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Heidi Lenz stellt in der Kreuzlinger UBS aus

Heute möchte ich eine Künstlerin empfehlen deren Skulpturen mir ausgesprochen gut gefallen, diese sind in der UBS Kreuzlingen zu sehen.

Bestaunen Sie die Werke der Kreuzlinger Künstlerin Heidi Lenz vom Freitag 26. Februar bis Donnerstag 1. April 2010 in der UBS Kreuzlingen (Im 2. OG, während den Öffnungszeiten).

Öffnungszeiten:
Mo-Mi und Fr 9.00-12.00 / 13.30-16.30
Do 9.00-12.00 / 13.30-17.30

Information: PDF
Internet: Heidi Lenz

Die Welt und der chinesische Alptraum! (Attacke aus Peking)

chinaverbrecher.jpg

Eigentlich müsste es heissen: Die Welt und der chinesische Alptraum! Absurd, sagen jene die vernarrt sind in den Globalismus und sich über den Handel mit China erhebliche Gewinne versprechen und blind geworden sind gegenüber den gesundheitlichen Gefahren, die Waren aus China mitbringen. Aber was da ständig aus China geliefert wird, wird von Kritikern mit Besorgnis betrachtet. China liefert nicht nur gefälschte und verfälschte westliche Produkte und gefährdet auf kriminelle Weise Hersteller und Konsumenten in Europa und in den USA, sondern auch chemisch verseuchte Ware; oftmals Kinderspielzeug, aber auch Zahnpasta und andere kosmetische Artikel. Nun wurde radioaktiv verseuchter Stahl aus China in Italien von der Polizei beschlagnahmt: 30 Tonnen vom Stahlproduzenten Tisco, dessen Stahl aus China geliefert wurde.. Daraus sollten Schornsteinrohre gefertigt werden.

Chinas heimlicher Krieg gegen den Westen? oraclesyndicate
Arznei-Skandal in China erschreckt Amerikaner süddeutsche
„Heparin“-Rückruf: Ist der aus China gelieferte Rohstoff verseucht? abendblatt
Bundesbehörde nimmt Heparin vom Markt spiegel
Gift aus China – für die ganze Welt tagesspiegel
Die Suche nach verseuchtem Puppenhaar süddeutsche
Polizei beschlagnahmt radioaktiven Stahl aus China spiegel

Aber mal ganz ehrlich, die wenigsten schauen woher das Produkt kommt, Hauptsache billig und hinterher wird gejammert wenn man gesundheitsschädliche Auswirkungen spürt.

Tibet und die chinesische Propaganda
Die staatliche chinesische „Volkszeitung“ schreibt, der Friedensnobelpreisträger habe der Gewalt niemals abgeschworen. „Die sogenannte friedliche Gewaltlosigkeit der Dalai-Clique war von Anfang an eine Lüge. 2008 werden die von der ganzen Welt erwarteten Olympischen Spiele in Peking stattfinden. Aber der Dalai Lama plant, die Spiele als Geisel zu nehmen, um die chinesische Regierung zu zwingen, Zugeständnisse an Tibet in Sachen Unabhängigkeit zu machen.“ Aber die „Clique des Dalai Lama“ werde unweigerlich besiegt werden. „Es spielt keine Rolle, ob der Dalai Lama und seine Anhänger sich mit dem Deckmantel von ‚Frieden‘ und ‚Gewaltlosigkeit‘ verkleiden, ihre spalterischen Sabotage-Aktivitäten sind zum Scheitern verurteilt“, hieß es in dem Kommentar, der auch von anderen staatlichen Zeitungen gedruckt wurde.

Das ist die Sprache der chinesischen Regierung. Erinnert ein wenig an die Nazizeit. China war noch nie ein demokratisches Land, kann es zur Zeit auch nicht werden und will es auch nicht. Die Tibeter befinden sich in Notwehr und da ist Gewalt legitim gegen die chinesischen Besatzer. Wieviel Unterdrückung und Zerstörung von Kultur muss der Mensch aushalten und soll auch noch passiv bleiben. Deswegen finde ich auch die Aussage des Dalai Lama, wenn die Gewalt nicht aufhört er zurücktreten will, für absolut falsch. Zum einen lebt er nicht in Tibet und wird unterdrückt und zum zweiten führt die Gewaltlosigkeit zur Eliminierung von Mensch und Kultur.

IOC Präsident – Glaube und Realität
„Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, hat Kritik an der Durchführung der Sommerspiele in Peking zurückgewiesen. Er verwies auf positive Auswirkungen des Sportereignisses auf das Gastgeberland. China werde sich durch die Spiele den Blicken der Welt öffnen und zum Guten ändern, erklärte Rogge„.

Wo lebt Jacques Rogge eigentlich, im Märchenland? „Es war einmal und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute … “ Manchmal frage ich mich, wie weltfremd manche Menschen sind, liegt aber daran, das sich solche Menschen aufgrund ihres Einkommens und Position in einem Elfenbeinturm wohnen und jeglichen Blick auf die Realität verlieren. Wenn dies so wäre, wie Jacques Rogge behauptet, wäre genauso gut der Kommunismus möglich, scheiterte aber immer am Mensch. Vielleicht sollte er lieber als Märchenonkel durch die Lande ziehen, das nötige Talent hat er.

Nochmals Jacques Rogge: „China werde sich wandeln, indem es sich dem Blick von 25 000 Medien öffnen werde“. Recht hat er, die Fernsehkameras von 25.000 Medien zeigen die sportlichen Wettkämpfe und 0 Medien zeigen was hinter den Kulissen passiert. Glaubt der Mann wirklich, China öffnet den Medien die Türe – so wie jetzt in Tibet?

Neben dem militärischen Vorgehen trieb China zuletzt seine Medien- und Propaganda-Offensive voran, um die Autonomie-Proteste in Tibet einzudämmen. Die Niederschlagung der Proteste löste im Westen eine Debatte über einen Boykott der Olympischen Sommerspiele in Peking aus.

Taiwan schließt Olympia-Boykott nicht aus netzeitung.de
„Der Dalai Lama will Olympia als Geisel nehmen“ spiegel.de
Ruf nach einem Olympia-Boykott wird lauter welt.de
Notizen über Chinas dunkle Seiten deutschlandfunk
Peking dirigiert Aufruhr in Tibet: Britischer Geheimdienst bestätigt die Aussagen des Dalai Lama über die inszenierten Gewaltausbrüche tibetnews.de
China greift durch – Exiltibeter sprechen von über 100 Toten spiegel
Zwei Tote bei neuen Tibeter-Protesten Financial Times Deutschland
Tibet-Unruhen: China lernte aus Tiananmen-Massaker nachrichten.at

China will Olympia-Fackel auf den Everest bringen
China will an seinen Plänen für den Weg der Olympischen Fackel trotz der Krise in Tibet festhalten. Am Vormittag beginnt die Zeremonie in Olympia, die von einem massiven Sicherheitsaufgebot begleitet wird. Weltweit sind Proteste angekündigt.
Am besten man bläst mittendrin die Fackel aus, das wäre doch ein gutes Zeichen und vermutlich einmalig. Die Chinesen wollen das Problem mit Tibet auch nicht erhellen, also brauchen sie auch kein olympisches Licht. Hochachtung: Fackel-Läuferin Narisa Chakrabongse aus Thailand entscheidet sich gegen das Tragen von Olympia-Fackel für China! Typisch Deutsch: Ganz im Gegenteil schauen wir auf die deutschen Fackelträger, die Hockey-Olympiasiegerin Nadine Ernsting-Krienke, den Wolfsburger Fußball-Trainer Felix Magath und den früheren Formel-1-Piloten Hans-Joachim Stuck, welche vom Fackellauf-Sponsor Volkswagen VW aufgeboten werden.

Der Gipfel der Empörung faz
Volkswagen begleitet Fackellauf nach Peking Wo Unrecht ist, sind grosse deutsche Firmen normalerweise auch nicht weit, besonders wenn man mit China seine Geschäfte macht, das trübt den Blick. Aber hier ist die Sachlage mehr als klar: „Der Volkswagen-Konzern wird 2008 erstmals in China mehr als eine Million Fahrzeuge verkaufen. Der deutsche Autobauer prüfe darum bereits neue Produktionsstandorte im Reich der Mitte, bestätigte VW-China-Chef Winfried Vahland gestern in Peking. „Spätestens 2010 brauchen wir neue Kapazitäten.“

Wenn es um unsere wirtschaftlichen Interessen geht, sind wir doch sehr schnell bereit, für das mächtige China bei Menschenrechtsfragen ein Auge zuzudrücken.

Westliche Künstler in Tibet – dabei sein ist alles?
Wie ich schon in Bericht vom 5.1.2008 „Kunstausstellung in China“ erwähnt habe, sollten meine Künstlerkollegen von Ausstellungen in China absehen. Nun zeigt China das wahre Gesicht, von Menschenrechten keine Spur und das wusste jeder, bevor der Konflikt mit Tibet begann. Profitinteresse lässt weniger Spielraum, um China mit klaren Konsequenzen zu drohen.

Nachdem der Artikel veröffentlicht war, kam postwendend Mails mit einem Virus (Trojan.Dropper-4944) mit dieser IP 22.133.6.171. Hier die Daten von Whois:
person: Data Communication Bureau Shandong
nic-hdl: DS95-AP
e-mail: ip@sdinfo.net
address: No.77 Jingsan Road,Jinan,Shandong,P.R.China

Die meisten Malware-verseuchten Websites sitzen in China golem.de
Chinesische Trojaner-Viren rp-online.de
Chinesen hacken sich in deutsche Firmen rp-online.de

Nette Chinesen! Mit der Meinungsfreiheit haben sie irgendwie Probleme oder sie nehmen die Überschrift wortwörtlich! ;-) Falls der seeblog demnächst nicht mehr erreichbar ist, dann waren es es die Chinesischen Propagandamitarbeiter.

Die dubiosen Kunstaussteller

Wie versprochen fange ich nun die Liste der Kunstaussteller an, die dem Künstler einiges kosten oder im schlimmsten Falle ruinieren. Natürlich würde es mich freuen, wenn ich von den KünstlerkollegenInnen Informationen oder Erfahrungen genau zu dem Thema dazu bekomme. Ansonsten schläft diese Projekt wieder ein.

ARMUT.jpg

Camaver Kunsthaus (Italien)
http://www.camaver.com
340 Euro Gebühr für 3 Kunstwerke, um an einer Ausstellung teilzunehmen und dann wollen sie noch 20% Provision haben.

Artbusiness (Brasilien)
Ansprechpartner: Cammile Lobo Klein
http://www.artbusiness.com.br/
Im Prinzip geht es um die Galerie „79 Art Gallery in Curitiba (Brasilien)“
„Betrugsverdacht, es wurden wohl schon Anzeigen erstattet“

KSK Nachforderungen?
Information unter: http://www.ksk-protest.melson.de/

Galerie Böhner (Deutschland)
Auch hier sind die Konditionen zu hinterfragen, die sind ziemlich deftig. Rechnet mal selbst nach.
http://www.galerie-boehner.de

ArtDomain Galerie und der THE PALM ART AWARD (Deutschland)
Erst mal muss man für die Vorrunde sein Geld abdrücken: „Bitte beachten Sie, daß mit der Anmeldung eine Gebühr von 28 Euro fällig wird. Sie bekommen die Bankdaten nach Eingang der Anmeldung.“

Für die Teilnahme an unseren Finalisten-Ausstellungen zum Palm Art Award mit drei Werken wird eine Buchungs-Gebühr von 130 Euro (zzgl. USt*) fällig. *Für Künstler, die nicht in Deutschland leben und eine gültige USt-Nummer angeben können, beträgt die Gebühr 130 Euro ohne USt. Ein zweiter Betrag in Höhe von 190 Euro ist zahlbar bis spätestens 8 Wochen vor Ausstellungs-Eröffnung. (28+130+190= 348.- Euro – das waren mal 700.- DM)
„An Preisgeldern sind mindestens 2000 Euro vorgesehen (Ob es mehr wird, hängt von unseren Sponsoren ab)“. Toll wenn Künstler, die gleichzeitig als Sponsoren den Kunstpreis selbst finanzieren. Das ist eine der üblen Maschen auf dem Kunstmarkt.
http://www.art-domain.com/index-de.html

Im Prinzip solltet ihr alle Angebote, besonders die per Mail zu euch kommen, ganz genau überprüfen. Es scheint, dass die finanziellen Risiken der Galerien mittlerweile der Künstler tragen sollte. Wenn ihr solche Galerien unterstützen wollt ist eure Sache.

Update: 2011 – scheint das immer noch jede Menge Künstler auf den Palm-Award reinfallen. Dieser Award ist absolut nichts wert, aber wer es braucht soll bitte teilnehmen. Mittlerweile steht auf der Webseite nichts mehr von sonstigen Gebühren, ausser der Anmeldegebühr von 35.- Euro. Kein Wunder, mittlerweile ist es ein reiner Online-Award – also absolute nichts wert, scheint so das sich die Galerie nicht besonders gut getragen hat. ;-)

Kunst und das liebe Geld

Wenn man mit anderen Künstlerkollegen zusammen trifft, dann kommt irgendwann das Gespräch auf das Einkommen. Ein Argument das ich oft höre ist: „Ich mache gute Kunst und ich mache sie nicht wegen des Verdienstes – Geld ist mir egal“. Der Künstler will mit dem Kommerz nichts zu tun haben – „Anspruch und Wirklichkeit?“

geldkunst.jpgVielleicht sollte man erstmal festhalten:
Die wenigsten Künstler können von ihrer Kunst leben und haben irgendwelche Nebenjobs um überhaupt überleben zu können.

Das gesamte Einkommen eines Künstlers ist tiefer als das Einkommen eines Arbeiters mit gleicher Erfahrung und gleichem Ausbildungsniveau, obwohl die wöchentliche Arbeitszeit eines Künstlers höher ist.

Der freiberufliche Aspekt scheint bei Künstlern sehr wichtig zu sein, er zeigt ihre Unabhängigkeit, deshalb auch gerne die Zusatzbezeichnung „Freischaffender Künstler“. So auch auf meiner Visitenkarte, aber im Normalfall sind ja alle Künstler „freischaffend“, zumindest kenne ich keinen der als Künstler angestellt ist und ein monatliches Salär dafür bekommt. Tatsächlich sind oftmals die Künstler abhängiger als sie zugeben wollen.

Ein gutes Beispiel ist die Ballonflasche, nur das deren Öffnung aus einer dünnen Kanüle besteht. Im Glasballon sind die vielen Künstler, aber nur wenige schaffen den Weg durch den dünnen Flaschenhals. Physikalisch gesehen baut sich hier Druck und Widerstand auf, da eine grosse Masse durch einen engen Flaschenhals will. Dieses Phänomen zeigt sich sehr schön auf dem Kunstmarkt.

Kunstmessen und Kunstpreise
Es wachsen in jeder mittleren bis grossen Stadt Kunstmessen und Galerien wie Pilze aus dem Boden. Bei allen gleich ist die finanzielle Künstlerbeteiligung, die von einigermassen fairen Konditionen bis hin zur Abzockerei der Künstler geht. Die Kunstmessen haben keine qualitativen Auswahlkriterien, sondern haben zum Teil den Charakter von Kunstbasaren. Da bei Künstlern ein grosser Ausstellungsdruck vorhanden ist um seinen Bekanntheitsgrad zu vergrössern, klappt diese Konzept sehr gut und damit lässt sich auch für die Veranstalter gutes Geld verdienen. Interessant auch die Verbindung von Messebaufirmen/Eventagenturen die als Kunstfreunde auftreten und Kunstmessen initiieren oder die Veranstalter sind auch oftmals gescheiterte Künstler, die entdeckt haben wie man trotzdem im Kunstmarkt sein Geld verdienen kann.

Leider gibt es keine exakte Erhebung über diese Kunstmärkte, ob die Künstler zumindest die Kosten die sie für den Event ausgegeben haben, wieder eingenommen werden. Plus minus Null-Geschäft? Dann hat man Glück gehabt. Es scheint aber so, dass sich die Kunstmessen nur für den Veranstalter rentieren, natürlich gibt es auch einige Künstler die ein Plus einfahren. Doch die Masse zahlt drauf und dies scheint der Grund für den Haupttenor der Künstler zu sein „Dabeisein ist alles“ und so gerechtfertigt man seine Kosten und die Vorstellung, wenn man lange genug mitmacht, wird sich auch der künstlerische Erfolg einstellen. Leider zeigt die Realität, dem ist nicht so.

Das gleiche findet man bei den Kunstpreisen diverser Kunstveranstalter und Galerien. Die Kunstpreise sind durch die Künstler vorfinanziert, denn man muss einen Beitrag bezahlen um teilnehmen zu können. Zum anderen sind diese Kunstpreise absolut nichts wert. Einer dieser Kunstpreise wird zum Beispiel sehr gerne von einer „Galerie in Leipzig“ vergeben incl. Ausstellung. Bei seriösen Kunstpreisen muss der Künstler keine Abgabepreise bezahlen und werden meist von öffentlichen Institutionen, Banken oder Städten ausgeschrieben.

Warum machen Künstler dies?

Weil die höchsten Einkommen auf dem Kunstarbeitsmarkt sehr hoch sind.

Weil der durchschnittliche Künstler leichtsinniger, sorgloser oder risikofreudiger ist.

Weil sie sich für nicht-künstlerische Arbeit ungeeignet halten. Zudem wird kein Abschluss, Zertifikat oder bestimmtes Qualifikationsniveau benötigt.

Weil sie weniger an Verdienst, dafür aber stärker an persönlicher Befriedigung und Status interessiert sind als Arbeiter anderer Berufsgruppen.

Weil sie manchmal Informationen ignorieren, sich selbst überschätzen und selber täuschen.

Weil sie falsche Informationen haben aufgrund sich hartnäckig haltender Mythen. Man muss nur vom richtigen Galeristen entdeckt werden, Van Gogh hat zu Lebzeiten auch kein Bild verkauft, usw..

Die andere Seite sind die „Superkünstler“
Natürlich gibt es auch die „Superkünstler“, nehmen wir mal Damien Hirst. Damien Hirsts Diamantenschädel wurde im August für den irrwitzigen Preis von 100 Millionen Dollar verkauft. Zum Teil an den Künstler selbst, wie sich später herausstellte – eine gute Marketingmassnahme war das allemal. Denn nur durch solche Aktionen kann man anscheinend den Bekanntheitsgrad erhöhen. Einen interesssanten Artikel darüber gibt es bei meiner Lieblingszeitschrift „Die Zeit“. Brillianter Kauf

Kunstausstellung in China

olympicwatch.gif Dieses Jahr sind die Olympischen Spiele in Peking bzw. Beijing. Massenveranstaltungen eignen sich immer sehr gut für Events, so auch in der Kunst. Zurzeit trudeln jede Menge Einladungen für eine Kunstausstellung in der Hauptstadt per Mail in mein Postfach.

Welcher Künstler würde nicht gerne von sich behaupten, „Ich habe in China ausgestellt“. Doch leider sind 99% der Angebote nur dazu geeignet, den Künstlern viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Viele Künstler-KollegenInnen fühlen sich sogar sehr geehrt, wenn sie diese Mails bekommen. (Verwunderung?!?) Einige der Mails sind sogar mit persönlicher Ansprache – gute Programme haben die Spammer und Betrüger allemal – aber muss man sich deshalb geehrt fühlen?

Es scheint keiner hinter die Kunst-Kulissen blicken zu wollen, denn dort ist nur eines wichtig ist – das Geld des Künstlers mit dem man den Profit macht. Die meisten Adressen stammen aus den gängigen Adress-Datenbanken die nach Branchen unterteilt sind, die Mail-Adresse sowie den Namen des Künstlers werden wie üblich auf den öffentlichen Kunstseiten oder Kunstportalen ausgelesen. Zudem wissen die Künstler-Abzocker genau, wo sich der unbedarfte Künstler am leichtesten einfangen lässt – mit Bauchpinselei und Erfolgsaussichten.

Nur weil man ein Mail bekommt, die für eine Ausstellung in China wirbt, sollte man sein Hirn nicht ausschalten, besonders wenn die Ausstellungskosten erheblich sind. Das eigene Ziel ist klar – man kann eine Ausstellung in China vorweisen und diese dann in der eignen Ausstellungsliste verewigen.

Von diesen so genannten Galerien und Kunstvermittlern gibt es mittlerweile jede Menge, auch hier in Deutschland. Und die meisten wollen nur das liebe Geld, vergeben dafür Kunstpreise die absolut nichts wert sind, machen Ausstellungen die vom Künstler meist komplett finanziert sind und müssen auch keine Angst haben, dass ein Künstler den Rechtsweg einschlägt und gegen sie klagt. Denn es gibt kaum Künstler mit einer guten Rechtsschutzversicherung.

Deshalb kann ich Euch nur raten, auf solche Angebote zu verzichten oder sie genauestens unter die Lupe zu nehmen. Es kostet nicht nur euer Geld, sondern bringt meist auch andere unangenehmen Nebenwirkungen mit sich.
Spielt lieber Lotto, die Wahrscheinlichkeit einen Sechser mit Superzahl zu haben ist genauso gross, wie in Beijing auszustellen und dann entdeckt zu werden.

Abgesehen davon ist China ein Land, welches die Menschenrechte und freie Meinungsäusserungen massiv bekämpft – will man dort wirklich ausstellen? Dachte immer die Künstler würden kritisch die Welt betrachten …

Peking sperrt Internet-Videoseiten

Olympia 2008: Countdown für die Menschenrechte in China

China, ein Alptraum

Olympicwatch

Ich werde dieses Jahr diese schwarzen Schafe und deren Bedingungen (das Kleingedruckte) vermehrt unter die Lupe nehmen. Ich hatte schon vor 5 Jahren angefangen eine Liste der Abzocker und deren Konditionen im Internet zu veröffentlichen und das erweckte grosses Interesse bei den KünstlerInnen – ist aber leider von meiner Seite sehr vernachlässigt worden und dann irgendwann ganz eingeschlafen. Meist trifft es die Künstler, die keine grosse Ahnung haben wie der ganze Kunstmarkt funktioniert.

Braucht Kunst eine Kunstsprache?

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Reden über Kunst – nichts als Luftblasen?
Wenn ich Kunstbesprechungen oder Kritiken lese raucht einem schon mal der Kopf. Wenn die Elite der Kunstmacher und Kritiker zu Wort kommen, muss ich mich des öfteren fragen, ob sie selbst verstehen was da von sich gegeben wird. Nicht nur das ich ein Fremdwörterlexikon brauche, sondern machmal verstehe ich nicht mal um was es da eigentlich geht. Wurde eine eigene Kunstsprache entwicklelt die keiner mehr versteht?

Ich beobachte es oft bei den Reden oder Vorträgen auf Vernissagen – alle nicken ehrfurchtsvoll wenn der Redner seine hochgeistigen Ergüsse von sich gibt. Hinterher wenn man die Kunstbesucher im persönlich Gespräch fragt, was sie davon verstanden haben, kommt meistens ein Achselzucken. Frägt man genauer nach, kommt ein entschuldigendes lächeln mit den Worten „der Professor hat in seiner Rede seine eignene Sprache und Ansicht“. Aber keiner will sich die Blösse geben beim Kunstspiel. Will man als dumm und als Kunstbanause dastehen? Lieber klatscht man Beifall, weil schliesslich jeder klatscht. Braucht Kunst eine Kunstsprache? Braucht Kunst nur diese Elitesprache der Elite willen und deren Inhalt nur gut getarnte Worthülsen sind.

Anscheinend schon, sie ist oftmals wie die Verpackung eines simplen Kunstwerkes. Je einfacher das Kunstwerk desto ehrgeiziger und hochtrabender die Rede. Sogar bei vielen Kunsttexten erwische ich viele dieser bekannten Redewendungen, man hat das Gefühl jeder schreibt vom anderen ab und garniert es mit einem zusätzlichen hochgeistigen Erguss. So wird es immer extremer und oftmals habe ich den Verdacht das auch diese Elite nicht mehr ganz versteht was sie da macht. So wird der Kunstdialog zum undefinierten Kunstsprachbrei, zu einer eigenständigen automatischen Kunstsprache erhoben. Diese Kunsttexte könnten genauso von einem Computer erstellt werden aus verschiedenen Phrasenstücke der Reden oder Vorträge.

Mich erinnert das an ein Beispiel wo ein Museumsleiter erklärte „man hat extra einen Raum leergelassen, ohne Kunst – damit man den Unterschied zur Kunst sieht“. Mein Kommentar dazu „das ist für mich geistiges Onanieren“. Das hatte mir natürlich ziemlichen Ärger eingehandelt, aber ich stehe dazu. Denn wenn Abwesenheit von Kunst so wichtig ist, das man die Kunst überhaupt erkennen kann – dann … Die Rede aber selbst war so hochkompliziert, weil man ein paar MDF-Platten mit Bohrlöchern als Kunst deklariert hat und wie soll man die mit einfachen Worten erklären. Das macht schliesslich keinen Eindruck auf die Mueseumsbesucher.

Ich bin überzeugt das eine gute anspruchsvolle Rede ein Kunstverständnis transportieren kann, vielleicht gehöre ich nicht dazu. Aber im Stil eines guten Artikels, wie sie oft in der Zeitschrift „Die Zeit“ zu finden sind – verständlich in der Sprache, stilistisch perfekt und journalistisch anspruchsvoll und man kann das geschriebene noch nachvollziehen.

Kunst überproportional

Die Kunst ist also längst abgekoppelt von ihrer am Anfang des 20. Jahrhunderts so leidenschaftlich vertretenen Vorkämpferrolle für eine bessere Gesellschaft. Ob etwas Kunst ist oder nicht, ist, wie Niklas Luhmann in seiner Studie «Die Kunst der Gesellschaft» 1995 formuliert hat, heute nur noch eine Frage der Perspektive. Daher kann die Kunst kein Stein des Anstosses mehr sein, sondern höchstens Stolpersteinchen liefern. Sie ist als solche, wie schon der Begriff «Kunstsystem» verrät, bestens etabliert. Und der Kunstkritiker kämpft nicht mehr an der vordersten Spitze einer selbstbewussten Phalanx, sondern ist nur noch der Rubrikenverfasser einer «Hochglanzkunstbroschüre» für den gehobenen Anregungs- und Dekorationsbedarf. Die Menge und Vielfalt an verfügbarer Kunst schwächt ihre Rolle in der Gesellschaft.

Masse statt Klasse?

Hier gibt es kein zurück, es ist eine logische Entwicklung von gesellschaftlichen Strukturen. Als verständliches Beispiel kann man das Internet heranziehen. Noch vor 20 Jahren hatte es eine Struktur die zu einem gewissen Grad zu erfassen war, es war für den einzelnen subjektiv überschaubar. Die Information nahm als logischer Ablauf der gesellschaftlicher-, technischer- und wirtschaftlicher Entwicklung überproportional zu.
Subjektiv sieht sich der Einzelne jedenfalls einer Informationsflut ausgesetzt, in der das Problem weniger in der Verfügbarkeit von Information oder Wissen besteht, als vielmehr der Anwendung angemessener Informationsfilter. Die Informationsüberflutung erschwert somit das Finden richtiger und wichtiger Information. Das exponentielle Wachstum der Information wandelt sich derzeit in eine logistische Funktion – wir verwalten nur noch die Information. Wenn man sich umsieht, entstehen überall diese überproportionalen Strukturen. Auch in der Kunst – die Kunst wird nicht mehr strukturiert wahrgenommen, sondern nur noch verwaltet.