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast“ (Winston Churchill) oder die objektivsten Studien sind die von Firmen, die daran etwas verdienen können. ;-)