Mein Lieblingsgesicht aus Deutschland

depp.jpgImmer wenn ich dieses Gesicht sehe, dann spiegelt das für mich die Humorlosigkeit der deutschen Politiker wieder. Irgendwie habe ich das Gefühl, dem Mann geht eine ziemliche Portion Humor ab. Aber so ist das nunmal, den Banken die Kohle in den Hintern schieben und versuchen das Defizit wieder woanders einzutreiben. Peer Steinbrück ist Urgroßneffe des Bankgründers Adelbert Delbrück. Eigentlich sollte er sich mit Banken auskennen. Während seiner Zeit als Finanzminister und später als Ministerpräsident in NRW beschloss der Landtag in den Jahren 2001 und 2002 Haushalte, die nach Auffassung des Landesverfassungsgerichts verfassungswidrig waren. Die kreditfinanzierte Bildung von Rücklagen habe gegen das Gebot der Wirtschaftlichkeit verstoßen.
2003 kam Peer Steinbrück im Rahmen der WestLB-Affäre in die Kritik, da er an den Sitzungen des Kreditausschusses nicht teilgenommen hatte, dessen Mitglied er als Ministerpräsident ist. Hinzu kam, dass er dabei nicht auf die damit verbundenen Bezüge verzichtet hatte. 2007 wurde Steinbrück für die Einführung der lebenslang gültigen Steuer-Identifikationsnummer für alle Einwohner Deutschlands der Negativpreis Big Brother Award verliehen.
Für einen SPD Mann ist die Krise keine einfache Sache, hat doch diese Partei das grosse soziale Desaster unter Schröder begonnen. Natürlich sind sie für die Finanzkrise nicht verantwortlich, ausser das sie die Türen dafür noch mehr ein Stück weit geöffnet haben. Der Mann muss ziemlich unter Stress stehen, auf seiner Webseite prangt: „Diese Website wird zur Zeit nicht aktualisiert.“ Armer Steinbrück, ist so im Stress die Kohle zusammenzukratzen. Übrigens, auf der Webseite lacht er noch oder ist das nur eine gute Bildretusche. Die Neuverschuldung steigt auf nunmehr 47,6 Milliarden Euro vor. Bravo Peer Steinbrück – Held der Staatsverschuldung.

Wie geht es weiter? Die nächste Blase ist die Staatsverschuldung? Positiv ist, Deutschland selbst ist ja kein DAX- Unternehmen.

Ich kann dieses absolut humorlose und negative Gesicht nicht mehr sehen. Aber sicher liegt es an dieser Tatsache:

FDP, Grüne und Linkspartei erhöhen im Streit um die Beinahepleite der Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) den Druck auf Finanzminister Peer Steinbrück (SPD). Schon die ersten Zeugenvernehmungen im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss hätten deutlich gemacht, dass sich „die bisherige Version des Bundesfinanzministers“ nicht werde aufrechterhalten lassen, erklärten Vertreter aller drei Oppositionsfraktionen am Mittwoch übereinstimmend.

Bereits im September 2008 erhielt die HRE erste staatliche Hilfen. Diese bestanden zunächst in Ausfallbürgschaften. Als sich kurz darauf weitere Finanzlöcher auftaten, wurden Anfang Oktober Kredite in Höhe von 15 Milliarden Euro an den Immobilienfinanzierer überwiesen. In der Folge gab es dann noch mal 50 Milliarden Kredite sowie weitere 52 Milliarden als Bürgschaften. Der Bund stieg mit 60 Millionen Euro bei der Hypo Real Estate ein und erwarb auf diese Weise 8,7 Prozent der Anteile des Unternehmens. Gleichzeitig kündigte man an, die Bank vollständig übernehmen zu wollen. Mit dem auch als HRE-Gesetz bezeichneten Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz wurde die bis dahin fehlende juristische Basis für eine solche Übernahme geschaffen.

Die brotlose Kunst

brot.jpg„Immer wenn ich ein Brot sehe, dann denke ich an die brotlose Kunst“, sagte ein depressiver Kollege zu mir.

Will ich Brotlose Kunst machen? Nein, das brachte mich auf eine gute Idee – mache Kunst mit Brot und dadurch eliminiere den Begriff „brotlose Kunst“. Das Ergebnis ist hier zu sehen. Wiki sagt dazu: Brotlose Kunst bezeichnet Tätigkeiten und Handlungen, in der Regel beruflicher Art, die für den Ausführenden zwar wichtig sind, von anderen allenfalls als interessant empfunden werden, aber nicht in ausreichendem Maße zum Lebensunterhalt des Ausführenden beitragen. Beispielsweise ist bekannt, dass der Maler Vincent van Gogh zu Lebzeiten nur wenige seiner Werke verkaufen konnte – ein Schicksal, das er mit vielen Künstlerkollegen teilte.

Arme Künstler! Aber frei nach Andy Warhol:
 
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Für angehende Wahrsager, die anstatt eines Kaffeesatzes lieber die absolute Wahrheit aus einem Brot herauslesen möchten, ist das hier die gute Gelegenheit. Wer genau hinsieht erkennt die ganze Wahrheit des Finanzdebakels (Brot), Wirtschaftskrise (Butter) und der Schweinegrippe (Tomatenmark). Der Faktor Zeit ist mehr als erkenntlich. Nun gilt es die Zukunft richtig zu deuten.

… und angefressen ist es auch schon! Was mag das bedeuten?

Klimaschutz kontra Naturschutz

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Wie ich im unteren Bericht geschrieben habe “Warum der Aktionismus des Klimaschutzes langfristig mehr Schaden anrichtet als nutzt” kurz den Artikel dazu. Diesmal versteige ich mich nicht im globalen Dorf, sondern zeige lokal wie es funktioniert und dann kann man ja die globale Wirkung abschätzen.

Es geht um den Faltenbach in Bayern / Allgäu. Dort soll eine Effizienzsteigerung der bestehenden Wasserkraftnutzung durch eine technische Modernisierung und die Verlängerung der Ausleitung zum jetzt geplanten Turbinenhaus durchgeführt werden. Der Faltenbach ist einer der noch unverbauten Naturbäche.

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes “Wasserkraft als erneuerbare Energie” erzeugen etwa 6000 Kleinkraftwerke nur 0,3% der Gesamtstrommenge. Das noch nicht ausgebaute Potential würde eine Steigerung von nur 0,5% der Gesamtstrommenge bedeuten. Der Preis dafür, das Opfern der letzten Fliessgewässer, wie beispielsweise den Faltenbach, ist nicht hinnehmbar. Die CO2-Vermeidung liegt bei nur 0,09%, also weniger als einem Zehntel Prozent Der weitere Ausbau wäre etwa eine CO2-Vermeidung von 0,1 bis 0,15%. Diesem verschwindend geringen Gewinn würde weitere 1000km Gewässer mit allen ökologischen Folgen zum Opfer fallen.

Da der Mensch wie üblich mit Scheuklappen unterwegs ist, zerstört er lieber die letzten intakten Naturgebiete mit der Begründung es ist für den Klimaschutz. Also steht der Klimaschutz über den Naturschutz – bei den Kreuzzügen stand ja auch der Glaube an das Gute und hat die Gegner niedergemezelt.

Was will ich damit sagen: Wenn der Klimaschutz mit Scheuklappen betrieben wird, dann kommt dabei sicher nichts gutes heraus. Wirtschaftliches Denken und Klimaschutz ist meistens nicht nachhaltig, sondern hat nur den kurzfristigen Profit im Auge – zuweilen bleibt eben der Naturschutz auf der Strecke.
 
Also alles beim alten – es hat sich am Unvermögen des Menschen seit paar tausend Jahren nicht geändert.

Der Seeblog und was nun?

Wie man sieht schreibe ich fast garnix mehr. Ehrlich gesagt fällt mir auch nicht viel ein, die Welt hat sich weitergedreht und das globale Dorf entwickelt sich wie üblich weiter. Im Gegensatz zu meinen früheren Artikeln schreibe ich über die unglaublichen Geschehnisse die überall passieren nicht mehr, warum auch.
Ich könnte schreiben: Warum der Aktionismus des Klimaschutzes langfristig mehr Schaden anrichtet als nutzt – aber das wird man dann sowieso sehen. Ich könnte schreiben, wie sich die Wirtschaftskrise entwickelt, aber unser Wirtschaftssystem ändert sich sowieso nicht – also was soll`s.

Nicht das ich in Fatalismus verfalle – aber ich habe festgestellt – Gedanken sind nunmal Gedanken und diese machen unsere/meine Realität. Also ist es vernünftiger auf das Denksystem aufzupassen, bzw. die Energie soweit abzuziehen um aus der Stille die eigenen Gedanken zu beobachten. So kann man feststellen, dass der Hauptteil der Gedanken nunmal Müll ist, sie entstehen in der konditionierten Vergangenheit und werden in die Zukunft transportiert und – sie sind nie im “Hier und Jetzt”. Eigentlich ziemlich witzig – denn wenn man sich sucht – sucht man überall, nur nicht in der Stille und im “Hier und Jetzt”.

So gesehen schaffen auch die Gedanken die Dualität, darüber hatte ich ja früher schon einiges geschrieben. Es ist die Welt der Formen oder der Manifestation, aber es gibt etwas das dem zugrunde liegt – das “Nichts”. Das unmanifestierte, das keine Form hat – ehrlich gesagt gibt es dort nicht mal etwas was “Persönlichkeit oder ein Ich” besitzt. Und jeder der meint er könne Gott, Allah, Buddha oder wie auch immer beschreiben ist schon auf dem Holzweg – er kann nur die Form beschreiben, aber niemals das was dahinter steht. Deshalb ist auch das Osterfest nichts anderes als eine Gedankliche Manifestation.

Vielleicht schreibe ich mal mehr darüber – über das Formlose.

Das vorläufige Ende des Seeblog

Damit Ihr nicht unnötig spekulieren müsst weshalb der Seeblog geschlossen ist, eine kurzes Statement

Überraschend wie sich der Seeblog entwickelt hat, in den letzten 11 Monaten hatte der Blog knapp über 690.000 Besucher, die Zugriffszahlen (1.743.649) waren um einiges höher. 1204 Besucher haben Kommentare geschrieben, mich selbst hat das Interesse an den geschriebenen Artikeln ziemlich erstaunt. 
Die Entscheidungspunkte sind einfach erklärt; zum einen der Zeitaufwand (kleinere Grund) und ich suche zur Zeit eine Arbeitsstelle (wichtiger Grund). Wie jeder weiss, schauen die Arbeitgeber gerne im Internet nach, wer sich da bei ihnen bewirbt. Es scheint das Menschen, die grössere komplexe Zusammenhänge erkennen, sie in ein gesundes Verhältnis setzen und einiges in Frage stellen auf dem Arbeitsmarkt nicht so gefragt sind. Oder sie wollen sie einen sehr kreativen Mitarbeiter, aber keinen der auch noch Kunst macht. … jemanden der denkt, aber doch lieber nicht denkt.

Es ist aber noch nicht entschieden ob ich  den Seeblog nun ganz beende oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehme. Mir ist es nicht leicht gefallen diese Entscheidung zu treffen.

Ich danke für die vielen Besuche, die vielen Kommentare und das rege Interesse für den Blog und wünsche Euch eine gute Zeit.
Zum Schluss noch ein Zitat:

Es reicht nicht aus, einen gut funktionierenden Verstand zu haben; das Wichtigste ist, ihn auch gut zu nutzen. (René Descartes (1596-1650) – Philosoph und Mathematiker)

Wer mit den Wölfen heulen möchte, sollte zumindest so tun als wäre man einer. (Michael Prax)

21 Kommentare zu “Das vorläufige Ende des Seeblog”

1. Heinz on November 19th, 2008 19:17 e Das heißt, die älteren Beiträge sind gar nicht mehr abrufbar? Ein Blog muss ja für einen Arbeitgeber nichts negatives sein.

2. Michael on November 19th, 2008 19:33 e “Das heißt, die älteren Beiträge sind gar nicht mehr abrufbar? Ein Blog muss ja für einen Arbeitgeber nichts negatives sein.” Schön wäre es, aber der Blog war zum aktuellen Zeitgeschehen sehr kritisch. Beim auswerten der Logfiles fand ich genau die Firmen die mir abgesagt haben. Ich habe es nicht gerne getan, aber um weiterzukommen musste ich diesen Entschluss fassen, deshalb ist er komplett weg. Wer stellt schon einen sehr kritischen Menschen ein, der gerne über den Tellerrand schaut und es auch ausspricht. Kaum einer. Vielleicht sollte ich in den Journalismus wechseln.

3. Paul on November 19th, 2008 19:37 e Hey das finde ich sehr schade. Deine Themen waren sehr interessant und genial geschrieben. Ich werde ihn vermissen, den seeblog. Übrigens hattest du bei bloggerei.de ein verdammt gutes Ranking.

4. 1. Vorsitzender der RDA-Initiative on November 21st, 2008 00:19 e Schade ist das. Bin gerade zufällig mal wieder reingestolpert – und nun so. Aber vielleicht überlegst Du Dir das doch nochmal anders, denn ja, es gibt auch sie, die Arbeitgeber, die sich über kritische Köpfe freuen. Denn kritische Mitarbeiter sind immerhin diejenigen, die noch selber denken können. Ich würde mich freuen, wieder von Dir zu lesen.

5. Michael on November 21st, 2008 08:33 e “Denn kritische Mitarbeiter sind immerhin diejenigen, die noch selber denken können.” Davor haben die Geschäftsführer anscheinend ziemlich Angst.

6. Klimaforum on November 21st, 2008 14:27 e … wieder ein guter Blog weniger, trotz und auch deswegen weil Sie eine andere Position bezogen haben als die Masse. Gut geschriebene und interessante Artikel, sehr gut recherchiert und auch sich die Mühe gemacht die Quellen zu verlinken. Ich finde es nur schade!

7. Ursula on November 21st, 2008 14:47 e Ich schliesse mich den Vorschreiber an. … nur schade. :-(((((((((

8. Paul on November 22nd, 2008 09:37 e Ich hoffe Du überlegst es Dir noch anders. Hast einen super Schreibstil, interessante Themen und bringst es mit einer gehörigen Portion Humor und ein wenig Sarkasmus auf den Punkt. Paul

9. Herr Lehmann on November 22nd, 2008 15:27 e Warum schliessen immer die wirklich guten Blogs Dummgeschwätz scheint sich unheimlich zu vermehren. Aber den Spruch “wer mit den Wölfen heulen möchte, sollte zumindest so tun als wäre man einer” – kann ich gut nachvollziehen. Kritische Mitarbeiter haben es heute noch schwerer. Traurig das es wieder einen objektiven, spannenden und interessanten Blog nicht mehr gibt. Herr Lehmann

10. Wolf Harmes on November 24th, 2008 18:58 e Das darf doch nicht wahr sein, der Blog ist komplett geschlossen. Kein einziger Bericht mehr. Bin zwar kein täglicher Besucher, aber habe den Blog immer mit einem Grinsen gelesen. War es der Bericht über die Headhunter oder die unfähigen Manager und Politiker, die den Firmen nicht gefallen hat. Schande! Traurig! Ich hoffe doch Sie machen irgendwann weiter, man soll ein Talent nicht vergeuden. Grüße aus dem Norden Wolf Harmes

11. Hans-Ruedi on November 26th, 2008 11:00 e Bin sehr entäuscht, warum überlassen Sie den hirnlosen Schreibern das Feld. Solche Menschen wie sie bringen wenigsten die Themen auf einen Punkt. Auch ich hoffe wie die anderen Schreiber – machen Sie bitte weiter! Grüsse Hans-Ruedi ein eifriger Leser des Seeblog

12. christian on November 26th, 2008 13:37 e tschau michael, schade um deine arbeit. mir ist zwar nicht einleuchtend klar, weshalb arbeitgeber deine situation ernsthaft beeinflussen können oder wollten… ! du hast dich doch mit der lichttechnik befasst: keine freie stelle in diesem markt mit deinen hohen besucherfrequenzen wären doch auch gut bezahlte werbeflächen zu verkaufen gewesen, oder nicht auf ein gespräch im atelier freue ich mich, christian

13. Marcel on November 28th, 2008 14:52 e Schade, Schade, Schade!

14. Peter Frei on November 29th, 2008 19:55 e Das ist bisher das unüblichste Argument um einen sehr interessanten Blog zu schliessen. Werde Sie persönlich kontaktieren aus Interesse wegen der Hintergründe. Grüsse aus Deutschland Peter Frei

15. Team Nukleus on Dezember 1st, 2008 12:44 e Wir hoffen doch bald wieder Beiträge zur Teilchenforschung und der theoretischen Elementarphysik von Ihnen zu sehen und lesen. Unverständlich warum Sie wegen solcher Artikel Probleme seitens der Arbeitgeber bekommen. Mail an Sie persönlich folgt. Grüsse aus Genf

16. Susanne on Dezember 1st, 2008 12:51 e Mist wieder ein guter Blog weniger und dafür kommen 100 neue ohne interessanten Inhalt. Warum in aller Welt löscht Du diesen super Blog ??? ich verstehe es nicht! :-((((( Susanne

17. Karl on Dezember 2nd, 2008 14:06 e Pech und ich dachte bald kommt wieder ein interessanter Bericht über die Zustände hier auf der Welt. Der seeblog war einer meiner Lieblingsblogs und ich finde es sehr schade weil es ihn nicht mehr gibt.

18. Dr. Feelgood on Dezember 2nd, 2008 14:25 e hallo michael was ist nun passiert kein seeblog mehr scheint so als hättest du es wahr gemacht was du anfang dieses jahr geschrieben hast “das digitale nirwana – wie real ist ein blog”. du hast ja darüber berichtet wenn ein blog plötzlich weg ist und was davon übrigbleibt. zumindest sehr konsquent deine tat, die stellensuche ist wohl vorgeschoben, oder

19. Arschgeiger on Dezember 7th, 2008 21:26 e Nanu? Schade. Sehr schade. Aber vielleicht treffen wir uns mal auf dem See. Gruß und viel Erfolg!

20. Nads on Dezember 26th, 2008 23:14 e Das glaub ich nicht! Egal in welchem Winkel der Welt ich schon steckte: ein Blick auf deine wunderschönen Fotos brachte mich wieder an den See zurück. Ich liebe deine Perspektive Richtung Mettnau, die wunderschön stimmungsvollen Ruderfotos. Das werde ich vermissen! Doofe Arbeitgeber. Trotzdem – oder besser: deshalb – viel Erfolg bei der Jobsuche!

21. admin on Januar 3rd, 2009 16:55 e Irgenwann kommen die ganzen Fotos auf eine Seite – ein alte gibt es noch: http://www.gridnetwork.ch

Die Hanf-Initiative in der Schweiz

Die Forderungen sind nicht neu. Drogenfachleute wiederholen sie seit Jahren: Der Konsum von Betäubungsmitteln muss straffrei sein. Der Staat soll den Handel mit Cannabis regeln.

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Die Empörung
Das interessante sind die Gegner dieser Initiative. Paradox ist die Empörung immer: Die heutige Hochleistungsgesellschaft kann ohne Drogen – legale, illegale oder rezeptpflichtige – nicht funktionieren. Gleichzeitig bedrohen die Drogen dieses Funktionieren; der Grat zwischen Leis­tungssteigerung und Schädigung ist ­schmal. Drogen als Genuss- und Kultmittel gehören zu allen Kulturen der Welt. Ihr Konsum kann angenehm und sinnvoll sein, aber Selbstschädigung ist nichts Schönes, im Dienst des Kapitalismus schon gar nicht.

Das gesunde Verhältnis?
Wenn man dies in einem gesunden Verhältnis betrachtet: Was ist mit den gefährlichen Pestiziden in unseren Essen, wie gefährlich ist die Antibiotika-Resistenz von Viren, wie wirken sich langfristig Umweltbelastungen auf den Menschen aus … . Schädigen solche Ursachen nicht auch den Menschen? Gibt es ausreichende Gesetze für den Schutz des Menschen durch die schleichenden Umweltbelastungen? Wie viele Menschen sind an Dioxinen und anderen Umweltgiften gestorben, oder sind davon stark belastet und haben dadurch Schädigungen. Wieso ist dies legal? Man fragt sich wieso dieses Thema so polarisierend ist, um was geht es denn wirklich. Um das Wort „Droge“ – Droge automatisiert mit Sucht und gesellschaftlicher Absturz?

Das Paradox der Hanf-Gegner
alkohol.jpgAuf einer Konferenz der Gegner wurde Alkohol konsumiert, auf die Frage ob dies keine Droge sei, kam als Antwort: Alkohol sei schliesslich ein Kulturgut und vernünftig konsumiert stellt es keine Gefahr dar. Märchenstunde? Hier scheint doch eine ziemliche Doppelmoral vorzuherrschen, da allgemein bekannt ist, die Droge Alkoholverursacht beim Menschen grossen Schaden. Es wird immer gerne angeführt „die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Hanf-Konsumenten seien auf keinen Fall zu unterschätzen.“ Lächerlich, denn grössere Gefahren lauern im legalen Gebiet wie Genmanipulation, Nanoteilchen im Trinkwasser, die Umweltverschmutzung durch Chemiekonzerne und die sind real und werden trotzdem unterschätzt.

Das verwundert doch, die Saubermänner die gerne mit dem erhobenen Zeigefinger umherlaufen, sind auf der anderen Seite mehr gefährdet für Sucht als andere. Ein schönes Beispiel war damals der Fall Friedmann, dieser war ein ausgesprochener Gegner von Drogen – die er selbst konsumierte. 2001 das Bundesverdienstkreuz und 2003 die Kokainaffäre, diese Fälle lassen sich beliebig fortsetzen.

Und dann gibt es noch die Elite der ganz reinen Menschen, kein Alkohol, kein Tabakkonsum, natürlich keine Drogen – einfach gesund leben. Schön. Sind dies die edlen Menschen, die Gutmenschen auf unserem Planeten? Nein! Sie haben nur für sich eine persönliche Entscheidung getroffen und diese ist vollkommen in Ordnung, leider scheint die Nebenwirkung ein erstarrter rechter Zeigefinger zu sein. Man könnte es auch so beschreiben: Ein Mensch der seinen Glauben gefunden hat, muss nicht andere überzeugen – wenn aber der gefundene Glauben manifestiert wird als die absolute Wahrheit und damit andere überzeugt werden müssen, dann hat man schon alles verloren was man gefunden hat. Die Überzeugung dient nur als Selbstzweck und kann man als einseitig egoistisch bezeichnen oder in anderen Worten: Wer laut schreit hat meist unrecht!

Würde man sich gegen Alkohol genauso verhalten?
2007 waren dies pro Kopf: Bei Wein 39,3 Liter und bei Bier 57,4 Liter. Das liegt daran in erster Linie, Alkohol ist legal und Alkohol ist ein Konsumgut, wie jedes andere auch. Neue Sorten von alkoholischen Mischgetränken (Alcopops, alkoholhaltige Energiedrinks) und Bier mit verschiedensten Geschmacksorten wurden erfolgreich vermarktet.

Das reichste Land der Welt litt schon oft unter höchsten Aids- und Selbstmordraten und hat, auch wenn die Zahlen seit drei Jahren rückläufig sind, bis heute am meisten Drogentote zu beklagen. In der Schweiz leben 150 000 Alkoholkranke und doppelt so viele Tablettensüchtige, 1,7 Millionen Raucher, über 600 000 Kiffer und gegen 30 000 Abhängige sogenannt harter Drogen bei hoher Dunkelziffer.

Zum anderen bedeuten die vielen Alkoholkranken eine grosse Belastung des Gesundheitssystem, ähnlich wie die Tablettensüchtigen und dann gibt es noch die Menschen die durch Umweltgifte geschädigt wurden. Also stellt sich die Frage, wie Gesundheitsschädlich sind die Stoffe die illegal und legal sind. Würde man diese in einem korrekten Verhältnis betrachten, so würde man feststellen, dass es noch einiges gefährlicheres gibt als Cannabis. Aber das scheint eine andere Geschichte zu sein.

Selbstverantwortung eines jeden für sich?
Es stellt sich doch die Frage, wie selbstverantwortlich gehen die Alkoholtrinker und Kiffer mit der Droge um. Da der Mensch gerne über die Stränge schlägt, sind Suchtkranke sicher vorprogrammiert. Aber in der Wirtschaft ist es nicht anders, da gibt es die Sucht Gier, Machthunger und Verantwortungslosigkeit.
Wenn ein Workaholic einen Zusammenbruch hat nennt man es Burnout-Syndrom, hier hat der Normalbürger grosses Verständnis – es ist mit Leistung verbunden, tatsächlich ist es reine Sucht und dient nur dem Selbstzweck.

Würde man hinter die Kulissen unserer so sauberen Gesellschaft schauen, so würde sich zumindest hier Ernüchterung einstellen. Wie viele Vorbilder konsumieren Alkohol und nehmen andere leistungssteigernde Drogen. Kokain ist dem Vormarsch oder Medikamente die Leistungsfördernd sind, tendenziell werden hyperaktiven Kindern Beruhigungsmittel verabreicht und ist es zu ruhig, dann braucht es eben ein anders Medikament. Scheinheiligkeit bei dem Cannabisthema war schon immer und wird auch so bleiben.

Ungesund?
Natürlich ist Cannabis ungesund, besonders wenn man es raucht schädigt es die Lunge mehr als Tabak, extremer Gebrauch kann viele psychische Erkrankungen hervorrufen. Aber im einem gesunden Verhältnis gesehen; wenn sich jemand aus irgendwelchen Gründen entschliesst den Everest hochzuklettern und dabei wie so oft ein paar Körperteile erfrieren, die hinterher amputiert werden müssen – ist das gesünder? JA – weil keine Drogen im Spiel waren?

Information:
Hanfinitiative Quelle: Hanfinitiative Schweiz
Bessere Kontrolle – weniger Kriminalität Quelle: Pro Jugendschutz
Argumentarium Hanfinitiative Quelle: Bundesamt für Gesundheit BAG
Information der alkoholtrinkenden Gegner:
Nationalräte gegen die Hanfinitiativ Quelle: Hanf Nein
Hanfinitiative-Nein Quelle: Hanfinitiative-Nein
Nationalrat lehnt Hanfinitiative ab Quelle: NZZ (Man beachte bei dem Artikel die Drogenwerbung für Wein!)
Nein zur Hanfinitiative Quelle: Drogstop

Drogstop argumentiert zum Nein zum revidierten Betäubungsmittelgesetz folgend:
· weil es eine erfolglose Politik der Toleranz gegenüber dem Drogenkonsum zementiert; (eine erfolglose Politik sieht man in äusserst vielen Bereichen)
· weil die Kosten der Drogensucht für unsere Krankenkassen, unsere Sozialhilfe unsere Invalidenversicherung usw. bereits heute 4.1 Milliarden betragen und weiter zunehmen werden. Als Vergleich hat die nützliche SBB im Jahr 2007 3.5 Milliarden für den Bahnverkehr eingenommen. (das ist das schwachsinnigste Argument bisher und basiert auf einer bewussten Unwahrheit, was die Kosten angeht)
· weil das neue Gesetz den Jugendschutz schwächt.
· weil die Verabreichung von allen möglichen Rauschgiften an süchtigen Menschen ein vermeidbares Verbrechen darstellt. (was ist mit Umweltgiften in unserem Essen und den Rauschgiften Alkohol, Tablettensucht, Arbeitssucht, Machtsucht, Computersucht, nicht zu vergessen das Rauschmittel „Glauben“ und „Geldgier“ …)

und weil es schöner ist mit den Wölfen zu heulen, als sich selbst eine umfassende Meinung zu bilden.

Der Verfasser: Ich komme mit Menschen aus beiden Lagern in Kontakt, auffällig war tatsächlich ein nicht unerheblicher Alkoholkonsum bei den Veranstaltungen der Gegner. Es verwundert dann doch, wenn man dann lallend erklärt bekommt wie gefährlich Cannabis ist und mit erhobenen Zeigefinger gesagt bekommt, Hanf wäre schliesslich ein RAUSCH-Gift . Deswegen sollte man Dummheit zu einem Kulturgut erklären.