Empirischen Kulturwissenschaft an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Am Mittwoch den 13. Juni besuchten und interviewten mich 2 Studenten der Empirischen Kulturwissenschaft an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Sie schreiben zu einem dreisemestrigen Studienprojekt zum Thema „Einheit in der Vielfalt. Rhetorik und Praxis grenzüberschreitender Regionen: Der Bodenseeraum“.

Es war ein sehr interessantes Gespräch mit den beiden. Schade das sie ihre Badesachen nicht dabei hatten. Wäre nach dem interessante Interview noch eine gute Abkühlung geworden – für die Zurückreise nach Tübingen. Kommunikation ist eine der wichtigsten Pfeiler der Kunst – zumindest für mich.

Bilder im Seehotel Schiff

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Freundlicherweise hat mir Frau Peter vom Seehotel Schiff in Mannenbach mir den Flur, in dem die meisten Veranstaltungen stattfinden, für meine Bilder zur Verfügung gestellt. Denn in meiner kleinen Galerie kann nur begrenzt Kunstwerke zeigen und das Seehotel ist ja direkt neben mir. Jetzt hängen dort 9 Kunstwerke.
Beim Eingang des Seehotels direkt rechts runter laufen und dann sind sie schon zu sehen.

Kunst überproportional

Die Kunst ist also längst abgekoppelt von ihrer am Anfang des 20. Jahrhunderts so leidenschaftlich vertretenen Vorkämpferrolle für eine bessere Gesellschaft. Ob etwas Kunst ist oder nicht, ist, wie Niklas Luhmann in seiner Studie «Die Kunst der Gesellschaft» 1995 formuliert hat, heute nur noch eine Frage der Perspektive. Daher kann die Kunst kein Stein des Anstosses mehr sein, sondern höchstens Stolpersteinchen liefern. Sie ist als solche, wie schon der Begriff «Kunstsystem» verrät, bestens etabliert. Und der Kunstkritiker kämpft nicht mehr an der vordersten Spitze einer selbstbewussten Phalanx, sondern ist nur noch der Rubrikenverfasser einer «Hochglanzkunstbroschüre» für den gehobenen Anregungs- und Dekorationsbedarf. Die Menge und Vielfalt an verfügbarer Kunst schwächt ihre Rolle in der Gesellschaft.

Masse statt Klasse?

Hier gibt es kein zurück, es ist eine logische Entwicklung von gesellschaftlichen Strukturen. Als verständliches Beispiel kann man das Internet heranziehen. Noch vor 20 Jahren hatte es eine Struktur die zu einem gewissen Grad zu erfassen war, es war für den einzelnen subjektiv überschaubar. Die Information nahm als logischer Ablauf der gesellschaftlicher-, technischer- und wirtschaftlicher Entwicklung überproportional zu.
Subjektiv sieht sich der Einzelne jedenfalls einer Informationsflut ausgesetzt, in der das Problem weniger in der Verfügbarkeit von Information oder Wissen besteht, als vielmehr der Anwendung angemessener Informationsfilter. Die Informationsüberflutung erschwert somit das Finden richtiger und wichtiger Information. Das exponentielle Wachstum der Information wandelt sich derzeit in eine logistische Funktion – wir verwalten nur noch die Information. Wenn man sich umsieht, entstehen überall diese überproportionalen Strukturen. Auch in der Kunst – die Kunst wird nicht mehr strukturiert wahrgenommen, sondern nur noch verwaltet.