Klimaerwärmung – In Europa wird es demnächst kühler und wärmer

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Neue Eiszeit oder doch Klimaerwärmung?
 
Da ich schon lange mich mich mehr diesem Thema gewidmet habe, die Finanz- und Wirtschaftskrise auch noch dazwischen kam, der Juni jetzt gerade auch noch kalt ist- nun diese Beitrag.
Was hat sich an meiner Meinung in den letzten 10 Monaten geändert? Im grossen und ganzen fast nichts, ich habe meine Meinung über Al Gore ein wenig revidiert und bin der Überzeugung treu geblieben, dass dieses Thema äusserst kritisch zu betrachten ist. Wie ich schon im letzten Artikel „Klimaschutz kontra Naturschutz“ geschrieben habe ist alles generell zweischneidig.

Was gibt es neues:
Die globale Temperatur wird sich in den nächsten ein- bis eineinhalb Jahrzehnten nicht erhöhen, sondern im Durchschnitt eher gleich bleiben oder – in Nordamerika, dem Nordatlantik und Europa – leicht abkühlen. Der Forscher, der dies vorhersagt, ist nicht als „Klimaskeptiker“ oder gar „Klimaleugner“ bekannt.
Den Hintergrund für ihre neue Sicht der Dinge stellen Latif, Professor am Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften und dem Hamburger Max-Planck-Institut für Meereswissenschaften, sowie seine Kollegen jetzt in der Zeitschrift „Nature“ dar: Die Schwankungen des Golfstroms, der zurzeit tendenziell schwächelt, sowie das Wechselspiel von kalten und warmen Meeresströmungen an der südamerikanischen Pazifik-Küste (El Niño und La Nina).

in meteorologischer Hinsicht steht seit Januar die IPCC-These von einer immer deutlicheren Beschleunigung der Erderwärmung nicht mehr so unumstritten da wie noch im vergangenen Herbst. 2007 war, global gesehen, nur das siebtwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Tatsache, dass alle sechs wärmeren Jahre im Zeitraum seit 1998 liegen, zeigt einerseits, dass wir in einer warmen Zeit leben – andererseits aber auch, dass es zurzeit nicht noch wärmer wird.

Die Sonne und die These der Abkühlung

Auch die Sonne könnte in den kommenden Dekaden womöglich wieder mal stärker ins Spiel kommen. Zurzeit wird in der Forschung die Frage heiß diskutiert, ob der nun anstehende Sonnenzyklus Nummer 24 (seit Beginn der Aufzeichnung) überhaupt stattfinden wird. Der Übergang von einem zum nächsten Zyklus kündigt sich nicht nur durch einen vorübergehenden Rückgang und sogar ein Ausbleiben von Sonnenflecken an, sondern auch durch eine Umkehrung der magnetischen Polarität.

Als die Sonnenaktivität jedoch in den vergangenen Monaten nach einer Pause wieder „ansprang“, tauchte zunächst nur ein Fleck mit der Polarität des alten Zyklus auf und anschließend ein kleinerer mit der neuen, der „richtigen“ Polarität – der jedoch schnell wieder verschwand. Solarforscher aus den USA sehen in dieser Konstellation schon Parallelen zum Beginn der Kleinen Eiszeit im ausgehenden Mittelalter, als so ein Phänomen – nach den Rekonstruktionen der Wissenschaftler – zum letzten Mal vorkam. Sie fragen sich nun: Stehen wir vor einen neuen Abkühlung?

Es gibt auch diese Seite

Die Klimaerwärmung wird Deutschland stärker verändern als bisher angenommen: So warnt der Deutsche Wetterdienst in einer neuen Prognose unter anderem vor langen Dürren im Sommer und Hochwasser im Winter. Etliche Branchen wie der Tourismus in Skigebieten sind langfristig sogar existenziell bedroht.

Bis 2050 soll die jährliche Durchschnittstemperatur im Vergleich zur Klimaperiode von 1971 bis 2000 voraussichtlich zwischen 0,5 und 2,0 Grad Celsius zunehmen. Bis 2100 müsse mit einer Erwärmung von bis zu vier Grad gerechnet werden. In den vergangenen 100 Jahren war das Jahresmittel weltweit um 0,7, in Deutschland um 0,9 Grad gestiegen.

ie Klimaerwärmung wird laut der Auswertung von vier regionalen Klimamodellen zum Teil extreme Folgen haben. So soll die Zahl der Sommertage (ab 25 Grad) und heißen Tage (ab 30 Grad) den Berechnungen zufolge bundesweit signifikant zunehmen. In Teilen Süddeutschlands sei bis 2100 gar eine Verdoppelung auf über 80 Sommertage und über 60 heiße Tage möglich.

Dann gibt es noch …

Bleifreies Benzin beschleunigt Klimaerwärmung

Die Einführung von bleifreiem Benzin hat möglicherweise die Klimaerwärmung beschleunigt.
Denn die Schwermetallpartikel aus den Autoabgasen regten die Eiskristalle in der Atmosphäre zur Wolkenbildung an und sorgten so für eine Schutzschicht gegen langwellige Sonnenstrahlung, wie eine in der Fachzeitschrift „Nature Geoscience“ veröffentlichte Studie deutscher und schweizerischer Wissenschaftler ergeben hat.

Nun stellt sich natürlich die Frage, wird es nun wärmer oder kälter?

Lichtobjekt Quantenmechanik

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Quantenmechanik ist ein Lieblingsgebiet vom mir, da fliessen Physik und Philosophie ineinander. Zumindest für mich bin ich zu dem Schluss gekommen – das einzige was wirklich gesichert ist – alles ist in Bewegung und verändert sich. So ist diese Lichtskulptur entstanden.
Durch unterschiedlich angeordnete LED Elemente wird ein diffuser Lichtraum erzeugt. Je nach Farbe, Winkel und Intensität des Lichts werden unterschiedliche Lichträume erzeugt.

Lichtkörper mit RGB-LED
Datiert: Fussunterseite gestempelt, Originalunterschrift

Maximale Breite x Tiefe des Objekt: 400 x 180 mm
Gesamthöhe: 1600 mm
Lichtplatte: Plexiglas geschliffen (weiss), Plexiglas poliert hinter Satinece
Inhalt Lichtkörper: wird nicht verraten, Polymerharz behandelt und matt versiegelt
Licht: 6 x 50 cm RGB-LED: vertikal in geschliffenen Lichtprofil (Aluminium beschichtet)
Lichtsteuerung mit Fernbedienung

OSX.Iservice – Trojaner für den Mac

Geklautes iWork09 aus (P2P) Peer-to-Peer Netzwerken enthalten einen Trojaner. OSX.Iservice Es gibt ja ein freies Apple iWork ’09, die Probeversion können ihr direkt von Apple herunterladen und ist ungefährlich. Die böswillige Software hat im schlimmsten Fall Zugriff auf dein Bankkonto. (Panik!) Das Trojaner Paket enthält einige Teile des amtlichen Apple iWork 09, aber umfasst auch einen böswilligen Installer, der iWorkServices.pkg genannt wird.

Die infizierten Mac Systeme schließen sich zu einem Mac-Botnetz zusammen um gemeinsam DDoS-Attacken auszuführen oder Spam-Mails zu verschicken.

In contrast, the legitimate trial version of iWork ’09 that is available from Apple is named iWork09Trial.dmg and is slightly over 451MB. The Trojanized package contains some parts of the official Apple iWork ’09 trial version, but also includes a malicious installer named iWorkServices.pkg.
 
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When the Trojanized installer is executed, it also runs the malicious program iworkservices. The Trojan, OSX.Iservice, targets the Mac OS and is compiled as a Mach-O multi-architecture binary. This allows the Trojan to run natively on both PowerPC and x86 architectures.
 
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The Trojan first determines if it is the root user on the compromised computer and if not, it will end. Then, it checks to see if it was executed with the file name iWorkServices. If not, it will create the following folder:

/System/Library/StartupItems/iWorkServices

The Trojan then copies itself to both of the following locations:

/usr/bin/iWorkServices
/System/Library/StartupItems/iWorkServices

It then modifies the following file to ensure that it runs when the compromised computer restarts:

/System/Library/StartupItems/iWorkServices/StartupParameters.plist

The Trojan then restarts itself from its new location in
/System/Library/StartupItems/iWorkServices,
and decrypts an AES encrypted configuration file, which is located in
/private/tmp/.iWorkServices.
Finally, the Trojan acts as a back door and opens a port on the local host for connections. It then attempts to connect to the following remote hosts:

69.92.177.146:59201
qwfojzlk.freehostia.com:1024

(Quelle: symantec)

Hier könnte man schon mit Little Snitch vorbeugen!
Ich möchten hier nicht darüber urteilen, dass Leute Software illegal aus dem Netz beziehen. Dies muss jeder für sich selbst entscheiden. Also Vorsicht! Man weiss ja nie ob dieser Trojaner auch irgendwie anders eingeschleust wird, zum Beispiel über Freeware oder Shareware.

Noch Aktueller: OSX/Jahlav-C: Neuer Mac-Trojaner gibt sich als fehlender Videocodec aus

Na endlich – Firefox überholt in Deutschland Internet Explorer

firefox_wordmark_vertical_small.pngWenn freut es nicht? Wachwechsel im Internet: Mozilla Firefox ist laut einer aktuellen Studie erstmals die Nummer eins unter den Browsern – zumindest in Deutschland. Damit schlägt der einstige Außenseiter den US-Konzern Microsoft und dessen Internet Explorer. Weltweit betrachtet sieht die Situation allerdings leider anders aus. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.
Mit einem Nutzeranteil von 40 Prozent habe der Browser der Mozilla Foundation die beiden jüngsten Versionen 7 und 8 des Internet Explorers zumindest unter den deutschsprachigen Nutzern bereits überrundet. Microsofts jüngste IE-Versionen kommen danach zusammen auf einen Anteil von nur 38 Prozent. Apples Webbrowser Safari kommt auf einen Nutzeranteil von 3,1 Prozent, noch vor Opera (2,4 Prozent) und Googles Chrome mit 1,3 Prozent.

Firefox überholt in Deutschland Internet Explorer (Quelle: Welt)
Mozilla kontert Apples Download-Statistik für Safari (Quelle: Heise)
Aktuelle Browser: Firefox überholt den Internet Explorer (Quelle: der standard)
Posse um Internet Explorer (Quelle: Focus)

Download Firefox

Mensch und Komplexität – Warum wir Fehler machen

Diesmal kein Bericht von mir, sondern von Prof. Dr. Jürgen Tausch – er spricht mir aus der Seele. Leider ist Prof. Dr. Jürgen Tausch am 22. Januar 2009 verstorben.

Das Verhalten des Menschen in komplexen Situationen –
Warum wir Fehler machen

(Mit freundlicher Genehmigung von Frau Tausch – Prof. Dr. Jürgen Tausch)

Wenn jemand sagt, wir leben heute in einer komplexen Welt, mit mannigfachen Wechselbeziehungen, die bei der Bewältigung von Problemen berücksichtigt werden müssen, so findet niemand etwas Besonderes an dieser zur Alltagsweisheit gewordenen Aussage. Das Leben des Menschen in komplexen Systemen ist jedoch – historisch gesehen – erst von kurzer Dauer. Im größten Teil der langen evolutiven Entwicklung des Menschen waren unsere Vorfahren eingebettet in einfache, überschaubare Umweltbedingungen und ihre Handlungen z.B. als Jäger und Sammler hatten nur geringe ökologische Bedeutung. Für die Bewältigung ihrer Lebenssituation reichte im Wesentlichen ein “Denkapparat“, der Aufgaben aufgrund von “Wenn-Dann-Beziehungen“ lösen konnte. Da diese Denkstrategie sich in der Evolutionsgeschichte des Menschen als vorteilhaft erwiesen hat, ist die Annahme berechtigt, dass dieses auch als „lineares Denken“ bezeichnete Denkmuster noch heute in unseren Genen verankert ist.

Demgegenüber sind die in unserer Zeit zu bewältigenden Lebenssituationen durch eine rasante Entwicklung der Zivilisation immer komplexer und damit weniger durchschaubar geworden. Wer hätte schon beim ersten Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln daran gedacht, dass diese Schadstoffe sich in Flüssen und Meeren oder gar in der Muttermilch anreichern würden. Dieses und viele andere Beispiele sind ein Indiz für unsere Neigung, auf eine bestimmte konkrete Situationen mit einer nur darauf bezogenen Maßnahme zu reagieren, ohne die Neben-, Folge- oder Fernwirkungen zu bedenken und in das Handeln einzubeziehen. Gefordert wäre hier vor allem Denken in Ursache-Wirkungs-Netzen und nicht lineares Denken. 

Vernetztes Denken fällt uns jedoch vermutlich aufgrund unzureichender genetischer Vorgaben sowie diesbezüglicher mangelhafter Ausbildung und Erziehung besonders schwer. Will man derartige „Denkgewohnheiten“ ändern, d.h. verbessern, müsste man zunächst genauer wissen, durch welche Faktoren menschliches Entscheidungsverhalten angesichts von Komplexität und Unbestimmtheit beeinflusst wird und wie dabei Denken, Lernen, Einstellungen und Emotionen zusammenwirken. DÖRNER u.a. (DÖRNER 1975, 1979, 1982, 1989; DÖRNER u. REITHER 1978; DÖRNER et al. 1983; DÖRNER u. KAMINSKI 1987) haben seit Anfang der 70er Jahre eine Methode entwickelt, mit deren Hilfe in der Zwischenzeit aufschlussreiche Erkenntnisse gewonnen wurden.

Ausgangspunkt der Untersuchung war die Computersimulation komplexer Wirklichkeiten, z.B. Entwicklungsländer, Betriebe, Kleinstädte etc. Obwohl die entsprechend programmierten Rechner nur grobe Abbilder der Realität liefern, kann man Versuchspersonen in solchen “als-ob-Realitäten“ z.B. als Bürgermeister planen und agieren lassen. Seine Entscheidungsbefugnisse betreffen z.B. Steuern, Löhne, Wohnungsbau, Ansiedlung einer Fabrik, Gesundheitspolitik u.a. Die Versuchspersonen müssen also mit einem merkmals- und beziehungsreichen, dynamisch sich entwickelnden System umgehen, das ihnen teilweise unbekannt und undurchsichtig ist. Beschließt der Bürgermeister Maßnahmen, so werden diese dem Computer zugeliefert, der zugleich die Rückmeldung über den Effekt der Maßnahmen liefert usw.
Der Vorteil dieser Untersuchungsmethode besteht insbesondere darin, dass die Ausgangsbedingungen für alle Versuchspersonen einheitlich sind und damit eine breite Basis für allgemeine Aussagen bezüglich des Verhaltens in komplexen Situationen erreicht wird.

Die Fülle der bisher gewonnenen Erkenntnisse soll durch einige Beispiele belegt werden.

  • Richtlinien zum Handeln aus globalen Zielen abzuleiten fällt dem Menschen schwer, weil es an der Fähigkeit mangelt, zuvor klar definierte Teilziele zu beschreiben. Die meisten Versuchspersonen handeln nämlich nach dem sogenannten “Reparatur-dienstprinzip“. Dabei wird das betreffende System auf Missstände hin abgesucht. Findet man zufällig eine Fehlerquelle, versucht man diese zu beseitigen und gibt sich damit zufrieden. Dieses Verhalten ähnelt in etwa dem eines Anfängers im Schachspiel, der primär darauf bedacht ist, die eigenen Figuren nicht zu verlieren und möglichst viele Figuren des Gegners zu schlagen. Obwohl dieses Ziel insgesamt gesehen richtig ist, ist es ohne ein gut durchdachtes Konzept, das auch die Folge-, Neben- und Rückwirkungen der eigenen Züge mit einbezieht, gegen einen erfahrenen Gegner nicht zu erreichen.

Der Vergleich mit dem Schachspiel zeigt nun zugleich an, auf welchem Wege Verbesserungen möglich sind. Der Unterschied zwischen guten und weniger guten Schachspielern beruht allerdings nicht nur auf unterschiedlichen Trainingsbedingungen, sondern steht in deutlicher Beziehung zu bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen. Kehren wir zum Computersimulationsexperiment zurück, so wird diese Aussage durch folgende Ergebnisse belegt:

  • Versuchspersonen, die gut mit komplexen Systemen umgehen können, verfügen über allgemein anwendbare Schemata, mit deren Hilfe sie fast jedes System ordnen können. Eine solche Strukturidee ist z.B. der Regelkreis, der bei der Hypothesenbildung zur Erfassung eines unbekannten Realitätsbereiches sehr hilfreich sein kann.
  • Wer über derartige Ordnungsprinzipien verfügt, neigt auch dazu, einen Sachverhalt immer als Teil eines umfassenderen Sachverhalts zu betrachten. Wer z.B. häufig mit ökologischen Zusammenhängen zu tun hat, bewertet einen wahrgenommenen Fisch eher als mögliches Element einer Nahrungskette und weniger nach Gesichtspunkten zoologischer Systematik.
  • Gute Versuchspersonen scheuen nicht die Konfrontation mit neuen, unbekannt und unkontrolliert wirkenden Situationen, während diese bei schlechten Versuchspersonen eher Angst und Fluchttendenzen auslösen. Im Experiment neigen solche Personen zum Verharren in Kleindetails, zu schnellem Themenwechsel oder zum Abschieben der Verantwortlichkeit.
  • Hilflosigkeit in komplexen Situationen äußert sich nicht selten in sog. „Notfallreak-tionen“. Sie finden ihren Niederschlag in beinahe rabiaten Entscheidungen, die ohne hinreichende Analyse der Bedingungen zustande kommen, aber in der Hoffnung getroffen werden, die große Wende herbeizuführen. So wurde z.B. das restliche Kapital einer Kleinstadt in eine überdimensionale Werbekampagne für Fremdenverkehr und die Errichtung von Hotels investiert, ohne die Nachfrage geprüft zu haben.

Eine andere grobe Fehlerquelle bei der Erfassung von komplexen Systemen ist die Einordnung von Zeitabläufen. Die meisten Versuchspersonen halten den augenblicklichen Zustand einer Variablen für besonders wichtig, obwohl deren Entwicklung wesentlich bedeutsamer ist. Hat eine Firma z.B. zu einer gegebenen Zeit ein Kapitel von 2 Millionen DM, so besagt das wenig. Wichtig wären Daten über den Kapitaltrend. Je nach dem, ob das Kapital vor einem Jahr noch 10 Millionen DM betrug oder die Firma verschuldet war, gewinnt die Zahl von 2 Millionen DM eine andere Bedeutung. Solche Trends richtig einzuschätzen – insbesondere wenn diese exponentiell verlaufenden Entwicklungen folgen – macht den meisten Menschen große Schwierigkeiten. Dabei sind derartige “Wachstumskurven“ nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel, wie ökonomische und ökologische Systeme hinreichend deutlich machen.

Diese geringe Fähigkeit zum Umgang mit nicht linearen Zeitabläufen lässt sich auch im psychologischen Experiment als allgemeines Phänomen beobachten und belegen, dass wir dazu neigen, exponentielle Wachstumsverläufe zu unterschätzen. DÖRNER (1989, S.168) beschreibt folgendes Beispiel: „Wir gaben Versuchspersonen den Auftrag, eine Wachstumsrate von 6 Prozent über 100 Jahre zu schätzen. Dieser Auftrag war in der Form folgender Instruktion verkleidet:

Die Leitung eines kleinen Traktorenwerkes meint, dass 6 Prozent jährliches Wachstum der Produktion notwendig ist, um auf die Dauer die Existenz der Unternehmung zu sichern. 1976 wurden 1000 Traktoren hergestellt. Schätzen Sie einmal, ohne viel zu rechnen, wie viel Traktoren das Werk jeweils in den Jahren 1990, 2020, 2050 und 2080 herstellen muss, damit die Wachstumsrate erreicht wird.“

Die mittleren Schätzwerte lagen bei 2200, 5000, 9500 und 15000. Die Berechnung der tatsächlich notwendigen Produktion lässt sich mit folgender Formel berechnen:

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Den tatsächliche Verlauf des Wachstums veranschaulicht die nachfolgende Tabelle:

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Man sieht, dass die Versuchspersonen sich stark verschätzen und dass die Schätzwertfehler mit der Zeit immer größer werden. Ähnliche Fehler machen wir Menschen bei vergleichbaren Experimenten, wie sie in der Sendereihe Quarks & Co des WDR vom 14.01.98 vorgestellt wurden:

Die Zinsfalle
Besonders schwierig wird es bei den Zinsen. Beispiel:
Sie leihen sich 100.000 € von der Bank: Die möchte aber 10 % Zinsen pro Jahr. Frage: Wie hoch ist die verbleibende Schuld, wenn Sie fünf Jahre lang Monat für Monat 1.000 € zurückzahlen?

39.000 €
47.000 €
65.000 €
87.000 €

N0002.jpgAbb.43: „Die Rechnung“

Die Restschuld liegt nach fünf Jahren noch immer bei 87.000 €. Die nebenstehende Grafik verdeutlicht es: Sie haben also in diesen fünf Jahren 60.000 € bezahlt. Trotzdem schulden Sie Ihrer Bank immer noch 87.000 €, denn 47.000 € hat die Bank an Zinsen bekommen- fast 80% des Geldes!
Vorsicht also bei Kreditangeboten- unser gesunder Menschenverstand täuscht uns da schnell. Übrigens: 1,8 Mio. Haushalte in Deutschland sind so überschuldet, daß sie ihre Schulden nur mit weiteren Krediten abbezahlen können.
 
Die Vollbremsung
Wie sehr wir unserem gesunden Menschenverstand misstrauen müssen, zeigt das folgende Beispiel:
zwei Autos fahren in der Stadt. Eins der Autos fährt 50 km/h, das andere 70 km/h. Das schnellere Auto überholt das langsamere, und als beide gerade mit den vorderen Stoßstangen auf gleicher Höhe sind, blockiert ein LKW die Straße. Der langsamere Wagen macht eine Vollbremsung und kommt 1 cm vor dem LKW zum Stehen. Wie schnell ist der schnellere Wagen, der ebenfalls eine Vollbremsung gemacht hat, zu diesem Zeitpunkt?

30 – 40 km/h
40 – 50 km/h
60 km/h

Die Geschwindigkeit beträgt 60 km/h. Die Ursache dafür: fährt jemand doppelt so schnell wie jemand anderes, dann verdoppelt sich sein Bremsweg nicht, sondern vervierfacht sich. Das ist auch der Grund dafür, dass der schnellere Wagen am Anfang so wenig Geschwindigkeit verliert. Erst auf den letzten Metern seines Bremsweges wird er deutlich langsamer. So können ein paar Meter darüber entscheiden, ob es überhaupt nicht oder richtig kracht.

Chef, ich brauche mehr Geld
Bestimmte Fehler sind praktisch in uns eingebaut: zum Beispiel beim Umgang mit Zahlen. Wir vertrauen auf unseren gesunden Menschenverstand- und liegen leider völlig falsch. Das wird deutlich bei einem kleinen Experiment. Stellen Sie sich vor, Sie bewerben sich und bekommen einen neuen Job. Sie sitzen nun im Zimmer des Personalchefs und verhandeln mit ihm über Ihr Gehalt. Er bietet Ihnen zwei Alternativen an:
• (A) Ein Jahresgehalt von 40.000.- € und jedes Jahr gibt es 1.000.- € mehr.
• (B) Ein Jahresgehalt von 40.000.- € und jedes halbe Jahr mehr Geld, aber nur 250.- €

Bitte entscheiden Sie!

Wenn Sie (A) gewählt haben, haben Sie sich wie die meisten Menschen in dieser Situation entschieden- und fahren damit schlechter. Damit Sie besser vergleichen können, haben wir ein Jahr in jeweils zwei Halbjahre getrennt.

N0003.jpgAbb.44: die Rechnung

Bei Alternative A erhält man im ersten halben Jahr 20.000 Euro, im zweiten halben Jahr ebenfalls 20.000 Euro, zusammen 40.000.- €. Im zweiten Jahr erhält man im ersten Halbjahr 500.- € mehr und auch im 2. Halbjahr- zusammen also 41.000.- €.
Bei Alternative B erhält man nach einem halben Jahr 250.- € mehr, hat also am Ende des ersten Jahres 250.- € mehr als bei Alternative A. Im zweiten Jahr erhält man im ersten Halbjahr wieder 250.- € mehr, also 21.500.- € wie bei Alternative A; im zweiten Halbjahr aber wird das Gehalt schon wieder aufgestockt, so dass man auch jetzt 250.- € plus macht. Und so geht das jedes Jahr weiter.

  • Die Bevorzugung linearer Denkmuster und eine schlecht ausgebildete Fähigkeit zur Analyse von Zeitreihen sind also die Hauptfehlerquellen, mit denen man beim Handeln in komplexen Situationen rechnen muss (vgl. auch DITFURTH 1985; D. NEUMANN 1993; LÜPERTZ u. WEBER 1993). Es gibt allerdings individuelle Unterschiede. Manche Personen in dem oben beschriebenen Experiment verbesserten sich erheblich, andere wiederum schafften dies nicht. Dies zeigt auch, dass Mängel im diesbezüglichen Denken nicht unausweichlich festgeschrieben sind. Selbst wenn diese ausschließlich auf einer genetischen Grundlage beruhen würden, ist eine Veränderung durch Lernen möglich, was nicht bedeutet, dass das leicht möglich ist und tatsächlich vielen Menschen gelingt. Das gleiche gilt, wenn man davon ausgeht, dass die genannten Mängel hauptsächlich auf einseitiges Training der linken menschlichen Gehirnhemisphäre durch unser Erziehungssystem zurückzuführen sind (vgl. WINDE 1981; ROTH 1994).

Von besonderem Interesse ist in diesem Zusammenhang, dass die Intelligenz der Versuchspersonen in keinem deutlichen Zusammenhang zu den Fähigkeiten im Umgang mit komplexen Systemen steht. Nicht minder bedeutsam ist die Feststellung, dass die Einstellungen und Überzeugungen sich viel weniger auf das tatsächliche Verhalten auswirken als man eigentlich erwartet. So stellte man z.B. erstaunt fest, dass “links-liberal“ eingestellte Versuchspersonen in der “Bürgermeistersituation“ bei der Verteilung von Löhnen und Gehältern keine Maßnahmen einbezogen, die verhinderten, dass die Gehälter der ohnehin schon gut Verdienenden absolut und prozentual stärker stiegen als z.B. die Löhne der relativ schlechter verdienenden Fabrikarbeiter, obwohl die Struktur des Systems dies durchaus zugelassen hätte.

Man mag alle diese in “Spielsituationen“ gewonnenen Erkenntnisse als realitätsfern ablehnen, es ist jedoch zu bedenken, dass gespielte Realitäten durchaus ernst genommen werden. Familienspiele wie “Mensch-ärgere-dich-nicht“ oder “Monopoly“ u.a. können – wie jeder weiß – leicht das Familienklima erheblich beeinträchtigen. Analoges konnte man bei den Versuchspersonen beobachten.

Es lassen sich aber auch direkte reale Lebensbezüge beschreiben, bei denen “mensch-liches Versagen“ entscheidend zum Misserfolg – bis hin zu tödlichem Ausgang – geführt hat. Das jedenfalls zeigen einige Analysen von Katastrophen. Drei Beispiele sollen der Erläuterung dienen.

Als vor nicht allzu langer Zeit ein Flugzeug zur Landung auf Miami ansetzte, stellten die Piloten fest, dass es Schwierigkeiten mit dem Ausfahren des Bugrades gab. Während man sich fieberhaft bemühte, den Defekt zu beheben, bemerkte die Crew nicht, dass die Maschine ständig an Höhe verlor. Aber der Höhenmesser war aus dem Blickfeld geraten und eine Reihe deutlich sichtbarer und hörbarer Warnsignale wurden ignoriert, weil die Crew auf das Problem mit dem Bugrad fixiert war. Als der Fehler nach ca. 4 Minuten bemerkt wurde, war es zu spät. Die Maschine stürzte ins Meer und 100 Menschen kamen ums Leben. Tragisch darüber hinaus: Das Fahrwerk funktionierte einwandfrei, nur die Glühbirne der Anzeige war defekt.

„Am 6.3.87, um 19.28 Uhr, kenterte die Fähre Herald of Free Enterprise vor der belgischen Küste. Die Untersuchung des Unglückshergangs brachte eine Reihe von Vorkommnissen ans Licht, die, für sich genommen, zumeist banal waren, aber auf unheilvolle Weise zusammenwirkten. Am Anfang der Ereigniskette standen Zeitdruck, Personalmangel und unklare Zuständigkeiten. Der Erste Offizier versäumte, das Schließen der Bugklappen zu überwachen, der Bootsmann, der ihr Offenstehen bemerkte, sah das Schließen nicht als seine Aufgabe an, und sein Stellvertreter, der dafür zuständig gewesen wäre, schlief nach Erledigung anderer Aufgaben in seiner Kabine. Der Kapitän ahnte nichts – erstens, weil ihm die Betriebsvorschrift nahe legte, sich nur um Gemeldetes zu kümmern, zweitens, weil es auf der Kommandobrücke keine Bugklappenanzeige gab. – Vielleicht wäre die Fähre trotz offener Bugklappen nicht gleich gekentert – wenn sie nicht vornüber im Wasser gelegen hätte: Weil die Laderampe konstruktionsbedingt und dann noch wegen Hochwassers zu niedrig war, hatte die Besatzung das Schiff buglastig getrimmt, und weil der Fahrplan drängte, waren die Ballasttanks vor dem Ablegen nicht geleert worden. – Dass beim Kentern der Fähre 192 Menschen ums Leben kamen, ist insbesondere der mangelhaften Notfallausrüstung zuzuschreiben: Die Rettungswesten waren nicht nur schwer zu handhaben, sondern teilweise sogar weggeschlossen – aus Angst vor Vandalismus“ (ROMBERG 1996, S.19).

Eine andere Katastrophe ist vielen Menschen noch in Erinnerung. Tschernobyl. Für die Durchführung eines Testprogramms wurde die Leistung des Reaktors heruntergefahren. Dabei geriet der Reaktor durch gewohnheitsmäßiges Ausschalten einer Reihe elementarer Sicherheitsvorkehrungen auf ein viel zu niedriges Leistungsniveau und damit in den Zustand gefährlicher Instabilität. Als die Ingenieure das bemerkten, brachen sie das Experiment zwar ab, aber die Zeit reichte nicht mehr, um durch Schnellabschaltung des Reaktors die Kettenreaktion zu beenden. Es konnte nicht mehr verhindert werden, dass die Reaktorleistung unkontrolliert hochschnellte. Das war – soweit man heute weiß – die Ursache der Explosion.
„Tschernobyl ist ein Beispiel für ‘menschliches Versagen’ auf allen Ebenen – von den Operateuren bis hin zu den Managern und Konstrukteuren des Atomkraftwerks. Beim Versuch, die Vorgeschichte der Katastrophe zu rekonstruieren, kamen die Richter des Tschernobyl-Prozesses 1987 auf eine Gesamtzahl von 71 Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften“ (ROMBERG 1996, S.20).
Nicht jeder Fehler führt zu einer solchen Katastrophe, denn nicht alles, was schief gehen kann, geht dann auch wirklich schief. Eine Katastrophe ist jedoch in der Regel das Ergebnis von vielen kleinen Missgriffen, Versäumnissen und Fehlentscheidungen, die auf meist unvorhergesehene Art zusammenwirken. Jede einzelne Fehlhandlung für sich betrachtet führt dabei keineswegs zwangsläufig zu einem Unglück!
Kann man der Logik des Misslingens entkommen? Man kann, sagt DÖRNER: „Die Fähigkeit, vernetzte Zusammenhänge zu durchdringen, sich über die Folgen eigener Entscheidungen klar zu werden, rationale Prognosen zu formulieren, und, was das Schwerste ist, einmal gefasste Entscheidungen aufgrund neuer Einsichten zu korrigieren – all das ist zwar schwierig, aber bis zu einem gewissen Grad durchaus lernbar. Man muss es bloß wollen“ (ROMBERG 1996, S.27).

Literatur
DITFURTH, H.v.: Unfähig zu zählen. In: natur (1985) 2, 54-57
DÖRNER, D.: Zerstörung einer Welt. In: Bild der Wissenschaft 12 (1975) 2, 48-53
DÖRNER, D.: Mängel menschlichen Denkens beim Umgang mit sehr komplexen Systemen. In: Berichte der ökologischen Außenstelle Schlüchtern, Bd.2 (1979) 43-61
DÖRNER, D.: Anatomie von Denken und Handeln – Der Mensch in komplexen Situationen. In: biologica didactica 5 (1982) 2, 56-58
DÖRNER, D.: Logik des Misslingens. Rowohlt: Reinbek 1989
DÖRNER, D. u. F. REITHER: Über das Problemlösen in sehr komplexen Realitätsbereichen. In: Zeitschrift für experimentelle und angewandte Psychologie, Bd.25 (1978) 4, 527-551
DÖRNER, D., KREUZIG, H.W., REITHER, F. u. T. STAUDEL (Hrsg.): Lohausen – Vom Umgang mit Unbestimmtheit und Komplexität. Bern 1983
DÖRNER, D. u. G. KAMINSKI: Handeln- Problemlösen – Entscheiden. In: Funkkolleg Psychologie, Studienbegleitbrief 7, 69-115. DIFF, Beltz: Weinheim 1987
LÜPERTZ, V. u. E. WEBER: Vernetztes Denken als Schlüsselqualifikation. In: Wirtschaft und Erziehung 45 (1993) 9, 287-292
NEUMANN, D.: Falsche Zielvorstellungen und ungewollte Nebenwirkungen. Das „Dörner-Expe-riment“ im Erziehungsbereich. In: Pädagogische Rundschau 47 (1993) 2, 181-197
ROMBERG, J.: Menschliches Versagen. Warum wir Fehler machen müssen. In: GEO (1996) 2, 8-27
ROTH, G.: Das Gehirn und seine Wirklichkeit – Kognitive Neurobiologie und ihre philosophi-schen Konsequenzen. Suhrkamp: Frankfurt/M. 1994
WINDE, P.: Menschliches Bewusstsein und Erziehungswissenschaft. In: Praxis der Naturwissen-schaften, Biologie 30 (1981) 9, 257-267

QUELLE
BEROLD BUNK u. JÜRGEN TAUSCH: Menschsein wider seine Natur? Grundlagen der Verhaltensbiologie, Band I – Angeborenes und erlerntes Verhalten bei Tier und d Mensch, S. 82-89. Hahner Verlagsgesellschaft: Aachen 2001

(Komplette Quelle: Prof. Dr. Jürgen Tausch, † 22. Januar 2009)

Anmerkung: Die Grafiken wurden zum Teil neu von mir erstellt, die DM zu Euro angepasst und wurden ein wenig bunter. Die Zahlen blieben unverändert. Im Text wurden nur die DM zu Euro

Katzenquälerei (Manipulation,Wirklichkeit und Medien)

gaehn.jpgHusum (ots) – Der Polizei ist am heutigen Tag ein Fall von grausamer Tierquälerei in Tönning bekannt geworden. In dem Zeitraum der letzten zwei Wochen mussten gleich zwei Katzen von einem örtlichen Tierarzt nach schweren Misshandlungen behandelt werden. In beiden Fällen wurden den Katzen die Unterlippe bis zum Kinn abgerissen / geschnitten, in einem Fall erlitt die Katze zusätzlich einen Bruch des Kieferknochens. Die Haut wurde jeweils sauber abgetrennt / skalpiert, vermutlich mittels eines Werkzeuges wie einer Zange und eines Messers. Der Tierarzt schließt bei einer solchen Verletzung einen Unfall aus. (Quelle: Presseportal) OK, der Bericht ist wirklich schlimm, aber lest mal bitte jetzt weiter.

Manipulation, Wirklichkeit und Medien

Ich habe bewusst ein sehr emotionales Thema gewählt. Genauso hätte man einen Bericht über Mobilfunkmasten nehmen können und ein Bild von einem missgebildeten Baby. Das einzige „reale“ ist der Bericht aus dem Internet, ich gehe davon aus „er ist wahrheitsgemäss“, aber überprüfen kann ich es nicht. Kombiniert mit dem Foto ergibt es das Bild einer gequälten Katze. Damit wird die Wirkung des Artikels enorm verstärkt – Kombination Bild und Text – so arbeiten gerne alle Medien. Bilder vermögen es, viel stärkere Emotionen auszulösen als purer Text, dies ist schon lange kein Geheimnis mehr. Mit hoher Emotionalität gehen jedoch auch eine größere Identifikation mit den handelnden Personen, eine höhere Aufmerksamkeit und damit verbunden eine höhere Informationsverarbeitung und -speicherung einher.

Die meisten Leser konsumieren lediglich Titel, Lead und Bilder. Es ist deshalb nicht gleichgültig, welche Titel gesetzt werden. Jedenfalls bestimmt auch darüber nur die Redaktion. Deshalb auch hier der reisserische Titel: Katzenquälerei!

Auflösung: Der Bericht hat nichts mit dem Foto zu tun, ich distanziere mich sowieso von jeder Art von Tierquälerei und verurteile solch kranke Menschen wie in dem realen Eingangstext oben. Mit diesem Bericht geht es nicht darum, diese Manipulationen der Medien (Falsches Bild – Text) moralisch zu verurteilen, sondern vielmehr das Bewusstsein für diese Problematik herzustellen und / oder zu verstärken und dieses Thema war für mich das geeignetste.
Die Katze ist unsere und hat auf dem Foto nur gegähnt!!! Der Bericht „Lebende China-Importware zum Verzehr“ ist ähnlich aufgebaut und unsere Katze liebt es in einer Plastikfolie (beidseitig offen) zu spielen und zu schlafen. Dafür sind die Kommentare ziemlich heftig, obwohl mitten in den Kommentaren die Auflösung steht. Der Mensch sieht und liest nur das was er lesen will.

Manipulation durch Medien
Peking 2008: Die Welt schaut auf manipulierte Bilder

Spart Euch die Kommentare wegen Tierquälerei, die Menschen die solche Dinge tun sind geistig kranke Menschen die grosse Probleme mit ihrem Ego und Verstand haben. Mit geht es hier um Manipulation der Medien.

Sozialdarwinismus und das Recht des Stärkeren heute

Wie kommen bestimmte Grundsätze von der Ethik und Moral zustande und wie hat sie sich bis heute entwickelt? Wir überspringen einen Teil der Entwicklungsgeschichte vom Affen zum Menschen (wobei wir ja wissen, dass der Mensch nicht vom Affen abstammt, sondern wir nur von dem gleichen Stammbaum abzweigen) und fangen mit der Industrialisierung an, dessen Beginn war ca. 1805.

Zu dieser Zeit entwickelten sich verschiedene Theorien über die Welt. Den Vorzug gab man Darwins Theorie über die Entstehung der Arten. Warum gab man Darwin den Vorzug? Natürlich gab es noch viele andere Theorien, doch Darwins Theorie passte am besten zum Zeitgeist und wurde daher schnell populär. Zur falschen Zeit eine gute schlüssige Theorie bringt nicht viel, was hätten die Neandertaler mit der Relativitätstheorie anfangen können.

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Der Darwinismus und die freie Interpretation
Theorien sind meist generell frei interpretierbar, der Darwinismus ist nicht zwangsläufig an eine bestimmte politische Ideologie gekoppelt, aber der Mensch biegt sich Theorien so zurecht damit sie für das eigene egoistische Ziel passen, siehe Religionen und deren negative Auswirkungen. Wird die Theorie manifestiert, wird sie zu einem späteren Zeitpunkt als absolute Wahrheit gesehen.
So entstand mit Hilfe der Eugenik und Rassisten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts basierend auf den Erkenntnissen der Evolutionstheorie, um ihre Forderungen als wissenschaftlich fundiert darzustellen – der Sozialdarwinismus. In Deutschland war es der Zoologe Ernst Haeckel der die späteren Grundlagen für den Nationalsozialismus schaffte. Was der Sozialdarwinismus in Europa anrichtete ist jedem bekannt. Heute ist der Sozialdarwinismus ein Wesensmerkmal des Rechtsextremismus, was aber nicht ganz stimmt. Sicher kann man der Wirtschaft keinen „Rassismus“ vorwerfen, doch der Sozialdarwinismus gekoppelt mit wirtschaftlichen Interessen ist wieder aktuell.

Der Sozialdarwinismus ist und war die Grundlage bestimmten Denkens bis in unsere heutige Zeit
Hier ein paar Beispiele zum wirtschaftlichen Sozialdarwinismus: Das Recht des Stärkeren, der Mensch bzw. die Arbeitsleistung als Wirtschaftsgut, Schmarotzertum … Dadurch sind die geflügelten Worte um Ungerechtigkeit zu ethisch und moralisch positiven Eigenschaften umzuwandeln entstanden: Chancengleichheit, Wirtschaftsfaktor Mensch, Wirtschaftsfaktor Natur, Sozialschmarotzer,  usw.. Das Recht des Stärkeren tritt in der globalen Welt hervor, denn nur die Starken werden im Wettbewerbskampf überleben. Es ist schliesslich ein Prinzip der natürlichen Auslese und somit ein normaler Zustand.

Beispiele für das Recht des Stärkeren
Somit werden zum Beispiel allgemeine Ressourcen von der Grossindustrie monopolisiert, das Trinkwasser. Trinkwasser wird 2020 vermutlich keine der Menschheit freie zugängliche Ressource darstellen. Moralisch und ethisch abgedeckt über den freien Wettbewerb, der Gruppenzugehörigkeit (Recht des Stärkeren) und komplexe unüberschaubare Vernetzung von Regelwerken.

Beispiele sind heute schon in den USA zu finden, wo die Firma Nestle die Ressource Wasser zu Profit macht. Die Gratisnutzung einer Wasserquelle am Lake Michigan provoziert den Widerstand der Bevölkerung gegen Nestlé. Am Lake Michigan füllt Nestlé jährlich eine Milliarde Liter Seewasser ab und verkauft es als «Ice Mountain Water». Nestlé bezahlt dafür keinen Dollar. Die Region reagiert nun mit Klagen und Boykotten. Der Konzern reagiert gelassen.
Mit siebzehn Prozent Weltmarktanteil steht der Schweizer Lebensmittelkonzern an erster Stelle in Sachen Wasser und setzte damit letztes Jahr 7,7 Milliarden Franken um. Der Konzern hält 77 Wassermarken und füllt seine Plastikflaschen an 107 Orten weltweit ab. Und alle ExpertInnen sind sich einig: Das Geschäft mit Wasser hat erst begonnen. (Die Quellenschlucker vom Genfersee)

Erwähnenswert auch die Firma Monsanto.
monsanto.gifDiese Firma stellt unter anderem Süßstoffe, Pestizide, Herbizide und gentechnisch verändertes Saatgut her. Das Unternehmen hatte im Geschäftsjahr 2007 bei einem Umsatz von 8,6 Milliarden US-Dollar einen Nettogewinn von 993 Millionen US-Dollar. Während des Vietnamkriegs, war Monsanto ein wichtiger Lieferant des als chemischer Kampfstoff klassifizierten und mit Dioxinen kontaminierten Herbizids „Agent Orange“.
Seit 1999 kaufte Monsanto für mehr als 13 Milliarden US-Dollar überall auf der Welt Saatgutfirmen. 2005 übernahm Monsanto den kalifornischen Produzenten von Obst- und Gemüsesaatgut Seminis für 1,4 Milliarden US-Dollar. Monsanto ist mit mehr als vier Milliarden Euro Umsatz nach DuPont der zweitgrößte Saatgutanbieter weltweit und mit 90 Prozent Marktanteil der größte Anbieter von Gentech-Saatgut. In den USA erwarb Monsanto seit 1980 bedeutende Patente auf gentechnische Methoden und Gene – ein Vorgang, der von Kritikern polemisch als Biopiraterie bezeichnet wird.

Selbstregulierende Verantwortung der Industrie für die Gesellschaft?
Ein netter Gedanke, ein Glaubenssatz an das Gute im Menschen, doch wir wissen:  „So ist es nunmal nicht“. Die Realität sieht so aus: Unter dem Markennamen Posilac vertreibt Monsanto ein Wachstumshormon zur Steigerung der Milchleistung von Rindern (Recombinant Bovine Somatotropin – rBST), das (unter anderem) die Wahrscheinlichkeit von Euterentzündungen erhöht und dadurch den verstärkten Einsatz von Antibiotika erfordert. Weiterhin besteht der Verdacht, dass Rückstände in der Kuhmilch auch beim Menschen gesundheitliche Schäden verursachen können. Als die beiden Fox-Journalisten Steve Wilson und Jane Akre 1996 davon berichten wollten, beugte sich ihr Arbeitgeber Fox13 dem starken Druck von Monsanto, hielt die unter Aufsicht von Monsantos Anwälten zwischenzeitlich 83-fach korrigierte, jedoch ursprünglich Monsanto-kritische Reportage unter Verschluss und entliess die beiden Reporter schließlich. (Quelle: Wikipedia)

Wir erforschen, erfassen, verwalten unseren Planeten wie eine Ware
vermessen.jpgEin weitere interessante Vorgehensweise ist die Erfassung des Planeten und aller Lebewesen, es wird jedes kleinste Detail erforscht, erfasst und verwaltet und die Statistik wiederum so angepasst damit sie perfekt in das vorherrschende Weltbild integriert werden kann.  Beim Warenkorb „Natur“ wird geplündert und wer nichts leistet (Arbeitskraft), hat auch keinen erarbeiteten Platz auf diesen Planeten. Der Mensch verwaltet sich zusätzlich selbst über ein sehr komplexes Verwaltungssystem und wenn es zu komplex wird, dann schafft er ein neues (erstmal einfacheres) um das alte zu verwalten. Es werden Tiere Sender eingepflanzt um deren Bewegungsprofile darstellen zu können, warum und weshalb das Tier frisst, um welche Zeit, wann es sich paart. Der Mensch macht mit seinesgleichen ebenfalls das gleiche und man könnte eine Sammelwut von Informationen dahinter vermuten. Es werden riesige Maschinen um das kleinste gebaut (CERN) um den Anfang zu entschlüsseln. Doch was bringt es, wenn ich den Honig molekular beschreiben kann, aber noch nicht mal einen Löffel davon gegessen habe. Ein Perpetuum Mobile der Datensucht und eine exponentielle Vervielfachung des Komplexen. Wer verwaltet den Datenmüll? Wie viel Energie wird aufgewendet um diesen Datenmüll zu verwalten und in welchem Verhältnis steht die benötige Energie zum Verwaltungsaufwand.

Die Realität zeigt, das der grösste Teil von Moral und Ethik durch Wirtschaft und Politik geprägt und hinterher diktiert werden. Früher waren es Fürsten, Könige, Kaiser, Päpste – simpel gesagt – es waren jene, die an der Macht waren. Der Sozialdarwinismus ist wieder konform, nur diesmal in einem anderen Gewand, die Folgen vereinfacht und übertrieben dargestellt; wie viel ist unser Planet wert, wie viel ist der Mensch wert und wie kann man es wirtschaftlich nutzen und maximalen Profit erwirtschaften.
Eine der interessanten Aussagen zum Thema „natürliche Ressourcen“ traf ein Professor über die neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten zur Ausbeutung in der Tiefsee. „Er hoffe, dass sich in der Tiefsee nicht das gleiche wiederholt, was  der Mensch an der Oberfläche angerichtet hat“. Ich behaupte, es wird sich definitiv wiederholen und sogar noch gravierender.

Vor Neuseeland sind zum Beispiel deutsche, neuseeländische und amerikanische Forscher auf der Suche nach wertvollen Mineralien. Mit dem modernsten Tauchroboter der Welt erkunden sie ein Gebiet, in dem Gold, Kupfer und andere Metalle lagern – die Erzminen der Zukunft. Der französische Erdöl-Konzern Total setzt schon seit Jahren auf die Ölreserven vor der Küste Angolas, die von schwimmenden Fabriken aus 1.400 Metern Tiefe gepumpt werden. Die Reichtümer der Tiefsee machen aus dem westafrikanischen Staat ein neues Eldorado und sorgen dafür, dass sich die militärische Präsenz der USA immer weiter verstärkt. Und mitten im Pazifik suchen deutsche Regierungsbeamte nach riesigen Feldern von Manganknollen.
Denn oft ist unklar, wem die Bodenschätze aus der Tiefe eigentlich gehören. Grenzverläufe existieren auf hoher See nicht und selbst in Küstennähe sind die Grenzen häufig umstritten. Es drohen politische Konflikte, internationale Machtverschiebungen und Umweltschäden in einem Gebiet, über das nur wenig bekannt ist.

Die Tendenz in die Zukunft
Doch je mehr die Tendenz zur oberflächlichen Verwaltung und statistischen Erfassen unseres Planeten fortschreitet, desto mehr entfernen wir uns vom wirklichen Leben.  Die „Matrix“ (Film) entsteht nicht durch Maschinen, sondern durch unser eigenes Denken. Denn wer denkt ist nie da wo er gerade ist. Der Urkeim von Moral und Ethik ist kein Gedankenkonstrukt, bzw. kein theoretisches Konstrukt des rationalen Verstandes, sondern liegt im Hier und Jetzt ohne Denken. (Bei diesem Satz tun sich sicher einige sehr schwer)
Solange wir nur ausschliesslich denken und dieses als reale Welt und das Selbst wahrnehmen, solange sind die Chancen auf eine positive Veränderung sehr minimal. Kurz vor dem kollabieren des gesamten Systems werden wir erkennen, das unser stetiges Denken uns dorthin gebracht hat.
So wird auch der Goldrausch in der Tiefsee in der Zukunft aufzeigen, ob sich der Mensch, beim plündern der gesamten Ressourcen des Planeten weiterentwickelt hat und erkennt welchen Schaden er anrichten wird.

Gedankenbrei als Ursache?
Ein Hauptproblem scheint das unkontrollierte logische Denken zu sein – die theoretischen Gedankenmodelle – zu jeder Zeit und Ort haben sich komplexe Modelle entwickelt. Es ist scheint immer nur das interessant zu sein, über das was wir nachdenken können. Gefühle werde dabei ausgeschlossen – denn Gefühle sind nicht berechenbar und zuverlässig wie eine mathematische Formel. Das ist das wesentliche Zeichen der westlichen Welt und diese westliche Zivilisations Formel wird in alle Welt exportiert mit seinen grossen Nachteilen. Die Welt wird westlich uniformiert und zum guten Schluss haben alle die gleiche westliche Einheitskultur. Monokultur statt Vielfalt. Dadurch kommt es zu einer extremen Beschleunigung der westliche geprägten Denkkultur, Wirtschafts–Philosophie und Lebensweise. Diese führt zu einer schnelleren Wachstumsrate der wirtschaftlichen Ausbeutung bis zum kollabieren des gesamten Systems.

Wie wir es bei unseren Computern kennen, gibt es, wenn wir zum Beispiel die maximale Naturzerstörung erreicht haben einen Neustart. Historisch gesehen gab es bei den alten Hochkulturen diesen Reset. Natürlich wurden zu früheren Zeiten diese lokalen Resets meist durch Naturereignisse herbeigeführt. Die Hochkulturen existieren alle heute bekanntermassen nicht mehr und haben ihr angesammeltes Wissen zum grossen Teil verloren. Die maximale Komplexität unserer Welt ist gleichzeitig auch die maximale Entfernung des Menschen von der Natur oder nennen wir es das Göttliche von dem er abstammt. Nur heute wirkt sich der Schaden auf die Welt globaler aus und nicht wie früher lokal.

Oder anders ausgedrückt:
Ich denke, also bin ich (René Descartes) – in Wirklichkeit ist es aber so: Ich denke, also denke ich. Nicht mehr und nicht weniger.